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Der nächste Skandal? Verdacht auf Wettbewerbsverzerrung durch PostAuto im Tessin

14.06.18, 12:44


Die PostAuto AG steht im Verdacht, den Ortsverkehr im Tessin mit Gewinnen aus dem Regionalverkehr quersubventioniert zu haben. Damit könnte sie den Wettbewerb verzerrt und private Konkurrenten ausgestochen haben.

Wie dem Untersuchungsbericht zur Postauto-Affäre zu entnehmen ist, flossen in den Jahren 2007 bis 2015 rund 2,3 Millionen Franken Gewinne aus dem subventionierten Tessiner Regionalverkehr in den Ortsverkehr.

«Wenn es für diese Buchungen keine stichhaltigen Begründungen gibt, was wir nicht nachprüfen konnten, so wurde wirtschaftlich gesehen der Ortsverkehr der Region Tessin über den Regionalen Personenverkehr subventioniert», steht im Untersuchungsbericht der Anwaltskanzlei Kellerhals Carrard.

Post-Sprecherin Lea Wertheimer bestätigte am Donnerstag gegenüber der SRF-Sendung «Heute-Morgen», dass der Verwaltungsrat der Post den Verdacht beim Bundesamt für Polizei (fedpol) deponiert habe. Das fedpol führt im Auftrag des Bundes ein verwaltungsstrafrechtliches Verfahren in der Affäre.

Subventionen auch für Auslandsgeschäft?

Ein noch schwerer wiegender Verdacht der Quersubventionierung betrifft die PostAuto-Tochterfirmen in Frankreich und Liechtenstein. Die Anwälte stiessen in ihrer Untersuchung nämlich auf eine Auffälligkeit.

Demnach flossen in den Jahren 2007 bis 2011 54 Millionen Franken an CarPostal France und 17 Millionen Franken an PostAuto Liechtenstein. Diese Summe deckt sich gemäss dem Bericht «weitgehend» mit den verdeckten Gewinnausschüttungen in der Höhe von 72 Millionen Franken, den PostAuto im selben Zeitraum ans Stammhaus überwiesen hatte.

Für die Post wäre eine solche Finanzierung von CarPostal France durch Subventionen aus der Schweiz «inakzeptabel», wie Post-Sprecherin Nathalie Dérobert Fellay auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. PostAuto prüfe derzeit die genauen Hintergründe. Gemäss Dérobert Fellay soll das hängige Beschwerdeverfahren in Frankreich zusätzlich Klarheit bringen.

Post-Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller hatte bereits am Montag vor den Medien erklärt, dass der Verwaltungsrat die Konzernleitung beauftragt habe, einen geordneten Ausstieg aus dem Personenverkehrsgeschäft in Frankreich zu prüfen. Eine Option sei der Verkauf der Gesellschaft. Bis zu einem abschliessenden Entscheid liefen die Geschäfte unverändert weiter. (sda)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Noblesse 14.06.2018 12:41
    Highlight Ein Kopf oder mehrere Köpfe haben den Postbetrug organisiert. Das abgezweigte Geld wurde u.a. nach Ost (Li) und West (Fr) breitgewalzt! Und was hatten diese Köpfe selber davon? Da muss es noch persönlichen Profit als Anreiz geben? Sonst hätten nicht alle mitgemacht!
    16 2 Melden
  • antivik 14.06.2018 10:42
    Highlight Mich erstaunt nichts mehr... Was sich die staatlichen (oder halb-staatlichen) Unternehmen leisten ist eine Frechheit. Es gab ja auch ein paar Artikel und Skandälchen in Bezug zur Swisscom oder der SBB, z. Bsp. Jedoch ist die Bereitschaft kriminelle Handlungen zu vollziehen und das Volk zu "verarschen" bei der Post (inkl. PostAuto) ausgeprägter. Hier braucht es mehr unabhängige und verstärkte Kontrollen!
    18 3 Melden
  • Moudi 14.06.2018 10:03
    Highlight Schon ganz viel kriminelle Energie beim gelben riesen! Aber wehe die Steuererklärung des kleinen Mannes ist nicht ganz korrekt ausgefüllt! Wahrscheinlich ist dies eh nur die Spitze des Eisberg! So wie sich die Doris gibt ganz klar mit schuldig!
    Immer nur das zugeben was nicht mehr geleugnet werden kann.
    Tabula rasa !Zeit sauberen Tisch zu machen
    19 9 Melden
    • MacB 14.06.2018 11:52
      Highlight Du hast recht, am besten gleich die Post abschaffen und alle Bundesräte entlassen.

      *ironie off*

      wie wär's erst mal Fakten auf dem Tisch zu haben und dann zu urteilen?
      6 10 Melden
    • dan2016 14.06.2018 12:01
      Highlight 200-300 KCHF pro Jahr bei einem Umsatz von 8Mrd entsprechen bei einem Einkommen von 100'000 CHF etwa 2 Franken 50... in meiner Steuererklärung kann ich sowas gar nicht mehr abbilden.
      6 7 Melden
    • Moudi 14.06.2018 17:49
      Highlight Der Dani U Mac bir Post angestellt? "Ironie Off"
      wer sagt was von Post und der ganze BR entlassen? Bei so einem Posten und Zahltag muss man halt Verantwortung übernehmen und..ah hat eh kein Sinn..
      2 0 Melden
    • MacB 15.06.2018 08:44
      Highlight haha, nein im Gegenteil. Bin ein sehr grosser Post-Kritiker!

      Aber Stammtischfloskeln wie "die da oben" und "wir kleinen Leute", "Doris raus" und Co. bringen doch nichts. Als BR mit tausenden von Angestellten kennst du doch nicht jede AUsschreibung.

      Die Verantwortlichen und alle MItwisser zur Rechenschaft ziehen, gut ist. Muss ja nicht gleich immer alles raushauen.
      0 2 Melden
    • dan2016 15.06.2018 11:13
      Highlight @Moudi, ich habe den Vergleich mit der Steuererklärung mit Fakten erläutert. Dies als parteiergreifend zu sehen braucht schon ziemlich viel Wutbürgertum. Ja, ich bin dafür, dass illegale Machenschaften bestraft werden. Wettbewerbsverzerrungen gehören auch dazu. Nur weiss ich, dass ich mich schon mehr als um 0.2 Promille getäuscht habe, geschummelt habe.... und ich offenbar nur Glück hatte, von der Wutbürgermeute nicht erwischt worden zu sein.
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