Gesellschaft & Politik
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ARCHIV - Die Hagia Sopia, aufgenommen kurz nach Sonnenaufgang. Das Oberste Verwaltungsgericht in der T

Die Hagia Sophia, aufgenommen kurz nach Sonnenaufgang. Das Oberste Verwaltungsgericht in der Türkei hat einem Bericht zufolge den Status des berühmten Gebäudes Hagia Sophia in Istanbul als Museum annulliert. Bild: sda

Historischer Entscheid: Erdogan ordnet Öffnung der Hagia Sophia fürs islamische Gebet an



Das Oberste Verwaltungsgericht in der Türkei hat einem Bericht zufolge den Weg frei gemacht, damit das Gebäude Hagia Sopha in Istanbul künftig als Moschee genutzt werden kann.

Nach diesem Gerichtsentscheidung hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan angeordnet, das Gebäude für das islamische Gebet zu öffnen.

twitter@RTErdogan

Die Leitung der «Hagia Sophia Moschee» werde zudem der Religionsbehörde übergeben, steht in einem von Erdogan unterschriebenen Beschluss, den er auf Twitter teilte. «Herzlichen Glückwunsch», fügte Erdogan hinzu

Museums-Status annulliert

Das Gericht annullierte am Freitag den Status der einstigen Kirche als Museum. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag. Eine Begründung der Entscheidung lag zunächst nicht vor.

Wann das Gebäude zum ersten Mal als Moschee genutzt wird, ist noch unklar. In Medien wurde als Datum der 15. Juli – der Jahrestag des Putschversuchs in der Türkei – genannt. Nach Angaben der Zeitung «Hürriyet» wird die Gerichtsentscheidung innerhalb der nächsten 30 Tage umgesetzt.

epa08522665 People visit the Hagia Sophia Museum in Istanbul, Turkey, 02 July 2020. According to media reports, a Turkish court delayed the decision on whether the 1,500-year-old Unesco World Heritage site Hagia Sophia can be converted into a mosque, as Turkey's President Erdogan called for.  EPA/SEDAT SUNA

Das 1500 Jahre alte Unesco-Weltkulturerbe soll auf Anraten des türkischen Präsidenten Erdogan in eine Moschee umgewandelt werden. Bild: keystone

Vor der Hagia Sophia in der Istanbuler Altstadt sammelte sich spontan eine Gruppe Befürworter der Entscheidung. Sie riefen «Allahu Akbar!» («Gott ist am grössten!»). Die Polizei sperrte den Platz vor der Hagia Sophia ab. Beamte der Einsatzpolizei brachten sich in Stellung, es blieb aber zunächst ruhig.

Der Status des Bauwerks ist ein Politikum. Anhänger der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP fordern seit langem, die Hagia Sophia wieder zur Moschee zu machen. Vor allem Griechenland und Russland sind wegen der Bedeutung der Hagia Sophia für die Orthodoxie gegen eine Änderung des Status.

Die Entscheidung könnte die Spannungen zwischen der Türkei und dem Nachbarn Griechenland weiter verschärfen, die sich ohnehin schon um Erdgas im östlichen Mittelmeer streiten.

Die Hagia Sophia (griechisch: Heilige Weisheit) wurde im 6. Jahrhundert unter Kaiser Justinian I. erbaut und war Hauptkirche des Byzantinischen Reiches. In ihr wurden die Kaiser gekrönt.

epa08538740 A woman holds a Turkish flag as they celebrate Turkey?s decision that the 1,500 year old Unesco World Heritage site Hagia Sophia can be converted into a mosque, in front of the Hagia Sophia Museum, in Istanbul, Turkey, 10 July 2020.  EPA/ERDEM SAHIN

Eine Frau hält die türkische Nationalflagge in die Luft. Am Freitag haben sich Befürworter des Moscheen-Entscheids vor der Hagia Sofia versammelt. Bild: keystone

Nach der Eroberung des damaligen Konstantinopel durch die Osmanen im Jahr 1453 wandelte Sultan Mehmet II. («Der Eroberer») die Hagia Sophia in eine Moschee um. Auf Betreiben des türkischen Republikgründers Mustafa Kemal Atatürk ordnete der Ministerrat im Jahr 1934 die Umwandlung der Hagia Sophia in ein Museum an.

