Islamischer Staat (IS)
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Ein 34-jähriger Schweizer erzählt, weshalb er für den «IS» in den Dschihad ziehen will

Der Möchtegern-Dschihadist: Ein 34-jähriger Schweizer erzählt im Gespräch mit der «Schweiz am Wochenende», weshalb er für den «Islamischen Staat» in den Heiligen Krieg ziehen will. Der Fall zeigt, wo die Anti-Terror-Strategie des Bundes wirkt – und wo nicht.

Andreas Maurer / Schweiz am Wochenende



Bild

A.S. sitzt in Liestal fest, weil die Behörden seinen Pass einzogen. bild: schweiz am wochenende

In der Welt von Facebook und Youtube hat es der 34-jährige A. S. aus Liestal geschafft. Er hat Bedeutung erlangt. Er postete Videos der Terrororganisation «IS», in denen wehrlose Menschen erschossen, enthauptet und verbrannt werden. Dafür wurde er von der Bundesanwaltschaft kürzlich wegen Verstoss gegen das «IS»-Verbot verurteilt.

Auf eine Kontaktaufnahme über Facebook-Messenger reagiert er angriffig: «Was willst du?», fragt er den Journalisten. Doch A. S. lässt sich auf einen Dialog ein und prahlt, er wolle in den Dschihad ziehen, den Heiligen Krieg. Nach längerem Hin und Her erklärt er sich zu einem Treffen am Liestaler Bahnhof bereit.

Er wartet schon einige Minuten vor dem vereinbarten Zeitpunkt und wirkt wie ein normaler junger Mann in Jeans, Kapuzenpullover und lückenhaftem Bart. Im Chat duzte er ungefragt. In der realen Welt wechselt er in die Sie-Form und erzählt seine Geschichte in leisem Ton.

Er will vermeiden, dass sich die Leute nebenan bei den Begriffen «Terror», «Dschihad» und «Islamischer Staat» umdrehen. Er sehe für sich keine Zukunft in der Schweiz: «Ich will allen zeigen, was ich drauf habe. Hier kann ich das nicht, aber in Syrien.» Er könne in der Schweiz kein freies Leben wie alle anderen führen. Ständig werde er von der Polizei angehalten und durchsucht. Wegen seiner «IS»-Verherrlichung steht er unter Beobachtung. Sein Leben in Liestal hat er in den vergangenen Jahren schrittweise ruiniert.

Als Kleinkind zog er mit seiner Mutter und seinem Bruder von Mazedonien in die Schweiz, wo der Vater Arbeit gefunden hatte. Die Familie sei muslimisch, aber nicht gläubig. A. S. entdeckte die Religion erst nach den Anschlägen von 9/11. Damals habe die Welt begonnen, sich gegen Muslime zu verschwören, sagt er.

«Ich bin in einen Kriegswahn geraten.»

A.S.

Zu dieser Zeit arbeitete er in einer Waschmittelfabrik in Frenkendorf BL. Die Arbeit erfüllte ihn nicht: «Es hat mir immer etwas gefehlt im Leben.» 2006 erhielt er die Kündigung, nachdem er mehrmals geschwänzt hatte. Seinen erlernten Beruf als Maurer hatte er aufgegeben, da er auf der Baustelle nur mit «Vollidioten» zu tun hatte. Seit vier Jahren lebt er von 900 Franken Sozialhilfe pro Monat.

A. S. analysiert seinen eigenen Zustand: «Ich bin in einen Kriegswahn geraten.» Die Aussage klingt selbstkritisch, ist aber nicht so gemeint. Eigentlich sei es doch ganz normal, dass ein junger Mann kämpfen wolle, meint er. Den Umgang mit einem Gewehr lernte er in der Schweizer Armee. An einem Anschlag in Europa sei er aber nicht interessiert.

Er wolle keine Zivilisten, sondern militärische Ziele angreifen. Die Ideologie des «IS» steht für ihn ohnehin nur an zweiter Stelle. Hauptsächlich will er in den Krieg ziehen, um seinem sinnlosen Leben zu entfliehen. Es könnte auch ein anderer Konflikt sein.

