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Das Model 3 soll im März 2019 bei uns verfügbar sein. bild: philipp aeberli

Review

Das Model 3 kommt in die Schweiz – das taugt der kleinste und günstigste Tesla wirklich

Endlich: Das Model 3 von Tesla kommt in Fahrt und bald nach Europa. Wir haben die Performance-Variante getestet.

Philipp Aeberli / ch media



Kaum ein Auto wurde länger gefeiert und sehnlicher erwartet. Auf die Reservierungen und den Produktionsanlauf folgen nun die Auslieferungen. In den USA ist der kleinste Tesla schon ein paar Monate auf dem Markt und sorgt für erstaunlich gute Verkaufszahlen; im Mittelklasse-Segment konnte sich der kalifornische Stromer sogar an die Spitze der Verkaufsstatistik setzen. Eine Meldung, die allerdings relativiert werden muss; schliesslich hat Tesla rund zwei Jahre Bestellungen entgegengenommen – und kann erst jetzt auf die Versprechen Taten folgen lassen.

Die Einstiegsvariante, die schon für 35'000 Dollar zu haben sein soll, lässt aber weiter auf sich warten. Stattdessen werden zuerst die teureren Versionen mit grösserer Reichweite und Allradantrieb produziert. Ebenfalls bereits zu haben ist die sportliche «Performance»-Version, die ab März auch in der Schweiz erhältlich sein wird.

Höchste Zeit also für eine erste Testfahrt in der Heimat der kompakten Strom-Limousine. In unschuldigem Weiss steht das Model 3 am Tesla-Supercharger in Thousand Oaks nordöstlich von Los Angeles bereit. Schon auf den ersten Blick wird klar, dass der jüngste Wurf des E-Auto-Herstellers kein normales Auto sein will. Die Front kommt ohne grosse Kühlluftöffnungen aus und wirkt gewöhnungsbedürftig – aber eben auch schlank, minimalistisch und konsequent.

In der Seitenansicht fallen vor allem die versenkten Türgriffe auf, die man mit einer Kombination aus Drücken und Ziehen öffnet. Spielereien wie die elektrisch ein- und ausfahrenden Griffe beim grösseren Model S spart sich Tesla beim Neuling. Auch ein Schlüssel im konventionellen Sinne ist beim Model 3 nicht vorgesehen. Stattdessen gibt es einen Chip im Kreditkartenformat, der zum Entriegeln an die B-Säule gehalten wird. Um das Auto zu starten, wird die Karte auf die Mittelkonsole gelegt. Alternativ ist das alles auch per Smartphone möglich.

Das minimalistische Aussendesign setzt sich im Cockpit fort. Hier wurde konsequent auf alles verzichtet, was nicht zwingend notwendig ist. Knöpfe finden sich lediglich in der Tür – zur Bedienung der Fensterheber – und zwei Drehknöpfe auf dem Lenkrad. Grundsätzlich werden alle Funktionen über den freistehend mittig auf dem Armaturenbrett quer montierten 15-Zoll-Touchscreen gesteuert. Er ist Tacho, Navi und Klimabedienteil in einem. Der Touchscreen überzeugt mit seiner hochwertigen Glasoberfläche und gestochen scharfer Darstellung. Zudem reagiert er präzise auf Berührungen und ist in logisch aufgebaute Menüs gegliedert. Um das Lenkrad und die Spiegel einzustellen, muss man sich also am Touchscreen ins richtige Menü drücken, um dann über die Drehrädchen am Lenkrad die richtige Position zu finden. Das ist zwar etwas umständlich, aber nicht weiter störend, zumal auch mehrere Positionen abgespeichert werden können.

Einsteigen und losfahren

Obwohl die Anordnung des Cockpits einzigartig und ungewohnt ist, findet man sich auf Anhieb zurecht. «Reinsetzen und losfahren» lautet die Devise. Wie bei allen Tesla-Modellen muss auch hier weder ein Zündschlüssel gedreht noch ein Startknopf gedrückt werden. Fuss auf die Bremse und den kleinen Wählhebel an der Lenksäule auf «D» – schon rollt der Stromer los.

