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Krise in der Ukraine

Klitschko fordert Janukowitsch zur Kapitulation auf

Staatschef Janukowitsch hat seinen Premier zurücktreten lassen und auch die umstrittenen Demonstrationsgesetze rückgängig gemacht. Doch der Opposition in der Ukraine reicht das nicht: Der Präsident müsse gehen, stellt Ex-Boxweltmeister Klitschko klar. Der Kampf gehe weiter.

Ein Artikel von

Spiegel Online

Es war ein erfolgreicher Tag für die Opposition in der Ukraine: Nach monatelangen Protesten in der Hauptstadt Kiew und in anderen Orten des Landes erfüllte die Führung um Präsident Wiktor Janukowitsch einen Teil ihrer Forderungen: Premier Nikolai Asarow trat zurück, und damit auch seine Regierung. Ausserdem hob das Parlament in einer Sondersitzung die jüngste Verschärfung des Demonstrationsrechts auf.

Doch der Opposition ist klar: Dies war nur ein kleiner Sieg. Deshalb setzte mit Vitali Klitschko einer ihrer Anführer nach: Asarows Abgang reiche als Lösung der Krise in seiner Heimat nicht aus. Der «logische Schritt» sei ein Rücktritt von Janukowitsch, sagte der 42-jährige frühere Boxweltmeister.

«Wir müssen nicht nur die Regierung ändern, sondern auch die Spielregeln»

Wladimir Klitschko

«Wir haben nur einen Schritt getan», sagte Klitschko vor Journalisten. Die Demonstranten auf dem Unabhängigkeitsplatz, dem Maidan, würden erst nach Hause gehen, wenn die komplette Führung der Ex-Sowjetrepublik ausgetauscht worden sei, stellte Klitschko klar. «Die Regierung Asarow hätte bereits vor über zwei Monaten zurücktreten müssen», sagte er. Das Parlament müsse an diesem Mittwoch eine Amnestie für inhaftierte Regierungsgegner beschließen. Zudem forderte er eine Rückkehr zur Verfassung von 2004, um die Macht des Präsidenten zu beschneiden. «Wir müssen nicht nur die Regierung ändern, sondern auch die Spielregeln».

Bild: AP/AP

Doch Janukowitsch hat bereits klargestellt, dass die Gegner der Regierung im Gegenzug besetzte Gebäude und belagerte Strassen räumen müssen. Sollte dies nicht geschehen, droht eine Verhängung des Notstands.

«Dann werden alle Opfer verraten sein»

Auch die inhaftierte Oppositionspolitikerin Julija Timoschenko forderte die Demonstranten in der Ukraine zum Weiterkämpfen auf. «Das ist der erste erfolgreiche Schritt, doch noch nicht genug», sagte Timoschenko einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung zufolge. Die Regierungsgegner seien auf die Straße gegangen, um den Rücktritt der ganzen Führung zu erzwingen. «Wenn ihr jetzt stoppt, ohne den vollen Sieg zu erlangen, dann werden alle Opfer verraten sein», sagte die 53-Jährige.

Seit Wochen demonstrieren Regierungsgegner in Kiew gegen Asarow, aber auch gegen Janukowitsch. Der Präsident steht unter anderem wegen eines harten Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten in der Kritik. Zuletzt gab es dabei mehrere Tote. Die zunächst auf die Hauptstadt Kiew beschränkten Proteste hatten sich auf weitere Städte im gesamten Land ausgeweitet. Ursprünglicher Auslöser war die kurzfristige Ablehnung eines über Jahre hinweg vorbereiteten Abkommens zwischen der Ukraine und der Europäischen Union. Janukowitsch will sein mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten kämpfendes Land stattdessen enger an Russland binden.

Janukowitsch bat die bisherigen Minister, geschäftsführend im Amt zu bleiben. Die Aufgaben Asarows soll vorübergehend dessen erster Stellvertreter, Sergej Arbusow, übernehmen, der Janukowitsch ebenfalls nahesteht.

(als)



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    Alle Leser-Kommentare
  • filou 29.01.2014 08:15
    Highlight Highlight Klitschko ist doch auch nur ein von der EZ gesponserter Blender, der hofft, in der Ukraine schnell ans grosse Geld zu gelangen. So, wie die zu Recht inhaftierte Timoschenko, die sich am Volksvermögen mit Milliarden vergriffen hat. Jetzt hofft die EU auf den Boxer, der in den letzten Jahren seiner Boxerkarriere nur noch durch unfaires Boxen aufgefallen ist. Was will denn die selbst marode EU und vorab Deutschland der Ukraine besseres bieten als es die Russen können?
    0 0 Melden
  • hpm 28.01.2014 23:42
    Highlight Highlight warum geben die Medien nur der einen Seite eine Stimme?
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