Low-Cost-Terrorismus

Nicoletta della Valle, Direktorin des Bundesamts für Polizei, stellte diese Woche einen Bericht über den dschihadistischen Terror in der Schweiz vor: «Die Täterprofile sind mannigfaltig. Es gibt Konvertiten, Abkömmlinge stabiler Familien, oft sind es ungebildete, haltlose Kleinkriminelle.» In allen Biografien gebe es einen Bruch, der den Radikalisierungsprozess auslöste oder beschleunigte. Sie spricht von einem «Low-Cost-Terrorismus», der mit bescheidenen Mitteln und einer rudimentären Planung operiere und deshalb überall und jederzeit zuschlagen könne.

Die Sicherheitsbehörden beschreiben in ihrem Anti-Terror-Bericht eine Interventionskette von sechs Phasen. A. S. hat fast alle durchlaufen. Der Nachrichtendienst des Bundes wurde 2014 auf seine «IS»-Propaganda aufmerksam. Ein Jahr später führte die Bundesanwaltschaft eine Hausdurchsuchung durch und stellte Tausende gewaltverherrlichende Bildern, eine illegale Waffe und Munition sicher.

In der Einvernahme sagte A. S., er wolle auf einem Schlachtfeld sterben. Dennoch bleibt er auf freiem Fuss. Er kommt mit einer bedingten Freiheitsstrafe von sechs Monaten mit zweijähriger Bewährungsfrist davon.

Der drohende Gefängnisaufenthalt bei einer Wiederholungstat beeindruckt ihn nicht. Bereits vor einem Jahr verbrachte er einige Tage hinter Gitter, weil er wie ein Kickboxer auf einen Nachbarn losgegangen war. Er schlug zu, weil er sich in seiner Ruhe gestört fühlte. Die Zeit in Haft habe er in guter Erinnerung. Er habe sich mit anderen Insassen unterhalten und Karten gespielt.

500 Cyber-Dschihadisten

Fälle wie A. S. gibt es viele. Der Nachrichtendienst des Bundes erfasst in seinem Dschihad-Monitoring 500 Personen, die online durch eine Nähe zum «IS» aufgefallen sind. Gegen 60 Islamisten ermittelt die Bundesanwaltschaft. In 83 Fällen haben die Sicherheitsbehörden versagt. So viele Personen sind gemäss Nachrichtendienst bisher aus der Schweiz in den Dschihad gezogen. Die letzten zwei Ausreisen wurden diesen März registriert.

«Ich komme in Liestal nicht einmal hundert Meter weit, ohne von der Polizei angehalten und durchsucht zu werden.»

A.S.

A. S. sitzt in der Schweiz fest, weil ein Bundesanwalt seinen Pass bei der Hausdurchsuchung beschlagnahmte. Während eines Strafverfahrens ist dies möglich, danach muss der Pass jedoch zurückgegeben werden. A. S. will sich nun neue Reisedokumente ausstellen lassen. Er weiss, dass eine Ausreise derzeit unrealistisch ist: «Ich komme in Liestal nicht einmal hundert Meter weit, ohne von der Polizei angehalten und durchsucht zu werden. Wie will ich 3000 Kilometer ohne Pass schaffen?»

Der 34-Jährige kann jedoch damit rechnen, seinen Schweizer Pass wieder zu erhalten, da das Strafverfahren inzwischen abgeschlossen ist. Das Bundesamt für Polizei stört sich an dieser Praxis und hat dem Bundesrat deshalb ein Gesetz vorgeschlagen, mit dem der Pass von Dschihad-Verdächtigen auch präventiv gesperrt werden könnte.

Derzeit bleibt der Polizei nur die Möglichkeit, Leute wie A. S. am Flughafen abzufangen. Diese Woche hat das Bundesgericht bestätigt, dass schon alleine die Ausreise als Unterstützung des «IS» eingestuft und bestraft werden kann.

Erfolgreich waren die Behörden zudem im Kampf gegen die «IS»-Propaganda. Nachdem der Nachrichtendienst die Videos von A. S. entdeckt hatte, wurden sie von Facebook und Youtube gelöscht. Als er weiter postete, wurden seine Accounts gesperrt.