Einzig das Ablesen der gefahrenen Geschwindigkeit wirkt zu Beginn etwas störend, da man dafür rechts auf den Monitor blicken muss; allerdings gewöhnt man sich sehr schnell daran – und wird nicht vom Geschehen auf der Strasse abgelenkt. Schon auf den ersten Metern wird spürbar, dass das Model 3 deutlich kompakter gebaut ist als seine Geschwister. Mit einer Länge von 4.69 Metern ist der Kompakte fast 30 Zentimeter kürzer als der grosse Bruder, mit 1.85 Metern elf Zentimeter schmaler.

So fühlt sich der Stromer handlich an, was durch die direkt ausgelegte Lenkung und das kleine Lenkrad unterstützt wird. Und natürlich auch durch den starken E-Antrieb. Verzögerungsfrei liefert er bis zu 487 PS. Der Sprint auf 100 km/h ist in 3.7 Sekunden möglich, womit das Model 3 in der Performance-Variante manchen Sportwagen an der Ampel alt aussehen lässt.

Alltagswagen oder Spassauto?

Auch Kurven liegen dem kompakten Ami gut. Die im Boden untergebrachte Batterie sorgt für einen tiefen Schwerpunkt, das Fahrwerk wirkt sportlich straff, aber nicht über die Gebühr hart. So neigt sich der Fünfplätzer kaum in die Kurve und bleibt dank Allrad- antrieb jederzeit sicher beherrschbar. Je ein E-Motor an der Vorder- und der Hinterachse ermöglichen ein 4×4-System, das sehr sensibel und flink anspricht. Doch das Model 3 soll auch in der stärksten Version nicht in erster Linie ein Spassauto sein, sondern vor allem auch ein begabter Alltagswagen.

Auf der Autobahn Richtung Los Angeles kann der teilautonome Fahrassistent «Autopilot» zeigen, was er kann. Durch zweimaliges Antippen des Gang-Wählhebels wird er aktiviert. Kameras und Sensoren überwachen Strassenmarkierungen und Verkehr rund um das Auto und halten den Wagen in der Spur. Die Geschwindigkeit wird bei Bedarf an den Vorausfahrenden angepasst. Das alles funktioniert erstaunlich gut und wirkt sicher und selbstverständlich. Natürlich müssen die Hände am Lenkrad bleiben, doch die Elektronik meistert den Autobahnverkehr problemlos – auch bei Regen.

Das Fazit

Das Fazit nach der ersten Testfahrt mit dem Tesla Model 3 fällt also durchaus positiv aus. Zwar gibt es Details, an die man sich gewöhnen muss, dafür aber auch viele Vorteile. Das Platzangebot ist auch auf der Rückbank gut und wirkt dankt grossflächigem Glasdach sehr luftig. Der Kofferraum wirkt geräumig, kann allerdings nur durch eine eher kleine Ladeluke befüllt werden. 

Tesla Model 3

Unter der vorderen Haube gibt es einen zusätzlichen kleinen Stauraum. bild: philipp aeberli

Das handliche Fahrgefühl passt gut zum souveränen und starken E-Antrieb und kann damit sowohl Fahrspass als auch Komfort bieten. Dass die Software, und damit auch die Fahrassistenten, laufend verbessert wird, macht das Model 3 zum interessanten Angebot, auch wenn der kleinste Tesla vorerst noch deutlich teurer ist als zu Beginn versprochen; die Basisversionen ohne Allradantrieb und mit kleinerer Batterie lassen noch auf sich warten.

Die getestete Performance-Version kostet ab 71'300 Franken und bietet bis zu 530 Kilometer Reichweite laut Testverfahren WLTP. Die vorläufige Basisvariante startet bei 59'400 Franken und fährt bis zu 544 Kilometer weit. Trotzdem: Das lange Warten hat sich gelohnt – und das Model 3 könnte der E-Mobilität tatsächlich zusätzlichen Schub verleihen. (aargauerzeitung.ch)

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Video: srf

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