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The Arkema Inc. chemical plant is flooded from Tropical Storm Harvey, Wednesday, Aug. 30, 2017, in Crosby, Texas. The plant, about 25 miles (40.23 kilometers) northeast of Houston, lost power and its backup generators amid Harvey’s dayslong deluge, leaving it without refrigeration for chemicals that become volatile as the temperature rises. (Godofredo A. Vasquez/Houston Chronicle via AP)

Kühlung ausgefallen: Die geflutete Chemieanlage in Crosby könnte bald in die Luft fliegen.  Bild: AP/Houston Chronicle

Trump spendet eine Million Dollar aus Privatvermögen ++ Chemieunglück verschärft Lage 



Trump spendet eine Million Dollar aus Privatvermögen für Flutopfer

US-Präsident Donald Trump wird eine Million Dollar aus seinem Privatvermögen für die Flutopfer von Texas spenden. Das gab seine Sprecherin Sarah Sanders am Donnerstag in Washington bekannt.
Trump hatte sich am Dienstag ein Bild von der Lage in Texas gemacht und plant am Wochenende einen zweiten Besuch im Katastrophengebiet.
Nach Angaben des Weissen Hauses sind durch das Hochwasser im Zuge des Tropensturmes «Harvey» 100'000 Häuser beschädigt worden. Die Sachschäden werden auf viele Milliarden Dollar geschätzt.
Zuvor hatten bereits mehrere Prominente hohe Geldspenden angekündigt, die Schauspielerin Sandra Bullock hatte ebenfalls eine Million Dollar in Aussicht gestellt. (sda/dpa)

Ein Chemieunglück hat die Lage im Überschwemmungsgebiet von Texas weiter verschärft. Zwei Explosionen setzten am Donnerstag in einer überschwemmten Chemiefabrik nahe Houston giftigen Rauch frei. Die Gegend wurde in einem Umkreis von drei Kilometern evakuiert.

Über dem Chemiewerk des Betreibers Arkema in Crosby rund 40 Kilometer nördlich von Houston stiegen dicke Qualmwolken in den Himmel. Die beiden Explosionen ereigneten sich in der Nacht zum Donnerstag, die Anlage war infolge des Sturms «Harvey» überschwemmt worden. Das Wasser setzte das Kühlsystem ausser Kraft, woraufhin ein Behälter mit organischem Peroxid explodierte.

Zur Gefährlichkeit des Rauches aus dem Chemiewerk gab es unterschiedliche Angaben. Der Leiter der Katastrophenschutzbehörde FEMA sagte in Washington, die Rauchwolke sei «unglaublich gefährlich». Die Umweltbehörde EPA erklärte allerdings, es gebe keine Anzeichen für ein gefährliches Ausmass an freigesetzten giftigen Stoffen.

Der Polizei zufolge wurde ein Beamter nach dem Einatmen des Rauchs ins Spital gebracht. Neun weitere seien vorsorglich selbst ins Spital gefahren. Offenbar habe es sich aber um ungefährlichen Rauch gehandelt.

Richard Rennard von der Betreiberfirma Arkema sagte, der Rauch sei schädlich. Die Giftigkeit sei aber «etwas Relatives». Wenn man den Rauch einatme, führe das zu Reizungen der Lunge.

Weitere Brände erwartet

Das Unternehmen rechnete mit dem Ausbrechen weiterer Brände. Acht Chemikalienbehälter seien zunächst nicht von dem Brand betroffen, würden wahrscheinlich aber ebenfalls Feuer fangen, sagte Rennard. Die Betreiberfirma kam mit der Feuerwehr überein, das Feuer «ausbrennen zu lassen», weil in der Anlage weiter akute Explosionsgefahr herrsche.

Die Anwohner waren bereits am Mittwoch in Sicherheit gebracht worden. Im Werk wurden organische Peroxide hergestellt. Diese kommen unter anderem bei der Plastikherstellung oder in der Pharmaindustrie zum Einsatz.

