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Der neue YB-Stürmer Wilfried Kanga springseilt sich in Form.
Der neue YB-Stürmer Wilfried Kanga springseilt sich in Form.
Bild: keystone

Neuer Trainer, alte Ruhe – wieder ist das Nest für YB gemacht

Nach vier Meistertiteln in Serie geht die Saison für YB am Mittwoch mit einem Dauereinsatz los. Spiele in Europacup und Super League lösen sich alle drei Tage ab. Neu ist der Trainer: David Wagner.
21.07.2021, 06:40
peter lerch / keystone-sda

Kein anderer Klub des Schweizer Spitzenfussballs kommt so ruhig und geräuscharm, aber auch erfolgreich voran wie die Young Boys. Vor der am Samstag beginnenden Saison in der Super League spricht man höchstens vom Trainerwechsel.

Im Frühsommer 2018 war eine Zeitlang nicht auszumachen, wer den nach Frankfurt gezogenen Meistermacher Adi Hütter ersetzen könnte. Viele Namen wurden herumgeboten, aber nicht jener des Novizen Gerardo Seoane, den YB schliesslich wählte.

Gewiss, der Luzerner konnte sich damals in ein gemachtes Nest setzen. Das Kader blieb grösstenteils beisammen, er konnte auf dem Guten aufbauen. Mit Seoane lieferten die Berner eine Meisterschaft ab, in der sie die allermeisten Rekorde der Ära der Super League brachen. Rekorde, die vorher Basel innegehabt hatte. Seoane bestand auch in der Saison 2019/20, vor der die Mannschaft einen starken Umbruch erlebt hatte. Und wieder ein Jahr später übergibt er das Nest, wie er es am Anfang vorgefunden hat: gemacht.

Wohl höchstens noch Abgänge

Dem neuen Trainer David Wagner wird von vielen, die mit ihm zu tun hatten, eine Stärke attestiert, durch die sich Seoane bekanntermassen auszeichnete: Es verstehe es, mit den Spielern umzugehen, sie als Menschen zu behandeln und nicht nur als Spieler. Obwohl YBs Kader 2020/21 sehr breit und ausgeglichen war, gab es darin keine unzufriedenen Spieler. Es kamen nicht alle gleich oft zum Zug, aber alle wurden gebraucht, kamen zu wichtigen Einsätzen und blieben dank der Spielpraxis in Form.

Sportchef Christoph Spycher sagte letzte Woche an einer Medienkonferenz, dass er in der internationalen Transferperiode mit Abgängen rechne: «Verschiedene unserer Spieler haben Begehrlichkeiten geweckt.» Aber bei YB geht man in den nunmehr fast fünf Jahren unter Spychers sportlicher Leitung proaktiv vor. Das heisst, man versucht vorwegzunehmen, was wahrscheinlich passieren wird.

Tatsächlich ist derzeit jeder Mannschaftsteil so breit und auch in der Beschaffenheit gut besetzt, dass Wegzüge (die Geld brächten) vermutlich ohne grossen Substanzverlust verkraftet werden könnten. Allein das Mittelfeldzentrum könnte David Wagner derzeit dreifach besetzten: Zum Beispiel mit den Kombinationen Sandro Lauper/Michel Aebischer, Vincent Sierro/Christopher Martins und Alexandre Jankewitz/Fabian Rieder. Auch der Allrounder Marvin Spielmann könnte auf diesen Positionen eingesetzt werden.

Rotationen unabdingbar

Aber David Wagner wird vielleicht um den Hintersten und Letzten froh sein. Zum einen braucht es nicht viel, bis eine Reihe von Spielern verletzt ausfallen. Gerade in der Saison 2019/20, nach dem markanten Umbruch, kamen die Spieler an die Grenze der Belastungsfähigkeit, als zeitweise neun oder zehn Spieler verletzt waren.

Wagner wird auch auf viele Kräfte zurückgreifen und in der Aufstellung rotieren, wenn die vielen englischen Wochen keinen Schaden hinterlassen sollen. Wenn sie eine der Gruppenphasen im Europacup erreichen, werden die Young Boys diesen Herbst 14 englische Wochen spielen – 12 im Europacup und je eine in Meisterschaft und Cup. Mit den Kräften gut zu haushalten ist ein Gebot.

Wieder keine Angriffsfläche?

Ganz anders als Basel, die Grasshoppers, Sion und andere haben die Young Boys (Trainer, Sportchef, Spieler, Klub) den offensiven Journalisten in den letzten Jahren nicht den Zipfel einer Gelegenheit gegeben, auf irgendetwas herumzuhacken und Polemiken zu entfachen. Der Motor lief immer. Und immer geräuschlos. Seoane sagte schon in seiner ersten Saison in Bern in einem Interview: Was er in Bern am meisten schätze, sei die Möglichkeit, in aller Ruhe zu arbeiten. Alle Kompetenzen seien definiert, und man arbeite dort miteinander, wo es nötig sei.

Es ist aus jetziger Sicht schwer zu beurteilen, welche Mannschaft den Bernern den fünften Schweizer Meistertitel in Serie verwehren könnte. Klar ist einzig, dass die Konkurrenz die Messer wetzt. (abu/sda)

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