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Stan the Lichtgestalt, hier deutlich geglättet und aufgehellt im Visilab-Schaufenster des Zürcher Hauptbahnhofs. bild: simone meier

Das Wunder von Visilab

Die Werbung sieht Wawrinka durch die rosa Brille. Weshalb ich mir trotzdem seine Akne-Narben zurück wünsche



Was wäre die Schweiz ohne ihre Tennisstars! Ein Hauch von nichts, oder? Martina Hingis, die kaltherzige Männerverschlingerin, die fatalste Femme unseres Landes, Patty Schnyder mit ihrem undurchsichtigen Per-Orangensaft-zur-Weltspitze-Trainer, Roger Federer, der Mann mit dem Samen der zwei Herzen. Sex & Crime & Elternfreuden. Und schliesslich Stan the Man, der Bio-Bauern-Sohn und Rudolf-Steiner-Schüler, dem man beides so gar nicht ansieht, ausser, dass da so was Grundgutes in seinen Augen ist und in seinem Lächeln, so eine herzige Herzlichkeit, die tiefere Gründe haben muss als den Erfolg. 

KEY BISCAYNE, FL - MARCH 30:  Sabine Lisiki of Germany and Martina Hingis of Switzerland pose for photographers after defeating Ekaterina Makarova and Elena Vesnina of Russia during the doubles final of the Sony Open at the Crandon Park Tennis Center on March 30, 2014 in Key Biscayne, Florida.  (Photo by Matthew Stockman/Getty Images)

Martina Hingis (r., hier mit Sabine Lisicki) weiss wohin. Bild: Getty Images North America

PARIS - JUNE 03:  Patty Schnyder of Switzerland in action against Maria Sharapova of Russia during the Women's Singles 4th round match on day eight of the French Open at Roland Garros on June 3, 2007 in Paris, France.  (Photo by Clive Rose/Getty Images)

Patty Schnyder hat aller Orangensaft nicht geholfen. Bild: Getty Images Europe

MIAMI, FL - MARCH 19:  Roger Federer and  Lisa Petrillo attends the Moet & Chandon

Roger Federer übt in Miami für «Baywatch». Bild: Getty Images North America

Doch erst wenn Wawrinka nicht lächelt, sieht man seine Wunden. Also bei der Schwerstarbeit. Oder beim nachdenklichen Posieren. Es gibt ja Küchenpsychologen und Homöopathen, die sagen, auf der Haut trägt man die Wunden der Seele nach aussen. Ich glaub, sie haben recht. Die unglücklichsten Teenies haben die schlimmsten Pickel. 

Bis jetzt dachte ich, dass Stanislas Wawrinka ein mindestens mittelunglücklicher Teenager gewesen sein muss. Ich versuche ja immer, in Sportlern jene Abgründe zu entdecken, die aus den Maschinen wieder Menschen machen. Er hatte da auf jeden Fall ein paar Narbenkrater an den Wangen und zwischen den Brauen, die Haut neben den Nasenflügeln war grossporig. Dass dies von einer ungesunden Ernährung stammt, kann ich mir nicht vorstellen, wegen bio und Rudolf Steiner. Von so einem Demeter-Apfel kriegt man keine Pickel! Von einer umschatteten Psyche schon. Vielleicht war's aber auch ganz anders, und Stanislas Wawrinka durfte einfach kein Clearasil benutzen. Wegen bio und Rudolf Steiner.  

Jetzt ist ihm das Photoshop-Wunder der Optikerkette Visilab angetan worden und plötzlich sieht er aus wie irgendein doofer Sonnyboy-Bachelor ohne jede Tiefenschärfe. Aber vielleicht geht es bei dieser Kampagne ja auch gar nicht um unseren Stan, sondern darum, wie man die Welt durch die Brillen von Visilab sieht. 

Swiss tennis player Stanislas Wawrinka, poses in Basel, Switzerland, October 20, 2013. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Der Schweizer Tennisspieler Stanislas Wawrinka posiert am Sonntag, 20. Oktober 2013 in Basel. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Und so lieben wir Stan. Bild: KEYSTONE

Dass Stars in Film und Werbung bis zur Unkenntlichkeit verschönert werden, ist eine Kulturpraktik, die so alt ist wie Hollywood selbst, und wir machen das ja mit unseren Selbstporträts namens Selfie genauso. Aber Wawrinka steht nicht erst am Anfang jener Castingshow, die sich Karriere nennt, und wir alle haben ihn schon stundenlang am TV in Grossaufnahme vor sich hin rackern und leiden gesehen und kennen jede graduelle Verfärbung seines Gesichts und jede Schweisspore. Seine Haut ist die Projektionsfolie unseres nationalen Mitfieberns. Man muss sie nicht retouchieren.

P.S. Gerade ist mir noch ein weiteres Foto in die Hände gefallen. Es stammt von Montag dieser Woche. Ach, liebstes Wawrinkind, was hast Du bloss getan! Wo sind Deine vollgelebten Wangen hin?! Aber beten wir mal, dass es sich auch hier um eine optische Täuschung handelt.

Switzerland's Stanislas Wawrinka answers question of reporters at a press conference following his first round elimination at the French Open tennis tournament at the Roland Garros stadium, in Paris, France, Monday, May 26, 2014. (AP Photo/Michel Euler)

Diese Wangen sehen aus wie ... ja, richtig, gelasert. Hoffentlich handelt es sich hierbei auch nur um eine Bildbearbeitung ...  Bild: AP

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