Gesellschaft & Politik
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Was wollen diese 16 Politiker?

Gegen Abtreiben und gegen Aufklären: Zwei Initiativen, ein Komitee – ein Widerspruch 

Das Schweizer Stimmvolk wird definitiv über das Schicksal von Plüschvagina und Holzpenis abstimmen: Die Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» ist zustande gekommen, wie die Bundeskanzlei diese Woche mitteilte.

Ein Blick auf die Website der Initianten zeigt: Das Initiativkomitee setzt sich zu fast zwei Drittel aus denselben Personen zusammen, die auch für die Volksinitiative «Abtreibung ist Privatsache» verantwortlich zeichnen, über die am kommenden Wochenende abgestimmt wird.

Zwei Volksinitiativen, ein Initiativkomitee

Image

Bild: watson

Reiner Zufall? Oder gibt es einen Zusammenhang zwischen Sexualkunde und Abtreibung? Fast nichts in diesem Themenminenfeld ist unumstritten, doch viele Experten halten den einfachen Zugang zu Verhütungsmitteln für den wirksamsten Weg, um ungewollte Schwangerschaften und Abtreibungen zu verhindern. Allerdings nutzen Kondome und Pillen wenig, wenn das Wissen für eine korrekte Anwendung fehlt. Folglich braucht es auch Aufklärung, gerade bei jungen Menschen.

Holzpenis und Plüschvagina

Bild: KEYSTONE

Wer die Abtreibungsrate senken will, sollte demnach Aufklärung in den Schulen begrüssen, statt sie zu verhindern. Für die 16 obenstehenden Mitglieder der beiden Initiativkomitees kein Widerspruch: «Es geht bei der Initiative nicht um die Aufklärung von Jugendlichen, sondern von Kindern», erklärt SVP-Nationalrätin Andrea Geissbühler gegenüber watson. Aus ihrer langjährigen Erfahrung als Kindergärtnerin wisse sie, dass diese mit dem Thema Sexualität überfordert seien. 

«In der Oberstufe habe ich nichts gegen altersgerechte Sexualkunde», so Geissbühler weiter. Allerdings sähe sie auch hier lieber die Eltern in der Verantwortung: «Leider muss die Schule vermehrt erziehen, statt Wissen vermitteln.»  

Allerdings ist fraglich, inwiefern der Staat im Zeitalter von Smartphones und Youporn steuern kann, wann Kinder in Kontakt mit Sexualität kommen. Auch hier sieht Geissbühler die Eltern in der Verantwortung: «Sie sind am besten in der Lage, auf den individuellen Entwicklungsstand eines Kindes einzugehen. Es kann nicht sein, dass wegen ein paar Frühreifen alle Kinder unter neun Jahren Sexualunterricht bekommen.»

Umfrage

Kann man glaubwürdig gegen Abtreibung sein und gleichzeitig Aufklärung verhindern?

  • Abstimmen

29 Votes zu: Kann man glaubwürdig gegen Abtreibung sein und gleichzeitig Aufklärung verhindern?

  • 14%Ja, Sexualkunde im Kindergarten und an der Primarschule ist nicht altersgerecht.
  • 79%Nein, Kinder kommen so oder so in Kontakt mit Sexualität. Aufklärung ist deshalb immer zu begrüssen, egal auf welcher Stufe.

Die Abtreibungs- und Aufklärungsgegner

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • jdd2405 05.02.2014 12:00
    Highlight Highlight Kian Ramezani: Sie sind Redaktor Gesellschaft/Politik/Wirtschaft und schreiben so einen Stuss? Wann begreifen auch Sie, dass die Abtreibungsinitiative nicht lanciert wurde, um die Abtreibungen zu senken, sondern um Zwangs-Beihilfe zum Mord zu unterbinden? Wann lernen auch Sie, dass Eigenverantwortung endlich mal gefördert werden muss, anstatt der Staat sich in alle privaten Angelegenheiten einmischt?
    • der nörgler 05.02.2014 14:30
      Highlight Highlight Und warum muss ich als aufgeklärter und wissenschaftlich denkender Mensch mit der Grundversicherung Homöopathie mitfinanzieren?
      die Krankenkassen sind eine Errungenschaft der Solidarität. Man bezahlt, auch wenn man nicht einverstanden ist. Homöopathie beleidigt meine Weltanschauung massiv. Aber ich bezahle mit, weil es solidarisch ist.
      Dass ausgerechnet christliche Kreise mit diesem Grundsatz brechen wollen, finde ich mehr als bezeichnend...
    • jdd2405 05.02.2014 17:11
      Highlight Highlight Wie der Name schon vorausschickt, unterstützt die KRANKENkasse bei krankheitsbedingten Mehrausgaben. Seit wann ist Schwangerschaft eine Krankheit???
    • der nörgler 06.02.2014 13:49
      Highlight Highlight aha, dann übernimmt die kk also folgerichtig auch keine kosten von entbindungen?

      wikipedia definiert krankenasse so:

      Die Krankenversicherung übernimmt Abklärungen, Behandlungen und Arzneimittelkosten im Falle von Krankheit, Unfall, Entbindungen und Abtreibungen.

      das nächste argument, bitte!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Zeit_Genosse 05.02.2014 12:00
    Highlight Highlight Wir leben in aufgeklärten Zeiten und treiben es erst bunt und dann ab. Sex als politisches Profilierungsfeld will konservative und religiöse Kreise als Schäfchen politisch einen. Es braucht Mehrheiten und die muss man erst ansammeln. Hat man mal geschickt einige verunsicherte Menschen mobilisiert, kann man auch über etwas anderes abstimmen (z.B. Nein zur EU oder SUV). So kann man den Plüsch-Genitalien-Aufschrei für die persönlichen Zwecke instrumentalisieren. Es geht am Ende nicht um Aufklärung und Abtreibung, sondern um das Gewählt werden von der peer group.

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