DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Thomas Bach will den nächsten Olympia-Gastgeber nicht verärgern.
Thomas Bach will den nächsten Olympia-Gastgeber nicht verärgern.Bild: keystone

IOC-Präsident Bach beharrt kurz vor Olympia auf sanftem China-Kurs

Der diplomatische Boykott der USA ist ein weiterer Schlag für die Organisatoren der Olympischen Spiele in Peking. IOC-Präsident Thomas Bach will sich aber auch vom Wirbel um Tennisspielerin Peng Shuai nicht von seiner Linie abbringen lassen.
07.12.2021, 12:0307.12.2021, 13:05

So kurz vor den Winterspielen von Peking lässt sich Thomas Bach auch vom Fall Peng Shuai nicht mehr beirren. Inmitten der Debatten um den diplomatischen Olympia-Boykott der USA wegen Chinas Menschenrechtsverletzungen will der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) trotz aller Kritik am sanften Kurs gegenüber dem Gastgeber der Spiele festhalten.

«Aus unserer Sicht ist die stille Diplomatie ein erfolgversprechender Weg, den wir weiter verfolgen werden», sagte Bach im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Die weltweite Sorge um das Wohlergehen der Tennisspielerin Peng Shuai, die einem chinesischen Spitzenpolitiker sexuelle Übergriffe vorwarf, brachte das IOC zuletzt in Erklärungsnot.

Um Peng Shuai gibt es immer noch viele Unklarheiten.
Um Peng Shuai gibt es immer noch viele Unklarheiten.Bild: keystone

«Auch in dieser Frage ist das IOC politisch neutral»

Anders als die Vereinigung der Tennisspielerinnen (WTA), die vorerst alle Turniere in China aussetzte, benannte das IOC weder die Anschuldigungen Peng Shuais noch stellte es öffentliche Forderungen nach Aufklärung. «Ich kann versichern: Es werden alle Aspekte dieses Falles mit der chinesischen Seite besprochen», sagte Bach.

Der politische Druck auf das IOC und China aber wächst knapp zwei Monate vor der Eröffnung der Spiele in Peking weiter. Die Ankündigung der US-Regierung, keine diplomatischen oder offiziellen Vertreter zu den Winterspielen zu entsenden, heizt die Debatten um den Gastgeber der Spiele an. Als Hintergrund nannten die USA den «Genozid» in der autonomen Region Xinjiang und andere Menschenrechtsverletzungen Chinas. Gemäss Bach ist «das ist eine rein politische Diskussion. Auch in dieser Frage ist das IOC politisch neutral.»

IOC argumentiert ähnlich wie China

China kritisierte den Beschluss der amerikanischen Regierung scharf. Washington solle aufhören, den Sport zu politisieren, sagte Aussenamtssprecher Zhao Lijian am Dienstag in Peking. Durchaus ähnlich klingt die Argumentation von Bach. Mit den Olympischen Spielen könne das IOC keine grossen politischen Konflikte lösen, sagte der Deutsche. Dies sei eine überzogene Erwartung. «Das IOC hat nicht die Macht und die Mittel, politische Systeme zu verändern. Hier gilt die politische Neutralität des IOC und der Spiele.»

Starke Zeichen, wie sie die WTA-Spitze in ihrer Sorge um Peng Shuai setzt, wird es im IOC nicht geben. «Die WTA ist ihren Weg gegangen und hat ihren Entscheid getroffen. Viele andere Sportorganisationen haben einen anderen Weg gewählt. Die Wege können unterschiedlich, die Ziele aber durchaus gleich sein», sagte Bach. (ram/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Chinesische Lottogewinner verkleiden sich, um anonym zu bleiben

1 / 14
Chinesische Lottogewinner verkleiden sich, um anonym zu bleiben
quelle: odditycentral.com / odditycentral.com
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Hier werden 15 Wohntürme auf einmal gesprengt

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

12 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
zaunkönig
07.12.2021 12:35registriert November 2015
Von einem korrupten Sportverband erwartet niemand etwas anderes. Ich schau daher inzwischen keine grossen Sportveranstaltungen mehr an, mir ist daran der Spass vergangen.
292
Melden
Zum Kommentar
avatar
Lowend
07.12.2021 13:01registriert Februar 2014
Das IOC argumentiert nicht nur ähnlich wie China. Das IOC ist China generell sehr ähnlich!
253
Melden
Zum Kommentar
12
«Wahrhaft aussergewöhnliche Spiele» – Peking 2022 ist Geschichte
Die Schlussfeier der Olympischen Winterspiele in Peking stand im Zeichen der Schneeflocke. Die chinesischen Organisatoren verdienten sich nochmals ein sehr gutes Zeugnis.

Am Ende der farbenfrohen und symbolträchtigen Feier stand ein Feuerwerk über dem Vogelnest und den Dächern Pekings, wie es die Welt womöglich noch nie gesehen hat. Thomas Bach, der Olympiasieger im Fechten von 1976 und jetzige IOC-Präsident, sprach von «wahrhaft aussergewöhnlichen Spielen». Geprägt wurde der Anlass von strengen Corona-Beschränkungen und politischen Debatten. Mit der offiziellen Schlussformel erklärte Thomas Bach im Beisein von Chinas Präsident Xi Jinping die Spiele von Peking um 21.31 Uhr Ortszeit für beendet.

Zur Story