DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa07514039 US soldiers stand guard during a meeting of General Scott Miller, the top NATO and US commander in Afghanistan, with Afghan officials to discuss issues of mutual interest and regional security in Ghazni, Afghanistan, 18 April 2019. The US, Afghanistan and Taliban are currently engaged in peace talks to end decades long conflict in Afghanistan.  EPA/SAYED MUSTAFA

Die meisten toten Zivilisten gehen auf das Konto von internationalen Streitkräften der Nato, USA, Deutschland und Grossbritannien. Bild: EPA/EPA

Mehrheit der getöteten Zivilisten in Afghanistan geht nicht auf das Konto der Taliban

Ein Bericht enthüllt, dass internationale Streitkräfte in Afghanistan mehr Zivilisten töten als die Taliban und der «IS» zusammen.



Am Mittwoch legte die UNO in einem Bericht offen, dass von den USA unterstützte Kriegstruppen im laufenden Jahr mehr afghanische Zivilisten getötet haben als die Taliban und andere bewaffnete Anti-Regierungsgruppen.

Laut dem Bericht der Hilfsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan (UNAMA) haben die «regierungsfreundlichen Kräfte», darunter die Nato, afghanische und internationale Truppen, in den ersten drei Monaten dieses Jahres 305 Zivilisten getötet. Im Vergleicht dazu kamen 227 Zivilisten durch «regierungsfeindliche Kräfte» wie die Taliban oder den «IS» zu Tode.

Tadamichi Yamamoto, der Leiter der UN-Hilfsmission in Afghanistan, sagte: «Eine schockierende Zahl von Zivilisten wird weiterhin jeden Tag getötet und verstümmelt.» Er forderte alle Parteien ausdrücklich auf, die Zivilbevölkerung aus dem Visier zu nehmen. Um die Zahl der Todesopfer zu minimieren, brauche es jetzt Sofortmassnahmen bei Luftangriffen, so Yamamoto.

Denn die meisten zivilen Opfer sterben durch Luftoperationen. Im Bericht heisst es, dass im ersten Quartal des laufenden Jahres 43 Luftoperationen durchgeführt wurden. Diese haben 145 Zivilisten das Leben gekostet. Bei der Hälfte der zivilen Opfer handelte es sich um Frauen und Kinder.

epa07458602 People carry the bodies (in truck) of the civilians who they claim have been killed by airstrikes in Kunduz, Afghanistan, 23 March 2019. At least 13 civilians including women and children were killed in the incident. Civilian casualties in airstrikes by NATO's combat mission in Afghanistan or by the Afghan forces have sparked strong criticism among the people of a country ravaged by war since 2001.  EPA/STRINGER

Bewohner von Kunduz fahren Ende März 2019 in einem Truck die Leichen von 13 Zivilisten durch die Stadt, die bei einem Nato-Luftangriff ums Leben kamen. Bild: EPA/EPA

Weiter starben bei Suchaktionen 102 Zivilisten. Die Mehrheit dieser Suchaktionen wurde vom afghanischen Geheimdienst durchgeführt, der von den USA, Grossbritannien und Deutschland finanziert wird. Im UNO-Bericht wurde die Besorgnis darüber geäussert, dass diese Kräfte ausserhalb ihrer Befehlskette und ungestraft zu handeln scheinen.

Der Sprecher der US-Streitkräfte in Afghanistan, Dave Butler, sagte gegenüber dem Nachrichtensender Al Jazeera: «Wir behalten uns das Recht auf Selbstverteidigung unserer Streitkräfte sowie der afghanischen Sicherheitskräfte vor. Der beste Weg, das Leiden von Zivilisten zu beenden, ist, die Kämpfe durch eine vereinbarte Reduzierung der Gewalt auf allen Seiten zu beenden.»

Für einige enthüllt der UNO-Bericht nichts Überraschendes. Emran Feroz, ein österreichisch-afghanischer Journalist, schrieb auf Twitter: «In Afghanistan töten Luftangriffe, Drohneneinsätze und brutale Nachtangriffe in diesen Tagen mehr Zivilisten als jede aufständische Gruppe. Für diejenigen, die schon länger auf diesem Feld recherchieren, ist das keine Überraschung.»

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Drogenernte in Afghanistan

Trump will den Krieg in Afghanistan verschärfen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Bidens erster Militäreinsatz: US-Jets greifen pro-iranische Milizen in Syrien an

Das US-Militär hat auf Befehl von Präsident Joe Biden hin Luftangriffe im Osten Syriens geflogen. Es war der erste offiziell bekannt gewordene Militäreinsatz unter dem Oberbefehl des neuen US-Präsidenten.

Das US-Verteidigungsministerium erklärte, das Ziel der Angriffe seien «mehrere Einrichtungen» an einem Grenzübergang gewesen. Diese seien von Milizen genutzt worden, die vom Iran unterstützt würden, erklärte Sprecher John Kirby am Donnerstagabend (Ortszeit).

Die Luftangriffe seien eine …

Artikel lesen
Link zum Artikel