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Der Auftragskiller 47 ist wieder da und hat einiges zu erledigen. bild: zvg

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Warum «Hitman 3» das perfekte Feierabend-Game geworden ist

Der wortkarge Auftragskiller 47 ist wieder da, um ein paar Leute um die Ecke zu bringen. «Hitman 3» bleibt sich dabei spieltechnisch treu und sorgt so für einen gelungenen Feierabend-Hit.



Das erste «Hitman» aus dem Jahr 2000 sorgte für Aufsehen: Die Spielenden durften nicht nur in die Rolle eines Auftragsmörders schlüpfen, sondern auch selber entscheiden, wie sie innerhalb eines begrenzten Areals die Zielperson ausfindig machen und umbringen möchten. Je vorsichtiger und kreativer umgegangen wurde, desto mehr Punkte gab es auf das Konto. Klar, dass sich Jugendschützer an diesem Gewaltspiel sofort festbissen, doch dadurch wurde die Reihe noch beliebter und erlangte schnell Kultstatus.

Es folgten einige Fortsetzungen, die das Spielprinzip mitnahmen und immer mehr Tötungs-Möglichkeiten kreierten. Ab 2016 wurde der Start für eine neue «Hitman»-Reihe gegeben, wo einzelne Aufträge sogar episodenartig mit zeitlichem Abstand veröffentlicht wurden. Mit «Hitman 3» wird diese aktuelle Trilogie nun abgeschlossen, wobei wir alle schon jetzt wissen, dass der Glatzkopf 47 noch lange nicht in Rente gehen wird. Für das angebliche Finale hat die Entwickler-Bude IO Interactive das «Hitman»-Rad keineswegs neu erfunden. Denn spieltechnisch bleibt auch hier alles wie gehabt.

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Glatzkopf 47 nimmt sein neustes Ziel ins Visier. bild: zvg

Verschwörer verschwören sich gegen Verschwörer

Um was geht es denn eigentlich genau? Nun, Killer 47 reist mit einem alten Kumpel rund um den Globus um bekannte Menschen zu töten, weil die irgendwie mit der früheren Auftragsfirma konspiriert haben und parallel noch andere Unternehmen irgendwie gegen andere konspirieren und alle jetzt ziemlich hässig sind. So oder ähnlich, denn ganz ehrlich, die seichte Geschichte ist hier komplett egal. Auch wenn sie mit schönen Zwischensequenzen am Ende jedes Levels weitererzählt wird, da wird schnell auf Durchzug geschaltet.

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Bevor der Job erledigt werden kann, muss das Terrain gründlich erkundet werden. bild: zvg

Über den Wolken ...

Die Stars in diesem Videospiel sind einmal mehr die begrenzten Schauplätze, wo ein Mord vollzogen werden muss. Zwar sind es nur sechs Örtlichkeiten, die aufgesucht werden, doch sie wurden wiedermal gut ausgewählt und überzeugen vor allem durch ihre Schauwerte, die im jüngsten Ableger besonders verwinkelt daherkommen und viele versteckte Geheimgänge parat haben. Zusätzlich wurden alle in das passende Soundkleid gesteckt, um noch mehr Atmosphäre zu schaffen.

Da wäre zum Beispiel zu Beginn der Sky-Tower in Dubai, wo wir uns zwischen Prunk, nach Geld stinkenden Menschen und Weitsicht herummeucheln. Später geht es dann nach England in ein fantastisches, detailverliebtes Herrenhaus und wir dürfen in der Berliner Club-Szene etwas auf den Putz hauen. Mehr wollen wir in Sachen Locations nicht verraten. Denn je weniger man weiss, desto grösser ist die Überraschung im Spiel wenn offenbart wird, wo es als nächstes hingeht.

