Tesla
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20.02.2020, Brandenburg, Grünheide: Teilweise gerodeter Kiefernwald ist auf dem Gelände der künftigen Tesla Gigafactory zu sehen. Vor einem Beschluss zum Rodungsstopp auf dem Tesla-Gelände in Grünheide bei Berlin prüft das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) nach eigenen Angaben derzeit noch weitere Schriftsätze. Bis zum heutigen Tag (Donnerstag) gingen immer noch Stellungnahmen der Verfahrensbeteiligten ein, wie ein Sprecher der Behörde am Donnerstag sagte. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Brandenburg, Grünheide: Teilweise gerodeter Kiefernwald ist auf dem Gelände der künftigen Fabrik des US-Elektroautoherstellers zu sehen. Bild: dpa

Gericht entscheidet: Tesla darf Wald für deutsche Gigafactory roden



Tesla will in Deutschland ein Stück Wald roden, um seine Gigafactory zu bauen. Dagegen haben Umweltschützer Beschwerde eingelegt. Nun hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg entschieden, dass die Rodung für den Bau des geplanten Tesla-Werkes von Elon Musk in Brandenburg fortgesetzt werden darf.

Die Eilanträge der Umweltschützer gegen die vorzeitige Gestattung der Waldrodung auf dem künftigen Tesla-Gelände seien zurückgewiesen worden, teilte das Gericht mit. Dieser Beschluss könne nicht angefochten werden.

Das Gericht begründete die Entscheidung damit, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für die vorzeitigen Baumassnahmen zu Recht von den Behörden bejaht worden seien.

Zudem habe die zuständige Behörde «den Ablauf der Einwendungsfrist im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung nicht abwarten müssen, weil sie über die erforderlichen Erkenntnisse verfügte, um die voraussichtliche Genehmigungsfähigkeit des Vorhabens beurteilen zu können».

Kritik an den Naturschützern

Der US-Elektroautobauer Tesla will die Produktion im brandenburgischen Ort Grünheide bei Berlin im Juli 2021 starten und dort jährlich bis zu 500'000 Elektroautos herstellen.

Das Unternehmen von Elon Musk hat dafür ein als Industriefläche ausgewiesenes, teils bewaldetes Gelände gekauft. Vor einer Woche erhielt es vom Landesamt für Umwelt die Genehmigung, «auf eigenes Risiko» auf zunächst rund 90 Hektar Wald schon mit den Rodungsarbeiten zu beginnen - obwohl die endgültige Baugenehmigung noch nicht erteilt ist.

Gegen die daraufhin begonnenen Baumfällarbeiten legten zwei Umweltverbände Beschwerde beim OVG ein. Wegen der Beschwerden hatte das OVG am Samstag einen vorläufigen Stopp der Arbeiten verfügt. Dieser wurde nun in der abschliessenden Entscheidung des Gerichts zurückgenommen.

Die Beschwerden der Naturschützer hatten teilweise heftige Kritik ausgelöst, vor allem aus der Wirtschaft. Auch der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier warnte vor starken Verzögerungen des Prestige-Projektes. Deutschland könne bei dem Projekt des US-Elektroauto-Herstellers zeigen, dass Ökologie und Ökonomie keine Gegensätze seien und es möglich sei, wichtige Projekte ähnlich schnell wie in anderen Ländern zu planen und zu bauen.

Selbst innerhalb der Umweltverbände war der Gang vor Gericht umstritten.

Die schnell wachsenden Nadelholzbäume seien einstmals nur für die Kartonherstellung gepflanzt worden, hatte Tesla-Chef Elon Musk im Januar verlauten lassen. Ausserdem solle nur ein kleiner Teil abgeholzt werden, wie Spiegel Online berichtete und Tesla müsse an anderen Standorten aufforsten, bzw. neue Bäume pflanzen als Ersatz für die Rodung.

