DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Unschönes Comeback: Tripper und Co. sind in der Schweiz wieder auf dem Vormarsch



In der Schweiz nehmen Geschlechtskrankheiten trotz einer gross angelegten Kampagne der Gesundheitsbehörden teilweise massiv zu. Dabei hatte der Bund 2011 angekündigt, dass die Zahl der Ansteckungen mit sexuell übertragbaren Krankheiten bis 2017 halbiert werden soll.

Die Präventionsbemühungen sind aber nach Einschätzung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) trotzdem nicht gescheitert. Denn beim Aids-Virus HIV, der sexuell übertragbaren Infektion mit den schwerwiegendsten Folgen, ist die Anzahl neuer Fälle mit 556 gegenüber 552 im Vorjahr stabil, wie BAG-Sprecher Adrien Kay der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Im laufenden Jahr soll die Love-Life-Kampagne weiter geführt werden. Ungefähr zwei Millionen Franken werden pro Jahr in die Prävention gesteckt. Bei einer Person, die eine HIV-Diagnose erhält, gehen die Gesundheitsbehörden vergleichsweise von Life-Time-Behandlungskosten von rund einer Million Franken zu Lasten der Krankenversicherung aus.

Love Life: Die Anti-Aids-Kampagnen durch die Jahre

1 / 25
Love Life! Wie die Anti-Aids-Kampagnen mit den Jahren immer heisser wurden
quelle: bag / bag
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Unschönes Comeback des Trippers

Besonders stark angestiegen sind im vergangenen Jahr die Fälle von Gonorrhoe, dem Tripper. Sie stiegen um über einen Viertel auf fast 2500 Fälle an. Dabei war 2014 erstmals seit der Wiedereinführung der Meldepflicht 2006 noch ein Rückgang um vier Prozent festgestellt worden. 

Bei Syphilis wurde sogar nach zwei Jahren mit rückläufigen Zahlen wieder ein Anstieg beobachtet und zwar um 11,5 Prozent. 1176 Fälle wurden letztes Jahr gemeldet.

FILE - In this May 23, 1944 file photo, the organism treponema pallidum, which causes syphilis, is seen through an electron microscope. Las Vegas is experiencing a syphilis outbreak, as health officials warn of a national spike in cases that some are tying to increased testing, as well as the prevalence of anonymous sex through social media and a less consistent use of condoms. (AP Photo, File)

Syphilis-Erreger unter dem Mikroskop. Bild: /AP/KEYSTONE

Bei der in der Schweiz und auch in Europa am weitesten verbreiteten sexuell übertragbaren Infektion, Chlamydiose, betrug der Anstieg rund 8,5 Prozent auf etwas über 11'000 Fälle. Die Zahl der Chlamydiose-Fälle steigt seit Jahren an. Die Zunahme der Geschlechtskrankheiten ist nach Einschätzung des BAG zum Teil auch auf neue Tests sowie eine erhöhte Sensibilisierung der Ärzte zurückzuführen.

WHO warnt vor Resistenzen

Erst im vergangenen Herbst hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO darauf hingewiesen, dass die weltweit verbreiteten Geschlechtskrankheiten Gonorrhoe, Syphilis und Chlamydiose immer schwerer zu bekämpfen sind. Die Bakterien, die sie auslösen, seien in wachsendem Masse resistent gegenüber Antibiotika.

Als Hauptgrund wurde angegeben, dass Medikamente oft fehlerhaft oder zu häufig angewandt wurden. Die stärkste Resistenz hatten die Erreger der Gonorrhoe (Tripper) entwickelt, mit denen sich weltweit jährlich 78 Millionen Menschen infizieren.

So wurden Gonorrhoe-Stämme entdeckt, die auf keine der zur Verfügung stehenden Antibiotika mehr reagieren. Nach Auskunft des BAG sind die Antibiotika-Resistenzen bei Gonorrhoe in der Schweiz aber im Moment soweit unter Kontrolle.

Bei Genital-Beschwerden zum Arzt

In die Love-Life-Kampagne des BAG waren 2011 auch Schutzbotschaften für andere sexuell übertragbare Krankheiten integriert worden. Zusätzlich zu den bestehenden Safer-Sex-Regeln wie Eindringen immer mit Gummi und Sperma und Blut nicht in den Mund wurde eine dritte Regel formuliert: Bei Juckreiz, Brennen, Ausfluss oder anderen Beschwerden im Genitalbereich sofort zum Arzt respektive zur Ärztin.

So sollten Infektionen möglichst rasch entdeckt und behandelt werden können. Um auch sexuell übertragbare Krankheiten ohne Symptome zu entdecken, wurde zudem die Information der Sexualpartner bei der Diagnose von Geschlechtskrankheiten thematisiert. Denn die Partnerbehandlung sei in einem solchen Fall wichtig.

(sda)

Diese Kinderzeichnungen wirst du dir nie an den Kühlschrank hängen (Hihi. Penis)

1 / 14
Diese Kinderzeichnungen wirst du dir nie an den Kühlschrank hängen (Hihi. Penis)
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Zürcher Pflegefachfrau stiehlt Waren im Wert von 160'000 Franken

Eine Pflegefachfrau hat in Altersheimen, Arztpraxen und Wohnungen jahrelang Schmuck, Uhren, Kleider, Reka-Checks und Bargeldbeträge gestohlen. Das Bezirksgericht Zürich hat die 32-Jährige am Mittwoch im abgekürzten Verfahren zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren sowie einer Therapie verurteilt.

Die Frau hatte insbesondere im Umfeld ihrer Arbeit zugegriffen: Als medizinische Praxisassistentin in Arztpraxen klaute sie von Patientinnen und Patienten, wenn diese etwas dabei hatten. Mehrmals …

Artikel lesen
Link zum Artikel