Fussball
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epa06612629 Cologne's Jonas Hector reacts during the German Bundesliga soccer match between FC Cologne and Bayer Leverkusen in Cologne, Germany, 18 March 2018.  EPA/SASCHA STEINBACH EMBARGO CONDITIONS - ATTENTION: Due to the accreditation guidelines, the DFL only permits the publication and utilisation of up to 15 pictures per match on the internet and in online media during the match.

Der Kapitän bleibt an Bord, auch wenn das Schiff untergeht: Jonas Hector. Bild: EPA

Das macht Kölns Jonas Hector zu einem aussergewöhnlichen Fussballprofi

Der 1. FC Köln steigt ab, sofern sich nicht noch ein gewaltiges Fussballwunder ereignet. Für den Nationalspieler Jonas Hector ist das kein Grund, seinen Klub zu verlassen. Angebote hätte er zwar – aber etwas anderes ist ihm wichtiger als Geld.



Fussballprofi zu werden, das ist der Traum Millionen Kinder. Der kleine Jonas Hector bildete da keine Ausnahme. Der etwas grössere Jonas Hector spielte mit 18 Jahren aber noch in der Mannschaft seines Heimatdorfs, mit dem SV Auersmacher in der sechshöchsten Liga. Nicht direkt ein Hinweis darauf, noch eine grosse Karriere zu machen. Rückblickend gibt Hector zu, damals mit dem Traum vom Fussballprofi abgeschlossen zu haben: «Damit hatte ich mich abgefunden und das war auch in Ordnung so», sagte er einst dem Magazin 11 Freunde.

«Ich bin hier glücklich. Ich fühle mich in der Stadt und im Verein sehr wohl.»

Jonas Hector

Eine Karriere legte Hector etwas später dennoch hin. Als 20-Jähriger holte ihn der 1. FC Köln für seine Reservemannschaft. Zwei Jahre lang machte der Verteidiger seinen Job so gut, dass er es zu den Profis schaffte. Mit diesen stieg er 2014 in die Bundesliga auf. Er wurde besser und besser, wurde zum Nationalspieler. Zu seinen bislang 36 Länderspielen werden weitere dazu kommen, Hector gelangt an der WM in Russland mit grosser Wahrscheinlichkeit zum Einsatz. Mit bald 28 Jahren steht Jonas Hector vor einem Höhepunkt seiner Karriere.

epa05235281 Jonas Hector  of Germany (L) celebrates scoring the 3-0 during the international soccer match between Germany and Italy, at the Allianz Arena in Munich, Germany, 29 March 2016.  EPA/Andreas Gebert

Hector jubelt im Dress der deutschen Nationalmannschaft. Bild: EPA/dpa

«Für mich fühlte sich das nicht richtig an»

Umso bemerkenswerter ist deshalb das, was gestern bekannt wurde. Obwohl der 1. FC Köln so gut wie abgestiegen ist, wird Jonas Hector seinem Klub auch in der nächsten Saison treu bleiben. «Es wäre problemlos möglich gewesen, nach dieser Saison zu einem anderen Verein zu wechseln, aber für mich fühlte sich das nicht richtig an», so Hector nach der Unterzeichnung eines neuen Vertrags, der bis 2023 gültig ist.

Was für ein Entscheid in einer Zeit, in der andere Fussballer in den Streik treten, um einen Wechsel zu einem anderen Klub mit einem noch besser dotierten Vertrag zu ergattern! «Für mich fühlte sich das nicht richtig an», sagte also Jonas Hector. Richtig hingegen fühlte es sich für ihn an, nicht nur zu nehmen, sondern auch etwas zurück zu geben. «Der 1. FC Köln hat mir den Weg von der Regionalliga bis in die Nationalmannschaft ermöglicht. Ich bin diesem Club sehr verbunden und dankbar und fühle mich in Köln sehr wohl.»

Nach längerem Nachdenken und einigen Gesprächen sei im klar geworden: «Ich gehöre zum FC und will mit dem Team und unseren Fans im Rücken in der neuen Saison wieder voll angreifen.» Dass er bei den Anhängern der «Geissböcke» nun noch höher im Kurs ist, steht ausser Frage. 

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Hector über seine Beweggründe zum Bleiben. Video: YouTube/1. FC Köln

Jonas Hector ist aufgrund seiner Spielweise («Ich versuche keine Überdinge, fokussiere mich auf das, was ich kann») und seinem Naturell keiner für die ganz grossen Schlagzeilen. Dass sie ihm nun genau deshalb gehören, findet er möglicherweise seltsam. Doch mit seinem Entscheid zum Bleiben fällt er – positiv – aus dem Rahmen. «Jonas ist ein aussergewöhnlicher Spieler und ein besonderer Mensch, wie es sie im heutigen Profifussball selten gibt», lobte ihn Kölns Geschäftsführer Armin Veh.

epa05883110 Koeln's supporters cheer during the German Bundesliga soccer match between Hamburger SV and 1. FC. Koeln, in Hamburg, Germany, 01 April 2017.  EPA/FELIPE TRUEBA (EMBARGO CONDITIONS - ATTENTION: Due to the accreditation guidlines, the DFL only permits the publication and utilisation of up to 15 pictures per match on the internet and in online media during the match.)

