Grossbritannien
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«Er stürzt sich auf den Täter» – so mutig waren die Eingreifenden in London-Bridge-Attacke



Am vergangenen Freitag ereignete sich in London ein Terroranschlag. Zwei Personen kamen dabei ums Leben – weitere Menschenleben wurden durch das beherzte Eingreifen dreier Männer gerettet. Nun erzählte der Chef der drei Männer, die sich dem Täter stellten, wie sich die dramatischen Szenen abgespielt haben.

Toby Williams ist Leiter der Fishmonger's Hall, in deren Nähe sich die Terrorattacke ereignet hatte. Williams erklärte gegenüber «BBC», dass die drei Personen, die sich dem Terroristen stellten, in der Fishmonger's Hall arbeiten. Zudem schilderte er das Geschehen:

Lukasz, ein Koch, war gerade dabei, im Keller Gläser zu polieren, als er einen Schrei hörte. Der Schrei war so laut, dass der Koch wusste, dass erste Hilfe zu leisten ist. Er entschloss sich folglich, dem Schrei zu folgen und den Ort des Geschehens aufzusuchen.

Er ging in den ersten Stock der Fishmonger's Hall und die Szene, die sich ihm präsentierte, liess keine Trugschlüsse zu: Er sah einen Terroristen mit zwei Messern in den Händen, überall war Blut zu sehen, es herrschte Chaos und es wurde geschrien. Was sollte Lukasz nun tun?

Williams schildert, dass der mutige Mann einen Stecken von der Wand riss und sich entschloss, den Täter zu attackieren. Mit dem Stecken schlug er auf die Brust des Terroristen ein und bemerkte, dass dieser dort eine Art Schutz trug. Trotzdem schafft er es mit seiner Aktion Zeit zu kaufen – mehreren Personen gelang dank ihm die Flucht.

«Dann kam es zu einem einminütigen, eins-gegen-eins Nahkampf.»

Was folgte war ein einminütiger Nahkampf zwischen Lukasz und dem Terroristen namens Khan. Letzterem gelang es schliesslich, den Koch auf der linken Seite zu verletzen. Doch Lukasz hatte erreicht, was er wollte: Zwei weitere Personen entschlossen sich, ihn im Kampf zu unterstützen.

Der eine schnappte sich einen Feuerlöscher, der andere einen Narwal-Stosszahn und sie gingen auf Khan los. Dieser wurde sich bewusst, dass er keine Chance gegen die drei Männer hatte und rannte die Treppe vom ersten Stock runter in die Empfangshalle.

Als Khan das Gebäude verlassen wollte, hielt ein Portier die Eingangstüre zu, weshalb Khan sich zur Reception wandte. Unterdessen schlugen andere Mitarbeiter Alarm und weitere Personen begaben sich in Sicherheit.

Anschliessend kam es zum grossen Showdown, Lukasz attackierte Khan erneut und dieser versuchte aus dem Gebäude zu fliehen. Da die Eingangstür noch zugehalten wurde, drückte Khan dem Mann das Messer an den Hals und dieser entschied sich, die Türe freizugeben.

Der Terrorist verlor dabei sein Gleichgewicht und stürzte nach draussen. Lukasz warnte die Personen in der Nähe, sie sollen fliehen. Doch die beiden Helfer tauchten wieder auf – mit Feuerlöscher und Stosszahn – und halfen dem Koch, den Terroristen in Schach zu halten.

Lukasz war zu dieser Zeit von seinen Verletzungen bereits stark geschwächt, doch in diesem Moment traf die Polizei ein und die Gefahr war (fast) gebannt. Den Rest der Geschichte kennt man von den Video-Mitschnitten einiger Passanten, wie Williams abschliessend sagt. (mim)

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Messerattacke auf der London Bridge

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • schäffchoch 03.12.2019 10:54
    Highlight Highlight Man sollte sich nie mit der Küche anlegen.
  • Snowy 03.12.2019 10:10
    Highlight Highlight Wow - das sind wahre Helden!
  • UncleHuwi 03.12.2019 09:10
    Highlight Highlight Ich frage mich immer noch, woher dieser Typ den Narwal-Stosszahn hatte?😀 Aus einem Museum?
    • UncleHuwi 03.12.2019 10:35
      Highlight Highlight Steht im Artikel. sorry
  • Kong 03.12.2019 07:25
    Highlight Highlight Zivilcourage. Gefährlich aber notwendig. Hoffen wir nie in eine solche Situation zu geraten und wenn doch, dann den Mut zu haben nicht untätig zu bleiben.
    Das haben die sehr gut gemeistert.

    Wie sagt man sinngemäss? Das Böse triumphiert nur, wenn die Guten wegschauen.
  • So en Ueli 03.12.2019 07:24
    Highlight Highlight Wie Steven Seagal bereits einmal sagte: "Keine Angst, ich bin nur der Koch."

    Nevermind, aber der Koch ist definitiv eine Maschine und hat mutig und selbstlos gehandelt. Ehre, wem Ehre gebührt. Ich verbeuge mich vor solch einem wunderbaren Menschen.
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