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Fahrtzeiten auf Spezialspur reservieren: So will ein ETH-Doktorand den Stau besiegen

13.12.2018, 10:0014.12.2018, 06:57

Auf dem Weg zur Arbeit: Stau. Auf dem Weg nach hause: wieder Stau. Ein Doktorand der ETH Lausanne hat sich intensiv mit dem Problem beschäftigt und schlägt vor, ein Buchungssystem für Fahrtzeiten einzuführen - ähnlich wie man einen Platz im Flieger bucht.

Ein schöner Stau im Waadtland. 
Ein schöner Stau im Waadtland. 
Bild: KEYSTONE

In seiner Doktorarbeit hat sich Raphaël Lamotte intensiv mit Methoden beschäftigt, Staus zu vermeiden. Seinen Untersuchungen zufolge wäre es am effizientesten, ein Reservationssystem einzuführen, in welchem Autofahrer bestimmte Zeitfenster buchen können.

Eine andere Möglichkeit, die beispielsweise in Stockholm angewendet wird, sind Staugebühren: Kontrollstationen registrieren die vorbeikommenden Fahrzeuge und der Halter bekommt per Post eine Rechnung. Wer zu den Stosszeiten fährt, zahlt ein bisschen mehr. «Auch recht niedrige Gebühren, die mit der Tageszeit schwanken, können das Verhalten der Fahrenden beeinflussen», sagte Lamotte gemäss einer Mitteilung der ETH Lausanne (EPFL).

Inspiration vom Flugverkehr

Für die Schweiz wäre dieses System aber schwer umsetzbar, bräuchte es dafür doch eine Anpassung der Verfassung. Deshalb holte sich Lamotte Inspiration bei anderen Transportsystemen. Im Flugverkehr gibt es in der Regel keinen Passagierstau, weil das Buchungssystem nur Reisende annimmt, bis das Flugzeug voll ist. Danach müssen Passagiere einen anderen Flieger wählen.

Ähnliches wäre auch im Strassenverkehr denkbar, meint der EPFL-Doktorand: Ein Buchungssystem für eine speziell reservierbare Spur. Die Anzahl «Plätze» auf dieser Spur würde von der Kapazität der Strasse abhängen. Und je nach Nachfrage liesse sich entscheiden, wie viele Spuren für diesen Zweck abgesondert würden. Wer das Buchungssystem nicht nutzen wolle, könne weiterhin die regulären Spuren nutzen - mit dem Risiko, dass es zum Stau kommt.

Bereitschaft dürfte steigen

Auch dieses System wäre heutzutage schwer umzusetzen, räumt Lamotte ein. Autofahrer dürften Mühe haben, sich an die Buchung fester Zeiten zu gewöhnen, zumal die Freiheit, zu jeder beliebigen Zeit loszufahren, für viele Pendler eines der Hauptargumente fürs Auto und gegen die öffentlichen Verkehrsmittel ist.

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In Zukunft dürfte die Bereitschaft dafür jedoch steigen, ist Lamotte überzeugt. «Car-Sharing-Systeme werden immer üblicher, und selbstfahrende Autos liegen in nicht allzu ferner Zukunft. Pendler werden sich bald daran gewöhnen, ein Fahrzeug zu reservieren.» Dann sei es nur noch ein kleiner Schritt, auch das Zeitfenster zu buchen. (sda)

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Video: watson/Knackeboul, Gina Schuler
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