Lifestyle
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Lasst Barbie in Ruhe! Verteidigung einer unterschätzten Frauenikone

Julia dombrowsky



Liebe Barbie, 

du arme Maus. Schon wieder wird auf dich eingeprügelt. Dieses Mal, weil du deinen Arbeitsplatz (ein Labor) in deiner Lieblingsfarbe dekoriert hast. Dafür gab es den Negativ-Werbepreis «Der goldene Zaunpfahl». Und ich rolle mit den Augen.

Barbie-Bashing scheint wie eine grosse Anti-Pelz-Kampagne zu sein: Etwas, auf das sich alle einigen können.

Aber, sich an einer Blondine mit Pink-Fetisch abzuarbeiten, ist nicht nur langweilig, sondern auch billig.

Viele hätten dich gerne dezenter, weniger sexy, «angemessener» – wie es sich für eine Frau gehört?! Ich nenne das Bodyshaming. Und es nervt langsam.

Du hast schon als Astronautin, Chirurgin, Pilotin und Soldatin gearbeitet, als Frauen in Deutschland noch die Unterschrift ihrer Männer brauchten, um überhaupt einen Vertrag zu unterzeichnen. 1992 hast du zum ersten Mal als US-Präsidentin kandidiert – zeitgleich mit Hillary Clinton

Doch worüber reden die Leute? Deinen Körper.

Sie finden, du solltest fülliger sein. Oder kleiner. Runder. Oder weniger rund. Weniger geschminkt. Oder, oder, oder. 

Jungs spielen mit He-Man und Batman, Typen mit Waschbrettbauch und Waffen. Offenbar wird kleinen Männern mehr Abstraktion zugetraut.

Mädchen lernen in der Barbie-Diskussion vor allem eins: Es ist nie egal, wie du aussiehst. Guck doch mal, Marie, die Barbie ist viel zu dünn. Körper, Körper, Körper.

Sei nicht traurig, Barbara-Baby. Viele Leute wissen vielleicht einfach nicht, dass du 1959 ein feministischer Meilenstein warst.

Damals gab es für Mädchen genau zwei Sorten Puppen: die Babys und die Mütter. US-Amerikanerin Ruth Handler wollte, dass ihre Tochter Barbara ein alternatives Frauenbild kennenlernt und erschuf dich: die erste alleinstehende, berufstätige Plastikfrau. Eine Revoluzzerin.

Du hast nie geheiratet, nie Kinder gekriegt, all deinen Besitz hast du dir erarbeitet – du bist die ultimative Singlefrau.

Denn Ken ist nicht dein Versorger, nur ein On-Off-Freund.

Nicht umsonst heisst es Barbies Wohnwagen, Barbies Kleiderschrank, Barbies Traumhaus – lass dir diesen Erfolg nicht madig reden. Du darfst deine Wände so grellpink anmalen, wie du willst.

Männer haben in deiner Welt eher eine untergeordnete Rolle gespielt. Wichtig waren deine besten Freundinnen, darunter Frauen jeder Hautfarbe, Rollstuhlfahrerinnen, Kopftuchträgerinnen und LGBTQ-Aktivisten wie die Bloggerin Aimee Song.

Vorurteile? Kennst du nicht. Das ist gelebte Frauensolidarität. Etwas, von dem ich mir manchmal wünschen würde, dass du es auch zurück bekommst. 

Sei nicht traurig über die bösen Zungen. Du bist eine Ikone. Ein Trost für alle Mädels, die als dumme Tussi verkannt werden, obwohl sie einen Uni-Abschluss an der Wand haben.

Dumm? Geldgeil? Für viele ein Synonym für Barbie

Dass einen die Sprüche nicht jucken sollten, hab ich von dir gelernt. Der ganze Hass perlt an deiner Plastikhaut ab. Ich bin stolz auf dich, weil du nie einknickst und uns zeigst:

Frauen dürfen genderkonforme Vorlieben haben und gleichzeitig Träume leben, die darüber hinaus gehen.

Zu seinen Liebsten muss man gerade dann stehen, wenn sie von anderen ausgelacht werden. Dann ist die Zeit für Bekenntnisse: Liebe Barbie, ich würde mich geehrt fühlen, wenn du meine Freundin wärst.

Dann würden wir in deinem pinken Pool liegen und Mai Tai trinken, du mit einer überdimensionalen Sonnenbrille im Haar. Du würdest mir von deinem Ausflug zum Mars mit der NASA erzählen, deiner letzten Wahlkampagne und dass du dich gerade nebenbei mit einem Hundewaschsalon selbstständig machst.

Und ich würde grinsen wie ein Trottel und unentwegt denken: «Was für eine coole Sau. Wie kann man diese Frau nicht lieben?»