(dsc/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Urs457 21.02.2020 11:30
    Highlight Highlight 1. Das Grundstück ist seit langem für die Ansiedlung von Industrie vorgesehen. Vor 20 Jahren war ein BMW-Werk in Diskussion. Gab damals schon Zoff. https://www.welt.de/print-welt/article455144/Gruenheide-hofft-noch-auf-BMW-Werk.html
    2. Das ist kein Wald, sondern eine Nutzholzplantage.
    3. Tesla hat sich verpflichtet, anderswo die dreifache Fläche Mischwald zu pflanzen.
    4. Countdown läuft. Die Gigafactory in China war in unter einem Jahr gebaut und produktionsbereit. Schauen wir mal, was die Deutschen zustande bringen ;-)
  • AfterEightZuHauseUmViertelVorAchtEsser____________ 21.02.2020 08:55
    Highlight Highlight Titel:

    Gericht entscheidet: Tesla darf Wald für deutsche Gigafactory roden

    Ihr habt die Gänsefüsschen beim "Wald" vergessen. 😉
    • ursus3000 21.02.2020 09:44
      Highlight Highlight Hat es denn dort auch Gänse?
  • Garfield91 21.02.2020 08:42
    Highlight Highlight So ca. ab 1:45min reden sie über diesen "schützenswerten" Wald.
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    • Hardy18 21.02.2020 09:31
      Highlight Highlight Sehr sehr geil gemacht 👌🏼😄

      Ich komme da aus der Gegend und ich muss sagen es ist schon krass was für Gedankengänge manche dort haben 🤦🏼‍♂️ Und möchte noch hinzufügen, dass nicht alle so sind. 😄
    • Digichr 21.02.2020 11:58
      Highlight Highlight Wollte ich auch verlinken. "Ich brauch keine Arbeit, ich hab Arbeit"
    • Hardy18 21.02.2020 12:27
      Highlight Highlight Arbeit, zieht Arbeit nach sich ☝🏼😄
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dubio 21.02.2020 08:15
    Highlight Highlight Der Hinweis, dass es sich um einen Monokultur Wald handelt(e), der einzig angelegt wurde, um aus dem Holz Karton zu machen, wäre noch wichtig. Dürfte auch der Grund sein, warum innerhalb der Umweltverbände das Vorgehen umstritten war. Denn Monokulturen sind nicht wirklich ökologisch wertvoll/schützenswert.
    • @schurt3r 21.02.2020 09:57
      Highlight Highlight Ja, das ging in der Agenturmeldung tatsächlich vergessen. 🙈

      Wir habens nun ergänzt.
  • Hans12 21.02.2020 07:51
    Highlight Highlight Dieser Fall zeigt doch sehr schön die Doppelmoral in der ganzen Umweltdebatte.
    • DerHans 21.02.2020 08:05
      Highlight Highlight Dieser Fall zeigt doch wie heuchlerisch alle sind. Ohne diese Kiefern keine Zalando, Galaxus, Digitec oder was auch immer für Päckli! Das ist ein Forst und kein Wald. Ökologisch völlig nutzlos. Nur für die Kartonherstellung gepflanzt.
    • ursus3000 21.02.2020 08:36
      Highlight Highlight @ DerHans * Ohne diese Kiefern keine Zalando, Galaxus, Digitec oder was auch immer für Päckli! *
      Und wie haben denn die bisher Ihre Päckli gemacht ?
    • Auric 21.02.2020 09:19
      Highlight Highlight @urs mit Zellstoff aus Holz-Feldern wie diesen
    Weitere Antworten anzeigen
  • AndtotheY 21.02.2020 07:46
    Highlight Highlight Leider wird keine Begründung gegeben. Wäre jedoch interessant zu lesen. In der Schweiz wäre diese grossflächige Rodung sehr wahrscheinlich nicht möglich gewesen. Im Übrigen spielt (jedenfalls in der Schweiz) die Qualität und Art des Waldes bei einer Rodung keine Rolle. Das Gesetz macht hier keine Unterscheidung. Wie es in DE ist, geht leider aus dem Bericht nicht hervor.
    • lilie 21.02.2020 09:26
      Highlight Highlight @Andtothey: Auf dem Bild sieht man, dass es sich um einen Industriewald handelt - Kiefern in Monokultur, ohne Unterholz, und nur mit Ästen in der Krone.

