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Opferzahl steigt: Kolumbiens Regierung weitet Nothilfe aus

04.04.17, 07:32

Die Zahl der Opfer nach den verheerenden Erdrutschen in der kolumbianischen Stadt Mocoa ist nach neuesten Behördenangaben auf 273 gestiegen. Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos weitet die Hilfsmassnahmen aus.

Das Kabinett beschloss am Montagabend (Ortszeit) einen ökonomischen, sozialen und ökologischen Notstand - damit können weitere Finanzhilfen schneller bewilligt werden.

Santos ernannte Verteidigungsminister Luis Carlos Villegas zum Beauftragten für den Wiederaufbau. Die Regierung genehmigte die Freigabe von 40 Milliarden Pesos (rund 13 Millionen Franken) für die nationale Katastrophenschutzbehörde UNGRD.

Die Regierung lässt im Rahmen der Nothilfe ferner 2000 Koch-Sets, 7000 Decken und 6000 Matratzen nach Mocoa schicken. 26 Tankwagen sollen wegen der zerstörten Leitungen die Bürger mit Trinkwasser versorgen.

Santos will vor allem, dass rasch die Häuser wieder aufgebaut werden - sie sollen stabiler sein. «Mocoa wird besser dastehen als zuvor», versprach er erneut.

Die Opferzahl stieg weiter, auf nun 273. Unter den Todesopfern waren 43 Kinder. Rund 300 Personen seien verletzt worden und mehr als 200 weitere würden vermisst, hiess es von den Behörden.

385 Ortschaften in Gefahr

Insgesamt seien rund 45'000 Menschen von den Schlammlawinen und ihren Folgen betroffen. Am Montag gab es in Mocoa weiterhin kein fliessendes Wasser und rund 80 Prozent der Bevölkerung waren von der Stromversorgung abgeschnitten.

Sintflutartige Regenfälle hatten am Freitagabend Schlammlawinen in Mocoa ausgelöst. Sie wälzten sich durch die Strassen und rissen ganze Häuser, zwei Brücken, Autos und Bäume fort.

Laut einer Studie, die Kolumbiens Universidad Nacional am Montag veröffentlichte, könnten sich derartige Katastrophen in hunderten weiteren Orten des Landes wiederholen.

«Wenn keine wirksamen Massnahmen ergriffen werden, kann sich der bedauernswerte Fall in Mocoa in 385 (Orten) im Einflussgebiet von Flüssen wiederholen», erklärte die Universität. Diese Gefahr betreffe Ortschaften im Zentrum und Süden Kolumbiens, erklärte der Geologe Germán Vargas Cuervo. (sda/dpa/afp)

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