Olympia 2016
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Rio sagt Tschüss – das sind die schönsten Bilder der (verregneten) Abschlussfeier 



Strömender Regen, Samba und Athleten mit Selfiesticks: So gingen die Olympischen Spiele in Rio zu Ende. IOC-Präsident Bach lobte Brasilien für die Gastfreundschaft und klammerte Probleme aus.

Es regnete in Strömen, als die Athletinnen und Athleten am Sonntagabend zur Schlussfeier ins Maracanã-Stadion einliefen. Rio, die traumhaft schön gelegene Stadt, die in den vergangenen drei Wochen so manch einem und einer den Kopf verdreht hat, zeigte sich von ihrer garstigen Seite. Die Fahnen der über 200 Nationen wanden und krümmten sich im Wind. Zahlreiche Sportler trugen Regenpelerinen und filmten mit ihren Smartphones sich selbst und die Menge im Stadion.

Ein von @mozzer123 gepostetes Foto am

Die Schweizer Fahne trug Mountainbiker Nino Schurter. Der 30-jährige Bündner war schon vor seiner Goldmedaille vom Sonntagnachmittag für diese Aufgabe auserkoren worden. Gemäss Schätzung von Swiss Olympic dürften insgesamt 80 Schweizer ins Stadion eingelaufen sein. Davon waren knapp 50 Athletinnen und Athleten, die in den letzten Tagen noch im Einsatz standen: Mountainbiker, Segler, Marathonläufer, ferner die Synchronschwimmerinnen, Ruderer, Beachvolleyballerinnen, Triathleten und ein paar Leichtathleten.

epa05506122 Flag bearer Nino Schurter (R) of Switzerland enters the Maracana Stadium during the Closing Ceremony of the Rio 2016 Olympic Games in Rio de Janeiro, Brazil, 21 August 2016.  EPA/SERGEI ILNITSKY

Schurter mit der Schweizer Fahne. Bild: SERGEI ILNITSKY/EPA/KEYSTONE

«Wir gehen als Freunde»

Um 22.18 Uhr Ortszeit erklärte IOC-Präsident Thomas Bach die Spiele der Spiele der XXXI. Olympiade für beendet. Zuvor hatte er unter anderem die Gastfreundschaft der Brasilianer gelobt und gesagt: «Wir kamen als Gäste hierher, und wir gehen als Freunde.»

Ein von @sharoninavolvo gepostetes Foto am

Die Vielfalt, die Brasilien zelebriere, sei eine Bereicherung für alle. Bach sprach von «wunderbaren Spielen» in einer «wundervollen Stadt». Besonderen Respekt zollte er dem erstmals angetretenen Flüchtlingsteam: «Ihr seid ein Symbol der Hoffnung für Millionen Flüchtlinge in aller Welt.»

So warmherzig Bachs Worte daherkamen – sie täuschten nicht darüber hinweg, dass er kaum Superlative verwendete und die Organisations- und Sicherheitsprobleme der Brasilianer mit den Spielen ausklammerte.

Rios Bürgermeister Eduardo Paes übergab die olympische Fahne an Bach und dieser wiederum an Yuriko Koike, die Bürgermeisterin von Tokio, wo die Sommerspiele in vier Jahren stattfinden werden.

Die Gastgeber von 2020 zeigten, dass sie nach den problembehafteten Spielen in Rio Spiele der Perfektion bieten wollen. Zur Überraschung stand nach einer virtuellen Reise plötzlich ein leibhaftiger Super Mario auf einem Podest in der Mitte des Stadions. Er nahm die Maske ab, zum Vorschein kam: Japans Premierminister Shinzo Abe.

abspielen

Hello Tokyo! streamable

Ohne Temer und Pelé

Die Abschlussfeier sollte ein Fest brasilianischer Kultur werden - das hatte die künstlerische Leitung um Direktor Leonardo Caetano, Produktionschef Abel Gomes und Kreativ-Direktorin Rosa Magalhães im Vorfeld versprochen. Sie blieben dem Publikum nichts schuldig: Hunderte von professionellen Tänzern huldigten der musikalischen Tradition brasilianischer Musik wie Samba und Bossa Nova in mehreren Choreografien.

Das brasilianische Publikum, das während der Spiele immer wieder für sein teilweise unfaires Verhalten gegenüber gegnerischen Sportlern Kritik einstecken musste, war in seinem Element. Es applaudierte und tanzte fast so euphorisch wie am Samstagabend, als die brasilianische Fussballmannschaft im Penaltyschiessen gegen Deutschland Gold holte. Der brasilianische Sänger Lenine widmete den Zehntausenden Freiwilligen zum Dank eine exklusive Version einer seiner grössten Hits.

Die grossen Abwesenden der Feier waren ein Held und ein Antiheld: der brasilianische Fussballstar Pelé einerseits, der wegen wegen seiner angeschlagenen Gesundheit passen musste. Und Brasiliens Interimspräsident Michel Temer anderseits. Temer war an der Eröffnungsfeier ausgepfiffen worden.

In der Zwischenzeit dürfte er sich wenig neue Freunde gemacht haben in der olympischen Gemeinde. Am Freitag reiste er für eine angekündigte Medienkonferenz ins olympische Medienzentrum, wo er nach drei Stunden Verspätung ein dreiminütiges PR-Statement abgab und ohne Fragen zu beantworten wieder verschwand. An seiner Stelle durfte nun der ebenfalls nicht sonderlich beliebte Stadtpräsident von Rio, Eduardo Paes, Buhrufe seiner Landsleute einstecken. (cma/sda)

Die besten Bilder der Olympischen Spiele

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Unvergessen

Gilbert Glaus feiert den einzigen Schweizer Etappensieg auf den Champs-Élysées

24. Juli 1983: Längst ist es Tradition, dass die Tour de France im Herzen der Hauptstadt Paris endet. Bislang durfte nur ein einziger Schweizer auf den Champs-Élysées jubeln: Gilbert Glaus.

Für einen Sprinter ist ein Sieg auf der Avenue des Champs-Élysées einer mit ganz besonders viel Prestige. Als Gilbert Glaus 1982 zum ersten Mal an der Tour de France teilnimmt, ist er von diesem Etappensieg noch weit entfernt. Der im Berner Oberland lebende Freiburger landet auf Rang 23.

Ein Jahr später führt Gesamtsieger Laurent Fignon das Feld auf die letzten Meter, in seinem Windschatten Sean Kelly. Der Ire hat das Grüne Trikot für den Sieger der Punktewertung auf sicher, und natürlich …

Artikel lesen
Link zum Artikel