Einsamer Wolf

Dennoch haben die Behörden im Fall von A. S. ihr Ziel nicht erreicht. Nach dem Strafvollzug steht gemäss der Anti-Terror-Strategie die Deradikalisierung auf dem Programm. Das Sicherheitsdepartement schlug A. S. eine Psychotherapie vor. Als Sozialhilfebezüger müsste er keinen Franken davon übernehmen.

Ich bin einfach immer schlecht gelaunt. Das ist mein normaler Zustand.»

A.S.

Doch er lässt sich nicht darauf ein. Während des Strafverfahrens diagnostizierte ein Psychiater eine leichte Depression. Der junge Mann ist mit der Diagnose einverstanden, will aber nichts dagegen unternehmen: «Ich bin einfach immer schlecht gelaunt. Das ist mein normaler Zustand.»

A. S. sitzt die meiste Zeit alleine in seinem Zimmer, klickt sich durch die Nachrichtenflut und gibt auf Youtube immer wieder dieselben Suchbegriffe ein: «IS» in Kombination mit «combat» (Kampf), Aleppo oder Nîněwâ (Mossul). Seit er nicht mehr arbeitet, hat er keinen Kontakt mehr zu seinen ehemaligen Freunden. Früher hatte er mal eine Freundin; darüber sprechen will er nicht. Er sagt nur: «Mit einem, der ständig über den Krieg redet, will sich niemand abgeben.» (aargauerzeitung.ch)

Weitere interessante Porträts:

Liam – in den Tod geboren

Link zum Artikel

Luana – Wie sie ihren Vergewaltiger im Kosovo heiraten und in die Schweiz holen musste

Link zum Artikel

Idris ist mit 20 Jahren aus Eritrea in die Schweiz geflüchtet. Wie? Frag besser nicht!

Link zum Artikel

Wie geht es eigentlich dem Rosenverkäufer von der Langstrasse? – Bericht von einer langen Reise ins ostanatolische Nichts

Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

66
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
66Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • JonSerious 19.03.2017 23:26
    Highlight Highlight An alle, die jetzt so im Stile von "ja dann geh doch, dann sind das Problem los.." kommentieren: Würdet ihr so auch mit jemeandem sprechen, der am Brückenrand steht und springen will?
    Der Mann hat sich offensichtlich schon lange aufgegeben, aber möchte vielleicht einfach noch etwas "Spektakel" oder einen (wenn auch absurden) Sinn bei seinem Suizid.
    Er braucht Hilfe, genau wie jeder suizidale Mensch.
    Dabei sollte es übrigens auch egal sein, ob ein "echter Schweizer" aufs Gleisfeld - oder ein Doppelbürger aufs Schlachtfeld will. (so von wegen "aha ☝, Migrationshintergrund, alles klar" 😒)
    • fcsg 20.03.2017 09:37
      Highlight Highlight Man hat ihm ja eine kostenlose Therapie angeboten. Offensichtlich will er sich gar nicht helfen lassen. Wenn sein Ziel ist vor seinem Tod möglichst viele Menschen zu töten, hört mein Mitleid auf. Es gibt einen Punkt indem ein solcher Mensch keine Hilfe mehr verdient hat.
    • ShadowSoul 20.03.2017 12:13
      Highlight Highlight Vielleicht wäre eine Zwangstherapie nötig, da er anscheinend selbst nicht merkt, wie nah am Abgrund er steht. Ich finde sowas sehr traurig...
    • JonSerious 20.03.2017 15:44
      Highlight Highlight @fcsg ..wenn man so hoffnungslos ist, woher sollte man noch die Energie haben um freiwillig irgendwelche Therapiesitzungen zu besuchen?

      @AL:BM ...hat das nicht mal Homer Simpson gesagt? 🤔😁
    Weitere Antworten anzeigen
  • pachnota 19.03.2017 22:39
    Highlight Highlight Lasst ihn gehen... bezahlt ihm von mir aus noch den Flug!