Hinter dem Verein, der gegen diesen Beschluss geklagt hatte, steht nach Angaben von Anadolu ein pensionierter Lehrer, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, die Rückumwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee zu erwirken. Der Anwalt des klagenden Vereins, Selami Karaman, bestätigte die Entscheidung auf Anfrage der dpa zunächst nicht.

Auch als Moschee könnten Touristen die Hagia Sophia besichtigen, ähnlich wie die nahe gelegene Blaue Moschee in der Istanbuler Altstadt. Im vergangenen Jahr zog die Hagia Sophia nach offiziellen Angaben 3,7 Millionen Besucher an. Sie war damit das meistbesuchte Museum in der Türkei.

Berühmt ist sie vor allem wegen der rund 56 Meter hohen Kuppel, die nahezu schwerelos über dem Hauptraum zu schweben scheint. Im Inneren sind die Wände mit byzantinischen Mosaiken und Marmor verziert. Um dem Bilderverbot im Islam gerecht zu werden, müssten die Mosaiken während des islamischen Gebets abgedeckt werden. (sda/dpa)

Unesco bedauert Umwandlung der Hagia Sophia in Moschee

Die Unesco hat die Umwandlung der Istanbuler Hagia Sophia von einem reinen Museum in eine Moschee «zutiefst bedauert». Generalsekretärin Audrey Azoulay habe gegenüber dem türkischen Botschafter am Freitagabend ihre tiefe Besorgnis zum Ausdruck gebracht, teilte die Unesco mit. Die Entscheidung für die Umwandlung sei ohne vorigen Dialog getroffen worden.

«Die Heilige Sophia ist ein architektonisches Meisterwerk und ein einzigartiges Zeugnis der Begegnung von Europa und Asien im Laufe der Jahrhunderte. Sein Status als Museum spiegelt die Universalität seines Erbes wider und macht es zu einem starken Symbol des Dialogs», erklärte Azoulay.

Rund 90 Jahre nach der Umwandlung des Istanbuler Wahrzeichens Hagia Sophia von einer Moschee in ein Museum ist das Gebäude nun wieder eine Moschee. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Freitag die Öffnung zum islamischen Gebet angeordnet. Die Hagia Sophia gehört seit 1985 als Teil der Istanbuler Altstadt zum Unesco-Weltkulturerbe. Sie wurde im 6. Jahrhundert nach Christus erbaut und war Hauptkirche des Byzantinischen Reiches, in der die Kaiser gekrönt wurden. Nach der Eroberung durch die Osmanen wurde sie zur Moschee umgewidmet. Auf Betreiben des türkischen Republikgründers Mustafa Kemal Atatürk ordnete der Ministerrat im Jahr 1934 die Umwandlung der Hagia Sophia in ein Museum an.

«Die heute verkündete Entscheidung wirft die Frage auf, wie sich die Änderung des Status auf den universellen Wert des Eigentums auswirkt», hiess es weiter von der Unesco. Derartige Änderungen müssten der Unesco vorher mitgeteilt und, falls erforderlich, vom Komitee für das Erbe der Welt geprüft werden. Die Unesco fordert die türkischen Behörden nun auf, unverzüglich einen Dialog aufzunehmen. Die Unesco hatte sich zuvor mehrfach deswegen an die Türkei gewandt. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ökonometriker 11.07.2020 09:01
    Highlight Highlight Das osmanische Reich ist seinerzeit gefallen, weil es sich aus religiösen Gründen dem Fortschritt verschlossen hat. Doch dank Atatürk wurde die Türkei modernisiert und in einen modernen sekulären Staat gewandelt.
    Die Türkei wäre so ein schönes Land und die perfekte Drehscheibe zwischen Europa und dem Orient. Sie könnte ein wohlhabendes Land sein. Stattdessen wiederholt man, wie man hier symbolisch sieht, alte Fehler und so serbelt die Wirtschaft und das BIP pro Kopf ist nun sogar tiefer als Chinas.

