Terrorismus
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Das friedliche Geschlecht: Warum Amokläufer selten weiblich sind

Frauen laufen seltener Amok als Männer. Und dies nicht nur wegen der Erziehung. Eine wichtige Rolle spielen Hormone und Vorbilder.

27.07.16, 09:49 27.07.16, 10:00

Noemi Lea Landolt / Nordwestschweiz



Mädchen werden zu sozialen, empathischen Menschen erzogen. Gewalt passt nicht ins Rollenbild.
Bild: Keystone

Schon wieder ein Attentat. Schon wieder ein Massaker. Schon wieder ein Amoklauf. Und schon wieder ein Mann, der tötet. Kann das ein Zufall sein?

Weltweit sind Amokläufe selten. Nur sehr wenig Männer und Frauen werden in ihrem Leben zu Amoktätern. Das Gefühl, dass es nie Frauen und immer Männer sind, ist trotzdem nicht ganz falsch. Weniger als zehn Prozent aller Amokläufe an Schulen werden von einer Täterin begangen. Für den Gerichtspsychiater und Amok-Experten Thomas Knecht ist klar: «Der Amoklauf ist ein männliches Phänomen.»

«Der Gipfel der Amokläufe und der Gipfel des Testosteron-Spiegels fallen zusammen.»

Es gibt nicht den einen Grund, weshalb viel mehr Männer in scheinbar ausweglosen Situationen zur Waffe greifen, andere Menschen und meistens auch sich selber töten. Wissenschaftler untersuchten die Biografien von Amokläufern und fanden Gemeinsamkeiten: Es sind oft Menschen mit einem niedrigen Selbstwertgefühl. Sie fühlen sich oft als Mobbing-Opfer und von der Gesellschaft weder anerkannt noch ernst genommen. Solche Krisensituationen kennen Frauen und Männer. Aber sie gehen unterschiedlich damit um.

Umfrage

Sind Frauen das friedlichere Geschlecht?

1,007 Votes zu: Sind Frauen das friedlichere Geschlecht?

  • 63%Ja
  • 37%Nein

Frauen internalisieren Konflikte. Das heisst, sie tragen ihre Probleme eher mit sich selbst aus, anstatt anderen Menschen gegenüber gewalttätig zu werden: «Es gibt Frauen, die kompensieren ihre Probleme mit einer Ess- oder Angststörung», sagt Rebecca Bondü. Sie ist Psychologin an der Universität Potsdam und forscht zum Thema Amok.

Das Testosteron ist mitschuldig

Männer hingegen tragen ihre Probleme nach aussen. Aggression und Gewalt werden zum Ventil für negative Erfahrungen: «Mit dem Amoklauf verschaffen sie ihrer Wut auf die Welt einen fulminanten Abschluss», sagt Thomas Knecht. Das zeigt sich nicht nur bei Amokläufen, sondern auch in den Kriminalstatistiken, wo Männer als Gewalttäter Jahr für Jahr deutlich übervertreten sind.

Grund für das unterschiedliche Verhalten von Mann und Frau ist ein Zusammenspiel von biologischen und gesellschaftlichen Faktoren. «Was als Anlage bereits bei der Geburt vorhanden ist, wird durch die Umwelt verstärkt», sagt Thomas Knecht. Zum Mann gehört zum Beispiel sein Sexualhormon; das Testosteron. Es lässt Barthaare spriessen, Muskeln wachsen, Spermien reifen und hat einen Zusammenhang mit Amokläufen: «Der Gipfel der Amokläufe und der Gipfel des Testosteron-Spiegels fallen zusammen», sagt Thomas Knecht. Die meisten Amokläufe von Männern werden in jenem Alter begangen, in dem ihr Testosteron-Spiegel am höchsten ist.