    Einfach danke sagen.
  • Booker 19.03.2017 20:40
    Highlight Highlight Ein eingebürgerter Schweizer, ein Muslim, der sich hier nicht zurechtfindet und seit 4 Jahren von Sozialhilfe profitiert. Lasst ihn ziehen und entzieht ihm das Schweizer Bürgerrecht. Soll er gehen, mit seinen Brüdern glücklich werden und nie mehr zurückkommen.
  • Markus Hofstetter 19.03.2017 19:42
    Highlight Highlight Solche und viele andere Fälle sind der Grund, weshalb viele eben zwischen Schweizern mit und ohne Migrationshintergrund unterscheiden. Mich würde die Kriminalitätsrate von Secondos und Terzos - natürlich bereinigt um demographische Einflüsse - interessieren.
    • Markus Hofstetter 19.03.2017 23:58
      Highlight Highlight Solange noch Unterschiede bestehen zwischen Schweizern, Ausländern, Secondos, Terzos etc. macht es meiner Meinung nach Sinn, zwischen diesen zu unterscheiden.

      Und abgesehen davon: Einen Blocher können wir schlecht ausschaffen. Wir können mittels Einwanderungspolitik jedoch dafür sorgen, dass diejenigen, die neu kommen, uns wohlgesinnt sind und sich anständig verhalten.
      Und wenn man merkt, dass es bezüglich Verhalten von vorwiegend schlecht Gebildeten Einwanderern und deren Nachkommen hapert, so muss man jene eben nicht hereinlassen. Logischerweise abgesehen von Politisch Verfolgten.
    • Tartaruga 20.03.2017 12:39
      Highlight Highlight So einen Blödsinn habe ich schon lange nicht mehr gehört. Es macht Sinn Schweizer und Schweizer zu unterscheiden solange noch Unterschiede bestehen? Oder es macht Sinn, dass es Unterschiede gibt, solange man Schweizer und Schweizer unterscheidet?