(watson.de)

Das Wein Doch! der Woche: «Ich finde es übrigens nicht geil, klein zu sein»

abspielen

Video: watson

Das könnte dich auch interessieren:

«Das Beste im Mann» – mit diesem Anti-Sexismus-Werbespot läuft Gillette voll in den Hammer

Link zum Artikel

10'000 Schüler demonstrieren für Klimaschutz

Link zum Artikel

Ein ziemlich seltsames Outfit – so erklärt Serena Williams ihren Netzstrumpf-Auftritt

Link zum Artikel

Drei Lawinen fordern eine Tote und mehrere Verletzte im Wallis

Link zum Artikel

Nico soll Schneeketten montieren und bringt damit den Chef zur Verzweiflung 😂

Link zum Artikel

Wie der Schweizer Arzt Ruedi Lüthy in Simbabwe tausende Menschen vor dem Aids-Tod rettete

Link zum Artikel

So hast du die Karriere von Roger Federer noch nie gesehen

Link zum Artikel

Warum die Bezahl-App Twint bei Schweizer Teenagern gerade so richtig durchstartet

Link zum Artikel

Vorsicht! Mit den Apple-Ohrstöpseln wird das iPhone zur Wanze 😳

Link zum Artikel

«Der Zug stellt einfach ab»: So leiden die Lokführer unter den SBB-Pannen-Doppelstöckern

Link zum Artikel

Der Lambo-Trottel, sein High-Heels-Schrank und ich

Link zum Artikel

Die grössten Apple-Irrtümer – was nicht nur iPhone-Fans wissen sollten

Link zum Artikel

Die grosse Game-Vorschau: Auf diese 50 Spiele dürfen wir uns 2019 freuen

Link zum Artikel

So cool ist es WIRKLICH, im Januar auf Alkohol zu verzichten 🤔😂

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Trump will den Notstand ausrufen – aber darf er das überhaupt?

Link zum Artikel

«Gölä ist die falsche Art von Büezer» – Nico bügelt mit dem Berner Rapper Nativ

Link zum Artikel

Samsung, Huawei oder doch Nokia? Diese Android-Handys erhalten am längsten Updates

Link zum Artikel

Sie wollte dieses Kleid kaufen – und brach bei der Lieferung (zu Recht) in Tränen aus

Link zum Artikel

Säntisbahn muss Betrieb für Monate einstellen

Link zum Artikel

Genfer Caritas-Lagerleiter vergriff sich an jungen Mädchen

Link zum Artikel

Warum Trump plötzlich die Sowjets verteidigt

Link zum Artikel

«Die toten Hoden» – neue Twitter-Challenge ruiniert die Namen deiner Lieblingsbands

Link zum Artikel

«Familie wird mich töten»: Rahaf auf Flucht aus Saudi-Arabien in Thailand vorerst sicher

Link zum Artikel

Wenn sogar Fox News Trumps Grenz-Lüge anprangert

Link zum Artikel

Das Beste an den Golden Globes? Diese Wasserträgerin

Link zum Artikel

Die bizarre Liebesgeschichte der KZ-Aufseherin, die sich in eine Gefangene verliebte

Link zum Artikel

7 Wahlen hat er analysiert – jetzt meint er: «Das System könnte aus den Fugen geraten»

Link zum Artikel

Sexy Särge oder phallische Felsen – welcher Wandkalender darf's denn sein?

Link zum Artikel

Bellydah: «Diesen Job nennt man ‹Rap-Video-Bitch›»

Link zum Artikel

Kann man wirklich zu lange schlafen?

Link zum Artikel

Der einzige Schweizer auf Mikronesien braut Bier und lebt auf diesem Inselcheln

Link zum Artikel

6 Webseiten, auf denen du dir toll die Zeit totschlagen kannst – klicken auf eigene Gefahr

Link zum Artikel

7 Dinge, die dir bei diesen bekannten Weihnachtsfilmen noch nie aufgefallen sind

Link zum Artikel

Jetzt muss Trump die Börse mehr fürchten als Mueller 

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Themen
4
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Chabis 24.04.2018 16:41
    Highlight Highlight Ich meine gelesen zu haben, dass der goldene Zaunpfahl nicht auf Grund der Farbe "verliehen" wurde, sondern weil die durchführbaren Experimente mit Waschmaschiene und Kleidern waren. Ansonsten geb ich der Autorin recht. Und genau so fühlt man sich auch als Frau in unserer Gesellschaft: egal was du tust, egal wie du bist, egal wie du aussiehst, kritisiert wirst du sowiso. Wenn dir die Kritik dann am Allerwertesten vorbeigeht bis du arrogant und wenn du's beachtets bist du ein empfindliches Weichei.
  • Pana 24.04.2018 16:10
    Highlight Highlight Anthony Jeselnik ist ein bekennender Barbie-Gegner:
    Benutzer Bild
  • "Das Universum" formerly known as lilie 24.04.2018 14:49
    Highlight Highlight Ich hab mich nie für Pupoen interessiert, weder für genderkonforme noch für andere.

    Ich hab Fussball gespielt und meine aus Legotechniks gebauten Rennauto zu Schrott gefahren. ✌
  • Ril 24.04.2018 14:37
    Highlight Highlight Ehm. Die Farbe des Labors war nicht das Problem. Es wird kritisiert, dass mit Waschmaschinen und Schuhen "experimentiert" wird. In einem Labor. Zu Recht, wenn man mich fragt...

Wenn du diese 18 Dinge machst, bist du – entschuldige die Wortwahl! – ein Vollidiot

Das Leben miteinander ist ja eigentlich gar nicht so schwer – sofern man über gesunden Menschenverstand verfügt.

Für all jene, die sich nicht sicher sind: Die folgenden 18 Bilder und Gifs zeigen, was du im besten Fall nicht tust, um dich guten Gewissens auf dieser Welt zu bewegen.

Das Ganze ganz ohne Worte, denn dazu fallen uns keine mehr ein ...

Artikel lesen
Link zum Artikel