«Mit dem Amoklauf verschaffen sie ihrer Wut auf die Welt einen fulminanten Abschluss»

Testosteron bedeutet Kraft; Kraft ermöglicht Gewalt. Da erstaunt es nicht, dass sich auch Wissenschaftler für die Zusammenhänge zwischen dem männlichen Sexualhormon und Aggressionen interessieren. Es gab verschiedene Studien zum Thema. Unter anderem auch mit Frauen, die wegen eines Gewaltdeliktes im Gefängnis sitzen. «Die Mehrheit von ihnen hat einen für Frauen erhöhten Testosteron-Spiegel», sagt Thomas Knecht.

Das Testosteron alleine macht aber aus einem Menschen noch keinen Amokläufer, Mörder oder Gewalttäter. Wäre das der Fall, wäre die Hälfte der Gesellschaft prädestiniert, als Amokläufer zu enden, und es gäbe keine gewalttätigen Frauen, weil sie nie so hohe Testosteron-Werte haben wie Männer.

Es sind deshalb auch gesellschaftliche Faktoren und immer noch gängige, uralte Geschlechter-Stereotypen, mit deren Hilfe Experten erklären, weshalb es praktisch keine Amokläuferinnen gibt: «Der Amok war schon immer eine physische Machtdemonstration», sagt Thomas Knecht. «Das liegt dem Mann.» Er ist meist grösser, stärker und der Frau überlegen. Der Kampf um die eigene Machtposition spielt in seinem Leben zudem eine zentralere Rolle als im Leben einer Frau. Schon früh messen sich Jungs in kompetitiven Sportarten, kämpfen auf dem Pausenplatz und lernen, dass man keine Schwäche zeigt. Nur Weicheier weinen. Der Stärkere gewinnt.

Weibliche Vorbilder fehlen

Mädchen hingegen werden zu empathischen, sozialen Wesen erzogen, die sich liebevoll zuerst um Puppen und später um Kinder kümmern sollen. Da hat Gewalt keinen Platz. «Mädchen lernen, Probleme anzusprechen», so Thomas Knecht. «Sie holen sich auch eher professionelle Hilfe, wenn es ihnen schlecht geht, bevor sie gewalttätig werden.» Es sei auch so, dass sich Frauen nach einer Gewalttat eher schämen: «Gewalt auszuüben entspricht nicht dem erstrebenswerten Ziel einer Frau.» Anders als beim Mann existieren auch weniger weibliche Vorbilder. «Die meisten gewaltbereiten Superhelden sind männlich», sagt Thomas Knecht. Deshalb falle es Mädchen schwerer, sich mit ihnen zu identifizieren.

Die Wichtigkeit von Vorbildern ist auch im Zusammenhang mit Amokläufen nicht zu unterschätzen: Nach einem Amoklauf gibt es unzählige Berichte über die Tat – und den Täter. Was war es für ein Mensch? Weshalb hat er es gemacht? Wie hat er es gemacht? Es sind diese Geschichten, mit denen sich Nachahmungstäter teilweise intensiv und über längere Zeit beschäftigen und die sie für die eigene Tat inspirieren können. Laut Rebecca Bondü sind sie möglicherweise ein weiterer Grund für die wenigen Amokläuferinnen: «Bis jetzt gab es viel mehr Täter. Jungen und Männer können sich viel stärker mit ihnen identifizieren.» (aargauerzeitung.ch)

Das könnte dich auch interessieren:

«Who is America?» – 7 Fakten über die neue Skandal-Show von Sacha Baron Cohen

Warum das chinesische Modell über den Westen siegen wird

Die 10 wichtigsten Fragen und Antworten zur WM 2022 in Katar

Hat die Queen gerade Trump getrollt? Diese Bloggerin ist davon absolut überzeugt

Ein kleiner Vorgeschmack, was uns bei der nächsten WM erwartet

So gross müsste ein Gebäude sein, um die gesamte (!) Menschheit zu beherbergen

Nach diesen 5 Dokus wirst auch du deine Ernährung hinterfragen

Wie mich Sekten mundtot machen wollten – und was ich daraus gelernt habe

«Nur no ä halbs Minipic»: Lara Stoll steckt für 127 Stunden mit dem Finger im Abfluss fest

Erkennst du alle Filme an nur einem Bild? Wer weniger als 7 hat, muss GZSZ* gucken!

