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“Swiss Off” gibt es sowohl für Android- als auch für IOS-User. Nutzer eines Microsoft-Handys wird empfohlen, sich ein normales Gerät anzuschaffen.

«Swiss Off» gibt es sowohl für Android- als auch für IOS-User. Nutzern eines Microsoft-Handys wird empfohlen, sich ein normales Gerät anzuschaffen. Bild: pixabay.com

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«Swiss Off»: App verhindert Kontakt zwischen Schweizer Touristen

buzz orgler



Basel (den) Adriana S. traute ihren Ohren kaum. Sie war in die nördlichste Ecke Tasmaniens gereist, knapp 17’000 Kilometer von Bern entfernt. Und trotzdem verfolgte sie die Heimat. «Als ich gerade auf Facebook posten wollte, wie schön die unberührten Wälder Tasmaniens sind, hörte ich ein ‹Du Gerry, häsch mer gäng s’Aromat?›. Da sass ein Schweizer Paar an einem Holztisch. Mir lief es kalt den Rücken runter. Das Letzte, worauf ich so fernab der Heimat Lust hatte, war Smalltalk auf Schweizerdeutsch.» Zwar versuchte Adriana S. wie für Eidgenossen üblich, die Landsleute zu ignorieren, doch ihr Vorhaben scheiterte. 

«Es war eine ehemalige Schulkollegin, die da mit ihrem Mann ein Picknick machte. Sie erkannte mich sofort. Ich hatte ihr in der 2. Sekundarklasse mal den Freund ausgespannt. Sofort wollte sie sich mit mir auf Facebook anfreunden, befragte mich zu meinen Reiseplänen. Wir unterhielten uns für knapp zwei Stunden, fanden heraus, dass unsere Hotelzimmer auf der gleichen Etage lagen und dass wir in zwei Tagen nebeneinander im Flugzeug sitzen würden.» Zurück im Hotel angekommen buchte Adriana S. sofort ihren Flug um und blockierte die ehemalige Schulkollegin auf Facebook. Der Schreck sass ihr dennoch tief in den Knochen. «Mir wurde schmerzlich bewusst: Egal. wie sicher du dich im Ausland fühlst, es besteht immer die Gefahr, dass du auf andere Schweizer triffst.» 

Eine Frau twittert im SBB-Zug von Zuerich nach Bern ueber ihr Handy, aufgenommen am 7. Februar 2013.(KEYSTONE/Gaetan Bally)

Noch mal Glück gehabt. Dank «Swiss Off» konnte diese St.Gallerin im Urlaub Kontakt mit einem Berner vermeiden. Auf Tinder traf sie dann einen netten Türken. Bild: KEYSTONE

App warnt mit Kuhglockengebimmel

Kaum zu Hause angekommen begann Adriana S. mit der Entwicklung von «Swiss Off». Nun, nach gerade mal zwei Monaten Entwicklungsphase, ist die App für Android- und IOS-User erhältlich. Und es scheint, als hätte Adriana S. den Nerv der Schweizer getroffen. Im Appstore rangiert das Programm in den Top Ten. Gegenüber dem Enthüller erklärt die 34-jährige Soziologin, wie «Swiss Off» funktioniert.

«Das App nutzt die GPS-Funktion des Handys. Nähert sich ein Schweizer auf weniger als 100 Meter, spielt das Programm ein warnendes Kuhglockengebimmel ab. Auf einem grünen Radarbildschirm sieht der User, wo sich der nächste Schweizer befindet und kann somit ein Zusammentreffen vermeiden. Befinden sich mehrere Schweizer im 100-Meter-Radius, kann das App auch auf Google Maps zugreifen, um eine alternative Route vorzuschlagen, bei der man keinen Schweizern über den Weg läuft.» «Swiss Off» kostet rund 15 Franken. Doch Adriana S. ist von ihrer Idee überzeugt. «Schweizer hassen Smalltalk. Das weiss jeder, der schon mal im Flugzeug versucht hat, eine Konversation mit dem Sitznachbarn zu starten.» Besonders im Ausland lasse sich die Kontaktscheue gut erkennen. «Da liegen Schweizer für vier Stunden neben anderen Schweizern am Strand und sprechen kein Wort miteinander. Auf dem Heimweg regen sie sich dann aber auf, dass es überall nur so von Baslern oder Zürchern wimmelt.» Ihre App gebe den Usern endlich die Möglichkeit, ihren Urlaub stressfrei zu verbringen.

Umfrage

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  • Nein. Falls ich im Urlaub angesprochen werde, täusche ich weiterhin vor, aus dem Welschland zu sein. 29%
  • Ja. Hätte ich Lust auf Schwyzerdütsch, wäre ich zu Hause geblieben. 35%
  • Das ist doch einfach krank! Also nicht die App, der Preis von 15 Franken!35%

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Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über Schwulenhasser, die in Russland Asyl beantragen oder mit Zwiebeln verunreinigte Kebabs, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine satirische Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu. 

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Tequila Mockingbird 08.04.2015 13:25
    Highlight Highlight Und genau deshalb haben Mr. whoisanny und ich am Wochenende in Paris konsequent british-english miteinander gesprochen, sobald ein Züsi andockte.
  • indigo 02.04.2015 14:22
    Highlight Highlight Bitte das selbe auch noch für Deutsche entwickeln! ;)
  • Michèle Seiler 02.04.2015 12:42
    Highlight Highlight Ich bedaure, dass das ein Satire-Artikel ist.

    Ich würde mich besonders gerne vor den selbsternannten Superschweizern im Ausland schützen ... Bin ja nicht umsonst dort.
    • smoe 07.04.2015 12:27
      Highlight Highlight Für das braucht man nicht unbedingt eine App. Sobald man in Hördistanz erkennt man den Schweizer oder die Schweizerin sofort weil …
      a) sie sich gerade über Unpünktlichkeit beschweren
      b ) sie dauernd über ihren Job/Studium sprechen
      c) sie ihrem Gegenüber mitteilen, wie sehr sie richtiges Brot vermissen
      d) sie genau wissen, wo sie in dreieinhalb Wochen von jetzt um 9:47 sein werden, falls das Wetter gut ist und wo sonst.

      Aber Achtung! Es könnte auch ein Deutscher sein. Zum Glück sind die Akzente von Schweizer und Deutschen in jedweder Fremdsprache, die sie sprechen leicht erkennbar. Puh.

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