    Warum unterstützen die Leute diesen Erdogan noch?
    • Ueli der Knecht 12.07.2020 02:03
      Highlight Highlight "Doch dank Atatürk wurde die Türkei modernisiert und in einen modernen sekulären Staat gewandelt."

      Vielmehr dank dem Diktat-Frieden von Sèvres.

      Der Diktat-Frieden von Versaille führte vom Ersten direkt in den Zweiten Weltkrieg. Und der Diktatfrieden von Sévres/Lausanne ist die Ursache für alle aktuellen Konflikte im nahen und mittleren Osten.

      Diktatfrieden brachten noch nie in der Geschichte nachhaltigen Frieden, sondern stets nur neue Kriege. Nur dumm lehrt uns die Geschichte, dass uns die Geschichte nichts lehrt.

      Atatürk konnte/durfte gar nicht anders, als die Türkei säkular zu regieren.
  • Dwight D Eisenhower 11.07.2020 08:58
    Highlight Highlight Ist eine klare Absage, an den geschätzten Vielvölkerstaat Türkei...
    Bin sehr betrübt
  • Abendländer 11.07.2020 08:09
    Highlight Highlight 1. Islam seit 622
    2. Hagia Sophia seit 537
    Also schon 85 Jahr bevor es den Islam gab, somit ist das heute ein Museum (Welt Kulturerbe). Falls das Erdogan nicht akzeptiert, braucht’s auch keine Verhandlungen, sondern:
    Ultimative Kriegserklärung, sofortige Mobilisation der AirForces um Ankara in Schutt und Asche zu legen und gleichzeitige Inhaftierung aller Türken, Muslime und sonstige Schläfer in Europa durch hiesige Bodentruppen. Hoheitszeichen der vereinten abendländischen Streitkräfte: Tempelritter-Kreuz (Diese Aktion ist überfällig seit Ende der 2ten Belagerung von Wien durch die Osmanen)
    • stefan reiser 11.07.2020 14:39
      Highlight Highlight Abendländer
      Ich bin wie Sie ein begeisterter Zeitreisender .
      Wir Zeitreisende sollten darauf bedacht sein , bei aller
      Faszination , uns einen Rest an Bodenhaftung
      zu bewahren .
  • Do not lie to mE 11.07.2020 06:34
    Highlight Highlight Türkischstämmiger Ex-Muslime "Apostate Prophet" schämt sich für die Türkei. Fromme Türken glaubten anscheinend, dass die Eroberung der Stadt unvollständig sei: „Wenn die Eroberung abgeschlossen sein soll, müssen alle Spuren des christlichen Erbes beseitigt werden. Es ist dieselbe Denkweise, die die Türken davon überzeugt, dass Jerusalem, das etwa 10 Jahrhunderte vor der Geburt des Islam erbaut wurde, eine heilige islamische Stadt sei.“
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    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 12.07.2020 19:34
      Highlight Highlight Der Islam basiert nunmal auf dem alten Testament.
      Logischerweise ist Jerusalem auch für Moslem eine heilige Stadt.
  • cosmonaut 10.07.2020 23:44
    Highlight Highlight Ui was will er wohl mit dem bezwecken... Hoffentlich hat er jetzt nicht die Büchse der Pandora geöffnet.
  • Ataraksia Eudaimonia 10.07.2020 23:03
    Highlight Highlight Rache eines frustrierten möchte-gern-sultans...? Mir scheint es so zu sein. Kleinlich, armselig, aus meiner Sicht.
    Es beschleicht mich ungutes Gefühl was Fresken angeht...Schade dass Kulturgut immer noch so rabiat behandelt wird. Dabei hat Türkei gerade dem oströmischen Reich bzw.antikem Griechenland zu verdanken Einnahmen aus ihrer Hinterlassenschaft generieren zu können...
  • Domino 10.07.2020 22:04
    Highlight Highlight 1900 hatte Istanbul noch eine nichtmuslimische Mehrheit. Heute sind 98% Muslime. Was ist mit all den Menschen geschehen?
    • Kruk 11.07.2020 01:48
      Highlight Highlight Ich denke ein grosser Teil ist nach Griechenland.
    • Cerulean 11.07.2020 04:20
      Highlight Highlight Eine Zwangsumsiedelung

