Gesundheit
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Migros und Coop sind die grossen Player im umkämpften Schweizer Fitnessmarkt.  bild: unsplash/scott webb, bearbeitung: watson

Migros und Coop sind im Fitnessfieber – und die kleinen Studios leiden

In der Fitnessbranche herrscht ein gnadenloser Wettbewerb. Die Detailhandelsriesen Migros und Coop sind in Expansionswut – und machen damit den kleinen und unabhängigen Fitnessstudios das Leben schwer. 



Herr und Frau Schweizer schwitzen gerne. Und sie tun das zu Tausenden in den hiesigen Fitnesscentern. Gemäss einer Studie des Beratungsunternehmens Deloitte hat jeder achte Schweizer ein Fitness-Abo. Das sind mehr als eine Million Menschen – Tendenz steigend.

Im gesamten Land gibt es derzeit rund 1'200 Fitnesscenter, die einen geschätzten Umsatz von rund einer Milliarde Franken erwirtschaften. Beobachter sprechen von einem gnadenlosen Wettbewerb in der Branche. Angetrieben wird der Fitness-Boom von den Detailhandelsriesen Migros und Coop. Denn diese mischen kräftig mit.

Anfang 2016 beteiligte sich Coop an Update Fitness. Laut Mediensprecherin Andrea Bergmann ist die Marke unterdessen die «Marke mit den meisten Fitnesscentern in der Deutschschweiz». «Wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden und konnten 2017 die Anzahl unserer Trainingsgäste um 20 Prozent steigern», so Bergmann. 2018 plant Coop die Eröffnung vier weiterer Fitness-Standorte. 

Auch die Migros lässt nichts anbrennen. So übernahm deren Fitnessformat «Activ Fitness», die grösste Kette im Verbund «Migros Fitness», im Mai 2017 alle «Silhouette Wellness SA» Studios. Unterdessen zählt die «Activ Fitness AG» 62 Studios mit rund 100'000 Mitgliedern in der ganzen Schweiz. Hinzu kommen weitere Fitnessformate der Migros wie «Only Fitness» oder die «Fitnessparks», die ebenfalls in der ganzen Schweiz verteilt sind.  

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Das Fitnessformat «Activ Fitness» der Migros zählt rund 62 Studios in der ganzen Schweiz.  bild: activ fitness/migros

2017 zählten alle Migros-Fitnessformate zusammen 226'600 Mitglieder. Damit machte das Unternehmen einen Netto-Umsatz von 239.6 Millionen Schweizer Franken. Eine Steigerung um satte 18,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Patrick Stöpper, Mediensprecher des Migros Genossenschaftsbund, zeigt sich zufrieden. Auch das vor einem Jahr lancierte Discountformat «Only Fitness» funktioniert. «‹Only Fitness› wurde vom Markt sehr gut aufgenommen und hat die gesteckten Ziele erreicht. Die Migros Aare wird im November am Bahnhof Aarau ihren zweiten ‹Only Fitness›-Standort eröffnen», so Stöpper. In den kommenden Jahren plant Migros weitere Standorte bei fast allen Formaten zu eröffnen.

Fitnesszentren in der Schweiz
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Auf die kleineren Betreiber entfallen schweizweit noch immer der Grossteil der Fitnesszentren. Beim Umsatz sieht das Verhältnis jedoch gerade umgekehrt aus. 

Umsatz Fitnessbranche
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Neben Migros und Coop beobachtet auch Aldi Suisse die Entwicklungen in der Fitnessbranche mit regem Interesse. «Sport- und Fitness-Artikel sowie Produkte für eine gesunde, ausgewogene Ernährung sind bei unseren Kundinnen und Kunden sehr beliebt», sagt Philippe Vetterli von der Medienstelle. Ein Eintritt in den Schweizer Fitnessmarkt oder eine Kooperation mit bestehenden Fitnesscentern sei derzeit aber nicht geplant.

Unter der Expansionswut von Migros und Coop leiden vor allem kleine und unabhängige Fitnessstudios. «Für sie ist es sehr hart, mit der Marketingmacht der grossen Ketten mitzuhalten», bestätigt Roland Steiner, Direktor des Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter Verbands (SFGV), und fügt hinzu: «Der Druck auf die Margen ist enorm.»

