Hongkong
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Hongkong kommt auch am Sonntag nicht zur Ruhe – Demonstranten setzen auf «Guerillataktik»



In Hongkong ist es am Sonntag erneut zu Protesten und Ausschreitungen gekommen. Demonstranten versammelten sich an verschiedenen Orten in der chinesischen Sonderverwaltungszone, um gegen die Regierung zu protestieren.

Police detain a protestor in Hong Kong, Sunday, Oct.13, 2019. Protesters changed tactics and popped up in small groups in multiple locations across the city Sunday rather than gather in one large demonstration, pursued by police who swooped in to make muscular arrests. (AP Photo/Kin Cheung)

Polizisten halten einen Protestler fest. Bild: AP

Die Rede war unter den Protestler von einer «Guerillataktik», weil es keinen zentralen Marsch gab, sondern sich kleine Gruppen an ganz unterschiedlichen Orten versammelten. So sollte es der Polizei erschwert werden, die Proteste aufzulösen.

Radikale Aktivisten warfen Scheiben ein und verwüsteten Geschäfte und Restaurants. Auch wurden erneut Strassen blockiert. Die Polizei setzte Tränengas ein und machte Festnahmen. An vielen Orten wurde aber auch friedlich demonstriert.

Protestors damage a wall of Bank of China in Hong Kong, Sunday, Oct.13, 2019. Protesters changed tactics and popped up in small groups in multiple locations across the city Sunday rather than gather in one large demonstration, pursued by police who swooped in to make muscular arrests. (AP Photo/Kin Cheung)

Wütende Demonstranten demolieren eine Wand der Bank of China. Bild: AP

Demonstranten trafen sich in Einkaufszentren und sangen gemeinsam die Protesthymne «Glory to Hongkong». Trotz eines in der vergangenen Woche verhängten Vermummungsverbots trugen viele von ihnen Gesichtsmasken, um so ihre Identität zu schützen und gleichzeitig gegen das Verbot zu protestieren.

Demonstranten trafen sich in Einkaufszentren und sangen die Protesthymne

Die singenden Demonstranten in einem Einkaufszentrum. Bild: AP

Freiheitsstatue

Auf dem Gipfel des Lion Rock errichteten Demokratie-Aktivisten eine vier Meter hohe Statue als Symbol der Freiheit. Freiwillige trugen die 80 Kilo schwere Statue in der Nacht zu Sonntag in zwei Teilen auf den Berg, wie die Organisatoren mitteilten. Auf dem 495 Meter hohen Lion Rock soll sie demnach nun dauerhaft stehen, falls sie nicht von den Behörden entfernt wird.

Die «Lady Liberty» stellt eine Demonstrantin mit Gasmaske, Schutzbrille und Helm dar. In einer Hand trägt sie einen Regenschirm, in der anderen eine schwarze Fahne mit dem Protest-Slogan «Befreit Hongkong, Revolution jetzt». Sie wurde in den vergangenen Monaten bei mehreren friedlichen Kundgebungen auf einem Lastwagen durch die Stadt gefahren.

Weniger Menschen an Kundgebungen

Bereits am Samstag hat Proteste in Hongkong gegeben. Insgesamt gingen laut Beobachtern aber weniger Menschen auf die Strasse als an den Wochenenden zuvor, als es zu teils heftigen Kämpfen zwischen Protestierenden und der Polizei gekommen war.

Protestors wearing masks grab queuing tickets issued by a pro-Beijing company owned restaurant as they gather at a shopping mall in Hong Kong, Sunday, Oct.13, 2019. Protesters changed tactics and popped up in small groups in multiple locations across the territory Sunday. They were hotly pursued by police officers who quickly swooped in, making muscular arrests. The guerrilla-like tactics sought to maximize the disruption and visibility of protests at a time when anti-government demonstrations have been showing signs of flagging. (AP Photo/Vincent Yu)

Demonstrierende blockieren ein Restaurant in einem Einkaufszentrum, das einer Pro-Beijing eingestellten Firma gehört. Bild: AP

Seit dem 9. Juni kommt es in der Finanzmetropole immer wieder zu Massenprotesten, die oft mit Zusammenstössen zwischen einem kleinen Teil der Demonstranten und der Polizei enden. Die Protestbewegung befürchtet zunehmenden Einfluss Chinas auf Hongkong.

Seit der Rückgabe 1997 an China wird die frühere britische Kronkolonie mit einem eigenen Grundgesetz nach dem Grundsatz «ein Land, zwei Systeme» autonom regiert. Die sieben Millionen Hongkonger stehen unter Chinas Souveränität, geniessen aber - anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik - mehr Rechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit, um die sie jetzt fürchten. (sda/dpa/afp)

«Hongkong ist das neue Berlin in einem neuen Kalten Krieg»

Play Icon

Proteste in Hongkong

Gewaltsame Zusammenstösse bei Protesten in Hongkong

Link zum Artikel

Riesendemo in Hongkong gegen Auslieferungsgesetz

Link zum Artikel

Diese Bilder zeigen die riesigen Demonstrationen und Ausschreitungen in Hongkong

Link zum Artikel

Anführer der «Regenschirm-Bewegung» in Hongkong schuldig gesprochen

Link zum Artikel

Proteste in Hongkong

Gewaltsame Zusammenstösse bei Protesten in Hongkong

4
Link zum Artikel

Riesendemo in Hongkong gegen Auslieferungsgesetz

4
Link zum Artikel

Diese Bilder zeigen die riesigen Demonstrationen und Ausschreitungen in Hongkong

30
Link zum Artikel

Anführer der «Regenschirm-Bewegung» in Hongkong schuldig gesprochen

0
Link zum Artikel

Proteste in Hongkong

Gewaltsame Zusammenstösse bei Protesten in Hongkong

4
Link zum Artikel

Riesendemo in Hongkong gegen Auslieferungsgesetz

4
Link zum Artikel

Diese Bilder zeigen die riesigen Demonstrationen und Ausschreitungen in Hongkong

30
Link zum Artikel

Anführer der «Regenschirm-Bewegung» in Hongkong schuldig gesprochen

0
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Kurdin, Jesidin, Deutsche: Warum Düzen Tekkal nicht mehr schlafen kann

Düzen Tekkal (41) ist derzeit die wichtigste Stimme der Kurden in Deutschland. Im Interview sagt sie, dass es noch nicht zu spät ist, Rojava zu retten. «Aber jetzt muss schnell gehandelt werden.»

Wenn Düzen Tekkal einmal loslegt, dann gleich richtig. Die Deutsche mit kurdisch-jesidischen Wurzeln nimmt kein Blatt vor den Mund. Seit Wochen kritisiert sie den türkischen Angriffskrieg in Rojava öffentlich und in einer scharfen Deutlichkeit: dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan völkerrechtswidrig handelt, dass er eine ethnische Säuberung vornimmt, dass er mit seinem Handeln dem Islamischen Staat zu neuer Kraft verhilft.

Tekkal ist derzeit die wichtigste Stimme der Kurden in …

Artikel lesen
Link zum Artikel