Basel
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Krawalltouristen von Basel: 18 Autonome müssen vor Gericht 

Sie zogen vom Steinengraben zum Unispital und hinterliessen eine Spur der Zerstörung: Der Saubannerzug vom Juni 2016 war eine der grösseren Aktionen der Linksextremen Szene in Basel in den vergangenen Jahren. Nun steht der Prozess an.

Jonas Hoskyn / bz Basel



Der Saubannerzug am Abend des 24. Juni 2016 kam für die Basler Polizei aus heiterem Himmel. Ab 22 Uhr wüteten die rund 50 Vermummten eineinhalb Stunden lang in der Stadt. Versammelt hatten sich die Linksautonomen auf dem Schulhausplatz des Gymnasium Leonhard. Von dort aus zogen sie den Steinengraben entlang der 30er-Linie bis zum Unispital. Unterwegs schlugen sie Scheiben ein, versprayten Hausmauern mit den üblichen Parolen und demolierten BVB-Haltestellen.

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Spuren der Zerstörung: Innert Stunden entstand ein Sachschaden von mindestens 160'000 Franken. zvg

«Alles zusammengeschlagen»

Beschädigt wurden unter anderem Gebäude der Helvetia Versicherungen und der UBS, die Einsatzzentrale der Feuerwehr, das Strafgericht, die Universitätsbibliothek und das Sekretariat der SVP Basel-Stadt. Mehrfach attackierten die Vermummten auch Einsatzfahrzeuge der Polizei mit Steinen und mit Farbe gefüllten Flaschen. Insgesamt entstand so ein Sachschaden von mindestens 160'000 Franken. «Alles, was im Weg steht, wird zusammengeschlagen» schien die Devise gewesen zu sein, meinte ein Polizeisprecher am folgenden Tag.

Erst auf der Höhe der Spitalkreuzung gelang es den Sicherheitskräften, den Saubannerzug zu stoppen. Nachdem der Mob zum wiederholten Male einen Transporter der Polizei mit Steinen und weiteren Wurfgegenständen angegriffen hatten, flüchteten die Täter. Bei den Auseinandersetzungen wurden zwei Polizisten und eine Demonstrantin leicht verletzt. Die Einsatzkräfte konnten zehn Männer, drei Frauen und einen Jugendlichen anhalten und festnehmen. Sieben von ihnen wurden anschliessend bis zu zwei Monate in Untersuchungshaft genommen. Ein heute 29-jähriger Holländer verbrachte sogar fast ein halbes Jahr im Waaghof.

Hooligan-Gewalt in Basel

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Video: telebasel

In den Monaten nach den Auseinandersetzungen konnten fünf weitere Personen ermittelt werden. Insgesamt zwölf Männer und sechs Frauen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren hat die Staatsanwaltschaft nun angeklagt. Der fünftägige Prozess am Basler Strafgericht ist auf Ende Oktober angesetzt. Als Straftatbestände werden unter anderem mehrfache qualifizierte Sachbeschädigung, Angriff und versuchte Körperverletzung mit einem gefährlichen Gegenstand angeklagt. Auffallend: Wer genau welche Tat begangen hat, konnten die Ermittler offenbar nicht rekonstruieren. Vielmehr wird mehrfach darauf verwiesen, dass die Angeklagten Teil des Kundgebungszugs gewesen seien. Der Vorsatz der Beschuldigten richtete sich laut Staatsanwaltschaft auch auf die von Komplizen vorgenommenen Handlungen.

Viele Krawalltouristen

Die Anklageschrift zeigt, wie gut organisiert der Saubannerzug war. Mobilisiert wurde offenbar per SMS oder direkte persönliche Kontakte. Die Verhafteten waren grossteils gut vorbereitet. Unter den beschlagnahmten Gegenständen sind Gummihandschuhe, Spraydosen und Knallkörper aufgelistet. Auffällig ist auch die Herkunft der Angeklagten. Gerade mal sechs Personen wohnen in der Region, die restlichen kommen aus der ganzen Schweiz. Ein Indiz, wie gut vernetzt die linksautonome Szene ist. Pikant: Eine der Angeklagten ist die Tochter eines amtierenden kantonalen Sicherheitsdirektors. Allerdings nicht aus beiden Basel.

Mehrere der Beschuldigten sind bereits wegen einschlägiger Delikte wie Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung oder Hinderung einer Amtshandlung vorbestraft. Sieben von ihnen müssen sich vor dem Basler Strafgericht noch wegen weiteren Delikten verantworten, etwa einer Hausbesetzung im Kanton Luzern. Einem Mann wird die Teilnahme an einem Saubannerzug in Zürich vorgeworfen und einer hat laut Anklage kurz nach dem Saubannerzug versucht, einen Mann, der ausgeschafft werden soll, in Luzern gewaltsam aus einem Polizeiauto zu befreien. (bzbasel.ch)

Aktuelle Polizeibilder: Oldtimer geht in Flammen auf

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Roterriese 18.07.2018 09:02
    Highlight Highlight "Ein Indiz, wie gut vernetzt die linksautonome Szene ist. " die Politik und die Polizei waren halt viel zu lange blind auf dem linken Auge.
  • Roterriese 18.07.2018 09:01
    Highlight Highlight Ich hoffe auf hohe Strafen. Landfriedensbruch und Sachbeschädigung sind keine Bagatelldelikte!
  • derEchteElch 18.07.2018 07:36
    Highlight Highlight Das ist sie, die liebe nette linke Szene, welche vor allem in den Städten Zürich, Bern u. Basel freudig von linken Parteien unterstützt wird. Ist aber schon klar, wir haben primär ein rechtes Problem und kein ein Linkes.

    Hier werden einige ihren Hut nehmen müssen, z.B. der Varer der angeklagten Tochter..

    Ich hoffe auf viele strenge und klare Verurteilungen, keine Bewährungsstrafen und ein deutliches Signal gegenüber den restlichen Linkskravallaktivisten!
  • Knut Knallmann 18.07.2018 06:50
    Highlight Highlight Ich finde es schade, das unsere Justiz häufig relativ langsam arbeitet. Klar gehören die Fälle sauber aufgearbeitet, aber 2 Jahre sind für mich ein bisschen sehr lang. Damit die Bestrafung am Besten wirkt, sollte das ganze meiner Meinung schneller ablaufen...
    • derEchteElch 18.07.2018 07:22
      Highlight Highlight Zeugenbefragung, Einvernahmen, kriminaltechnische Untersuchungen, Strafsnträge, Strafbefehlsverfahren gegen die wieder Einsprache erhoben wird..

      Wir sind nicht bei CSI, Blue Bloods oder Hawaii 5-0 wo alles in 45min geklärt und geständig ist, sondern in der realen Welt.
  • Ökonometriker 18.07.2018 05:27
    Highlight Highlight Warum macht man so etwas?
    Die Leute sollten die von ihnen verursachten Schäden und Einsatzkosten mit gemeinnütziger Arbeit abarbeiten müssen. Nicht einfach in Rechnung stellen - sonst zahlt der Papa nur wieder und sie lernen nichts...

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