Russland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Putin besucht Verletzte – vier Tote und 79 Vermisste nach Gasexplosion in Russland



epa07254871 Russian rescue workers remove debris after a gas explosion in an apartment building in the city of Magnitogorsk, Chelyabinsk region, Russia, 31 December 2018. The explosion at a Magnitogorsk's residential building, resulting in the collapse of one of its sections, damaged some 48 apartments where 110 people lived, media reported. At least three people have been killed in the incident, three others were injured, including a child, 13 were rescued from the rubble and the fate of some 79 remains so far unknown, media added.  EPA/ILYA MOSKOVETS

Russische Rettungskräfte räumen die Trümmer einer Gasexplosion weg in Magnitogorsk. Bild: EPA/EPA

Eine Gasexplosion in Magnitogorsk mit vier Toten und Dutzenden Vermissten an Silvester hat Russland erschüttert. Selbst Präsident Wladimir Putin flog aus seines Ferien in die Stadt am Ural, um sich über die Rettungsarbeiten zu informieren und mit Opfern zu sprechen.

Die Explosion um 4.00 Uhr Ortszeit (0.00 Uhr MEZ) hatte einen ganzen Aufgang eines grossen Wohnblocks wie ein Kartenhaus zusammenstürzen lassen. In den Trümmern suchten Retter in einem Wettlauf mit der Zeit nach Verschütteten, weil den Überlebenden bei 20 Grad Frost der Tod durch Erfrieren drohte.

Später wurden drei weitere Leichen in den Trümmern entdeckt. «Wir können Sie aber nicht herausholen», sagte Zivilschutzminister Jewgeni Sinitschew im russischen Fernsehen. Er schätzte, dass die Räumarbeiten weitere zwei Tage dauern werden.

Am Abend (Ortszeit) teilte der Gouverneur des sibirischen Gebiets Tscheljabinsk, Boris Dubrowski, mit, noch immer sei das Schicksal von mehr als 35 Menschen unklar. Dazu zählten leider auch sieben Kinder.

«Die Stadt schaut voller Schrecken auf die wachsende Zahl an Opfern. Statt des Neujahrsfestes steht uns Trauer bevor», schrieb ein Internetnutzer aus Magnitogorsk im sozialen Netzwerk Instagram.

epa07254870 People watch as Russian rescue workers remove debris after a gas explosion in a apartment building in the city of Magnitogorsk, Chelyabinsk region, Russia, 31 December 2018. The explosion at a Magnitogorsk's residential building, resulting in the collapse of one of its sections, damaged some 48 apartments where 110 people lived, media reported. At least three people have been killed in the incident, three others were injured, including a child, 13 were rescued from the rubble and the fate of some 79 remains so far unknown, media added.  EPA/ILYA MOSKOVETS

Bild: EPA/EPA

Zunächst hatten die Behörden von 80 Vermissten gesprochen, diese Zahl wurde später nach der Bergung mehrerer Bewohner nach unten korrigiert.

Die Gasexplosion hatte sich gegen 4.00 Uhr Ortszeit (00.00 Uhr MEZ) ereignet. In dem riesigen Wohnhaus stürzte einer von zwölf Aufgängen in sich zusammen. Vizegouverneur Klimow sagte, in 48 zerstörten Wohnungen seien offiziell 110 Menschen gemeldet gewesen.

Obdachlos bei eiskaltem Wetter

In einem Kraftakt wenige Stunden vor dem neuen Jahr zogen die Behörden Rettungskräfte, Gerät und Hundestaffeln aus weiten Teilen Sibiriens und aus Moskau in Magnitogorsk zusammen. Der Einsatz an der Unglücksstelle war gefährlich, weil der Einsturz weiterer Teile des neunstöckigen Hauses drohte, wie Sinitschew sagte.

In dem 1973 errichteten zwölfstöckigen Plattenbau hatten 110 Menschen gewohnt. Einige konnten die Ruine unverletzt verlassen, andere wurden von den Suchmannschaften verletzt geborgen. Knapp 30 Bewohner meldeten sich unverletzt bei den Behörden. Sie hatten die Nacht anderswo verbracht.