Die Fitnessinstruktorin Daniela Heim zeigt am 27. April 2006 im Fitnessstudio NordFit in Zuerich-Oerlikon, beim Aerobic die Uebungen mit der Hantel vor. (KEYSTONE/Gaetan Bally) === ,  ===

Kleine und unabhängige Fitnessstudios leiden unter dem Druck der grossen Ketten.  Bild: KEYSTONE

Eine der Nischen, in denen sich die kleineren Zentren profilieren könnten, sei das Segment der Senioren, sagt Steiner. «Die über 50-Jährigen werden immer zahlreicher und verstehen die Notwendigkeit, an ihrer Muskulatur und ihrer Beweglichkeit zu arbeiten». In dieser Gruppe könne man sich mit einer sorgfältigen Betreuung gegenüber den grossen Ketten profilieren, zeigt sich der SFGV-Präsident überzeugt. 

(Mit Material von awp/sda)

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Video: watson/Nico Franzoni, Lya Saxer

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    Alle Leser-Kommentare
  • Citrus 15.08.2018 22:20
    Highlight Highlight Ja aber Was wollt ihr, den Kapitalismus verbieten?
    1 1 Melden
  • Rhabarber 14.08.2018 18:18
    Highlight Highlight Meine Zeit ist mir zu schade, um mit dem Zug zu einem anderen Studio zu fahren. Drum geh ich weiterhin zu Fuss in 2 Min. zu unserem kleinen Studio am Dorfbach.
    4 0 Melden
  • .jpg 14.08.2018 15:19
    Highlight Highlight Mir geht nicht nur die Expansion der beiden orangen Riesen gegen den Strich, nein an jeder ecke existieren nur Fast Food Läden oder Fitness "Gyms" wie es die insider so gerne nennen. Man könnte gerne auch mal wieder die Stadtkultur fördern.
    28 6 Melden
  • leu84 14.08.2018 14:13
    Highlight Highlight Es ist nicht nur beim Fitnesscenter so.
    27 2 Melden
  • BoJack Horseman 14.08.2018 14:00
    Highlight Highlight silhouette war ja immer schon schäbig und prollig, aber migros / activ fitness hat es geschafft, das angebot noch schlechter zu machen. dazu überall neu verbotstafeln inklusive dresscode, der an bademode der 1920er jahre erinnert und womit man selbst in saudi arabien als spiesser gelten würde.

    zum glück gibts in zürich noch mehr angebote ausserhalb des bünzli-hausfrauen zielpublikums. da radelt man gerne etwas weiter.
    26 9 Melden
  • udiuke 14.08.2018 11:46
    Highlight Highlight Mir geht der Expansionskurs der beiden orangen Riesen langsam gegen den Strich. Die besetzen mittlerweile jede erdenkliche Nische. Nicht nur Fitnesscenter. Es gibt Kebabstände, Frittenbuden usw. Die können ohne grosses finanzielles Risiko jede Nische besetzen und die kleinen aus dem Markt drängen. Wenns nicht aufgeht, dann steigt man eben aus und sucht den nächsten Markt, den kleine Unabhängige mit harter Arbeit und finanziellem Risiko aufgebaut haben.
    217 39 Melden
    • Alpaka 8 14.08.2018 15:46
      Highlight Highlight Dem kann man entgegnen, dass sich die beiden Riesen einsetzen für faire Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeitenden und für einen nachhaltigen Umgang mit der Umwelt. Und dann schütten sie ihre Gewinne erst noch aus, zu Gunsten von zahlreichen Sport-, Kultur- und anderen Projekten in der Schweiz. Aber eben, motzen lässt sich überall.
      38 25 Melden
    • udiuke 14.08.2018 17:31
      Highlight Highlight @Alpaka 8: dann frag doch mal die Verkäuferinen am Band, was die denn so verdienen. Für das, dass wir von Genossenschaften reden, spürt man leider nicht mehr viel davon. Die streben beide nur noch nach Gewinnmaximierung. Nicht nur Gottlieb Duttweiler ist schon längst tot, auch sein Gedanke von damals.
      36 11 Melden
    • MaxHeiri 14.08.2018 17:34
      Highlight Highlight Na ja Alpaka:
      Wir haben im Food Retail etwa gleich viel Wettbwerb wie bei Sowjetunion dazumals. 90% des Umsatzes landen in der Tasche dieser zwei Riesen. Bezahlen tut dies der Konsumenten mit überissenen Preisen.
      Da sie Gewinne nicht ausschütten können an ihre Eigentümer, buttern sie das übrig gebliebene Geld in M&A Transaktionen in immer mehr vertikale und horizontale Integrationen rein.
      Sehe dies eben nicht so positiv!
      27 9 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • mrlila 14.08.2018 11:22
    Highlight Highlight Ich, schwitze auch gerne, beim Chips essen während ich Netflix schaue. Ver***te Hitze. :/