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bevölkerungsaustausch_zwischen_Griechenland_und_der_Türkei
    • Scott 11.07.2020 11:50
      Highlight Highlight Diese Frage werden sich dereinst wohl auch ihre Grosskinder über Europa stellen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Toga 10.07.2020 21:37
    Highlight Highlight Man wandle doch dieses Museum gleich in ein freigeistliches Gebetshaus um. Dann können alle gemeinsam zu ihren Götter beten.
  • Smeyers 10.07.2020 20:26
    Highlight Highlight Also Erdogan darf mit der Hagia Sophia machen was er will, weil die Türken Istanbul/ Konstantinopel erobert haben.

    Gleichzeitig fordert er, das Juden nicht auf den Tempelberg / zum Felsendom dürfen obwohl dies der heiligste Ort für die Juden ist und von Israel erobert wurde.

    Ich denke gleiches Recht für alle, oder?! Macht den Felsendom zum Museum, wo alle beten dürfen.
    • Kruk 11.07.2020 01:44
      Highlight Highlight Absolut, da sollte man doch aneinander vorbeikommen.
    • Knäckebrot 11.07.2020 09:54
      Highlight Highlight Smeyers:
      Tatsächlich hat die islamische Terminologie ein eigenes Wort dafür, wenn im Namen Allahs ein Land erobert und besetzt wird. Das nennen sie dann nicht "Eroberung" sondern "Eröffnung" (für den Islam) und fühlen sich als Wohltäter für die zuvor unterdrückten Menschen.

      Auf einer Saudischen (privaten) Homepage las ich mal, wie sie über die Westler mit ihrem Imperialismus schimpften und auf der selben Page priesen sie in einem Artikel, dass die Ruhmestat der "Eröffnung" Zyperns nie vergessen werden dürfe....

      Dieses kranke Denken ist den Europäern leider oft nicht bewusst.
    • Smeyers 11.07.2020 20:17
      Highlight Highlight @knäckebrot; Danke, das habe ich so direkt nicht gewusst. Ich wusste nur, das streng religiöse bzw. Islamisten das Westliche als minderwertig ansehen welches es als auszumerzen gilt. Es ist eine Denkweise wie im Mittelalter mit der Inquisition in Spanien.
  • la cervelle formerly known as sokrates 10.07.2020 19:42
    Highlight Highlight als passionierter Interessierter der griechischen Geschichte, Kunst, Kultur und Phylosophie ( Antike, Hellenismus, römisches Reich, Byzanz und von der Staatsgründung bis heute) möchte ich dazu nur Bartholomeos I. Ökumenischer Patriarch von Konstantinopel Primus inter pares („Erster unter Gleichen“) zitieren: die Lage der Christen in der Türkei hat sich vom Schlechten zu Schlechteren gewendet.
    • Scott 11.07.2020 11:52
      Highlight Highlight Leider nicht nur in der Türkei.
  • Sparkle Darkle 10.07.2020 19:17
    Highlight Highlight Als Nachfahrin kleinasiatischer Flüchtlinge schmerzt mir das Herz. Zu gerne hätte ich die Hagia Sophia, als bedeutendes Weltkulturerbe besucht. Ich sah aufgrund der politischen Führung jedoch davon ab Konstantinopel/ die Türkei zu bereisen.
    Wahrscheinlich werde ich jetzt aufs übelste angefeindet, aber Atatürk verfolgte nach der Republiksgründung genau so eine faschistoide Politik wie Erdogan. Ethnische und religiöse Minderheiten wurden & werden in der Türkei seit jeher verfolgt, dezimiert und ausgelöscht. Türkisierung & Islamisierung lässt grüssen.
    • foreversun82 10.07.2020 23:24
      Highlight Highlight Ich fühle mit dir. Es gibt nur einen Weg die Ungerechtigkeit wiedergutzumachen. Ich sage nur: Μεγάλη Ιδέα
    • Scott 11.07.2020 11:54
      Highlight Highlight Als Dank lässt man die türkischen Vereine in ganz Europa Moscheen bauen. Aber das alles hat ja überhaupt nichts miteinander zu tun.
    • Sparkle Darkle 11.07.2020 14:58
      Highlight Highlight @foreversun82
      Ach, die "historischen Räume des Griechentums" im Sinne der Μεγάλη Ιδέα an Griechenland anzubinden, wäre eine schöne Idee gewesen, aber trotz allem fragwürdig. Wobei man sich manchmal schon einen Politiker vom Format eines Ελευθέριος Βενιζέλος zurückwünscht ;-)
  • rodolofo 10.07.2020 18:51
    Highlight Highlight Die toxische Mischung zwischen Folklore, Militarismus, Nationalismus und Frömmigkeit ist nun also um ein weiteres, langweiliges Kapitel reicher...
    Historisch borniert und historisch frustrierend!
    Mir tun die TürkInnen leid, dass sie so etwas mitmachen müssen.
    Bei uns ist die "AKP Schweiz" (SVP) mit ihrem "Sultan" (Blocher) ja Allah sei Dank auf die "Strasse der Verlierer" eingeschwenkt.
    Also, liebe TürkInnen,
    ich wünsche Euch einen langen Atem!
    Irgendwann seid Ihr auch so weit, wie wir!
    Anstatt den Geist durch Gebetsgemurmel zu verteiben, könnt Ihr dann wieder frei denken und sprechen!
    • Scott 11.07.2020 11:56
      Highlight Highlight "Mir tun die TürkInnen leid, dass sie so etwas mitmachen müssen."

