DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Police officers block off a road after a shooting of police in Baton Rouge, Louisiana, U.S. July 17, 2016.  REUTERS/Joe Penney

Ausnahmezustand in Baton Rouge.
Bild: JOE PENNEY/REUTERS

Baton Rouge: Ex-Marine erschiesst an seinem Geburtstag drei US-Polizisten



Nach neuen tödlichen Schüssen auf Polizisten im US-Staat Louisiana rätselte die Polizei am Sonntagabend (Ortszeit) über den Hintergrund der Tat. Ein einzelner Mann hatte am Morgen in Baton Rouge das Feuer auf mehrere Polizeibeamte eröffnet und drei von ihnen getötet.

Drei weitere Polizisten wurden verletzt, einer von ihnen kämpfte Stunden nach den Schüssen um sein Leben, wie die Polizei mitteilte. Der Täter war schliesslich von Polizisten getötet worden. Nach US-Medienberichten stammte er aus Kansas City (Missouri) und schoss genau an seinem 29. Geburtstag. Wie es weiter hiess, war der Afroamerikaner früher in der US-Marineinfanterie und wurde 2010 ehrenhaft aus dem Militär entlassen.

Nach Angaben des Senders CNN soll er Interesse an obskuren staatlichen Verschwörungstheorien gezeigt haben. Darauf deuteten Internet-Aktivitäten des Mannes hin.

Die Polizei in Baton Rouge äusserte sich zunächst nicht zur Identität des Schützen und zu Berichten, nach denen die Polizisten vermutlich gezielt durch einen Anruf in einer Polizeizentrale in einen Hinterhalt gelockt wurden. Sie geht aber nach eigenen Angaben davon aus, dass es nur einen einzelnen Schützen gab. Zunächst war nach zwei möglichen Mittätern gefahndet worden.

Böse Erinnerung an Dallas

Die Schüsse fielen zehn Tage nach der Ermordung von fünf Polizisten in Dallas. Sie erhöhten auch die Besorgnis, dass es bei geplanten Demonstrationen am Rande des am Montag beginnenden Parteitages der US-Republikaner in Cleveland (Ohio) zu weiterer Gewalt kommen könnte.

US-Präsident Barack Obama verurteilte die Schüsse in Baton Rouge als «feige» Tat und rief die Amerikaner erneut zu einem Schulterschluss gegen Gewalt auf. Ähnlich äusserte sich auch die voraussichtliche Präsidentschaftskandidatin der Demokratin, Hillary Clinton. Ihr wahrscheinlicher republikanischer Wahlrivale Donald Trump forderte «Gesetz und Ordnung» in den USA.

President Barack Obama and Vice President Joe Biden talk outside the presidents limousine before taking off from Love Field Airport, Tuesday, July 12, 2016, in Dallas. Obama and Biden attended the memorial service for the five fallen Dallas police officers. (AP Photo/Tony Gutierrez)

Bild: AP/Ap

Nach Angaben von Polizeichef Mike Edmonson war um 8.40 Uhr Ortszeit am Sonntagmorgen (15.40 Uhr MESZ) in einer örtlichen Polizeizentrale ein Anruf eingegangen, nach dem ein schwarz gekleideter maskierter Mann eine Strasse entlang gehe. Zwei Minuten später danach seien Schüsse gefallen, die Polizisten kurz danach zu Boden gegangen. Um 8.48 Uhr sei der Täter erschossen worden. Demnach erstreckte sich der Vorfall nur über acht Minuten.

Angespannte Lage

Nach unbestätigten Augenzeugenberichten soll der Täter vor den Schüssen in einem Fahrzeug am städtischen Polizeigebäude gesessen haben.

Law enforcement officers do a security check on a man in a vehicle near the site of a shooting of police in Baton Rouge, Louisiana, United States, July 17, 2016.  REUTERS/Joe Penney

Die Polizei hat vielerorts Checkpoints eingerichtet. 
Bild: JOE PENNEY/REUTERS

Die Lage in Baton Rouge ist seit Tagen besonders angespannt: Dort war am 5. Juli der Schwarze Alton Sterling von Polizisten erschossen worden, während er am Boden lag. Das und tödliche Polizeischüsse auf einen zweiten Schwarzen in Minnesota hatten in den USA eine Welle des Protestes gegen Polizeigewalt ausgelöst.

In der Nacht zum 8. Juli war es dann zur Eskalation gekommen. Am Rande einer Demonstration erschoss ein einzelner Heckenschütze in Dallas fünf Polizisten. Seitdem waren Befürchtungen ständig gewachsen, dass es zu weitere Eskalationen kommen könnte. (cma/sda/dpa)

Nach Angaben eines Polizeivertreters sollte ein Roboter zu der Leiche des getöteten mutmasslichen Schützen geschickt werden, um nach etwaigen Sprengsätzen zu suchen.

Bild

Baton Rouge, Louisiana
biild: screenshot/cnn

Der Gouverneur von Louisiana, John Edwards, sprach auf Twitter von einer «verabscheuungswürdigen Attacke gegen uns alle». US-Medien bewerteten auch das als Hinweis, dass es sich um einen gezielten Angriff handelte.

Über den genauen Ablauf gab es zunächst nur wenige Angaben. Nach Medienberichten war bei der Polizei etwa um 8.30 Uhr morgens Ortszeit (15.30 Uhr MESZ) ein Anruf eingegangen, dem zufolge ein mit einem Gewehr bewaffneter Mann eine Strasse entlanggehe. Als Streifenbeamte eintrafen, seien sie unter Feuer genommen worden.

Lage seit Tagen angespannt

Die Lage in Baton Rouge ist seit Tagen besonders angespannt: Dort war am 5. Juli der Schwarze Alton Sterling von Polizisten erschossen worden, während er am Boden lag. Das und tödliche Polizeischüsse auf einen zweiten Schwarzen in Minnesota hatte in den USA eine Welle des Protestes gegen Polizeigewalt ausgelöst.

In der Nacht zum 8. Juli war es dann zur Eskalation gekommen. Am Rande einer Demonstration in Dallas erschoss ein einzelner Heckenschütze gezielt fünf Polizisten. Das hat Befürchtungen ausgelöst, dass es zu weiterer Gewalt kommen könnte. (sda/dpa/reu)

Police officers block off a road after a shooting of police in Baton Rouge, Louisiana, U.S. July 17, 2016.  REUTERS/Joe Penney

Bild: JOE PENNEY/REUTERS

Polizeigewalt USA

Dallas-Attentäter schrieb mit seinem Blut «RB» an die Wand – jetzt wissen wir, was es bedeutet

Link zum Artikel

Der Tod von Polizeiopfer Alton Sterling wurde nicht zufällig gefilmt – das ist die Geschichte hinter dem Video

Link zum Artikel

Nach Dallas und dem Fall Alton Sterling geht in den USA die Furcht vor neuer Gewalt um

Link zum Artikel
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Liveticker

771 neue Fälle, 17 Hospitalisationen + Bei WHO gemeldete Todeszahlen stark gestiegen

Die neuesten Meldungen zum Coronavirus – lokal und global.

Artikel lesen
Link zum Artikel