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Unwetter: Hagelzüge und Gewitter beenden Schönwetterperiode in der Schweiz



Heftige Regenfälle, zum Teil begleitet von Sturmwinden und Hagel, sind am Montag und in der Nacht auf Dienstag über die Schweiz gezogen. Vor allem im bernischen Oberaargau und im Kanton Aargau mussten Keller ausgepumpt werden.

Eine Gewitter- und Regenfront mit viel Niederschlag zog vom Genfersee her über das Mittelland in Richtung Bodensee, wie Marco Stoll von MeteoSchweiz der Nachrichtenagentur sda sagte. 40 bis 70 Millimeter Wasser fielen in diesen Gebieten vom Himmel.

Die Berner Kantonspolizei erhielt bis Dienstag 70 Schadenmeldungen, davon 60 aus dem Oberaargau, wie eine Sprecherin auf Anfrage sagte. In Thun musste die Vorpremiere des Musicals «Sugar - manche mögen's heiss» wegen Gewittergefahr verschoben werden. Ob sie am (heutigen) Dienstag stattfinden kann, war zunächst offen.

Im Kanton Aargau führte der heftige Regen zu keinen grösseren Schäden. Bei der Kantonspolizei gingen rund zwei Dutzend Meldungen ein, wie ein Mediensprecher sagte. Vor allem im Bezirk Kulm sei Wasser in Keller und über Felder gelaufen. Vereinzelt seien Feuerwehren im Einsatz gestanden.

Blitz behindert Zeitungsdruck

In Wollerau SZ schlug ein Blitz in die Druckerei des «Höfner Volksblatts» ein und legte die Zeitungsproduktion vorübergehend lahm. Nach dem Blitzeinschlag fiel der Strom aus. Wegen eines Elektronik-Schaden lief die Druckmaschine nur noch eingeschränkt. Die Lokalzeitung erschien am Dienstag aber dennoch.

Im Stadtzürcher Enge-Quartier stürzte ein Baum auf einen leeren stehenden Bus. Schutz & Rettung Zürich bestätigte eine Meldung des Onlineportals 20minuten.ch. Verletzt wurde gemäss den Angaben niemand. Der Schaden am Bus war gering.

Neben dem starken Regen fielen örtlich baumnussgrosse Hagelkörner, wie Stoll berichtete. Eine markante Hagelfront sei am Montag vom oberen Entlebuch über den Vierwaldstättersee Richtung Schwyz, Walensee und Vorarlberg gezogen. In der Zentralschweiz gab es starke Windböen, etwa in Buochs NW mit 115 Kilometern pro Stunde.

Gefahr noch nicht vorbei

Gehagelt hat es am Montag auch nördlich von Bern und im Tessin. Vorbei war die Regen-Gefahr am Dienstagmittag aber nicht. Vor allem in den bisher eher verschonten Voralpen und im Osten könnten noch bis zu 80 Millimeter Regen zusammenkommen, wie Stoll sagte. Ein hohes Gewitterpotenzial bestehe zudem im Tessin.

Gemäss dem Naturgefahren-Portal des Bundes muss wegen des erwarteten vielen Regens damit gerechnet werden, dass der Pegel von kleinen und mittelgrossen Gewässern in einigen Gebieten stark steigt. Der Bodensee hat nach wie vor einen erhöhten Wasserstand, und Rhein und Rhone dürften ansteigen. (sda)

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