      Welche denn? Etwa die, die jeweils Erdogan wählen?
    • rodolofo 11.07.2020 13:34
      Highlight Highlight Alle, auch die Gehirngewaschenen, die noch nicht gemerkt haben, in was für eine Scheisse sie da hinein geraten...
  • TanookiStormtrooper 10.07.2020 18:34
    Highlight Highlight Dann gibt es für mich ja keinen Grund mehr Istanbul zu besuchen... Das Museum hätte ich als Tourist gerne mal besucht, wenn dann der Sultan nicht mehr im Amt ist.
    • El Vals del Obrero 10.07.2020 18:48
      Highlight Highlight Immerhin wird der Bürgermeister von Istanbul ja von der Opposition gestellt, von dem her könnte das ja auch ein Grund sein Istanbul als Stadt zu unterstützen.
    • Jawolaufensiedenn 10.07.2020 20:10
      Highlight Highlight @ El Vals del Obrero: kann es in einem totalitären Staat überhaupt eine funktionierende Opposition geben? Doch wohl eher nicht!
      Ein Scheinopposition, die blosse Alibifunktion hat existiert von Erdogan ´s Gnaden.
      Deshalb wäre es sinnvoller die Türkei als mögliches Urlaubsland nicht in Erwägung zu ziehen. Das hilft vielleicht am ehesten gegen Ziegenliebhaber 🐐 😊😊😊
    • stefan reiser 11.07.2020 01:28
      Highlight Highlight Lokutus
      Bin ich der Einzige , der hinter dem
      harmlosen "Ziegenliebhaber " den
      "Ziegenfigger " heraushört ?
      Sie sprechen damit den Stadt / Land - Graben
      an . Würden Sie die Schweizer Landbevölkerung
      als Kuhliebhaber bezeichnen - wohl nicht .
      Ihre Aussage hat also einen eindeutig
      rassistischen Unterton . Die Lebensumstände
      in der Türkei interessieren Sie nicht , Sie
      wollen nur Ihren Dreck abladen .

    Weitere Antworten anzeigen
  • Tiburon 10.07.2020 18:14
    Highlight Highlight Die Christen haben auf den heiligen Stätten der "Heiden" Kirchen gebaut. Das steht auch den Moslems zu.
    • rodolofo 10.07.2020 18:53
      Highlight Highlight Das Recht, gleich engstirnig und sektiererisch zu sein, wie militante Christen?
      Ich finde ein solches Recht unnötig.
    • Kruk 10.07.2020 19:59
      Highlight Highlight In Portugal und Spanien werden viele Moscheen als Kirche benutzt.

