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Nico Hischier hat eine hervorragende Rookie-Saison hinter sich.
Nico Hischier hat eine hervorragende Rookie-Saison hinter sich.
Bild: AP/AP
Analyse

Die Playoffs als Dessert – so gut ist Nico Hischier seine erste NHL-Saison gelungen

In seiner ersten Regular Season in der NHL hat Nico Hischier alle Erwartungen übertroffen. Nun will der Nummer-1-Pick seine vielen Qualitäten auch in den Stanley-Cup-Playoffs einsetzen.
12.04.2018, 17:1413.04.2018, 06:40

Heute Nacht startet der Schweizer Nummer-1-Draft Nico Hischier in seine ersten Stanley-Cup-Playoffs. Dass die New Jersey Devils in dieser Position sind, liegt zu grossen Teilen an ihrem Superstar Taylor Hall. Doch auch dem Schweizer Rookie ist bislang eine sehr gute Saison gelungen. 

Das beginnt schon bei der Tatsache, dass Hischier als einziger Devil in der Regular Season alle 82 Spiele absolviert hat. Vor der Saison fragten sich noch einige Beobachter, ob der mittlerweile 19-Jährige das Zeug hat, sich in seiner ersten NHL-Saison durchzusetzen. Nun ist er bereits zu einer wichtigen Stammkraft geworden. 

Punkte und Durchsetzungsvermögen

Hischier spielt aber nicht nur, damit er gespielt hat. Er trägt auch entscheidend zur offensiven Produktion New Jerseys bei. Zwar hat Taylor Hall unglaubliche 41 Punkte mehr erzielt, doch die 20 Tore und 32 Assists des Wallisers können sich durchaus sehen lassen. Betrachtet man die interne Skorerliste, hat der Center am zweitmeisten Punkte, am drittmeisten Tore und am drittmeisten Assists erzielt. Bei den «Primary Points» – also Toren und ersten Assists – liegt der Schweizer mit 36 Punkten gar einen Zähler vor Hall an erster Position.

Beeindruckend ist auch wie Hischier seine Treffer erzielt. Seine Masse werden mit 186 Zentimetern Körpergrösse und 79 Kilogramm Gewicht angegeben. Vor der Saison wurde befürchtet, dass er wie viele technisch versierte Spieler Mühe kriegen könnte, sobald es etwas härter zu und her geht. 

Hischier setzt sich gegen Kessel und Malkin durch und bedient Taylor Hall.
Video: streamable

Das Gegenteil ist der Fall. Hischier scheut keine Konfrontation. Er legt sich mit gegnerischen Spielern an und vermag sich im Zweikampf gegen NHL-Grössen wie Phil Kessel und Ewgeni Malkin mühelos zu behaupten. Auch in der gegnerischen Zone sucht der Schweizer den direkten Zug vors Tor und kann sich durchsetzen.

Hischier setzt sich im Slot durch.
Video: streamable

Doch Hischier ist mehr als nur Tore und Assists. Der Walliser hilft den Devils auch durch seine extreme Scheibensicherheit. Der Rookie leistet sich kaum Puckverluste, luchst das Spielgerät dem Gegner aber seinerseits sehr oft ab. 

Scheibensicherer als Matthews

Und wenn der 19-Jährige die Scheibe einmal hat, weiss er mit ihr etwas Gescheites anzufangen. 96 Prozent seiner Eintritte in die offensive Zone absolviert er mit Scheibenkontrolle. Zum Vergleich: Auston Matthews brachte es in seiner Rookie-Saison auf 88 Prozent. Und auch wenn es darum geht, die Scheibe kontrolliert aus dem eigenen Drittel zu bringen, ist auf Hischier Verlass. Es gelingt ihm in 94 Prozent aller Fälle (Matthews 60%).

Anteil kontrollierter «Zone Entries» und «Zone Exits» in Prozent. Verglichen wird Nico Hischiers Rookie-Saison mit Auston Matthews' Rookie-Saison.
Anteil kontrollierter «Zone Entries» und «Zone Exits» in Prozent. Verglichen wird Nico Hischiers Rookie-Saison mit Auston Matthews' Rookie-Saison.
quelle: CJ turturo; Bild: watson, infogr.am

Hischier ist mit der Scheibe also nur schwer zu stoppen. Das führt dazu, dass seine Gegner oft zu unerlaubten Mitteln greifen müssen und deshalb Strafen nehmen. Kaum ein Spieler in der NHL holt für sein Team derart viele Strafen heraus.

Zwei Schwächen

Es gibt aber natürlich auch Kritikpunkte. Die grösste Schwäche des jungen Centers sind immer noch die Anspiele. Er gewinnt nur etwas mehr als 42 Prozent seiner Bullys. Deshalb wird er in wichtigen Situationen teilweise gar nicht beim Anspiel eingesetzt. 

Hischier ist definitiv schon Fan-Liebling in New Jersey.
Hischier ist definitiv schon Fan-Liebling in New Jersey.
Bild: AP/AP

Eine weitere Schwäche ist das Spiel im Powerplay. Hischier konnte über die ganze Saison gesehen 168 Minuten Powerplay spielen. Daraus resultierten für ihn persönlich ein Tor und fünf Assists – eine magere Ausbeute.

Das mag einerseits damit zusammenhängen, dass Hischier mehrheitlich in der zweiten Powerplay-Linie zum Einsatz kam. Andererseits wohl auch damit, dass er seine Rolle im Überzahlspiel der Devils noch nicht richtig gefunden hat. Wenn der Schweizer im Powerplay im Einsatz steht, generiert New Jersey deutlich weniger Schüsse als ohne ihn. 

Doch die positiven Aspekte überwiegen in Hischiers erster NHL-Saison. Nun darf er auch gleich ein erstes Mal in den Playoffs antreten. Wie schlägt der Youngster sich, wenn die Intensität nochmals deutlich erhöht wird? Gut möglich, dass er uns ein weiteres Mal überrascht.

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Video: watson/Nico Franzoni, Emily Engkent
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