8 Dinge, die purer Horror sind, wenn sie morgens vor deinem ersten Kaffee passieren

Bei welchen Fluglinien hast du gratis oder günstig WLAN? Der Preisvergleich zeigt's

Das sind die Tops und Flops der WM

Trump will Auto-Zölle – die Industrie ist erzürnt

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Daily Newsletter

72
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
72Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Natürlich 28.07.2016 07:37
    Highlight Also in diesem Fall ist es völlig okay zu sagen, Männer seien gewalttätiger.
    Wenn man aber von Terrorismus in Europa spricht, dann darf man nicht sagen das dies vor allem ein Problem ist, dass von Muslimen ausgeht?
    Dann ist man ja anscheinend ein Rassist.
    17 16 Melden
    • The Return of The King, Louie the Gscheidhaferl I. 28.07.2016 16:47
      Highlight Nicht anscheinend, dann ist man ein Rassist. Und zwar aus dem einfachen Grund, dass die Aussage "Männer sind gewaltätiger, als Frauen" wissenschaftlich bewiesen ist und auch, wie im Text geschrieben, biologisch bedingt ist. Das trifft auf deine Aussage mit den Muslimen nicht zu.
      So und ez husch, husch, zurück in dein braunes Loch, du widerst mich an.
      15 24 Melden
    • The Return of The King, Louie the Gscheidhaferl I. 29.07.2016 07:52
      Highlight @ZH27: jaja, labber du nur. Und schön, konntest du selbstgerecht, jemanden als selbstgerecht bezeichnen, kriegst einen Keks dafür. Ich habe mehr als genug argumentiert, muss nicht bei jedem braunen Schandfleck wiederholt werden. Wer solche Aussagen macht, wie Natürlich, der ist sowieso faktenresistent. Das wirst du auch noch lernen.
      3 12 Melden
    • rodolofo 29.07.2016 08:30
      Highlight Heutzutage mag das sehr grob vereinfacht sogar zutreffen. Das war aber auch schon ganz anders:
      Ich erinnere an die beiden Weltkriege und an die unzähligen Territorial- und Religionskriege in Europa im Mittelalter bis in die Neuzeit.
      Der Zusammenhang mit dem vorherrschenden Patriarchat und mit der Unterordnung der Frauen unter eine Männerherrschaft ist aber sehr offensichtlich! Hier bei uns im "Westen" sehe ich erstmals in unserer Geschichte die Möglichkeit, mit der Emanzipation (Frauen und Männer) den Frieden zu gewinnen!
      5 0 Melden
  • Dysto 28.07.2016 00:16
    Highlight Zur Frage "Sind Frauen das friedlichere Geschlecht?" stimmte ich nein. "Friedlicher" oder "friedliebender" sind Frauen nicht unbedingt, vielleicht weniger gewalttätig und offensichtlich, aber was passiv-aggressives Streiten, Rumzicken und Jammern angeht, da mischen Frauen auch ganz gut mit. Das ist dann ohne Gewalt, aber dennoch nicht friedlich.
    40 10 Melden
  • stadtzuercher 27.07.2016 17:40
    Highlight Weshalb zwingen wir eigentlich die Männer an die Waffen und die Frauen nicht?
    Möglicherweise bedient sich die Gesellschaft gerne der Vorteile seitens Männer. Dann wären halt auch die Nachteile in Kauf zu nehmen...
    26 7 Melden
    • Nurdu 28.07.2016 01:02
      Highlight Mit den Nachteilen leben heisst, dass man keine Statistik über Gewalttaten führen und schon gar nicht analysieren darf, weil sich sonst jemand beleidigt fühlen könnte?
      Übrigens Deutschland wie auch andere Staaten, in denen es Amokläufe gab, haben keine Wehrpflicht.
      9 6 Melden
  • Karl Müller 27.07.2016 13:49
    Highlight Ich denke schon, dass es eine typisch männliche Verzweiflungstat ist, eine Machtdemonstration wie etwa einen Amoklauf durchzuführen. Dass deswegen Frauen in ihnen auswegslos erscheinenden Situationen weniger gewaltätig seien, würde ich als Fehlschluss bezeichnen. Bei Kindstötungen etwa sind bis zu drei Viertel der Täter die eigenen Mütter.
    46 9 Melden
    • pamayer 27.07.2016 17:31
      Highlight Heite heissen die männlichen zerstörungsakte der ganzen Familie Familiendrama. Männerdrama wäre wohl angebrachter. Wesentlich häufiger anzutreffen als die tötung der Familie durch die Frau.
      13 10 Melden
    • Karl Müller 27.07.2016 18:01
      Highlight @Rhabarber: Nein, nur wenns so perfekt zur angesprochenen Thematik passt wie hier.