      Die Hagia Sophia wurde ja auch schon als Moschee genutzt.

      Aber jetzt zu diesem Zeitpunkt und durch Atatürk ausgeführt ist es einfach nur eine unnötige Provokation.

      Das Museum ist eine gute Lösung.
    • Do not lie to mE 10.07.2020 20:06
      Highlight Highlight Dan haben Sie sicher auch nichts dagegen das die Al-Aqsa-Moschee in ein jüdisches "Tempelgebiet" umgewandelt wird.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wolk 10.07.2020 18:13
    Highlight Highlight Noch ein Grund weniger, die Türkei wieder zu besuchen. Ein Glück, dass ich das Museum noch besuchen durfte.
  • Oneiroi 10.07.2020 18:07
    Highlight Highlight Ein Zeichen mehr! Innenpolitisch läufts es nicht mehr für den kleinen Sultan. Ein Ablenkungsmanöver. Die Generation Z ist erwacht! Im nächsten Wahlgang folgt die Niederlage und das Exil in Qatar. Träume deuten vieles...sagte eins Tennyson
  • glointhegreat 10.07.2020 18:03
    Highlight Highlight Die hagia sophia stand seit jahren auf meiner liste der dinge die ich mal in echt sehen wollte.... Das hat sich damit jetzt wohl erledigt.
    Schade werden so historisch wertvolle gebäude immer wieder von einer seite zu ihren gunsten missbraucht. Die ganzen fundis überall... Könnte kotzen.
    • Hayek1902 10.07.2020 23:56
      Highlight Highlight Unbedingt noch anschauen, befor irgend ein Imam es verschandelt. Grösser als nan es sich vorstellt, ein wunder wie man dies im 6 Jh gebaut hat und es immer noch steht.
  • Tobias W. 10.07.2020 17:58
    Highlight Highlight Mir wäre eigentlich ziemlich egal, was sich die Leute in ihren islamischen Ländern für Regierungen und Gesetze wählen, wie sie ihre Gebäude nutzen und wie sie miteinander umgehen wollen.

    Dafür wäre ich der Meinung, dass diejenigen, die hierher kommen, sich an unsere Gesetze, unseren Umgang, Anstand und Sitten anpassen sollten.

    Wir sollten uns darum kümmern, dass wir unsere Kultur hier schützen! Die in der Türkei geht uns nichts an.
    • rodolofo 10.07.2020 18:58
      Highlight Highlight Rechtsnationalisten-Soldarität,
      oder anders gesagt:
      Der Patriarch darf seine Frau und seine Kinder verprügeln, wie er will, genau so, wie der Patriarch im Haus nebenan...
    • Cpt. Jeppesen 10.07.2020 21:20
      Highlight Highlight Gut, dass du deinen rechtsnationalen Erguss im Konjunktiv schreibst, sonst könnte man meinen du meinst das ernst.

      Was genau meinst du mit unseren Umgang, Anstand und Sitten?
      Dass wir hilfsbedürftige zu tausenden im Meer ersaufen lassen?
      Oder meinst du unsere friedensfördernden Waffenexporte?
      Meinst du die steuerliche Bevorteilung von Unternehmen die Menschen wie Sklaven behandeln?
      Meinst du unseren hedonistischen Lebensstil? (A'la Nach mir die Sinnflut.)

      Meine Tipp an dich, pack deinen Rucksack und geh mal dahin von wo die Leute herkommen. Vielleicht lernst du noch was.
      Es betrifft uns.
    • Wolk 10.07.2020 21:39
      Highlight Highlight Warum geht mich die Türkei nichts an? Was ist das für eine Haltung? Wir sind alles Menschen.
  • Fisherman 10.07.2020 17:37
    Highlight Highlight Diktator Erdogan gewinnt auf dem Nebenschauplatz und kann die christliche Kirche Hagia Sophia in eine Moschee verwandeln. Das wird seine Diktatur nicht retten.
  • Scrat 10.07.2020 17:29
    Highlight Highlight Wenn politische und religiöse Hardliner sich nicht mehr spüren, dann kommt halt selten etwas Gutes dabei heraus. Jedenfalls verliert die Türkei so mehr, als dass sie gewinnt.
  • Cpt. Jeppesen 10.07.2020 17:10
    Highlight Highlight Dem Erdogan ist der Atatürk, wie dem Trump der Obama, ein Dorn im Auge. Mir fällt es schwer die Motivation dahinter zu erkennen, denn mit Rezepten von Vorgestern ist heute kein Staat zu machen, siehe Iran oder Saudi-Arabien. Alle gesellschaftlichen Rückschritte werden den Völkern auf die Füsse fallen.
    Ich hoffe auf die Nachfolger...
    • Kruk 10.07.2020 19:43
      Highlight Highlight Obama mit Atatürk zu vergleichen ist aber auch eine Beleidung für Obama.

