Konzernverantwortungsinitiative
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Weniger Berichterstattung als bei Hornkuh-Initiative: Kriegsmaterial-Vorlage kaum beachtet

Seit 2018 wurde über keine Volksabstimmung mehr berichtet, als über die Konzernverantwortungs-Initiative. Zu diesem Schluss kommt der Fög-Abstimmungsmonitor.



Das Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft (kurz Fög) der Universität Zürich hat die Berichterstattung der Medien über die beiden Abstimmungsvorlagen ausgewertet. Die Studie kommt zum Schluss, dass über die Konzernverantwortungsinitiative (Kovi) deutlich mehr berichtet wurde als über die Kriegsgeschäfteinitiative.

Der Fokus im Vergleich zu anderen Abstimmungen sei ausserordentlich gross gewesen. Sie verglichen dies mit den Berichterstattungen über alle Vorlagen seit dem Herbst 2018: So sei die Konzern-Initiative häufiger thematisiert worden als die Selbstbestimmungs- und die Begrenzungsinitiative, die auf Rang zwei und drei kommen.

Intensivste Berichterstattung seit Herbst 2018

Das Fög schreibt dazu: «Dass die KVI so intensiv thematisiert wird, ist bemerkenswert. Denn normalerweise erzielen wirtschaftspolitische Konflikte nicht dieselbe Resonanz wie die grossen ausländer- und europapolitischen Auseinandersetzungen, bei denen die SVP im Zentrum steht.»

Bislang sei die Abstimmung über die Abzockerinitiative im Jahr 2013 die einzige Ausnahme gewesen. Die Studienautorinnen und -autoren vermuten dahinter einen Hinweis, dass mehr berichtet werde, wenn es bei einer Vorlage um grosse multinationale Unternehmen («David gegen Goliath») geht und die Frage moralisch aufgeladen ist.

Die Kriegsgeschäfteinitiative sei hingegen in den Hintergrund gerückt. Über die Vorlage wurde in den elf Wochen vor dem Abstimmungstag sogar weniger berichtet als über die Hornkuh-Initiative.

Konzern-Initiative: Romands berichteten positiver

Das Fög untersuchte auch, wie die einzelnen Medien über die beiden Vorlagen berichtet hatten. watson wurde bei der Auswertung nicht berücksichtigt, sämtliche Berichte zur Abstimmung über die Konzern- und über die Kriegsgeschäfte-Initiative können auf den Unterseiten angeschaut werden.

Die Studie kommt zum Schluss, dass es bei der KVI einen Röstigraben gab: So hätten die Deutschschweizer Medien intensiv aber eher negativ berichtet – die Zeitungen und Online-Medien der Westschweiz hatten in ihren Artikeln dafür eine eher positive Tonalität.

Den Leserinnen und Lesern von NZZ Online und der «Weltwoche» wurde die negativste Tonalität geboten. Die öffentlich-rechtlichen Medien berichteten mehrheitlich ausgewogen (SRF) bzw. mit einer leicht positiven Tonalität (RTS). Auffällig war auch die Berichterstattung des «Tages-Anzeigers»: Diese wird zwar als ausgewogen beurteilt, sie fiel aber durch die starke Fokussierung auf die «(Un-)Glaubwürdigkeit der Kampagnenakteure» auf: In ihren Artikeln wurde den Initianten ein «Täuschungsmanöver» vorgeworfen, sie würden zudem auf «Emotionen statt Argumente» setzen. Gleichzeitig wurde der teilweise gehässige Abstimmungskampf der Gegner als ähnlich dem «Schema der Republikaner unter Donald Trump» bezeichnet.

Kriegsgeschäfteinitiative: Eher positive Berichte

Bei der zweiten Abstimmung über die Kriegsgeschäfteinitiative heisst es in der Studie, Journalistinnen und Journalisten hätten ein «relativ schmales ‹Pflichtprogramm›» geboten. Die dünne Berichterstattung sei jedoch auch bei Deutschschweizer Medien eher positiv gewesen.

In den Medien sei dazu ein «relativ typisches» Bild geboten worden: Es habe sich um eine «linke Initiative» gehalten, die von den «(bürgerlichen) GegnerInnen» nur halbherzig bekämpft werde. Entsprechend kamen oft linke Akteurinnen und Akteure zu Wort: Sie konnten neben den Jungen Grünen am häufigsten ihre Positionen darstellen.

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