Dario Cologna
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Holt Dario Cologna seine fünfte Olympia-Goldmedaille? Bild: AP/AP

Kann Cologna den Fünfziger-Fluch ablegen? Diese Punkte sprechen für sein nächstes Gold

Dario Cologna zählt im 50-km-Lauf in klassischer Technik zu den Medaillenkandidaten, Favorit auf olympisches Gold ist er in Pyeongchang allerdings nicht. Gleichwohl: Der erste Sieg in einem Fünfziger scheint überfällig.

23.02.18, 18:28


Glück und Pech gleichen sich im Sport aus, sagt man. Vielleicht verbirgt sich am Samstagmorgen (ab 06.00 Uhr Schweizer Zeit) hinter dieser Floskel Dario Colognas grösster Trumpf. Die Geschichte seiner Fünfziger:

«Ich werde nicht aufgeben. Früher oder später gewinne ich einen.»

Dario Cologna

Sjur Röthe (ganz links) gewinnt 2015 am Holmenkollen im Fotofinish gegen Dario Cologna (ganz rechts).  Bild: EPA/NTB scanpix

Colognas Palmarès lässt zwar kaum Wünsche offen: Vier Olympiasiege, ein Weltmeistertitel sowie je vier Triumphe im Gesamtweltcup und an der Tour de Ski bilden die Eckpunkte und zugleich die vier wichtigsten Titel, die es im Langlauf zu gewinnen gibt. Aber ein Sieg in der Königsdisziplin fehlt noch.

Cologna bei den Buchmachern nicht der Favorit, aber ...

«Ich werde nicht aufgeben. Früher oder später gewinne ich einen», hatte Cologna 2015 nach der Niederlage gegen Röthe gesagt – selbst bei der Betrachtung des Zielfilms musste man zweimal hinschauen, um den Sieger zu eruieren. Damals ahnte der Bündner nicht, dass es fast drei Jahre dauern würde, bis er wieder einmal eine echte Chance erhält. Diese bietet sich nun in Südkorea. Dabei fussen seine Siegchancen nicht einzig auf der Hoffnung, dass das Pendel diesmal auf seine Seite ausschlägt.

Der Kasache Alexei Poltoranin gilt als Favorit über die 50 Kilometer.  Bild: EPA/EPA

Für Cologna sprechen einige Punkte, obwohl er selber sagt: «Ich bin nicht der Favorit.» Das sehen auch die Buchmacher so, welche für die ausgewiesenen Klassisch-Spezialisten Alexej Poltoranin aus Kasachstan und Iivo Niskanen aus Finnland eine tiefere Wettquote anbieten. 

Coupierter Parcours

Der coupierte Parcours in Pyeongchang ermöglicht im Gegensatz zu den Spielen in Sotschi Fluchtgruppen. In Russland vor vier Jahren wies das Profil nur einen wirklich langen Anstieg auf – und begünstigte somit Vorstösse nicht, weil die Gegner in flachen Passagen genügend Zeit fanden, den Anschluss zu schaffen. In Südkorea hingegen geht es ständig auf und ab. Wer sich absetzt, ist womöglich weg. Das Feld kann den Flüchtling nicht einfach im Wind stehen lassen und dann mit einer Tempoverschärfung schlucken. Kann Cologna den ersten Ausreissern folgen, steigen seine Chancen auf den Sieg markant.

Dario Cologna gehört bereits zu den erfolgreichsten Winter-Olympioniken aller Zeiten:

Die Form des Schweizers stimmt, nun muss er auch einen guten Tag erwischen. Der Skiathlon und der Teamsprint klappten zwar nicht nach Wunsch, das Olympiagold im Fünfzehner hingegen war eine Machtdemonstration. Cologna verfügt über einen Hubraum wie kaum ein anderer Langläufer. Sein Motor ist die Lunge, die Kubikzahl exzellent. Maximale Sauerstoff-Aufnahme und hohes Blutvolumen heissen die medizinisch relevanten Werte für seinen Langlauf-Motor, der insbesondere über grosse Distanzen die Konkurrenz ans Limit bringt. Gemessen an seinen körperlichen Voraussetzungen und der technischen Souplesse zählt er zu den Begünstigten.

Kaum Team-Taktiken möglich

Im Skiathlon schnürten die Norweger ein Taktik-Päckchen. Immer wieder griff einer an, Cologna und Co. mussten die Lücke schliessen. Diese Taktik lässt der Fünfziger in Pyeongchang kaum zu. Jeder dürfte mit sich selbst beschäftigt sein, um mit dem erwartet hohen Tempo Schritt zu halten. Auch Ueli Schnider und Candide Pralong, die zwei weiteren Schweizer im Fünfziger, werden Cologna kaum helfen können.

Klaebo über 50 km nicht am Start

Johannes Hösflot Klaebo verzichtet bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang auf das abschliessende Rennen über 50 km klassisch. Dies teilte der norwegische Skiverband mit. Klaebo, der bei den Spielen in Südkorea bereits drei Goldmedaillen gewonnen hat, werde stattdessen nach Hause reisen.

«Johannes hat entschieden, genug ist genug. Er ist zufrieden mit guten Rennen und sagt, dass er nicht motiviert ist, ein komplettes 50-km-Rennen bei Olympia zu laufen», sagte Teamchef Tor Arne Hetland gegenüber dem norwegischen Sender NRK. (sda/apa/reu)

Oft schon wurden Langläufer bereits im Wachsraum ihrer Chancen beraubt. 2011 an den Weltmeisterschaften in Oslo bekundete die Schweizer Equipe Mühe mit dem Material, 2014 in Sotschi lagen die Norweger zunächst im Hintertreffen. In Pyeongchang hingegen präsentierten sich bislang alle Teams konkurrenzfähig. Grosse Unterschiede waren nicht auszumachen.

Die eher milden Temperaturen sprechen für Dario Cologna. Bild: EPA/EPA

Die arktische Kälte, welche zu Beginn der Spiele die Langlaufrennen prägte, verzog sich inzwischen. Kühlschrank statt Gefrierfach, dies kommt Cologna entgegen. Auf zweistellige Minus-Grade schien er nicht vollständig adaptiert. Das Rennen am Samstagnachmittag Ortszeit hingegen findet bei Temperaturen um den Gefrierpunkt statt. (zap/sda)

«Ob sich Cologna im Zwiebelprinzip kleidet? Dani Huber würde es nicht tun.

Video: watson/Daniel Huber, Emily Engkent

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 24.02.2018 08:15
    Highlight Ich empfehle ihm, ein neues Doping-Mittel auszuprobieren.
    1 0 Melden
  • chnobli1896 23.02.2018 18:50
    Highlight ich wünsche ihm von herzen das es mit gold klappt. und wenn nicht, dass wenigstens er "schuld" ist und kein sturz oder skibruch
    26 0 Melden

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