USA
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa08233943 A handout picture made available by Iran's Presidential Office shows Iranian President Hassan Rouhani holding a press conference after casting his vote at a polling station during the parliamentary elections in Tehran, Iran, 21 February 2020. Iranians are heading to the polls to elect their representatives to the Islamic Consultative Assembly amid a worsening economic crisis and escalating tensions with the United States.  EPA/IRAN'S PRESIDENTIAL OFFICE HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA

Down down USA! Hardliner führen bei Parlamentswahl im Iran



Bei der Parlamentswahl im Iran zeichnet sich wie erwartet ein deutlicher Sieg der Konservativen ab. Laut inoffiziellen Teilergebnissen, die die Nachrichtenagentur Fars am Samstag veröffentlichte, standen die Gewinner von 241 der insgesamt 290 Parlamentssitze bereits fest.

Demnach gehen 191 Sitze an konservative Kandidaten, 16 an Reformer und 34 an unabhängige Kandidaten. Nach Angaben der Wahlkommission waren bis Samstagabend 162 der landesweit 208 Wahlkreise ausgezählt.

Im grössten Wahlkreis Teheran, der 30 Abgeordnete stellt, hatten konservative und ultrakonservative Kandidaten demnach einen deutlichen Vorsprung vor moderaten Bewerbern. In Teheran zeichne sich ein klarer Vorsprung der Konservativen ab, sagte Wahlkommissionssprecher Esmail Mussawi im staatlichen Fernsehen.

Die meisten Stimmen entfielen demnach auf den früheren Polizeichef und Revolutionswächter Mohammed Bagher Ghalibaf. Die Endergebnisse für Teheran wie auch für den Rest des Landes sollten nach Angaben des Sprechers spätestens am Sonntagmorgen vorliegen.

Tausende Kandidaten ausgeschlossen

Rund die Hälfte der ursprünglich rund 16'000 Kandidaten war durch den konservativen Wächterrat bereits im Vorfeld von der Wahl ausgeschlossen worden, darunter zahlreiche Reformer und Gemässigte. Konservative Kandidaten hatten dadurch kaum Konkurrenz zu befürchten.

Den Konservativen nahestehende Nachrichtenagenturen hatten denn auch einen Erdrutschsieg für deren Kandidaten vorausgesagt. Der moderate Präsident Hassan Ruhani dürfte damit seine Mehrheit im Parlament verlieren. Der Wächterrat ist kein demokratisch gewähltes Gremium und seine Kriterien sind höchst umstritten.

Neben dem Wächterrat war auch die Politik von US-Präsident Donald Trump eine grosse Hilfe für die Konservativen und Hardliner. Trumps Ausstieg aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 und die Verhängung drakonischer Sanktionen schwächte nicht nur Präsident Ruhani, sondern auch das gesamte Reformlager im Land.

Für die Konservativen und insbesondere die Hardliner, die wie auch Trump von vornherein gegen das Atomabkommen und die Annäherung des Irans an den Westen waren, wurde der US-Präsident nach Ansicht von Beobachtern so zum Verbündeten.

Niedrige Wahlbeteiligung

Kritisch könnte für die gesamte politische Führung jedoch die Wahlbeteiligung werden. Das Regime hatte eine Wahlbeteiligung zwischen 55 und 60 Prozent erwartet. Aus ihrer Sicht ist eine hohe Beteiligung die Bestätigung der iranischen Politik und somit ein Beleg für die Unterstützung des Volkes für das islamische Regime.

Obwohl noch keine amtlichen Zahlen vorliegen, sprechen informierte Quellen auf Twitter von einer Wahlbeteiligung von landesweit 42 Prozent und in Teheran sogar nur 27 Prozent.

Um schon in der ersten Runde ins Parlament zu kommen, benötigen die Kandidaten mindestens 20 Prozent der abgegebenen Stimmen in ihren Wahlbezirken. Sonst müssen sie an einer Stichwahl teilnehmen, die für Mitte April geplant ist. Dann wird auch eine einfache Mehrheit ausreichen. Das neue Parlament nimmt seine Arbeit Ende Mai auf.

In die Wahl 2016 waren die Iraner noch voller Optimismus gegangen: Sie hofften nach dem Ende der internationalen Sanktionen auf einen Wirtschaftsaufschwung und mehr Reformen. Vier Jahre danach hat sich die wirtschaftliche und politische Lage vor allem wegen der scharfen US-Sanktionen verdüstert. Zudem brachte der Konflikt mit Washington die Islamische Republik an den Rand eines existenzgefährdenden Krieges. (sda/afp/dpa)

Reisereportage Iran

Iraner trauern um ihren General

Play Icon

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kruk 23.02.2020 08:11
    Highlight Highlight Schade wurde die Politik der gemässigten auch durch die USA sabotiert.
  • Rölsche 23.02.2020 08:06
    Highlight Highlight Ich finde es immer wieder interessant, dass unsere Medien da noch mitmachen und von „Wahlen“ schreiben, in einer Diktatur.

    Die Leute im Iran haben keine „Wahl“, es ist keine Demokratie.

    Brutale Diktaturen - wie im Iran - waren aber eben schon immer gut in der Propaganda. Es gibt dann immer ein paar bei uns die denken, dass das Resultat der „Wahl“ so gewollt war vom Volk.

    Das Gegenteil ist der Fall wenn man die Leute im Iran fragt, die endlich Freiheit wollen.

    Die sind (vor allem die Jungen), pro USA und pro Westlich und wollen die gleichen Freiheiten wie wir sie haben.
    Zu Recht.
  • Heinzbond 23.02.2020 06:52
    Highlight Highlight Nun wenn wundert das denn? Zuerst einen potentaten durch den anderen ersetzen, dan krieg führen lassen und wenn die marionette plötzlich selber lenkt dan sanktionieren...

Corona-Bomber: Neonazi plante Anschlag auf US-Krankenhaus

Ein bewaffneter Terrorverdächtiger ist bei einem FBI-Einsatz im US-Bundesstaat Missouri ums Leben gekommen. Offenbar wollte er mit einem Anschlag medizinische Infrastruktur treffen.

Ein US-Neonazi hat dem FBI zufolge einen Bombenanschlag auf ein Krankenhaus im Bundesstaat Missouri geplant. Der 36-jährige Timothy W. sei beim Zugriff der Einsatzkräfte am Mittwoch bewaffnet gewesen und ums Leben gekommen, teilte die Behörde mit. Zuvor habe er monatelang im Zentrum einer Anti-Terror-Ermittlung gestanden. Den Angaben zufolge zog W. aus rassistischen und religiösen Gründen bereits mehrere Anschlagsziele in Betracht, bevor er sich festlegte.

Den Ausschlag für die Wahl des …

Artikel lesen
Link zum Artikel