      Atatürk ist zwar ein heiliger des Laizismus, aber er war ein ganz übler Diktator und Tyrann.

      Unter ihm gab es sogar die Todesstrafe für die falsche Kopfbedeckung und so einer wird von aufgeklärten Demokraten gefeiert.
    • Cpt. Jeppesen 10.07.2020 21:00
      Highlight Highlight @Kruk, ich habe nicht Obama mit Atatürk verglichen, sondern Trumps Tun mit Erdogans Tun.
      Zur Rolle Atatürks, er ist eine Person der Zeitgeschichte und so muss er auch betrachtet werden, im Kontext seiner Zeit. Und zu dieser Zeit existierte noch das Osmanische Reich (besser dessen Trümmer), Sklaverei und Todesstrafen waren an der Tagesordnung. Die wenigsten konnten schreiben, in Schulen wurde arabisch und der Koran gelehrt, sonst nichts.
      Mit Atatürk kamen Laizismus, Schulpflicht, Industrialisierung, Abkehr vom Osmanischen Reich.
      Erdogan will nun das Rad zurückdrehen, gleich wie Trump.
    • Kruk 10.07.2020 21:43
      Highlight Highlight Ja, das stimmt. Trotzdem wird er viel zu stark verehrt, er war wirklich ein verkehrter Typ und Tyrann. Ich finde nur weil jemand in gewisser hinsicht die gleiche Ideologie hat sollte man nicht über seine Verbrechen hinwegsehen. ,
      und seine gefährden bei den Jungtürken haben ja auch so einiges auf dem Kerbholz.

      "Die wenigsten konnten schreiben"

      Ist das gesichert?
      Sicher aber ist, dass nach Atatürks Buchstabenrevolution noch fast niemand mit dem neu benutzten Alphabet schreiben und lesen konnte.
      Die Menschen mussten das alles neu lernen.

    Weitere Antworten anzeigen
  • Andi7 10.07.2020 17:04
    Highlight Highlight Atatürk hat die Türkei modernisiert, Erdogan macht alles wieder rückgängig.
    • rodolofo 10.07.2020 19:02
      Highlight Highlight Die "Modernisierung" war genauso von oben herab erzwungen, wie jetzt die "Islamisierung".
      Was die Bevölkerung selber will, interessierte die "modernen" Volkserzieher genau so wenig, wie das die "traditionalistischen" Volkserzieher interessiert...
  • 45rpm 10.07.2020 17:02
    Highlight Highlight Na, ich wäre für die Umwandlung in den ursprünglichen Verwendungszweck:
    In eine Kirche ;)
    • Sapientia et Virtus 10.07.2020 20:37
      Highlight Highlight Das würde aber eine Umsiedlung zahlreicher Türken zurück über den Bosporus bedeuten ;-)
      Nach dem ersten Weltkrieg war die Bevölkerung noch klein und es hatte viele Griechen und Armenier. Dass die natürliche Grenze Europas nicht wiederhergestellt wurde, ist durchaus eine vertane Chance!
    • Ana64 11.07.2020 10:04
      Highlight Highlight Ja völlig richtig. Hagia Sophia war Kathedrale des ökumenischen Patriarchats von Konstantinopol und bedeutendstes Bauwerk der byzantischen Architektur. Für orthodoxe Christen ist sie bid heute ein grosses Heiligtum. Bis Osmanen in 1453 Konstantinopol erobert haben und Hagia Sophia in ein Hauptmoschee umgewandelt haben. Da kann man auch von Kolonialismus sprechen, oder?
  • Gusto 10.07.2020 17:02
    Highlight Highlight Als Muslim und grosser Freund der Türkei (ich bin nicht Türke) sage ich:

    Das ist ein grosser, historischer Fehler von Erdogan.