      Und ich hab sehr wahrscheinlich noch viele andere Argumente, ich weiss aber noch nicht ganz, wofür genau. Dazu hättest Du erst mal inhaltlich auf den ersten Beitrag eingehen müssen.
      17 2 Melden
    • Nurdu 28.07.2016 00:35
      Highlight Die Kindstötungen fallen dann anscheinend nicht sonderlich ins Gewicht. In der Schweiz werden nämlich 88% der versuchten und vollendeten Tötungsdelikte von Männern begangen. Natürlich muss das nicht heissen, dass Frauen die besseren Menschen sind. Aber die Tatsache, dass die meisten Gewaltdelikte von Männern ausgehen, aus welchen Gründen auch immer, lässt sich nicht so leicht relativieren.
      19 3 Melden
    • Nurdu 28.07.2016 21:00
      Highlight Stimmt, Rhabarber! Und diejenigen, die sich aufregen, wenn es z.B. heisst, sexuelle Gewalt werde meistens von Männern verübt, sind die ersten, die Political-Correctness-Polizistin schreien, wenn jemand irgendeinen Missstand anprangert, der sie nicht betrifft.
      8 1 Melden
  • Menel 27.07.2016 11:57
    Highlight Es ist erschreckend, dass Jungs mit Freunden kaum über sich und ihre Gefühle, Ängste sprechen. Männer beginnen das meist erst, wenn sie ihre erste Freundin haben. Frauen sind darin schon von klein auf geübt. Für mich ist die Sache daher weniger ein Hormon als ein gesellschaftliches Problem.
    35 19 Melden
    • Asmodeus 27.07.2016 15:34
      Highlight Es gibt viele Männer die nie über ihre Gefühle sprechen. Oder wenn dann nur oberflächlich oder wenn sie betrunken sind.