      Hier gibt es kaum Lebensraum für Tiere, geschweige denn für verschiedene Pflanzen. Die schnellwachsenden Bäume dienten der Kartonherstellung.

      Wenn Tesla an einem anderen Standort einen Mischwald aufforstet, ist der Umwelt weitaus mehr geholfen, als wenn dieser ökologisch wertarme Wald erhalten bleibt.
    • stef1885 21.02.2020 09:45
      Highlight Highlight @Andtothe: Das Waldgesetz unterscheidet in Art. 2 sehr wohl die Art des Waldes:

      "Nicht als Wald gelten isolierte Baum- und Strauchgruppen, Hecken, Alleen, Garten—, Grün- und Parkanlagen, Baumkulturen, die auf offenem Land zur kurzfristigen Nutzung angelegt worden sind, sowie Bäume und Sträucher auf Einrichtungen zur Stauhaltung und in deren unmittelbarem Vorgelände."

      Nur Wald i.S.d. WaldG benötigt eine Rodungsbewilligung. Daher wäre die Rechtslage in der Schweiz prima vista vergleichbar, wenn der Sachverhalt unter "Baumkulturen, die [...]" subsumiert werden würde.
    • ursus3000 21.02.2020 10:42
      Highlight Highlight @ stef1885 Du verwechselst da was . als Kulturen gelten z.B Christbaumkulturen Obstbäume usw .
      90 Hektaren Wald dürften in der Schweiz nicht einfach so abgeholt werden ,es würde auch nicht als Industriezone ausgewiesen . Aber für etwas haben wir auch ein Raumplanungsgesetz . Und haben eine Kulturlandinitiative angenommen ( Kanton Zürich ) Aber he das ist Tesla imfall Rekordmeister!!!!
    Weitere Antworten anzeigen
  • lynx 21.02.2020 07:40
    Highlight Highlight Egal wie "schützenswert" der Wald ist - mir tut das weh. Da drin leben Tiere und Pflanzen. Es gibt in Deutschland ja mehr als genug industrielle Brachflächen, die man nutzen könnte...
    • Hierundjetzt 21.02.2020 07:47
      Highlight Highlight In einem Monowald (Extra für die Kartonfabrik gepflanzt) leben keine Tiere wie in einem Mischwald 🙄 da hats nichts. Niiiiichts für ein Reh oder Fuchs
    • DerHans 21.02.2020 07:59
      Highlight Highlight Lynx, Sie müssen sich das so vorstellen: Anstatt Mais, Getreide, Kartoffeln oder was auch immer, wurden da Kiefern gepflanzt mit dem einzigen Grund diese für die Kartonherstellung zu ernten. Passiert Tag täglich nur schreit da kein Hahn danach. Aber wenn Tesla ein paar Bäume rodet, kriecht bei jedem der innere Öko-Fundi hervor.
    • Hardy18 21.02.2020 09:45
      Highlight Highlight Lynx hat schon ein bisschen Recht. Es gibt einige Tote Industrieanlagen,und Ja, es leben oder streifen dort auch grosse Tiere darin rum.