      Wissen Sie eigentlich, wieviele Schweizer Studienabgänger von ausländischen Arbeiterfamilien kommen?
    • Markus Hofstetter 20.03.2017 15:16
      Highlight Highlight @Tartaruga: In absoluten Zahlen sind es wohl viele. Die relative Anzahl wird geringer sein, als bei den Schweizern. Aber das ist ja nicht das Problem, das ich habe. Es geht um das Verhalten. Ich habe zu viele negative Erfahrungen gemacht mit Leuten aus Ländern, von denen meist Ungebildete einwandern. Was ja auch logisch ist. Auch bei den Schweizern werden Ungebildete mehr Probleme verursachen. Deshalb müssen wir nicht noch mehr von ihnen hierher lassen. Bei den genannten Fällen waren genug Eingebürgerte darunter. Sie sind längst nicht alle wie Du und ich. Darum die Unterscheidung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • FensterAuf 19.03.2017 14:30
    Highlight Highlight Und noch was, A.S.: Dschihad findet in jedem Muslim selber statt. Es ist der Kampf, das Richtige (anstatt das Einfachste) zu tun. Wenn dich jemand nervt, wirst du ihn verprügeln oder ihm verzeihen? Weisst du, was der Prophet Mohammed (s) mit einer Frau getan hat, die ihm Unrat über den Kopf geleert hat? Du kannst auch etwas für die Umma tun, indem du mit einem Teil deiner spärlichen Sozialhilfe Muslimen das Leben rettest (z.B. via Ärzte ohne Grenzen). Beides braucht vielleicht weniger Mut, als im Krieg zu sterben - aber dafür mehr Kraft. Und vor allem kannst du es immer wieder tun...
  • Tschedai 19.03.2017 13:58
    Highlight Highlight Dieses Inteview zeigt einmal mehr warum es Krieg gibt: https://www.nzz.ch/articleeo5x7-1.76650 Wenn Männer etwas erreichen wollen, sich beweisen müssen, aber zu wenige Chancen dazu haben, dann gibt es Krieg. Der Artikel ist über 10 Jahre alt und hat die Probleme, die wir heute haben, vorausgesehen alleine aufgrund des Bevölkerungswachstums.
    • BoomBap 19.03.2017 14:44
      Highlight Highlight Zu wenig Chancen? Wieso hat er nicht einfach eine 2. Ausbildung gemacht, die ihm mehr zusagt? Aber das braucht halt Biss....
    • Tschedai 19.03.2017 20:51
      Highlight Highlight @BoomBap In der Psyche des Menschen geht es niemals um Realität sondern nur um die Wahrnehmung der Realität und wie man darauf reagiert. Das entschuldigt rein gar nichts, aber erklärt vieles. Nicht jeder nimmt die beruflichen Chancen wahr und gibt dann zu schnell auf. Trotzdem, sein Verhalten ist absolut zu verurteilen.
  • FensterAuf 19.03.2017 13:51
    Highlight Highlight A.S., möchtest du die Wahrheit über den IS wissen? Sie töten Muslime, die so leben wie deine Familie, weil die ihnen angeblich "nicht gläubig genug" sind. Gleichzeitig zwingen sie ihre Kämpfer, Drogen zu nehmen (total haram), kennen den Koran oft nur halbwegs (jedes Kind lernt im Religionsunterricht mehr) und behandeln ihre Frauen wie Dreck (obwohl der beste Muslim gemäss Hadith derjenige ist, der seine Frau am besten behandelt). Und eben: Sie töten Unschuldige. Der Prophet Mohammed (s) würde sich im Grab umdrehen. Deshalb haben auch 120 grosse Gelehrte eine Fatwa gegen den IS unterzeichnet.
    • Domino 20.03.2017 09:47
      Highlight Highlight Mohammed hat selbst viele untaten vollbracht und ich kann nicht verstehen wie man die schönreden kann.
  • ThePower 19.03.2017 13:19
    Highlight Highlight Dem will man einfach nur zurufen: Junge, besorg dir einen Job, such dir eine Freundin und ein Hobby. Am besten was mit Kampfsport, um deine Aggressionen zu kanalisieren. Das findet dort im Rahmen eines sportlichen Wettkampfs statt. Gehst du nach Syrien, wirst du wahrscheinlich einen sinnlosen Tod sterben. Oder kurz gesagt: Get a life und Hirn einschalten🙄
    • rodolofo 19.03.2017 17:25
      Highlight Highlight Solche Aufrufe von aussen sind aufrüttelnd und gut gemeint. Aber sie nützen nichts.
      In ihm selber drin muss es "klick" machen!
      Wenn er das erste Mal seit langem wieder einen Zugang zu seinen blockierten Gefühlen freischaufelt, wird er vor Glück weinen und schluchzen!
      Es wird ein wohltuendes, befreiendes Weinen sein!
      Und dann werden sich die Gefühle immer mehr und unaufhaltsam Bahn brechen und seine Seele, die jahrelang in der Dunkelheit und Kälte eingesperrt war, durchfluten mit Licht und Wärme!
      Das Leben wird zurück kehren bis in die hintersten Zellen seines Körpers!
      Er wird wiedergeboren!
    • rxiko 19.03.2017 17:29
      Highlight Highlight leider hilft so etwas nicht mehr. Ich vermute bei ihm noch schwerwiegendere psychische Probleme, die wahrscheinlich mit dem Lebensstil aufgebaut wurden.
      Das sind sehr schwierige Fälle, die einfach aussehen.
      Ich wünschte, man könnte solchen Leuten helfen bzw früher etwas dagegen unternehmen.
      Leider verlaufen solche Entwicklungen unkontrolliert und symptomlos. Ich hoffe, dass der Mensch wieder zu sich kommt und einen Sinn für sich findet.
    • ThePower 19.03.2017 18:43
      Highlight Highlight @rodolfo

      Sehr schöner Beitrag, sehr poetisch. Ist mir klar, dass er selbst den Schalter umlegen muss. Das kann aber mit Hilfe von aussen gelingen, obwohl es natürlich schwierig ist bei einem der sich isoliert. Hoffe aber das ihm das gelingt, den wenn nicht ist er eine Gefahr für uns alle.
  • Maria B. 19.03.2017 12:58
    Highlight Highlight Es sollte ein Gesetz verabschiedet werden, durch welches solchen "Schweizern" die Staatsbürgerschaft entzogen werden kann, denn wenn man ihnen nur einige Zeit den Pass entzieht, wird sich, gerade in so einem Fall wie dem hier beschriebenen, ihr Ressentiment gegen die Schweiz richten, was mittelfristig zu einem inländischen Terrorakt führen kann.

