Fussball
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epa06331457 (FILE) - A man enters the Brooklyn federal court in Brooklyn, New York, USA, 16 July 2015 (reissued 15 November 2017). Argentinian businessman Alejandro Burzaco testified on 14 November 2017 during the FIFA corruption trial in New York, saying that he paid former Argentinian football official Jorge Delhon and another official 500,000 US dollar (423,000 euro) each every year from 2011 to 2014 to secure the broadcasting rights to soccer matches. Jorge Delhon committed suicide in Buenos Aires just hours after being accused of taking bribes, media reports claimed on 15 November 2017.  EPA/ANDREW GOMBERT *** Local Caption *** 52057540

Geht's den korrupten FIFA-Funktionären im United States Courthouse zu New York endlich an den Kragen? Bild: EPA/EPA

Die Halsabschneider – wie die ersten Prozesstage bereits den ganzen FIFA-Sumpf offenbaren

Schmiergeld in dreistelliger Millionenhöhe, ein toter Beschuldigter, ein Kronzeuge in Angst: Der Prozess um frühere FIFA-Funktionäre in New York offenbart den ganzen Sumpf der Fussball-Korruption.

Peter Ahrens



Ein Artikel von

Spiegel Online

Die Geste ist eindeutig, man versteht sie auf der ganzen Welt. Wer sich mit dem Finger quer über den Hals fährt, will damit jemandem drohen, dass sein Leben auf dem Spiel stehe. Es ist die Geste eines Halsabschneiders. Manuel Burga hat diese Geste am Donnerstag gemacht, Burga ist Angeklagter im grossen New Yorker Schmiergeldprozess um illegale Zahlungen im Weltfussball, und er tat dies in Richtung des Zeugen, der ihn und seine Mitangeklagten vor Gericht schwer belastet.

Wenn es um die FIFA geht, erinnert mittlerweile vieles an einen schlechten Mafiafilm.

This combination of photos shows Juan Angel Napout, left, Manuel Burga, center, and Jose Maria Marin. The former soccer South American officials go on trial in New York on Monday, Nov. 13, 2017, on charges alleging they took bribes and kickbacks in exchange for marketing rights for major soccer tournaments. (AP Photos/File)

Juan Angel Napout (l.), Manuel Burga (m.) und Jose Maria Marin stehen in New York vor Gericht. Bild: AP/AP

Seit Dienstag sitzen im New Yorker Stadtteil Brooklyn die Paten des südamerikanischen Fussballs auf der Anklagebank. Burga, der ehemalige Fussballchef Perus, der mittlerweile 85-jährige ehemalige brasilianische Verbandsboss Jose Maria Marin und Jose Angel Napout, ehemaliger FIFA-Vizepräsident und Chef des südamerikanischen Kontinentalverbandes CONMEBOL. Einst mächtige Männer, alle drei sind den US-Ermittlern im Rahmen ihrer Fahndung in Sachen FIFA-Korruption ins Netz gegangen, und schon die ersten Prozesstage offenbaren, welch Sumpf sich dort auftut.

160 Millionen Dollar Schmiergeld

Dass es zu diesem Prozess überhaupt kommt, haben die Ermittler auch Alejandro Burzaco zu verdanken. Auch kein Kind von Traurigkeit. Er war Chef der Sportmarketingfirma Torneos y Competencias, die mit Fernsehrechten der WM-Turniere dealt. Auch der Argentinier steckte tief drin im Sumpf. Aber er hat irgendwann beschlossen: Wenn er auspackt und sich als Kronzeuge zur Verfügung stellt, dann kann er sich vielleicht am eigenen Schopf aus dem Sumpf herausziehen.

Also redete Burzaco seit 2015, und er redet jetzt auch vor Gericht. Satte 160 Millionen Dollar will er seit 2004 an Schmiergeld gezahlt haben, damit die TV-Rechte da landen, wo sie landen sollten, sagte er am Freitag. Alle an der Spitze der Verbände hätten die Hand aufgehalten, Burga, Napout, Marin, vor allem aber Julio Grondona, der Landsmann von Burzaco. Grondona war über Jahre so etwas wie die rechte Hand von Fifa-Boss Joseph Blatter, er kümmerte sich als Vizepräsident der Fifa-Exekutive passenderweise um die Finanzen des Weltverbands.