      Nur die Frage die sich auftat,ist es ökologisch sinnvoller eine Monokultur zu erhalten oder eine Mischkultur zu fördern?Der Standort spielt auch eine sehr grosse Rolle.Es nützt nichts, wenn man eine alte Fabrikanlage wiederbelebt aber quer durch die Landschaft eine brauchbare Infrastruktur bauen muss, was wiederum der Natur nicht dienen wird.
      Und lieber, abgesehen von den Arbeitsplätzen, habe ich eine Fabrik in Deutschland wo man auch auf die Gesetze achtet.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Cirrum 21.02.2020 07:32
    Highlight Highlight Was für eine Überraschung. Geld siegt über Natur😱
    • Puki 21.02.2020 08:00
      Highlight Highlight es geht hier um eine Nutzwaldplantage, eine Monotkultur für die Zellulose-Produktion. Dieser "Wald" würde in den nächsten Jahren sowieso gerodet. Ausserdem ist der Boden belastet, sprich vergiftet.
      Tesla wird als Ausgleich die 3-fache Anzahl Bäume an einem anderen Ort pflanzen, einen richtigen Wald, Mischwald.
      Geld, Natur und die Umstellung auf E-Mobilität siegen. Und auch die Vernunft...
    • Hand-Solo 21.02.2020 08:10
      Highlight Highlight WENN das ein natürlicher Wald gewesen währe, würde ich dir recht geben. Wars aber nicht. Der Wald war eine reine Monokultur zur Rohstofferzeugung. Ausserdem will Tesla die verlorene Waldfläche an anderer Stelle wieder Aufforsten. Sogar von der Umsiedelung von der dort lebenden Fauna war die Rede...
    • sowhat 21.02.2020 08:16
      Highlight Highlight Ziemlich hirnlos dahin geplappert. Dieser Wald war/ist ein unnatürliche Holzanbau, in dem es wohl Spinnen und Ameisen gibt. Manchmal brüten auch ein paar Vögel, aber erst im März/April. Tesla, will neuen Wald anpflanzen: natürlicheren, gesünderen Mix und insgesammt mehr Bäume.

      Die grösseren Umweltverbände in D sind sogar den Meinung, dass das Teslawerk in der Summe besser ist für die Umwelt. Nicht nur wg der Bäume sondern auch weil D dann aus dem Dornröschenschlaf erwacht und die dortige Autoindustrie mit dem Bau von Elektroautos schneller vorwärts macht. Ergo weniger Schaden für die Umwelt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Maedhros Niemer 21.02.2020 07:30
    Highlight Highlight Etwas mehr Begründungen wären hilfreich.
    Warum war es selbst unter Umweltschutzverbänden umstritten zu klagen?
    Wie schützenswert ist dieser "Wald"?
    • dop_forever 21.02.2020 07:39
      Highlight Highlight Es handelt sich um Bäume, die für die Holzindustrie vorgesehen waren. Sprich: die Bäume wurden gepflanzt, um abgeholzt zu werden. Es handelt sich somit nicht um einen schützenswerten Wald. Zusätzlich hat Tesla versprochen den Wald anderswo mit hochwertigeren Bäumen wieder aufzuforsten.
    • Oliver Wietlisbach 21.02.2020 07:43
      Highlight Highlight Folgt alles (und noch viel mehr) in einem umfassenden Artikel, voraussichtlich am Wochenende oder spätestens Anfang nächste Woche.
    • marcog 21.02.2020 08:01
      Highlight Highlight Wenn es offiziell schon eine Industriefläche ist, finde ich es doch eher merkwürdig, gegen die Rodung des Waldes darauf zu klagen. Schliesslich wurde schon vor Jahren der politische Entscheid gefällt, dass man dort Industrie ansiedeln möchte. Jetzt geht es nur noch um die Umsetzung und die Umweltschützer haben vermutlich keine konkreten Argumente gegen eine Tesla Fabrik.
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  • huiuiui 21.02.2020 07:21
    Highlight Highlight Eine gute Nachricht für Deutschland als Industriestandort. Es wurde ja sogar mit Tesla vereinbart, dass Tesla im Falle einer Nicht-Genehmigung den Wald wiederaufforsten muss. Andere Möglichkeit wäre gewesen, das Holz mit der Auflage der sofortigen Abholzung und Wiederaufforstung zu verkaufen. Dann hätte gar niemand klagen können.
    • ursus3000 21.02.2020 10:55
      Highlight Highlight Und bis vor einigen Tagen wurde Deutschland angefeindet für den Handelsbilanzüberschuss . Aber mit Tesla ist das wieder gut ? Müssten dann nicht alle Teslas aus den USA kommen , dass das Handelsdefizit ausgeglichen wird ?
  • freundeskreismelona 21.02.2020 07:06
    Highlight Highlight Das ist ein Industriewald. D.h. die Bäume wurden als Brennholz gepflanzt.

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