Hausdurchsuchungen bei LafargeHolcim in Paris und Brüssel

14.11.17, 15:04

Die Justiz holt zum Schlag gegen LafargeHolcim aus: In einer gemeinsamen Aktion haben die französischen und belgischen Behörden Razzien in den Büros des weltgrössten Zementkonzerns in Paris und Brüssel durchgeführt.

Polizisten hätten am Dienstag den Firmensitz in Paris durchsucht, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage zu entsprechenden Medienberichten. Parallel dazu habe eine Durchsuchung in Brüssel stattgefunden, erklärte die belgische Staatsanwaltschaft ihrerseits.

Die Razzia sei durch einen auf Terrorismus spezialisierten Untersuchungsrichter angeordnet worden. Es gehe um den Verdacht der Finanzierung einer terroristischen Gruppe durch einen internationalen französischen Konzern - ein Firmenname wurde von den belgischen Ermittlern aber nicht genannt.

LafargeHolcim kooperiere vollumfänglich mit den Behörden, sagte der Konzernsprecher. Angaben dazu, in welchen Zusammenhang die Durchsuchung der Pariser Büros stehe, wollte er zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht machen.

Schutzgelder gezahlt

In Frankreich läuft seit Juni eine offizielle Untersuchung zu den Vorgängen um das Lafarge-Werk in Syrien in den Jahren 2013 und 2014. Im Mittelpunkt steht laut früheren Angaben der Pariser Staatsanwaltschaft der Vorwurf der «Finanzierung von terroristischen Vorhaben» und die Gefährdung von Leben.

So soll das Unternehmen etwa nach Beginn des syrischen Bürgerkriegs Schutzgelder an verschiedene Gruppierungen gezahlt haben, um den Betrieb des Werks aufrecht zu erhalten. Menschenrechtsorganisationen hatten im vergangenen Jahr Anzeige erstattet und Lafarge vorgeworfen, möglicherweise zur Finanzierung der Terrormiliz Islamischer Staat beigetragen zu haben.

Zuvor hatte eine interne Untersuchung von LafargeHolcim ergeben, dass die Massnahmen zur Weiterführung des Betriebs in dem nordsyrischen Werk 2013 und 2014 nicht akzeptabel gewesen seien.

Die französische Lafarge-Gruppe hatte sich 2015 mit dem Schweizer Konzern Holcim zum grössten Zementhersteller der Welt zusammengeschlossen. Das Unternehmen hat 90'000 Mitarbeiter in mehr als 80 Ländern. (sda/awp/reu/afp/dpa)

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