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In Dubai wartet eine schöne Weitsicht im kompromisslosen Arbeitsalltag. bild: zvg

Vom Kellner zum Koch zum Sicherheitsbeamten

Nebst den wunderschönen Schauplätzen liegt einmal mehr die Faszination in der Spielfreiheit. Um die Zielperson ins Nirvana zu schicken, gibt es viele Möglichkeiten und Wege. Ein kleines Ablenkungsmanöver kann das Ziel von der Menschenmasse trennen oder die Sicherheitskräfte haben plötzlich etwas zu tun, anstatt einen Durchgang zu bewachen. Natürlich kann der Glatzkopf auch wieder diverse Kostüme und Uniformen überziehen, nachdem er ein Opfer hierfür entkleidet hat. Schleichen, auskundschaften und infiltrieren machen auch in «Hitman 3» Spass und motivieren ungemein, weitere Möglichkeiten auszuprobieren, um ans Levelende zu kommen.

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In England muss dieses düstere Herrenhaus infiltriert werden. bild: zvg

Wenn plötzlich der Berserker erwacht

Seit Beginn dieser Videospielreihe wird bei mir «Hitman» eigentlich immer nach demselben Schema gespielt: Ich gebe mir zu Beginn immer sehr viel Mühe, nicht aufzufallen, versuche brav zu infiltrieren und wähle eine besonders kuriose Mordvariante, bis ich dann durch einen dummen Fehler erwischt werde. Weil dann die Enttäuschung über meinen gescheiterten Plan zu gross ist, wird sofort die Waffe gezückt und der Berserker in mir erwacht.

Was folgt ist eine äusserst aggressive Vorgehensweise, um das Level dann doch zu beenden. Auch bei «Hitman 3» kam es öfters zu solchen Ausbrüchen, doch dabei hatte ich stets ein schlechtes Gewissen, weil dadurch die spielmechanische Liebe zum Detail komplett verloren geht. Denn sieht man sich in den Levels genauer um und lauscht den vielen Menschen zu, gibt es schier unendliche Möglichkeiten, um an sein Ziel zu kommen. Nach etwa sechs Stunden sieht man zwar den Abspann, aber die Motivation in die einzelnen Abschnitte zurück zu kehren und es besser zu machen, ist in dieser Fortsetzung gross.

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Wer kein Blutbad hinterlassen möchte, muss auch mal ein paar Rechner hacken. bild: zvg

Dumme und übermütige KI

Technisch kann sich «Hitman 3» sehen lassen, erstaunt jedoch die Spielenden immer wieder wie abstrus und teilweise ziemlich dumm die KI im Spiel agiert. Während einige bei der kleinsten, unkonventionellen Bewegung sofort Alarm schlagen, laufen andere am Schrank in dem ich mich verstecke mehrmals blind vorbei, obwohl sie mich gerade vorher gesehen haben, wie ich da hineinflüchtete.

Wenn's dann mal zu einer Schiesserei kommt, sind plötzlich alle hellwach, übermütig und scheinen alle in die Scharfschützenschule gegangen zu sein. Setzt man sich dann hier zur Wehr und möchte ebenfalls blaue Bohnen verteilen, wird das oft zu einer Glückssache, da die Zielmechanik mit Nervosität zu kämpfen hat.

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Jede Location trumpft mit einer schicken Atmosphäre auf. bild: zvg

Alles, was es für den Feierabend braucht

Fazit: «Hitman 3» verzichtet auf Experimente und bietet zum Trilogie-Abschluss die bekannte Standardkost. Viele unterschiedliche Mordvarianten und coole Locations, das hat die Spielserie gross und beliebt gemacht und mehr braucht es auch nicht. «Hitman 3» bietet also genau das, was die Marke auch seit Jahren verspricht. Es ist ein perfektes, kurzweiliges Spiel für den Feierabend geworden, wo auch mal seine rabiate Seite rausgelassen werden darf.

Trotz kurzer Spielzeit von sechs Stunden ist der Wiederspielwert gross, sofern man von diesem experimentellen Spielmechanismus nicht genug bekommt. Und wer übrigens über eine Playstation VR verfügt, darf die Morde nicht nur hautnah mitverfolgen, sondern kann auch die Levels der Vorgänger nochmals in VR erleben. Denn die Handlungsorte aus «Hitman 1» und «Hitman 2» können importiert und so nochmals intensiver gespielt werden.

«Hitman 3» ist erhältlich für Playstation 5, Playstation 4, Xbox One, Xbox Series X und PC. Freigegeben ab 18 Jahren.

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