Juan Angel Napout, center, arrives at federal court in the Brooklyn borough of New York, Thursday, Nov. 16, 2017. He is one of three former South American soccer officials who are going on trial in a U.S. case highlighting widespread corruption in the sport's governing body.  (AP Photo/Craig Ruttle)

Juan Angel Napout erscheint in weiblicher Begleitung vor Gericht. Bild: AP/FR61802 AP

Grondona kann nicht mehr belangt werden, er ist 2014 gestorben. Aber andere dürfen durchaus fürchten, was Burzaco noch alles zu erzählen hat. Nicolas Leoz zum Beispiel, auch ein Big Boss früherer Zeiten, einer vom Stamme Nimm, Mitglied der berüchtigten FIFA-Exekutive, Verbandsboss in Paraguay. Der 89-Jährige hat sich bisher mit Händen und Füssen gegen eine Auslieferung in die USA gewehrt. das wird ihm nichts mehr nützen. Ein Gericht in Asunción hat am Mittwoch dem Ersuchen der US-Behörden stattgegeben.

Was Burzaco weiss und was er sagt, kann daher nicht nur dem Trio, das derzeit auf der Anklagebank sitzt, nicht gefallen. Insgesamt sind 42 frühere Fussballfunktionäre angeklagt, das Netzwerk der Schamlosigkeit, das sie betrieben, reicht weit über Südamerika hinaus, es reicht nach Trinidad, wo der Blatter-Vertraute Jack Warner Selbstbereicherung in grösstem Stil betrieb, es reicht nach Afrika, es reicht in die FIFA-Zentrale nach Zürich.

Es geht schliesslich nicht nur um TV-Rechte, auch die umstrittene Vergabe der Fussball-WM 2022 an Katar ist Gegenstand der Verhandlung. Leoz, Grondona und der frühere brasilianische FIFA-Funktionär Ricardo Teixeira sollen sich ihre Abstimmung pro Katar mit einer Millionenzahlung haben bezahlen lassen, sagt Burzaco.

Ungeklärter Todesfall in Argentinien

Einer der Beschuldigten, der Argentinier Jorge Delhon, kann nicht mehr vor Gericht erscheinen: Er hat sich, so heisst es zumindest, in dieser Woche vor den Zug geworfen. Ob es wirklich ein Suizid war, das weiss niemand. Die Vorsitzende Richterin in New York, Pamela Chen, hat jedenfalls Zweifel an der offiziellen Version angemeldet. Vielleicht sollte auch ein lästiger Zeuge unschädlich gemacht werden. Man hält mittlerweile alles für möglich.

epa06331424 (FILE) - Argentinian businessman Alejandro Burzaco arrives at Brooklyn Federal court in Brooklyn, New York, USA, 18 September 2015 (reissued 15 November 2017). Alejandro Burzaco testified on 14 November 2017 during the FIFA corruption trial in New York, saying that he paid former Argentinian football official Jorge Delhon and another official 500,000 US dollar (423,000 euro) each every year from 2011 to 2014 to secure the broadcasting rights to soccer matches. Jorge Delhon committed suicide in Buenos Aires just hours after being accused of taking bribes, media reports claimed on 15 November 2017.  EPA/ANDREW GOMBERT *** Local Caption *** 52221627

Alejandro Burzaco packt aus. Bild: EPA

Der Prozess im Schwurgerichtssaal von Brooklyn ist über Monate angelegt, fast täglich wird verhandelt, und jeden Tag kommen neue Unappetitlichkeiten ans Tageslicht. Da ist noch kein Ende abzusehen.

