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U-Boot-Tüftler Madsen schaute Enthauptungsvideos – streitet Mord aber ab

Der dänische U-Boot-Tüftler Peter Madsen steht wegen Ermordung und sexuellem Missbrauch der Journalistin Kim Wall vor Gericht. Er beteuert, die 30-Jährige nicht umgebracht zu haben. Vor dem Treffen mit Wall hatte er jedoch fragwürdige Internetabfragen getätigt.

21.03.18, 17:24


Peter Madsen vor Gericht Bild: AP/Ritzau Scanpix Foto

Mit Foltervideos und Internetabfragen zur Zerstückelung von Leichen, die auf einer Festplatte in der Werkstatt des dänischen Erfinders Peter Madsen gefunden wurden, hat die Staatsanwaltschaft am zweiten Prozesstag in Kopenhagen ihren Vorwurf zu untermauern versucht, Madsen habe die schwedische Journalistin Kim Wall an Bord seines U-Boots ermordet, um seine abartigen sexuellen Fantasien auszuleben. Der 47-Jährige stritt das aber ab.

Vielmehr sei Wall erstickt, beteuerte Madsen vor Gericht. Auch betonte er, er habe keine sexuellen Gefühle gehabt, als er auf ihre Leiche und vor allem auf ihren Genitalbereich einstach. Er habe es lediglich getan, damit Gase aus der Leiche entweichen könnten, bevor er sie über Bord werfe, sagte Madsen.

Eine Verbindung zwischen Walls Tod und dem Umstand, dass er kurz zuvor im Internet Videos über die Enthauptung von Frauen gesucht habe, wies er ebenfalls zurück.

Bild: EPA/SCANPIX DENMARK

«Jakob, wenn ich mir einen Film über eine Atombombe angeschaut hätte und dann eine Atombombe explodiert wäre, würde Dir das dann auch merkwürdig vorkommen?», sagte Madsen zu einer entsprechenden Nachfrage von Staatsanwalt Jakob Buch-Jepsen.

Die Anklage ist davon überzeugt, dass Madsen die schwedische Journalistin im vergangenen August an Bord seines U-Bootes gefesselt, missbraucht und ermordet hatte, bevor er ihre Leiche zerstückelte und in Plastiksäcken im Meer versenkte.

Mord, Missbrauch, Leichenschändung?

Sie zeichnet von ihm das Bild eines sexuell perversen Sadisten mit narzisstischen und psychopathischen Zügen. Neben Mord wirft sie dem 47-Jährigen schweren sexuellen Missbrauch sowie Leichenschändung vor.

Madsen machte in Verhören widersprüchliche Äusserungen zum Schicksal der Journalistin. Unter anderem gab er an, sie sei gestorben, als ihr die Luke des U-Boots auf den Kopf gefallen sei. Ihr später gefundener Schädel wies jedoch keine entsprechenden Verletzungen auf.

Zum Prozessauftakt behauptete er dann, die 30-Jährige sei nach einem Druckabfall im Inneren des U-Bootes an giftigen Gasen erstickt. Laut den Experten wies die Leiche jedoch keinerlei Spuren einer Gasvergiftung auf.

Weder Madsens bisherige Ausführungen noch die Autopsie der zerstückelten Leiche brachte bisher Klarheit über Walls Todesursache. Insgesamt sind 37 Zeugen geladen, darunter Gerichtsmediziner und Ex-Partnerinnen des Tüftlers. Ein Urteil wird am 25. April erwartet. (az/sda)

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • AustinOsmanSpare 21.03.2018 18:47
    Highlight Madsen ist smart. So saublöd dass er Spuren auf seinem PC hinterlassen hätte ist er wohl nicht.
    1 17 Melden
  • who cares? 21.03.2018 18:16
    Highlight Der Atombombenvergleich ist ja absurd. Als würden Frauenenthauptungsdokus immer mal wieder im Fernsehen laufen. Was für ein Bullshit.
    16 0 Melden

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