    Und suspekten Asylantragstellern, die aus Gründen ähnlicher Verdachtsmomente nicht zurück- oder ausgeschafft werden können, sollten solange interniert und überwacht werden, bis sie freiwillig abziehen, wohin auch immer.

    Bevölkerungsschutz hat Vorrang!
    • Pisti 19.03.2017 15:27
      Highlight Highlight Man kann "sogenannten Schweizern" bereits die Staatsbürgerschaft aberkennen.
    • a-n-n-a 19.03.2017 19:58
      Highlight Highlight Danke Hoppla!, you're so damn right!! 👏
  • Zürischnure 19.03.2017 12:51
    Highlight Highlight Fürsorglicher Freiheitsentzug evtl. eine Option?
    • rxiko 19.03.2017 17:30
      Highlight Highlight weiß nicht, ob das mit 34 noch machbar ist? würde mich aber auch interessieren. ist ja auch zusätzlich in seinem Interesse eigentlich...
  • Toerpe Zwerg 19.03.2017 12:22
    Highlight Highlight Gehe mit Allah, aber gehe.
  • Scott 19.03.2017 11:43
    Highlight Highlight Nicht ein 34-jähriger Schweizer wollte für den «IS» in den Dschihad ziehen, sondern ein 34-jähriger Doppelbürger.

    Nur damit die objektive Berichterstattung gewährleistet ist...
    • rodolofo 19.03.2017 17:27
      Highlight Highlight Spielt das eine Rolle?
      So oder so wird ein Menschenleben fortgeworfen.
    • Scott 19.03.2017 17:58
      Highlight Highlight Spielt für mich schon eine Rolle, ob wir das Problem importiert und sogar zum Schweizer gemacht haben.
    • a-n-n-a 19.03.2017 19:59
      Highlight Highlight Scott, du bist der typische "Ich bin kein Rassist, aber..". Was das heisst, weisst du wohl selbst..

      #schämDi
    Weitere Antworten anzeigen
  • almlasdn 19.03.2017 11:37
    Highlight Highlight Naja, um sich zu behaupten würde er wohl besser mit der PKK gegen den IS kämpfen und etwas Neues aufbauen aber ja...
  • Thinktank 19.03.2017 11:17
    Highlight Highlight Der Mann will ausreisen und die Schweiz sicherer machen und wir lassen ihn nicht? Ist der Plan der Polizei, darauf zu warten, dass ihm jemand eine Waffe oder einen Lastwagen gibt, um berühmt zu werden? Raus mit ihm aber schnell. Wenn was passiert, ist die Polizei verantwortlich.
    • Lümmel 19.03.2017 12:34
      Highlight Highlight Ich glaube Sie sollten sich mal informieren, was genau die Polizei ist.
    • Steampunk 19.03.2017 13:13
      Highlight Highlight Lange ist es her, dass ich einen so ignoranten und dummen Kommentar gelesen habe auf Watson. Wer gibt Ihnen die Garantie, dass wenn er geht, auch nicht mehr retour kommt?
  • Asmodeus 19.03.2017 10:57
    Highlight Highlight Diverse Probleme treffen hier aufeinander.

    Ein junger Mann ohne Perspektiven der sich nirgendwo zugehörig fühlt.
    Ein immer stärker werdender Antiislamismus der seit 2001 durch die Medien ging (man könnte aus Muslimhetze sagen) der die Abschottung noch fördert.

    Dieser Junge lebt in einem Wahn und braucht dringend psychologische Hilfe.
    Nach Syrien in den Krieg? Klingt romantisch bis man eine Kugel im Bein stecken hat. Oder von den IS-Leuten abgeschlachtet wird, weil man kein Wort arabisch spricht und sich deren krassen Regeln nicht unterordnen kann, weil die irgendwie "auch alle Idioten" sind.
    • rxiko 19.03.2017 17:36
      Highlight Highlight sehe ich auch so. Die Diagnose vom Psychologen fand ich auch sehr ... ungenau, um es irgendwie auszudrücken.
      Mit so einer Einstellung sind viele verwurzelte Probleme mit drin, das ist kein leichter Fall.