Die Überlebenden standen nun an Silvester bei eiskaltem Winterwetter ohne Wohnung da. In einer nahe gelegenen Schule wurden Notquartiere errichtet. Teile des Wohnblocks wurden als einsturzgefährdet eingestuft, die Menschen mussten auch hier ihre Unterkünfte verlassen. Die Temperatur in der Stadt sollte in der Neujahrsnacht auf unter minus 20 Grad sinken.

Putin beim Krisenstab

Putin traf in Magnitogorsk mit dem Rettungsstab zusammen und besuchte Verletzte im Spital. Ein 13-jähriger Knabe berichtete dem Kremlchef, er habe länger als eine Stunde unter den Trümmern festgesteckt, bis er gerettet worden sei.

«Ich bin so schnell zu euch aufgebrochen, dass ich gar nichts mitgebracht habe», sagte Putin. Er versprach dem Jungen aber für später ein Geschenk, wie die Agentur Interfax meldete.

Auch Gouverneur Dubrowski sagte den Betroffenen schnelle Entschädigungen und Hilfe bei der Beschaffung von neuem Wohnraum zu. Die Staatsführung reagierte damit viel schneller und hilfsbereiter als bei der Brandkatastrophe in einem Einkaufszentrum der sibirischen Stadt Kemerowo im März dieses Jahres mit 64 Toten. Der hartherzige Umgang mit den Opfern hatte den Behörden damals Kritik eingetragen.

Die Justiz leitete nach der Explosion strafrechtliche Ermittlungen ein. In Russland kommt es immer wieder zu Gasexplosionen. Viele Gebäude stammen noch aus der Sowjetzeit und sind in schlechtem Zustand, vielfach werden auch Sicherheitsregeln nicht eingehalten.

Magnitogorsk ist eine grosse Industriestadt im Ural, sie beherbergt das grösste Stahlwerk des Landes. Mitarbeiter beteiligten sich an dem Bergungseinsatz. Der Milliardär Viktor Raschnikow, der das Stahlwerk betreibt, rief zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung auf. «Wir teilen den Schmerz», erklärte er. (sda/dpa/afp)

Aktuelle Polizeibilder

Das könnte dich auch interessieren:

«Er hat nicht unrecht» – das sagt Christoph Blocher zu SVP-Glarners Handy-Terror

Link zum Artikel

Fazit nach Frauenstreik: Hunderttausende Menschen protestierten für Gleichstellung

Link zum Artikel

FCB-Sportchef Streller tritt mit emotionalem SMS zurück: «Es bricht mir s’Herz»

Link zum Artikel

Trump hat sich im Persischen Golf verzockt

Link zum Artikel

5 Action-Heldinnen, die die Filmwelt ordentlich gerockt haben

Link zum Artikel

Preisgeld-Vergleich: So viel mehr kassieren Männer im Sport als Frauen

Link zum Artikel

14 Gründe, warum die Frauen heute streiken

Link zum Artikel

«Das stimmt einfach nicht» – Martullo-Blocher wird in der «Arena» vorgeführt

Link zum Artikel

Nach Handy-Terror: Betroffene Mutter rechnet mit SVP-Glarner ab – und wie

Link zum Artikel

Trump setzte Kopfgeld auf unschuldige Schwarze aus – jetzt melden sie sich zu Wort

Link zum Artikel

9 spannende Geisterstädte und ihre Geschichten

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Fliegerbombe mitten in Berlin entschärft: 3000 Personen am Alexanderplatz evakuiert

Eine 100 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist in der Nacht zu Samstag mitten in der deutschen Hauptstadt Berlin entschärft worden. Der Zünder sei erfolgreich gesprengt worden, teilte die Polizei gegen 01.45 Uhr mit.

Die Sperrungen rund um den Alexanderplatz würden «nach und nach» aufgehoben. Zuvor waren rund 3000 Menschen im Sperrkreis um den Fundort in Berlin-Mitte aus ihren Häusern evakuiert worden. Die Bewohner könnten wieder in ihre Wohnungen, erklärte die …

Artikel lesen
Link zum Artikel