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Der Erfinder von Copy-Paste ist tot – wir werden ihn nie vergessen, nie vergessen

Larry Tesler hat mehr für uns getan als jeder andere Informatiker. Ein zusammenkopierter Nachruf auf den Schutzpatron aller Schüler und Journalisten.
20.02.2020, 14:0020.02.2020, 14:42
Ctrl-C, Ctrl-V.

Lawrence, Larry, Tesler war ein ganz Grosser. Und er hat das Computerzeitalter geprägt wie kein Zweiter. Nun ist der US-Amerikaner gegangen, sein Vermächtnis bleibt.

(Die Zeitangabe zum Todeszeitpunkt stimmt nicht.)
(Die Zeitangabe zum Todeszeitpunkt stimmt nicht.)

Tesler sei im Alter von 74 Jahren gestorben, teilte sein ehemaliger Arbeitgeber Xerox via Twitter mit. «Euer Arbeitstag ist einfacher dank seiner revolutionären Ideen. Larry ist am Montag von uns gegangen, bitte feiert ihn mit uns.»

RIP Larry.
RIP Larry.
bild: Yahoo CC-By-2.0

Er wurde einst von Steve Jobs abgeworben

Tesler leistete in den 1970er Jahren während seiner Zeit am Xerox Palo Alto Research Center Pionierarbeit.

Der Absolvent der Stanford University wurde 1980 von Steve Jobs zum damaligen Start-up Apple abgeworben, nachdem er diesen durch die Räume des Forschungszentrums geführt und dem Apple-Gründer demonstrierte hatte, an welch revolutionären Konzepten sein Team arbeitete.

«Ihr sitzt auf einer Goldmine. Warum tut ihr nicht etwas mit dieser Technologie... Sie könnte die Welt verändern.»
Sagte Steve Jobs zu Larry Tesler,
wie dieser später erzählte.

Einer der frechsten Ideen-«Diebstähle» der Neuzeit nahm seinen Lauf ...

Tesler führte 1983 «Copy and Paste» bei Apples Lisa-Computer ein. Er brachte es bei dem aufstrebenden Unternehmen zum Vice President und Chefwissenschaftler und prägte den Apple Macintosh und den Newton mit, einen Vorläufer der heutigen Mobilgeräte mit Touch-Screen.

Bei Apple wurden die Text-Bearbeitungsbefehle auch mit den bis heute typischen Tastenkürzeln (X für Ausschneiden, C für Kopieren, V für Einfügen) versehen.

Hier zeigt und erklärt er, wie Cut-Copy-Paste damals funktionierte ...

Tesler war nicht nur ein begnadeter Computerwissenschaftler, der neuartige Benutzeroberflächen und Bedienkonzepte mitentwickelte, er war auch ein visionärer Geschäftsmann.

Laut eigenen Angaben überzeugte er Apple, in den britischen Chipentwickler ARM zu investieren. Eine relativ kleine Investition im einstelligen Millionenbereich habe dann «zu einem Gewinn von über 800 Millionen Dollar» geführt.

ARM-Prozessoren werden heute für iPhones und iPads verwendet, könnten aber bald auch die nächste Plattform für Mac-Computer werden, schreibt Apple Insider.

1997 verliess Tesler Apple und arbeitete unter anderem für Amazon und Yahoo, wo er als Chef-Designer das Online-Shopping-Erlebnis für Hunderte Millionen User verbesserte.

Anzumerken bleibt, dass das erste iPhone, das 2007 lanciert wurde, zum Start keine Copy-Paste-Funktion hatte. (Das wäre natürlich nie passiert, wenn Larry geblieben wäre.)

Tesler habe die Computerwissenschaft mit der Vision vereint, dass Computer für jedermann da sein sollten, twitterte das Museum für Computer-Geschichte im Silicon Valley.

Lesetipp

Wer einen detaillierten Nachruf auf Larry Tesler lesen möchte, wird hier bei golem.de fündig. Darin wird auch erklärt, warum er das Twitter-Handle @nomodes hatte.

«Bis zu seinem Tod (...) war Tesler ein Verfechter einfacher Bedienung und ein Feind von Software, die verschiedene Modi verwendet. Das ging so weit, dass er sich zum Spass ein Nummernschild mit der Aufschrift ‹No Modes› für sein Fahrzeug anfertigen liess.»

Auch eine eigene Website nannte Larry übrigens nomodes.com.

Nun ist er selbst im ewigen Ruhemodus.

(dsc)

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Wie Apple Geschichte schrieb

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Wie Apple Geschichte schrieb
quelle: ap/ap / marcio jose sanchez
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