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Eine Frau telefoniert an ihrem Arbeitsplatz im Homeoffice. Mit dem Homeoffice ergeben sich besondere Herausforderungen f

Eine Frau telefoniert an ihrem Arbeitsplatz im Homeoffice. Bild: sda

Die Homeofficepflicht zeigt wenig Wirkung

Trotz härterer Massnahmen ist die Schweizer Bevölkerung mehr unterwegs als noch im ersten Lockdown.

Bruno Knellwolf / ch media



Die Rechnung ist einfach: Sind wir viel unterwegs, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, andere Menschen zu treffen und damit auch das Ansteckungsrisiko. So dienen die meisten der Lockdownmassnahmen dazu, die Mobilität zu reduzieren. Das gilt insbesondere für die Pflicht zum Homeoffice, aber auch das Schliessen der Gastrobetriebe, Verkaufsläden sowie Sport- und Kulturangebote hat diesen Zweck.

Das Schweizer Mobilitätsverhalten im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie analysieren Verkehrsforscher der ETH Zürich und der Universität Basel im Rahmen des Forschungsprojekts «Mobis: Covid-19» in Zusammenarbeit mit dem Luzerner Marktforschungsunternehmen Link. Diese seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr erhobenen Daten zeigen, dass das Verhalten in der zweiten Welle anders ist als bei der ersten Welle im vergangenen Frühling.

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Beim ersten Lockdown Mitte März brach die Mobilität richtiggehend zusammen. Und zwar im öffentlichen Verkehr wie auch auf der Strasse. Entspannt konnte man damals an der plötzlich aussergewöhnlich ruhigen Autobahn entlang spazieren. Jetzt wird es dort trotz Lockdown während des Tags nicht ruhig.

Weniger Tage ohne Aktivität

Das bestätigen die Mobis-Daten. Der Anteil aktiver mobiler Tage der Schweizerinnen und Schweizer ist nach dem ersten Lockdown vom 16. März stark zurückgegangen. Danach hat er sich auf einem Niveau rund zehn Prozent unterhalb der Zeit vor der Pandemie eingependelt. «Nach dem zweiten Lockdown am 18. Januar 2021 ist kein vergleichbarer Rückgang der mobilen Tage zu beobachten», schreiben die Autoren.

Das Verhalten ist in der zweiten Welle anders

Allerdings zeigt sich auch, dass bereits mit dem Bekanntwerden der zweiten Welle Mitte Oktober die Bewegungslust der Schweizer Bevölkerung gesunken ist. Die Schweizerinnen und Schweizer haben ihren Bewegungsradius seit dem 19. Oktober stetig eingeschränkt. Jetzt entspricht dieser nach den Forschern jenem vom Mai 2020. «Ein deutlicher Rückgang wie nach dem ersten Lockdown zeichnet sich aktuell jedoch nicht ab», heisst es im Bericht.

So zeigen die Homeoffice­empfehlung des Bundesrates im Oktober und auch die Verschärfung zur Pflicht ab dem 18. Januar gemäss den Forschern nur wenig Wirkung.

«Dies liegt vor allem daran, dass die frei gewordene Zeit für andere Fahrten als zur Arbeit genutzt wird»,

schreiben die Studienautoren. Statt zur Arbeit geht es wohl in die Berge oder sonst ins Freie. «Personen in Kurzarbeit reisen tatsächlich etwas mehr als die anderen. Leute im Homeoffice reisen zwar weniger als solche, die zu ihren Arbeitsplätzen fahren müssen. Der Unterschied ist allerdings nicht so gross, wie man erwarten würde.»

Die meisten nehmen das Auto

Und die meisten reisen mit dem Auto. Vor einem Jahr beim ersten Lockdown wurden bis zu 53 Prozent weniger Autokilometer zurückgelegt. Erst Anfang Juli wurde wieder ein Normalzustand beobachtet. Auch nach Verhängung des zweiten Lockdowns gingen die gefahrenen Autokilometer zurück, am 18. Januar aber höchstens um gut 30 Prozent.

Busse, Trams und Züge seien weiterhin unbeliebt, schreiben die Autoren. Deren Nutzung liegt zwischen 40 und 60 Prozent verglichen mit der Anzahl Fahrten von 2019. Dies nachdem der öffentliche Verkehr in den ersten Wochen des ersten Lockdowns fast vollständig gemieden wurde.

Überraschend sei die extrem gestiegene Fahrradnutzung während der ersten Welle. Dabei handelte es sich nicht nur um einen Fitness- und Freizeitboom. Das Fahrrad habe für alle Zwecke zugelegt. In der zweiten Welle ist der Fahrrad-Boom allerdings naturbedingt durch das kalte Wetter gebremst worden, das wird sich aber wohl bald wieder ändern.

Die Forscher erklären, dass ihr erhobenes Mobilitätsverhalten von heute jeweils ein Frühwarnsystem für das zukünftige Infektionsgeschehen sei. Die täglich gemeldeten Fallzahlen sind dagegen ein Blick zurück, da diese Ansteckungen immer erst nach dem Test und der Erfassung durch das BAG gemeldet werden.

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