      ein sehr schwer zu lösender Fall von vielen.
    • Lichtblau 19.03.2017 18:04
      Highlight Highlight Der "Junge" ist immerhin 34 ... Seit Jahren ist er offenbar ohne Job und recht isoliert am "Brüten". Könnte ein Job in einem einigermassen verträglichen Umfeld das Unheil aufhalten? Schon möglich.
    • Effersone 20.03.2017 17:50
      Highlight Highlight "Ein immer stärker werdender Antiislamismus der seit 2001 durch die Medien ging (man könnte aus Muslimhetze sagen) der die Abschottung noch fördert. "

      Würden Sie mir das bitte erläutern. Welche Medien haben wann wie Muslimhetze betrieben?
  • So en Ueli 19.03.2017 09:38
    Highlight Highlight Armseeliger Mitmensch, der in seinem Leben wenig bis nichts erreicht hatte. Nun versucht er wenigsten in Ehre auf dem Schlachtfeld zu sterben? Wie krank?!? Habe echt mitleid mit dem Typen. Ganz ehrlich. Ich glaube einen Besuch bei einem Seelendoktor würde ihm gut tun.
    • ThePower 19.03.2017 13:21
      Highlight Highlight Hat ja nichts gebracht. Eine Psychotherapie funktioniert nur bei Leuten, die sich darauf einlassen.
  • Vio Valla 19.03.2017 09:21
    Highlight Highlight Irgendwie tut er mir leid. Es muss ein schreckliches Gefühl sein, sich als Versager zu fühlen. Vor diesem Gefühl versucht er zu flüchten und glaubt im Kampf wär er endlich nützlich. Aber auch da scheint er etwas zu "romantische " Vorstellungen zu haben. Junge, lass dich therapieren. Du bist noch jung genug um dein Leben hier nochmal rumzureissen und etwas zu bewegen. Du lebst in einer der wenigen Ländern der Welt, wo dir fast alle Türen offen stehen. Man muss die Türklinken nur selber drücken.
  • Ridcully 19.03.2017 09:07
    Highlight Highlight Im Kern ist es ja die Suche seinem Leben einen Sinn zu geben, die Suche nach einer Aufgabe, einem Ziel. Deshalb kann es auch eine böse Sache sein, wenn junge Männer in dem Alter nicht in einer stabilen Beziehung sind. Ich weiss nicht, wo ich heute ohne meine Frau im Leben stehen würde, wahrscheinlich unter einer Brücke oder so.
    Schlimm ist nur, dass so Organisationen wie IS oder Sekten dies ausnutzen.
  • Imfall 19.03.2017 08:38
    Highlight Highlight und eigentlich will er ja nur in den krieg... für wen scheint ihm ja eigentlich egal zu sein... ( clickbait und so.. )

