DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Credit Suisse tüftelt weiter am Umbau – Private Banking soll umgestellt werden

30.06.2021, 08:38

Die Credit Suisse erwägt Insidern zufolge, das Kerngeschäft mit reichen Privatkunden neu aufzustellen. So könnte die skandalgeplagte Schweizer Grossbank die bisher auf drei Divisionen verteilte Vermögensverwaltung in einer Sparte zusammenfassen, wie drei mit der Situation vertraute Personen zur Nachrichtenagentur Reuters sagten.

Damit könnten Synergien gehoben und die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmensbereichen erleichtert werden. Vollzieht die Bank den Umbau, würden grosse Teile der 2015 vom damaligen Konzernchef Tidjane Thiam eingeführten regionalen Organisation wieder rückgängig gemacht.

Tidjane Cheick Thiam war von 2015 bis 2020 Vorsitzender der Geschäftsleitung der Credit Suiss.e
Tidjane Cheick Thiam war von 2015 bis 2020 Vorsitzender der Geschäftsleitung der Credit Suiss.e
Bild: EPA

Die Credit Suisse ist gegenwärtig in fünf Divisionen aufgeteilt. Neben den auf Profi-Kunden ausgerichteten Sparten Investmentbanking und Asset Management sind drei Bereiche teilweise oder ganz im Vermögensverwaltungsgeschäft tätig: Die im Heimmarkt tätige Swiss Universal Bank, das vor allem im restlichen Europa, dem Nahen Osten sowie Lateinamerika aktive International Wealth Management (IWM) sowie das Asien-Pazifik-Geschäft.

Thiam hatte die in der Branche ungewöhnliche Aufteilung verordnet, um mehr Eigenverantwortung und Kundennähe zu erreichen. Die Kehrseite sind Doppelstrukturen und damit verbunden höhere Kosten. Dies war einer der Gründe, wieso der Erzrivale UBS seine beiden Vermögensverwaltungssparten 2018 zusammenführte.

Umbau würde bessere Kontrolle ermöglichen

Auch bei der Credit Suisse steht jetzt zur Diskussion, das Asien-Geschäft mit dem IWM zu verschmelzen und möglicherweise das Schweizer Geschäft mit Superreichen mit einzubauen. Der Umbau würde eine Reihe regionaler Manager, die jahrelang relativ unabhängig von der Zentrale in der Schweiz agieren konnten, entmachten und eine strengere Kontrolle aus der Schweiz heraus ermöglichen.

Ein Vorteil einer solchen integrierten Vermögensverwaltung wäre auch eine einfachere Zusammenarbeit mit der Investmentbank, sagten zwei der Personen. Es sei zwar noch keine Entscheidung gefallen. Wenn die Bank voraussichtlich im Oktober die neue Strategie vorlege, dürfte aber auch diese Frage geklärt sein. Ein zusammengefasstes Vermögensverwaltungsgeschäft könnte einen neuen Bereichsleiter erhalten.

Der neue Verwaltungsratspräsident Antonio Horta-Osorio hatte bei seinem Amtsantritt vor zwei Monaten angekündigt, die Strategie der Bank auf den Prüfstand zu stellen. Offen ist Insidern zufolge vor allem die Frage, ob das Investmentbanking eingedampft und das Asset Management verkauft werden soll.

Ist seit 2021 Präsident des Credit Suisse Verwaltungsrats: António Horta-​Osório
Ist seit 2021 Präsident des Credit Suisse Verwaltungsrats: António Horta-​Osório
Bild: keystone

Auf der kürzlich abgehaltenen jährlichen Strategietagung der Konzernleitung und des Verwaltungsrats im Kurort Bad Ragaz standen grosse Bereichsverkäufe und Zusammenschlüsse zwar nicht auf der Tagesordnung. Das sei aber «der Elefant im Raum» gewesen, sagte ein Insider. Ein zusammengeführtes Vermögensverwaltungsgeschäft würde die Bank als Fusionspartner aber attraktiver machen, sagte eine andere Person. (saw/sda/awp/reu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

31 dekadente Bilder aus den Vereinigten Arabischen Emiraten

1 / 33
31 dekadente Bilder aus den Vereinigten Arabischen Emiraten
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Ehrlichkeit zahlt sich aus –Obdachloser findet Geldbeutel und wird reich beschenkt

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Das Schweizer Fernsehen verliert das Millionenlos

Ende April 2022 wird in der SRF-Sendung «Happy Day» zum letzten Mal live eine Millionärin oder ein Millionär gekürt: Swisslos richtet das Losgeschäft neu aus - Gewinnerinnen und Gewinner sollen nicht mehr auf eine Samstagabend-Show warten müssen.

«Wer ein Los kauft, will heutzutage sofort wissen, ob ein Gewinn erzielt wird oder nicht», wird Rolf Kunz, Leiter Marketing und Distribution bei Swisslos, in einer Mitteilung vom Freitag zitiert. Deshalb sei künftig beim Aufreisslos auch der …

Artikel lesen
Link zum Artikel