DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Über 30 Tiere starben in den Flammen, darunter acht Menschenaffen. Nur zwei Schimpansen konnten gerettet werden.
Über 30 Tiere starben in den Flammen, darunter acht Menschenaffen. Nur zwei Schimpansen konnten gerettet werden.
Bild: EPA

Drama im Affenhaus: Brandursache scheint geklärt +++ Polizei ermittelt gegen drei Frauen

02.01.2020, 13:5702.01.2020, 14:25

Der Brand im Krefelder Zoo ist nach Einschätzung der Polizei weitgehend aufgeklärt: Das Feuer wurde demnach durch eine Himmelslaterne ausgelöst. Drei Frauen, die solche Leuchten haben steigen lassen, haben sich selbst gemeldet.

Nach dem verheerenden Brand im Krefelder Zoo ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen eine 60 Jahre alte Krefelderin und ihre beiden erwachsenen Töchter. Die drei Frauen hätten sich selbst bei der Polizei gemeldet und dort angegeben, dass sie in der Silvesternacht fünf Himmelslaternen hätten aufsteigen lassen, sagten Vertreter von Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Man gehe davon aus, dass eine dieser Himmelsleuchten den Brand des Affenhauses verursacht habe. Dies werde aber derzeit noch genau geprüft, um andere Ursachen auszuschliessen. Die anderen vier Leuchten habe man sichergestellt. Durch das Feuer war das Affenhaus abgebrannt. Über 30 Tiere starben in den Flammen, darunter acht Menschenaffen. Nur zwei Schimpansen konnten gerettet werden.

«Sehr couragiert» und «hochanständig»

Kriminalhauptkommissar Gerd Hoppmann bezeichnete es als «sehr couragiert» und «hochanständig», dass sich die drei Frauen im Alter zwischen 60 und 30 Jahren selbst bei der Polizei gemeldet hätten. Es handle sich um «ganz normal bürgerliche Menschen». Die drei Frauen hätten die Himmelslaternen im Internet bestellt und dachten nach eigenen Angaben, dass es an Silvester erlaubt sei, sie steigen zu lassen. Tatsächlich sind sie aber in ganz Deutschland verboten.

Gegen die drei Frauen wird nun wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt. Darauf steht eine Haft- oder Geldstrafe. «Für uns ist damit diese Tat weitgehend geklärt», sagte Hoppmann.

Ein Feuerwehrsprecher sagte, man sei überrascht gewesen, wie schnell das Dach des Affenhauses gebrannt habe. Eine Sprinkler- oder Brandmeldeanlage habe es nicht gegeben, dies sei zum Zeitpunkt des Baus 1975 aber auch nicht vorgeschrieben gewesen. Eine Zoosprecherin sagte, das Haus sei völlig zerstört, die Überreste würden nach dem Ende der Ermittlungen abgerissen. Der Zoo werde voraussichtlich am Freitag wieder öffnen. Der Brandort werde mit Absperrungen versehen, um einen «Katastrophentourismus» so weit wie möglich zu verhindern.

Unkontrollierbar offenes Feuer

2009 war in Siegen ein zehn Jahre alter Knabe gestorben, weil ein Haus durch eine Himmelslaterne in Brand geraten war. Der Prozess gegen einen 23 Jahre alten Mann wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Brandstiftung wurde später gegen Auflagen eingestellt. Das Gericht sah nur eine geringe Schuld des Mannes, der den Lampion hatte aufsteigen lassen. Damals war das allerdings auch noch nicht verboten.

Ein Brandsachverständiger sagte damals im Gericht, mit einer Himmelslaterne schicke man ein unkontrollierbar offenes Feuer in die Luft. Die leichten Papierhüllen könnten jederzeit in Brand geraten: «Dann stürzen sie brennend als Fackel nach unten. Das ist ein wirkliches Höllenfeuer.» (viw/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kommentar

Die Deutschen halten uns den Spiegel vor

Der Ausgang der deutschen Wahlen zeigt einmal mehr, dass westliche Demokratien nicht mehr in der Lage sind, ihre Probleme zu lösen.

«Alles muss sich ändern, damit alles gleich bleibt», sagt der junge Adlige Tancredi im Roman «Der Leopard» von Giuseppe Tomasi de Lampedusa. Der Ausgang der deutschen Wahlen zeigt, dass sich unsere Nachbarn für das Gegenteil dieses legendären Satzes entschieden haben. Offenbar gilt in Berlin das Motto: «Alles bleibt gleich – bis sich plötzlich alles ändern muss.»

Obwohl Deutschland in diesem Sommer von den schwersten Unwettern seit Menschengedenken heimgesucht wurde und obwohl nur Ewiggestrige …

Artikel lesen
Link zum Artikel