Trotz enttäuschender Saison: Das Kölner Stadion ist fast immer proppenvoll. Bild: EPA

Dem Vernehmen nach lässt sich Veh die Treue des Führungsspielers auch etwas kosten. Hectors Gehalt soll gemäss der Bild auf 3 Millionen Euro jährlich angehoben worden sein – trotz dem drohenden Abstieg. In Köln hoffen sie möglicherweise darauf, dass Hectors Verbleib eine Signalwirkung auf andere Stammspieler hat und dass vielleicht auch sie mithelfen, nächste Saison wieder in die 1. Bundesliga aufzusteigen. Der nächste, der ebenfalls beim «Effzee» bleiben könnte, ist Torhüter Timo Horn. Der sicherlich auch andernorts begehrte Schlussmann kündigte an, sich schon bald mit Veh auszutauschen.

Noch drei Runden bleiben:

Bild

tabelle: srf

Jonas Hector gehört dazu: Fussballer, die als Profi nur für einen Klub aufliefen

Wie wurde der geliebte Hund eigentlich zum Haustier?

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Video: srf

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20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Jekyll & Hyde 25.04.2018 10:33
    Highlight Highlight Zuerst dachte Ich, geschickt gemacht vom FC.
    Nun kostet er mehr bei einem Wechsel als die festgeschriebene Ablöse, aber Mittlerweile denke Ich doch das er das wirklich ernst meint...trotzdem würde es mich nicht wundern wenn er noch wechseln würde.
  • Nick Tamer 24.04.2018 14:12
    Highlight Highlight Schöner Artikel.
    Aber warum ist in der Slideshow am Ende Massimo Ceccaroni nicht drin?
    • Ralf Meile 24.04.2018 16:24
      Highlight Highlight Weil es sich um jetzt aktuelle Fussballer handelt, nur der Aufmacher (Totti) ist zurückgetreten.
  • dave1771 24.04.2018 14:09
    Highlight Highlight Ja das gleiche bei Wölfli... loyal oder ambitionslos... wie mans nennen will! Will er seinen Nationalmannschaft-Platz auf die Probe stellen?
    • demian 24.04.2018 14:20
      Highlight Highlight Ambitionen hat er doch. Direkter Wiederaufstieg mit Köln.
  • Willy Tanner 24.04.2018 14:09
    Highlight Highlight Danke Jonas!!
  • Devante 24.04.2018 13:42
    Highlight Highlight Grosses Tennis, 3Mio sind sicherlich einiges an Schmerzensgeld, aber er hätte bestimmt noch viel mehr absahnen können....
    Erinnert mich ein wenig an Spieler wie Buff, Nef etc beim Abstieg vom FCZ vor nicht all zu langer Zeit.
    • Devante 24.04.2018 15:47
      Highlight Highlight Für die 2. BuLi oder SuperLeague CH hätte es bestimmt noch gereicht für 1-2 Saisons
  • Freilos 24.04.2018 13:37
    Highlight Highlight Ich hoffe und glaube dass er nächste Saison wirklich für Köln aufläuft. Perfekt Jonas!
  • BigMic 24.04.2018 12:19
    Highlight Highlight Ich ziehe meinen Hut! Von solchen tollen Menschen müsste es mehr geben im Fussballgeschäft.
  • Duscholux 24.04.2018 11:59
    Highlight Highlight 3 Millionen im Jahr sind aber auch viel Geld!
    • Pana 24.04.2018 17:54
      Highlight Highlight Besonders für die 2. Liga.. Damit verdient er mehr, als bei gewissen Gegnern die gesamte Startelf.

      Die Frage sei erlaubt, ob er auch bei Köln geblieben wäre, zu einem durchschnittlichen 2. Liga Lohn.
  • Barracuda 24.04.2018 11:37
    Highlight Highlight Ein Kommentar der Aargauer Zeitung hat den treffenden Titel zu dieser Story gefunden: "Tausche elf Aubameyangs gegen einen Hector"
  • Mänu Renfer 24.04.2018 11:28
    Highlight Highlight der hero von uns bekennenden
    sportromantikern!
  • grotesk 24.04.2018 11:27
    Highlight Highlight Erinnert mich gerade an Juve, als Del Piero, Buffon und Co. blieben, wobei der sofortige Wiederaufstieg wahrscheinlicher war. Auf alle Fälle: Bravo Jonas Hector!
    • maxi 24.04.2018 11:42
      Highlight Highlight nur das juve ein skandalverein ist, und die spieler sicherlich was von diesen manipulationen wussten.
    • exeswiss 24.04.2018 17:13
      Highlight Highlight @maxi quelle? "Dude, trust me."
  • Amboss 24.04.2018 11:24
    Highlight Highlight In der Tat aussergewöhnlich, aber ich denke, manchmal wäre es genau das richtige, zu bleiben und halt auch mal einen Abstieg mitzumachen, gerade wenn man bei einem Verein ist, der definitiv das Potenzial hat, schnell wieder aufzusteigen.

    Ich denke da zB an Mehmedi oder Drmic, die bei Freiburg oder Nürnberg ihre Beste Zeit hatten.
  • TanookiStormtrooper 24.04.2018 11:23
    Highlight Highlight Guter Mann! Es gibt nicht schlimmeres als Fussballer, die immer gross rumblöken wie sehr sie einen Verein lieben und Regelmässig das Clublogo küssen und sich dann beim ersten Anzeichen von Abstieg aus dem Staub machen.
  • virus.exe 24.04.2018 11:00
    Highlight Highlight Bravo Jonas Hector. Solche Profis braucht der Fussball.

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