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Elektrizitätsabgabe kann laut Studie Stromverbrauch reduzieren



Strompreiserhöhungen können dazu führen, dass die Haushalte weniger Energie verbrauchen. Richtig effektiv sind die Massnahmen aber erst, wenn sie nicht durch andere Entlastungen aufgehoben werden. Das ist das Ergebnis einer Nationalfondsstudie der Universität Luzern.

Für die Untersuchung analysierten die Forschenden um Wirtschaftsprofessor Simon Lüchinger die Energiepolitik im Kanton Basel-Stadt. Diese hatte im Jahr 1999 eine Lenkungsabgabe auf Strom eingeführt. Mit der Preiserhöhung um acht Prozent sollten die Haushalte und Betriebe zum Stromsparen motiviert werden. Ausgenommen waren Grossverbraucher.

Tatsächlicher und hypothetischer Verbrauch

Um die Wirkung der Abgabe zu ermitteln, verglichen die Forschenden den tatsächlichen Stromverbrauch von 1999 bis 2006 mit einem hypothetischen Stromverbrauch ohne die Abgabe. Letzteren errechneten sie anhand eines gewichteten Durchschnitts vergleichbarer Städte.

Das Resultat: Der Stromverbrauch sank lediglich um zwei bis drei Prozent - ein geringer Wert, wie der Nationalfonds in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt. Als Grund für diesen kleinen Effekt sehen die Forschenden die gleichzeitige Abschaffung der Grundgebühr in Basel.

Dadurch habe sich die Stromrechnung der Haushalte auch nach der zusätzlichen Abgabe nicht merklich erhöht. Und obwohl sich Stromsparen theoretisch gelohnt hätte, sei der Spareffekt «vermutlich nicht ausreichend ersichtlich» gewesen oder «zu unklar kommuniziert» worden.

Ausserdem seien in Basel-Stadt relativ viele Unternehmen - darunter die drei grössten Verbraucher, sowie alle Verkehrsbetriebe und internationalen Organisationen - von der Lenkungsabgabe befreit. Ihr Anteil betrug 1998 rund einen Drittel des Gesamtverbrauchs, wie Lüchinger auf Anfrage sagte.

Politische Entschlossenheit

Trotzdem beurteilen die Forscher die Preiserhöhung als «grundsätzlich attraktiv». «Mit hoher Wahlfreiheit der jeweils bevorzugten Massnahmen für die Verbraucher kann der Stromverbrauch kosteneffektiv gesenkt werden», bilanzieren sie.

Doch damit die Wirkung nicht durch Entlastungen auf der anderen Seite aufgehoben würden, brauche es die Entschlossenheit der politischen Akteure und eine verständliche Kommunikation. Das sei auch deshalb wichtig, weil die Konsumenten und Konsumentinnen auf die Durchschnittspreise und nicht die Preise einer Kilowattstunde zu reagieren schienen.

Das Parlament hatte sich im vergangenen Sommer gegen einen Verfassungsartikel zu Energie-Lenkungsabgaben entschieden. Der Bundesrat wollte damit das System zur Förderung erneuerbarer Energien ablösen. Ein neuer Verfassungsartikel hätte es dem Bund ermöglicht, Klimaabgaben auf Brenn- und Treibstoffen sowie eine Stromabgabe zu erheben. Doch der Vorschlag fand keine Unterstützung. (sda)

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