Unvergessen
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Zehn Sekunden lang liegt Uchow nach seinem Nichtsprung einfach auf der Matte. Bild: KEYSTONE

Liebeskummer in Lausanne

Unvergessen

02.09.2008: Hochspringer Uchow leert einen Bidon mit Wodka-Red-Bull und torkelt dann auf die Matte

2. September 2008: Am Morgen vor dem Meeting in Lausanne macht die Freundin von Iwan Uchow mit ihm Schluss. Der Russe verarbeitet den Schmerz auf seine Weise und sorgt damit für das vielleicht beste Leichtathletik-Video auf Youtube.



Die «Athletissima» in Lausanne 2008 ist nicht der Wettkampf des Lebens von Iwan Uchow. Der folgt erst vier Jahre später, als der Hochspringer aus Russland Olympiasieger wird. Dennoch ist es Uchows Auftritt am Genfersee, der ihn für den Rest seiner Karriere zu einer Figur macht und nicht die Goldmedaille.

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Der Fehlversuch, der Iwan Uchow auch ausserhalb der Hochsprung-Szene schlagartig bekannt macht. Video: Youtube/spstriteam

Wodka-Red-Bull im Bidon

Am Dienstagmorgen erhält Uchow in Lausanne einen Anruf seiner Freundin. Sie erklärt dem damals 22-Jährigen, dass sie sich von ihm trenne. An eine seriöse Wettkampfvorbereitung ist nach dieser Nachricht nicht zu denken.

Vielmehr ertränkt Uchow seinen Liebeskummer. Der «Blick» schreibt von Gerüchten, dass der Russe selbst während des Meetings kein Isostar aus seinem Bidon trank, sondern dass er ihn mit Wodka-Red-Bull gefüllt habe. Heute wird er sauer, wenn er auf den Vorfall angesprochen wird.

Russian Ivan Ukhov aborts a jump during the men's high jump competition at the Athletissima athletics meeting in the Stade Olympique in Lausanne, Switzerland, Tuesday, September 2, 2008. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Uchow verliert den Halt unter den Füssen und stürzt sich auf die kuschelige Matte. Bild: KEYSTONE

Irgendetwas ist immer bei Uchow

Bei 2,23 m liegt die Latte beim legendären Fehlversuch in Lausanne. Vier Jahre später segelt Iwan Uchow glücklicher in die Matte. Er überquert in London 2,38 m und wird Olympiasieger.

epa03348997 Ivan Ukhov of Russia competes in the men's High Jump Final in the London 2012 Olympic Games Athletics, Track and Field events at the Olympic Stadium, London, Britain, 07 August 2012.  EPA/FRANCK ROBICHON

Geht doch! In London feiert der Russe den grössten Erfolg seiner Karriere. Bild: EPA

Ganz ohne Zwischenfall geht auch dieser Wettkampf nicht über die Bühne. Zwar tritt der Athlet aus Tscheljabinsk nüchtern an, doch vor seinem Versuch über 2,33 m vermisst er plötzlich sein Sprungtrikot. Er meistert die Höhe in einem flatternden Trainingsleibchen und leiht sich für den Rest des Tages ein Trikot seines Landsmanns Andrej Silnow.

Russia's Ivan Ukhov celebrates winning gold in the men's high jump final during the athletics in the Olympic Stadium at the 2012 Summer Olympics, London, Tuesday, Aug. 7, 2012. (AP Photo/David J. Phillip )

Raus mit der Freude: Iwan Uchow feiert seinen Olympiasieg. Bild: AP

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei.

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18. Oktober 1968: Der Sport erlebt einen seiner denkwürdigsten Momente. Leichtathlet Bob Beamon hebt an den Olympischen Spielen zum «Sprung ins 21. Jahrhundert» ab. Seine 8,90 m wurden bis heute nur von zwei Athleten übertroffen.

Es gibt Sportler wie Roger Federer, die eine unheimliche Konstanz haben und jahrelang Triumph an Triumph reihen können. Und es gibt Sportler, die einen einzigen, absolut perfekten Tag in ihrer Karriere erleben. Der amerikanische Leichtathlet Bob Beamon gehört zu letzterer Kategorie.

Als er am 18. Oktober 1968 in Mexiko-Stadt an der Weitsprung-Konkurrenz der Olympischen Spiele teilnimmt, katapultiert er sich gleich mit seinem ersten Versuch in bislang unbekannte Sphären. Weil alles, was aufgehen …

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