    Dafür gehe ich am morgen joggen und mache Yoga.
    81 15 Melden
  • zipper 14.08.2018 11:20
    Highlight Highlight Leider sind die Activ Fitness Studios nur für Gelegenheitssportler im Ansatz interessant. Wer auf einem höheren Niveau trainieren will wird da nicht gerne gesehen/als Kunde genommen. Es gibt überproportional viele Geräte, welche ich persönlich sehr selten verwende. Es gibt keine Squat-Racks oder Deadlift-Stations, was sehr schade ist, denn das sind effektive Übungen die wirklich viel bringen. Dafür ist das Personal womöglich zu wenig geschult oder der Kunde wird absichtlich nur mit einfachen und sehr risikoarmen jedoch relativ ineffektiven Übungen alleine gelassen.
    60 22 Melden
    • SilWayne 14.08.2018 12:03
      Highlight Highlight Ich denke, Activfitness spricht eine andere Klientel an als du es bist. Für gewisse Kunden wären „Squat-Racks“ und „Deadlist-Stations“ vermutlich eher abstossend...
      55 4 Melden
    • zipper 14.08.2018 12:52
      Highlight Highlight @SilWayne
      Ja das stimmt leider. Das Zielpublikum ist der Feierabend-noch-schnell-sein-Kardioprogramm abspulende Sportler und Discopumper. Das Activ wäre hald so schön nebenan und bietet Yoga sowie Pilates, was toll ist. Ich hatte zu beginn auch einen gewissen Respekt vor diesen Übungen aber was daran abstossend sein soll verstehe ich nicht. Jeder der Kraftsport (ich bin kein Bodybuilder) auch nur Ansatzweise ernsthaft betreiben will, kommt ums Squatten und Deadliften nun mal nicht herum. Ausserdem haben diese Übungen meinen doppelten Bandscheibenvorfall restlos Beschwerdefrei gemacht.
      14 4 Melden
    • BoJack Horseman 14.08.2018 14:02
      Highlight Highlight genau deiner meinung.

      silwayne: das problem ist aber, dass dann die anständigen gyms weit weg von dir sind, weil die migros studios sich schon überschneiden vom einzugsbereich und sich keiner mehr dazwischen getraut.
      12 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Psychonaut1934 14.08.2018 11:07
    Highlight Highlight Migros hatte auch mein geliebtes Studio aufgekauft und ruiniert. Alles was mal gut war wurde abgeschafft. Und die Geräte kamen wieder aus der Steinzeit, ohne App und Apple Watch Unterstützung. Die Übungen werden wieder auf Papier aufgeschrieben. So was altmodisches brauche ich nicht. Der Vertrag wurde aufgelöst und der Betrag zurückerstattet.
    106 38 Melden
    • Hierundjetzt 14.08.2018 12:00
      Highlight Highlight Wenn Du wegen einer fehlenden technischen Spielerei Dein Fitness Abo auflöst, bist Du - sorry- wohl nur ein Sonntagssportler.

      Menschen wie ich, die einen 3er Split hinlegen, brauchen ganz sicher kein Ührli sondern, jawohl: Papier oder halt spezielle Fitnessapps, den bei jeder wesentlichen Leistungssteigerung braucht es bestimmte Vorsichtsmassnahmen, damit Du dir nichts kaputt machst und damit ist nicht der Kollege gemeint, der "drauskommt".

      Auf einem Zifferblatt kannst Du rein gar nichts ablesen was Dich weiterbringt.
      48 36 Melden
    • kärli 14.08.2018 12:11
      Highlight Highlight @hierundjetzt: vor die verbeugt sich jeweils das ganze Studio und sogar die Putzkraft zollt dir Respekt, gell? 😂
      21 5 Melden
    • philosophund 14.08.2018 12:36
      Highlight Highlight Hihi „sonntagssportler“ 🤣
      12 1 Melden
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