      "Gefühle sind etwas für Frauen". Das ist leider immer noch die stark verbreitete Meinung.
      23 4 Melden
    • Waldorf 28.07.2016 08:24
      Highlight Na ja, also ich wurde von frühester Kindheit von meinem Vater dazu ermutigt, mit ihm über alles zu reden was mich belastet. Von meiner Mutter sowieso. Und das tue ich heute auch mit Freunden. Wir Männer tun es nur in einer anderen Art und Weise, das ist alles.
      8 0 Melden
  • leclerc 27.07.2016 11:20
    Highlight Unötiger Artikel.
    34 73 Melden
    • Menel 27.07.2016 11:58
      Highlight Leclerc, wieso?
      21 11 Melden
  • Klaus K. 27.07.2016 11:15
    Highlight In unserer Gesellschaft gibt es sehr viele Institutionen, die sich Frauen mit Problemen annehmen oder anbieten. Frauenhäuser, Genderbüros etc.
    Anlaufstellen für Männer gibts praktisch keine.
    73 34 Melden
    • Lutz Pfannenstiel 27.07.2016 11:27
      Highlight Erstens stimmt das nicht. Und zweitens verwechselst du gerade bei den Frauenhäusern Ursache und Wirkung. Die Kriminalitätsrate (nicht nur in Bezug auf Amoktaten, sondern praktisch die ganze Palette von Straftaten) ist seit jeher bei Männern um ein Vielfaches grösser als bei Frauen.
      28 21 Melden
    • Menel 27.07.2016 11:50
      Highlight Das ist aber von den Männern selbst gemacht. So lange der Mann in unserer Geseulschaft nicht auch Schwäche zeigen darf, so lange eröffnet er auch keine Anlaufstelle für Männer.
      20 23 Melden
    • Macke 27.07.2016 11:56
      Highlight Sicher gibt es Anlaufstellen für Männer. Es gibt sogar solche die sich nur an Männer richten. Gerade bei Jugendlichen gibt es viele Angebote: SchulpsychologInnen, SozialarbeiterInnen in Jugendtreffs, Anlaufstellen bei Mobbing etc. Die Anlaufstellen, die du ansprichst, Sind ebenso wie Elternnotruf und Anonyme Alkoholiker themenspezifisch: Frauenhäuser schützen Frauen vor Gewalt durch den Partner/Ehemann und sind historisch aus feministischen Frauentreffs entstanden. Du erwartest ja auch nicht, dass es einen Elternnotruf gibt, der sich ausschließlich an Nicht-Eltern richtet.
      31 9 Melden
    • Asmodeus 27.07.2016 13:41
      Highlight Ich muss da sowol Menel als auch Klaus zustimmen.

      Als Mann hat man es in der Schweiz (eigentlich überall) extrem schwierig wenn man z.B. in einer "abusive relationship" (mir fällt kein deutscher Begriff dazu ein) befindet.

      Ein Mann der von seiner Frau ständig angeschrien oder sogar geschlagen wird, hat es schwieriger sich aus diesem Umfeld zu befreien.

      Zur Polizei gehen? Man wird ausgelacht.
      Sich wehren? Man landet jenachdem im Knast weil man als Mann ja keine Frau schlagen darf.

      Aber das ist das Problem der Gesellschaft die glaubt Männer müssten dumm, stark und notgeil sein.
      34 0 Melden
    • Klaus K. 27.07.2016 14:55
      Highlight Lutz, das ist ein ganz interessanter Denkfehler, den du machst, der aber sehr verbreitet ist. Es stimmt, dass Gewaltdelikte häufig von Männern begangen werden. Aber die Opfer sind auch mehrheitlich Männer, jährlich ausgewiesen in der Opferstatistik. Du argumentierst jetzt, dass die männlichen schwachen Opfer keine Hilfe (Anlaufstellen, Männerhäuser) brauchen, weil die Täter ja auch Männer sind. Siehst du?
      Und damit sind wir wieder bei der Frage, weshalb unsere Gesellschaft den schwachen Männern nicht hilft und nicht helfen will.
      25 3 Melden
    • Lutz Pfannenstiel 27.07.2016 15:29
      Highlight "Du argumentierst jetzt, dass die männlichen schwachen Opfer keine Hilfe (Anlaufstellen, Männerhäuser) brauchen, weil die Täter ja auch Männer sind." Unterstell mir bitte keine Argumente, die ich in keiner Art und Weise vorgebracht habe.
      Ich habe geschrieben, dass es
      a) nicht stimmt, dass es für Männer keine Anlaufstellen gibt, und
      b) dass die weit überwiegende Mehrheit der Gewalttäter männlich ist.
      9 11 Melden
    • Lutz Pfannenstiel 27.07.2016 15:34
      Highlight Und zu deiner Behauptung betreffend Opfer:
      Wenn du schon die Statistik bemühst, dann schau diese mal richtig an.
      Bei schweren Gewaltdelikten sind 55 % der Opfer weiblichen Geschlechts. Nur bei den minderschweren Gewaltdelikten sind die Frauen als Geschädigte in der Minderheit, allerdings sind es immer noch stattliche 43%, was bemerkenswert ist, wenn man berücksichtigt, wie viele Gewaltdelikte unter Männern z.B. im Ausgang passieren. Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik (Bund) 2014, S. 38.
      10 9 Melden
    • Lutz Pfannenstiel 28.07.2016 07:44
      Highlight "Aber die Opfer sind auch mehrheitlich Männer." => 18 ♥ 1 ϟ