    "Die Ideologie des «IS» steht für ihn ohnehin nur an zweiter Stelle. Hauptsächlich will er in den Krieg ziehen"
    • Tschüse Üse 19.03.2017 10:56
      Highlight Highlight Artikel stammt aus der Argauer Zeitung, nix mit Clickbait
    • Tschüse Üse 19.03.2017 11:44
      Highlight Highlight Sry meine Schweiz am Wochenende
  • rodolofo 19.03.2017 08:36
    Highlight Highlight ...
    Meistens geschieht dies aus Selbstschutz-Gründen, weil die unterdrückten Gefühle zu stark wären.
    Warum wären die unterdrückten Gefühle so extrem heftig?
    Weil sie auf erlittene Demütigungen und Misshandlungen reagieren wollen und müssen, dies aber nicht dürfen!
    Wie ist die Beziehung dieses jungen Mannes zu seinem Vater?
    Reagiert der Vater sehr hart, wenn der junge Mann Schwäche zeigt?
    Die Unterdrückung von Gefühlen und mit diesen zusammenhängenden Gedanken durch übermässige Selbstkontrolle führt nur dazu, dass diese immer monströser werden!
    Und irgendwann explodiert die menschliche Bombe...
    • Judge Dredd 19.03.2017 09:35
      Highlight Highlight Was sie hier alles anhand eines Interviews herauslesen... sorry, aber das ist mir etwas zu sehr Westentaschen-Psychologie
    • philosophund 19.03.2017 12:00
      Highlight Highlight Ich denke da nicht an ödipale Komplexe. Der Junge hat einfach keine Perspektive. Kein Job. Keine Freunde. Keinen höheren (Lebens-)Sinn. Er ist eigentlich faktisch tot.
    • Lichtblau 19.03.2017 18:38
      Highlight Highlight Das hat was , @philosophund. Aber: Erstens ist der Typ kein "Junge" mehr und zweitens: Was ist das für 1 Leben? Soll man ihn aufgeben und dann die schlechteste aller Lösungen einfach hinnehmen? Oder halt doch versuchen, die Zeitbombe irgendwie zu entschärfen? Und wie viele von denen brüten in den Locher- und Tscharnergütern dieser Schweiz einsam vor sich hin?
  • rodolofo 19.03.2017 08:30
    Highlight Highlight Dieser Mann hat gewaltige psychische Probleme, denen man mit professioneller Unterstützung und mit Therapien auf den Grund gehen müsste!
    Aber leider versuchen Männer wieder mal, den "harten Kerl" zu markieren und sich nichts anmerken zu lassen, nach dem Merksatz aus Karl May: "Ein Indianer kennt keinen Schmerz!"
    Dieser junge Mann hat in sich selbst eine "Innere Diktatur" errichtet, die sein Leben gefühllos, leer und nicht mehr lebenswert macht!
    Warum hat er sich selbst den Zugang zu seinen Gefühlen zugemauert?
    ...
  • Süffu 19.03.2017 08:12
    Highlight Highlight Der gehört in Verwahrung oder für eine gewisse Dauer in eine geschlossene Institution! Wie lange geht es, bis dieser einsame, frustrierte Grenzdebile etwas im Inland plant?
    • rauchzeichen 19.03.2017 09:26
      Highlight Highlight Nicht gelesen? Er will die Schlacht, den Grabenkampf und nicht feige irgendwo Attentate begehen. Jetzt können wir den jungen Mann mit riesen Ausgaben probieren zu reintegrieren und zum Musterbürger zu machen oder wir lassen ihm seine Freiheit und er kann bisschen Krieg spielen gehn. Vermutlich ist er dann innert kürzester Zeit tot oder traumatisiert. Wieso der Staat einem Menschen verbieten soll, sein Glück in Syrien zu suchen, weil er mit Andersdenkenden symphatisiert, ist mir schleierhaft. Der IS versammelt in Syrien scheint mir wesentlich weniger Gefährlich als verteilt auf der ganzen Welt.
  • pun 19.03.2017 07:51
    Highlight Highlight Du stirbst nicht auf dem Schlachtfeld, sondern auf Befehl eines Fremden als jämmerliche Ratte mit einem bescheuerten Sprengstoffgürtel vor oder an einem Checkpoint in einem aussichtslosen Abwehrkampf.

    Das ist einen scheiss heroisch. Heroisch ist, sich seinen Schwächen zu stellen und Hilfe anzunehmen, wenn sie einem angeboten wird. Mach die Therapie, Junge!
  • demian 19.03.2017 06:52
    Highlight Highlight Hunde die bellen beissen nicht...

    Aber wenn er kämpfen will soll er doch gehen. Solche Leute braucht die Welt nicht.

Kein Komplott der jugendlichen Opfer – Pädo-Sextäter schuldig

Ein Sexualstraftäter aus Chur ist zu Recht zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten verurteilt worden. Mit seiner Behauptung, die jugendlichen Opfer hätten ein Komplott gegen ihn geschmiedet, blitzte er vor Bundesgericht ab.

Der Mann hatte sich laut Anklage im Ausgang in Chur an junge betrunkene Frauen herangemacht und sie in seiner Wohnung und in einem Fall am Bahnhof Chur sexuell missbraucht. Das jüngste Opfer war zum Tatzeitpunkt 13 Jahre alt.

Das Kantonsgericht Graubünden sprach den Mann im …

Artikel lesen
Link zum Artikel