Der Verteidiger von Manuel Burga hat übrigens abgestritten, dass sein Mandant die Halsabschneidergeste gemacht habe. Burga habe sich lediglich am Hals gekratzt, er leide an einer Hautkrankheit. Um Ausreden sind diese Fussballfunktionäre nie verlegen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • CASSIO 18.11.2017 12:57
    Highlight Highlight und der wahre verbrecher richtet.
    6 6 Melden
  • Gustav.s 18.11.2017 11:22
    Highlight Highlight Dies sind doch eigentlich gar keine UsBürger? Nicolas Leoz z. b ist in Paraguay geboren und die liefern ihn aus. Die Fifa ist Frankreich,Schweiz plus fast die ganze Welt. Ein privater Fussballverband wird in einem Land angeklagt das sich für Fussball eigentlich gar nicht interessiert. Einem Land dessen grösste Firmen Dinge tun die weitaus schlimmer sind und dafür fast keine Steuern zahlen.
    Irgendwie seltsam.
    57 38 Melden
    • FrancoL 18.11.2017 12:21
      Highlight Highlight Oder bezeichnend.
      6 2 Melden
    • pureFi 18.11.2017 12:23
      Highlight Highlight Whataboutism?
      Die Punkte sind ja alle korrekt, aber sollte man die Leute deshalb einfach machen lassen?
      17 1 Melden
    • dä dingsbums 18.11.2017 12:43
      Highlight Highlight Zum Anfang: Wenn es das Gesetz in Paraguay erlaubt eigene Bürger auszuliefern, wird er halt ausgeliefert. Who cares?

      Zur Mitte: Die Fifa geschäftet auch in den USA und Frauenfussball ist dort äusserst beliebt. Und eigentlich ist es doch egal wo dieser korrupten Truppe der Prozess gemacht wird.

      Zum Schluss: Whataboutism.
      23 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • N. Y. P. D. 18.11.2017 11:13
    Highlight Highlight N. Y. P.
    16.11.2017 11:00
    Eigenartig. Immer wenn ein Artikel mit dem Konterfei vom Sepp zum Lesen einlädt, kommen folgende Wörter zwingend im Text vor :

    FIFA
    Sepp Blatter
    Korruption
    Funktionär
    Bargeld



    👉Und es ist auch dieses Mal so..
    Und, dass diese FIFA den Hauptsitz bei uns in Zürich hat, ist auch so ein Thema.
    44 0 Melden
    • N. Y. P. D. 18.11.2017 14:46
      Highlight Highlight Anfrage an den AG :

      Wollt Ihr den FIFA-Hauptsitz ?
      2 0 Melden
  • Asmodeus 18.11.2017 11:12
    Highlight Highlight Und trotzdem rennen alle zur WM und glotzen Champions League
    81 6 Melden
    • Lümmel 18.11.2017 11:35
      Highlight Highlight Richtig! Aber Fussballfans scheint es nicht zu interessieren wenn sie betrogen und verarscht werden. Egal ob von Spielern mit Schwalben oder von korrupten Funktionären mit abzocke.
      51 6 Melden
    • Alathea 18.11.2017 11:57
      Highlight Highlight John Oliver hat es gut erklärt wieso ;)

      Play Icon
      10 0 Melden
    • gege 18.11.2017 12:59
      Highlight Highlight Und du bringst dein Geld nicht zur Bank, kaufst keine Handys aus Rohstoffen aus Afrika und fährst keine Fahrzeuge, die mit Benzin fahren? Könnte die Liste beliebig verlängern.
      10 9 Melden
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«Wir verspüren keinen negativen Druck» – YB muss in Valencia punkten

Mut und Solidarität verlangt Gerardo Seoane von seinen Spielern für den Match in Valencia. Sie sollen die Zweikämpfe suchen, sich unterstützen und, wenn sich die Möglichkeit bietet, ohne Umschweife nach vorne spielen.

Die Young Boys erwarten eine andere Partie als vor zwei Wochen daheim gegen Valencia. Die Verteidigung wird mehr gefordert sein, die Phasen mit Ballbesitz kürzer. Trotzdem soll einiges so laufen wie in der zweiten Halbzeit beim 1:1 gegen Valencia. Loris Benito hofft, dass sie die Spanier erneut mit ihrem physischen Spiel bedrängen können.

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