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Überlebender berichtet von Pakistan-Massaker

«Der Mann mit den grossen Stiefeln hielt nach Schülern Ausschau und schoss auf sie»

16.12.2014, 17:1216.12.2014, 17:26

Taliban-Attacke Pakistan

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Taliban-Attacke Pakistan
quelle: ap/ap / mohammad sajjad
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Shahrukh Khan liegt im Lady-Reading-Spital im pakistanischen Peshawar in blutigen Laken. Der 16-Jährige hat Schusswunden an beiden Beinen. Den Angriff radikal-islamischer Taliban auf seine Schule überlebte der Jugendliche am Dienstag nur, weil er sich unter grössten Schmerzen tot stellte.

Um ihn herum wurden mindestens 130 Menschen getötet, grossteils Mitschüler. Khan sagt:

 «Ich habe den Tod so nah vor mir gesehen.»

Er habe sich mit vielen anderen Schülern zusammen in der Aula der vom pakistanischen Militär betriebenen Schule befunden, als vier Bewaffnete den Raum gestürmt hätten, erzählt Khan der Nachrichtenagentur AFP. 

«Allahu akbar»

 («Gott ist der Grösste»), hätten sie dabei immer wieder gerufen.

«Jemand hat geschrien, wir sollten in Deckung gehen und uns unter den Tischen verstecken.»

Doch dies habe nicht viel genutzt. 

«Da sind viele Kinder unter den Tischen, geht und holt sie euch, hat einer der Angreifer gerufen. Und ich sah ein Paar grosse schwarze Stiefel auf mich zukommen.»

Kurz darauf sei ihm in die Beine geschossen worden. Trotz der brennenden Schmerzen habe er sich tot gestellt. 

«Ich habe meine Krawatte zusammengeknüllt und in meinen Mund gestopft, um nicht zu schreien.»
Bild: T. MUGHAL/EPA/KEYSTONE
«Der Mann mit den grossen Stiefeln hielt weiter nach Schülern Ausschau und schoss auf sie, ich habe so still wie möglich gelegen, meine Augen geschlossen gehalten und darauf gewartet, erneut getroffen zu werden.»
«Mein ganzer Körper hat geschlottert, und ich werde diese schwarzen Stiefel niemals vergessen - es wirkte auf mich, als ob der Tod direkt auf mich zu liefe.»

Nach einiger Zeit verliessen die Männer dem Schüler zufolge dann die Aula. Er selbst sei noch einige Minuten an seinem Platz liegen geblieben.

Bild: BILAWAL ARBAB/EPA/KEYSTONE
«Dann habe ich versucht aufzustehen, bin aber wegen meiner Wunden wieder hingefallen. Als ich in den Nachbarraum robbte, sah ich den brennenden Leichnam unserer Schulsekretärin, die sass auf einem Stuhl, Blut tropfte herunter, ihr Körper stand in Flammen.»

Auch an einem getöteten Soldaten, der in der Schule gearbeitet habe, sei er auf seinem Weg vorbeigekommen, sagt Khan. In der Schule werden Jungen und Mädchen von Armeeangehörigen und aus der Zivilgesellschaft gemeinsam unterrichtet.

Weiter erinnert sich Khan nur noch daran, dass er hinter eine Tür gekrochen und dort bewusstlos geworden sei. 

«Als ich aufwachte, lag ich im Spitalbett.»

 (sda/afp)

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