Mindestens 33 Tote

Während in ländlichen Gebieten von Texas und an der Golfküste die Lage am Donnerstag weiter angespannt war, ging das Hochwasser in der Millionenmetropole Houston zurück. Dadurch bekamen die Einsatzkräfte Zugang zu einem Fahrzeug, in dem sich die Leichen von einem Paar und vier Urenkeln im Alter zwischen sechs und 16 Jahren befanden.

Die Behörden im Grossraum Houston gingen von insgesamt mindestens 33 Toten im Zusammenhang mit Sturm «Harvey» aus. Schätzungen zufolge stand ein Drittel der Stadt unter Wasser. Die US-Marine kündigte an, am Donnerstag die Schiffe «USS Kearsarge» und «USS Oak Hill» vor die Küste von Texas zu schicken. Sie sollen dort die Behörden bei den Bergungs- und Rettungsarbeiten unterstützen

Houstons Bürgermeister Sylvester Turner sagte, er hoffe, «dass die Stadt Houston schnell wieder so werden wird wie zuvor». Er kündigte an, dass in einigen Gegenden wieder die Müllabfuhr eingesetzt werde, ausserdem gingen einige U-Bahn-Linien wieder in Betrieb. Auch zwei grosse Flughäfen nahmen den Flugbetrieb teilweise wieder auf.

Hinsichtlich der Zahl der betroffenen Einwohner und der Ausdehnung des Unwetters sei «Harvey» viel schlimmer als der verheerende Hurrikan «Katrina» von 2005, sagte der texanische Gouverneur Greg Abbott. «Katrina» hatte Schäden in Höhe von mindestens 150 Milliarden Dollar verursacht. Abbott schätzte, dass diesmal mehr Staatshilfen notwendig sein werden.

Houston versinkt nach dem Hurrikan Harvey in den Fluten

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Houston versinkt nach dem Hurrikan Harvey in den Fluten
quelle: ap/the galveston county daily news / jennifer reynolds
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Weitere Staaten wappnen sich

US-Vizepräsident Mike Pence flog am Donnerstag nach Texas, um sich ein Bild der Lage zu machen und Flutopfer zu treffen. Begleitet wurde er von ranghohen Regierungsmitarbeitern.

Die texanischen Städte Beaumont und Port Arthur kämpften mit Überschwemmungen. Nach Angaben der Behörden brach in Beaumont die Wasserversorgung zusammen, nachdem die zentrale Pumpanlage dem Druck eines angeschwollenen Flusses nachgegeben hatte.

Als vom US-Hurrikan-Zentrum herabgestuftes tropisches Tiefdruckgebiet zieht «Harvey» weiter östlich durch Louisiana bis Mississippi. Auch Tennessee und Kentucky rüsteten sich für mögliche Überschwemmungen. Noch immer herrschen lebensbedrohliche Bedingungen. Louisianas Gouverneur John Bel Edwards erklärte, die Lage sei ernst, aber man stehe bislang besser da als befürchtet.

Zahlreiche US-Stars werben für Spenden zugunsten der Opfer des Tropensturms «Harvey». Trotz schwelender Konflikte mit den USA haben auch Venezuela und Mexiko Hilfe für die Sturm-Opfer angeboten. 

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Mexiko und Venezuela wollen helfen

Ungeachtet der Streitigkeiten mit den USA haben Mexiko und Venezuela Hilfe für die Opfer der Überschwemmungen im US-Bundesstaat Texas angeboten. US-Aussenminister Rex Tillerson dankte seinem mexikanischen Kollegen Luis Videgaray am Mittwoch bei einem Treffen in Washington für das «grosszügige» Angebot in diesen «sehr, sehr schwierigen Zeiten».

Videgaray hatte in seinem am Sonntag übermittelten Hilfsangebot an den benachbarten Bundesstaat Texas nicht vergessen, den Streit um die von US-Präsident Donald Trump geplante Mauer an der Grenze zu Mexiko zu erwähnen. Er erinnerte daran, dass sein Land nicht für die Finanzierung aufkommen werde.Venezuela bot Hilfe für die Flutopfer an, obwohl das Land unter einer schweren Wirtschaftskrise leidet und die USA unlängst Wirtschaftssanktionen gegen Caracas verhängt haben. (sda)

(sda/afp/dpa/reu)

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