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Genug ist genug: Bundesrat verbietet «Liegestuhl-mit-Badetuch-reservieren»

Claudio Gagliardi
Claudio Gagliardi



Switzerland's President Didier Burkhalter, addresses the 69th session of the United Nations General Assembly Wednesday, Sept. 24, 2014, at U.N. headquarters. (AP Photo/Frank Franklin II)

Burkhalter rechtfertigt vor der UNO das harte Durchgreifen gegen die Badetuch-Sünder. Bild: AP

Bern/New York (den). In der Badi schnell den Liegestuhl mit einem Badetuch reservieren und dann für zwei Stunden im Pool verschwinden? Das ist bald nicht mehr möglich. «Der Bundesrat hat dieses schändliche Verhalten per Dekret verboten», sagt Bundesratssprecher Andreas Simonzetti gestern an einer Pressekonferenz. Grund für den magisträtlichen Schnellschuss war offenbar ein Vorfall, welcher Didier Burkhalter vor ein paar Tagen erlebte. «Der Bundespräsident war mit seiner Familie neulich in einem Thermalbad zu Gast. Nach dem Besuch der Sauna wollte Herr Burkhalter auf einem der zahlreichen Liegestühle ein Nickerchen halten, um sich auf die kommende Woche vorzubereiten», so Simonzetti.

Doch wohin Burkhalter blickte, alle Liegestühle waren bereits mit einem Badetuch «reserviert». Der Bundesrat habe sich danach beim Bademeister beschwert und darum gebeten, ein paar Liegestühle für ihn und seine Familie frei zu machen. «Er könne nichts machen, es gebe kein Gesetz dagegen, hat der Bademeister zu Herrn Burkhalter gesagt», so Simonzetti. Für Burkhalter war somit klar, er musste handeln, und zwar schnell.

Das Gefaengnis Affoltern am Albis, aufgenommen am Sonntag, 14. September 2014 in Zuerich. Im Gefängnis in Affoltern am Albis ZH sollen laut der ''Sonntagszeitung'' vom 14. September 2014 mehrere Betreuer die Gefangenen gegen Bezahlung mit Drogen, Testosteron-Mittel und Handys versorgt haben. Insassen haetten sich selbst illegalen Freigang kaufen koennen, schreibt die Zeitung. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Dieser Hochsichserheitstrakt wurde eigens für notorische Wiederholungstäter gebaut. Bild: KEYSTONE

Knast oder Verwahrung

Burkhalter brauchte offenbar nur zwei Tage, um die anderen Bundesräte davon zu überzeugen, sich für ein Verbot des Liegestuhlreservierens einzusetzen. «Weil praktisch alle Bundesräte schon Ähnliches erlebt hatten, brauchte es Seitens Burkhalter nicht einen allzu grossen Überzeugungsaufwand für dieses Gesetz», sagt Sprecher Simonzetti.

Neu blühen Personen, die gegen das neue Gesetz verstossen, harte Strafen. «Da es sich um eine sozial unverträgliche Tat handelt, sollen die Strafen abschreckend wirken und auch mögliche Nachahmungstäter abschrecken.» So wandert eine Person bei einmaligem Vergehen für sechs Monate hinter Gitter, bei mehrmaligem Vergehen droht gar eine Verwahrung.

BRITGER dagegen, USA verwirrt

Die harten Strafen haben auch den UNO-Menschenrechtsrat auf den Plan gerufen. In einer eilends einberufenen Sondersitzung musste sich Burkhalter gestern Abend in New York vor den anderen Nationen erklären und erntete und konnte die anfängliche Skepsis nach einer emotionalen Rede zerstreuen. Viele UNO-Länder planen nun gar ähnliche Gesetze.

Nur die als notorische Liegestuhlreservierer bekannten Nationen Deutschland und Grossbritannien konnten der Idee trotz Burkhalters Ansprache nichts abgewinnen. Sie drohten, sie würden sich zu einer neuen Pan-Ärmelkanalischen-Union zusammenschliessen, um explizit dem Liegestuhlreservieren zu frönen. Der Vertreter der USA hingegen war nach der Rede verwirrt. Er habe noch nie vom Liegestuhlreservieren mit Badetuch gehört. In seinem Land würden Badetücher ausschliesslich für Waterboarding benutzt.

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Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über einen Schwangerschaftstest fürs iPhone oder mit Zwiebeln verunreinigte Kebabs, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine satirische Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu.

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