    • Samet 10.07.2020 21:03
      Highlight Highlight Begründung?
    • Wolk 10.07.2020 21:41
      Highlight Highlight Nicht der erste, nicht der letzte und auch nicht der grösste. Aber ja, definitiv ein Fehler.
    • Gusto 11.07.2020 08:42
      Highlight Highlight @Samet: Vor rund einem halben Jahr besuchte ich Istanbul.Eine faszinierende Stadt,die ich jedem Schweizer mit offenem Geist und Interesse für Kultur wirklich nur empfehlen kann. Besonders hat mir gefallen,dass die Moscheen für Nicht-Muslime offen sind,und vor Ort sehr gut über den Islam informiert wird. Es gibt viele beeindruckende Moscheen,so dass es nicht nötig ist in der Hagia Sophia auch noch zu beten.Dieser Schritt bedeutet noch mehr Spannung zwischen den Religionen,aber auch unter den Türken.Unnötige Provokation und Zwietracht säen gehört nicht zum Islam.Auch ist Religion nicht Politik.
  • Dieter123 10.07.2020 16:59
    Highlight Highlight Sicherheitshalber sollte er alle nach dem Gebet noch aneine Wahlveranstaltung von Trump schicken.

    Erdowahn richtet die Türkei und die Werte Atatürks genau so effizient zu Grunde wie sein Guter Freund Donald die USA.
  • Peter Vogel 10.07.2020 16:55
    Highlight Highlight Der Sultan hat gesprochen.
  • El Vals del Obrero 10.07.2020 16:07
    Highlight Highlight Atatürk dreht sich wohl im Grab.
    • De-Saint-Ex 10.07.2020 18:00
      Highlight Highlight Ja, dem dürfte seit Erdogan’s Machtübernahme vor lauter Pirouetten drehen schon hundeelend sein...
      Ein weiterer Schritt Erdogan‘s hin zur IRT, islamischen Republik Türkei... und Europa inkl CH schweigt weiterhin.
    • MrKuzu 10.07.2020 18:22
      Highlight Highlight Kann euch ja recht sein! Im Grunde genommen war er ein Türke und Moslem, zwar nicht religiös aber trotzdem ein Feind vom Westen in euren Augen!
    • MrKuzu 10.07.2020 18:24
      Highlight Highlight Was soll den die Schweiz tun? Hahaha! Der Westen hat schon in Vergangenheit für grossen Unheil gesorgt auf der Welt, die USA sogar noch heute und da schweigt die Welt auch!
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  • Neruda 10.07.2020 15:57
    Highlight Highlight Die Nutzung als Moschee wäre ja nicht das Problem, auch wenn ich mich frage ob es nicht haram ist, in einer Kirche das Freitagsgebet zu halten. Problematisch ist, dass gewisse Geistliche die alten Fresken aus vorislamischer Zeit zu verschwinden bringen rsp. zerstören wollen. Um beides zu bewahren, war der Status als Museum gut.
    • maylander 10.07.2020 16:05
      Highlight Highlight Naja auch im Westen wurden kürzlich historische Denkmäler zerstört.
    • Keller Baron 10.07.2020 16:44
      Highlight Highlight Nein es ist bestimmt nicht Haram. Ich bin zwar selber Atheist. Aber in meiner Stadt aus der ich ursprünglich komme ist sehr multikulturell aufgestellt. Und mein Vater hat mir immer erzählt das bei der Kirche die gegenüber der Moschee steht die Leute immer rein sind wenn zum Freitagsgebet kein Platz mehr in der Moschee war, und umgekehrt genau so. Gotteshaus bleibt Gotteshaus egal welche Religion.
    • Truth Bot 10.07.2020 16:52
      Highlight Highlight Das rechtfertigt natürlich generell die Zerstörung von Denkmälern. 🙄
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