      "Bei schweren Gewaltdelikten sind 55 % der Opfer weiblichen Geschlechts." Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik (Bund) 2014, S. 38 => 5 ♥ 7 ϟ

      Quod erat demonstrandum, Herr Löpfe:
      «Fakten? Mir doch egal!» – Das Ende der Vernunft
      http://www.watson.ch/!840486551
      4 5 Melden
    • Asmodeus 28.07.2016 08:38
      Highlight @Lutz
      Leider ist die Homepage vom Bund aktuell unfähig die Kriminalstatistik anzuzeigen, also ziehe ich die von 2013 zurate.

      Wir reden hier von 1366 Fällen von schwerer Gewalt (dazu zählen auch Raub, Vergewaltigung und natürlich Mord).
      32 406 Fälle von minderschwerer Gewalt (teilweise nur Drohung)

      Ausgeschlüsselt bleibt die Aussage bestehen, dass mehrheitlich Männer die Opfer von Gewalt sind. (>56%)
      Interessanter Nebenfakt. Vergewaltigung gilt als schwere Gewalt. Sexuelle Nötigung (darunter fällt Vergewaltigung eines Mannes) nur als minderschwer.
      4 4 Melden
    • Lutz Pfannenstiel 28.07.2016 09:19
      Highlight Warum so viele Fälle minderschwerer Gewalt? Weil da jeder Raufhandel, jeder Angriff, jede einfache Körperverletzung darunter fällt, und die geschehen halt sehr, sehr oft unter Männern, sehr oft im Ausgang. Dies erklärt die hohe Zahl von männlichen Opfern minderschwerer Gewalt. Gibt's dafür denn keine Anlaufstellen? Doch, zur Genüge. Die Geschädigten werden an die Opferberatungsstellen verwiesen, für die Täter gibts Gewaltberatungsstellen usw. Sexuelle Nötigung? Richtig, sollte m.E. auch unter die schweren Gewalttaten fallen. Bei diesem Delikt sind 86% der Opfer Frauen. (PKS 2014).
      6 2 Melden
    • Asmodeus 28.07.2016 10:44
      Highlight Du beschwerst Dich darüber, dass sich niemand für die Fakten interessiere, die Fakten geben Dir aber lustigerweise gar nicht recht. Du bedienst Dich selbst Daten aus Deiner eigenen Vermutung.

      Ist irgendwo aufgelistet wo die Straftaten begangen wurden? Z.B. im Ausgang?

      Und ich hab auch schon Gruppen von Frauen gesehen die aufeinander losgegangen sind.

      Und wie oft werden solche Fälle wirklich zur Anzeige gebracht?


      Schlussendlich ist es aber egal.

      Jegliche Gewalt ist falsch. Jedes Opfer ist ein Opfer zuviel. Und ja es gibt "Männerhäuser" einfach mal nach "Zwüschehalt" googeln.
      4 5 Melden
    • Lutz Pfannenstiel 28.07.2016 11:40
      Highlight Leider hat es einen Teil meines Kommentars abgeschnitten. - Habe ich irgendwo die Existenz von Männerhäusern bestritten?
      Und nein, ich habe nicht mit Vermutungen operiert. Ich habe auf statistische Daten hingewiesen, und die zeigen halt, dass Männer auf Geschädigtenseite regelmässig Opfer von anderen Männern und nicht von Frauen sind. Umgekehrt ist es nicht so. Weiter kann ich nicht nur auf Beobachtungen im Ausgang (à la "ich habe auch schon Gruppen von Frauen gesehen, die aufeinander losgegangen sind") sondern auf eine fast 20jährige einschlägige Berufserfahrung zurückgreifen.
      4 2 Melden
    • Asmodeus 28.07.2016 14:03
      Highlight Dass es keine Männerhäuse gäbe war eher an Klaus gerichtet als an Dich.
      Sorry für das Durcheinander :)


      Aber ich will auf einen Satz zurück kommen.

      "dass Männer auf Geschädigtenseite regelmässig Opfer von anderen Männern und nicht von Frauen sind. Umgekehrt ist es nicht so."

      Eventuell liegt es an der Satzstruktur aber so geschrieben behauptest Du, dass Männer nicht regelmässig die Opfer von Gewalt durch Frauen wären. Das ist gelinde gesagt absoluter Blödsinn.

      Es kommt weniger zur Anzeige und es ist oft keine physische Gewalt. Aber trotzdem kommt es regelmässig vor.
      0 4 Melden
    • Lutz Pfannenstiel 28.07.2016 14:21
      Highlight Mit dem Nachsatz "umgekehrt ist es nicht so" meinte ich, dass bei weiblichen Opfern von (Gewalt-)Straftaten eben regelmässig nicht Frauen, sondern Männer auf der Täterseite stehen. Dies ist statistisch belegt, wobei in der Statistik - da hast du recht - nur die beanzeigten Fällen erscheinen. Ob die Dunkelziffer bei Frauen oder bei Männern grösser ist, weiss ich nicht. Ich bestreite aber nicht, dass es auch Männer gibt, die Opfer von (weiblicher) Gewalt werden, wobei die Definition der "psychischen Gewalt" naturgemäss schwieriger vorzunehmen ist als jene der physischen.
      4 2 Melden
  • Dewar 27.07.2016 11:03
    Highlight Der Artikel ist zwar schon zehn Jahre alt, aber immer noch hochaktuell: http://www.nzz.ch/articleeo5x7-1.76650
    Die Theorie lässt sich auf Amokläufer anwenden, aber gerade auch im Hinblick auf den aktuellen Terrorismus.
    15 1 Melden
  • derdasass 27.07.2016 10:53
    Highlight Mir fehlt ein seht wichtiger Punkt in dieser Diskussion. (Achtung überspitzte und stark verallgemeinerte Aussagen!) Männer müssen oder mussten in vergangenen Jahren immer stark sein. Das wird von der Gesellschaft verlangt. Männer können nicht einfach über ihre Gefühle sprechen so wie das von Frauen erwartet wird. Männer dürfen keine Gefühle zeigen während Frauen dazu ermutigt werden sich mit ihren Kolleginnen auszutauschen. Kein Wunder kocht der eine oder andere Jugendliche über, wenn er Jahrelang seine Gefühle in sich reinfressen musste.
    62 4 Melden
    • Menel 27.07.2016 11:54
      Highlight Darum ist Emanzipation so wichtig! Wir müssen dieses Geschlechter-Schubladen-Denken endlich mal ablegen, denn es schadet einfach allen. Es gibt nicht DEN Mann oder DIE Frau, wir sind alle Mischformen aus vielen Atributen von beiden Geschlechtern.
      Die Schubladen werden uns nicht gerecht und führen zur Verschwendung von Potential.
      33 10 Melden
  • sheshe 27.07.2016 10:37
    Highlight Ich bin nicht einverstanden mit der Aussage, dass Frauen weniger Gewalt ausüben. Es ist einfach nicht körperliche Gewalt, aber dafür Sticheleien, Anfeindungen, Non-Verbale Gewalt usw... Ja, auf Attentäter bezogen stimmts, aber generell eine solche Aussage zu treffen finde ich nicht richtig.
    98 21 Melden
  • Bolly 27.07.2016 10:07
    Highlight Wenn sie schon rum spinnen, dann sollen sie ihre Gewalt usw nur an sich richten. Alles andere ist feige. Unschuldige mit rein zu ziehen. Vor allem wenn sie sich selber richten oder getötet werden. Ersteres ist davon zu laufen, sich dem nicht stellen zu müssen. Es nimmt immer mehr schlimmere Ausmaße an. Die Familien von welcher Seite auch immer, tun mir leid, das sie damit leben müssen, den dieser Schaden kann nie mehr gut gemacht werden.
    13 21 Melden
    • Asmodeus 27.07.2016 10:41
      Highlight Sind es immer Unschuldige?

      Amokläufe an Schulen richten sich meistens gegen die Peiniger. Die Schüler die einen gemobbed haben. Die Lehrer die daran beteiligt waren oder zumindest nichts dagegen unternommen haben.


      Ein Amokläufer will sich an den Personen oder der Gesellschaft generell rächen, die ihn überhaupt erst an diesen Punkt gebracht hat.

      Der Amoklauf in Zug fand nicht zufällig im Parlament statt.
      Der Amoklauf in München fand nicht zufällig in diesem Mc Donalds statt.


      Solche Amokläufe werden sich immer wiederholen solange man nichts gegen die Ursache unternimmt.
      48 16 Melden
    • Maragia 27.07.2016 11:02
      Highlight Na klar, die Opfer sind nun die Schuldigen... Auch Mobbing etc. ist keine Entschuldigung für Mord bzw. Amoklauf.
      Am Schluss sind auch Terrorangriffe noch entschuldbar weil jemand gehänselt wurde oder was?
      19 32 Melden
    • Asmodeus 27.07.2016 11:29
      Highlight Wenn man nur die Tat sieht und nicht die Hintergründe in Betracht ziehen will ist es halt einfacher.

      Die Terrorangriffe haben Ursachen. Und die gehen weit über "böser Islam" oder "die sind alle Wahnsinnig" hinaus.

      Damit jemand Amok läuft muss einiges Geschehen.

      In diesem Fall war es ein junger Mann der gemobbed, verprügelt und beraubt wurde. Er hatte keinen sozialen Rückhalt, in der Schule ging es bergab und die Therapie schlug, scheinbar, nicht an.

      Einsamkeit
      Perspektivlosigkeit
      Ohnmacht
      Wut
      Trauer

      Das ist eine brandgefährliche Mischung und wenn man dann noch an eine Waffe kommt....
      16 4 Melden
    • Maon 27.07.2016 11:44
      Highlight Nein Mobbing entschuldigt keinen Amoklauf – gegen die Ursache muss trotzdem etwas unternommen werden.
      18 0 Melden
    • Asmodeus 27.07.2016 13:37
      Highlight Eine Entschuldigung? Nein.
      Ein Grund? Ja.

      Dasselbe mit politischem oder religiösem Terror.


      Für die Anschläge an 9/11 gibt es keine Entschuldigung. Aber dass soetwas passieren würde war jedem klar, der sich mit der damaligen Einmischungspolitik der USA befasst hatte.

      Die Anschläge in Frankreich sind ebenfalls unentschuldbar. Aber logischerweise geschieht dies in Ländern wie Frankreich die 1. sich aktiv an der Bombardierung von Zivilisten beteiligen und 2. die eigene muslimische/ausländische Bevölkerung an den Rand drängt und nicht in Norwegen oder Österreich. Oder (hoffentlich) der Schweiz.
      9 6 Melden

Diese zwei Briefmarken sind gerade in Zürich versteigert worden – für fast 1 Million 

Zwei seltene Briefmarken sind in Zürich für zusammen gegen eine Million Franken verkauft worden. Es handelt sich um einen «Small Dollar» aus China und einen «Kopfstehenden Schwan» aus Australien, wie das Auktionshaus Corinphila am Samstag mitteilte.

Der «Small Dollar» aus dem Jahr 1897 war gemäss den Angaben das Toplos der Auktion. Für 605'000 Franken ging diese rote Marke aus dem Kaiserreich an einen neuen Besitzer in China.

Der in Blau gedruckte «Kopfstehende Schwan» aus Westaustralien wurde …

Artikel lesen