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34 Tore in 14 Spielen: Aufsteiger Holstein Kiel hat die beste Offensive der 2. Bundesliga. bild:facebook

Die Zeit der «Störche» – Aufsteiger Holstein Kiel träumt vom Durchmarsch in die Bundesliga

Aufsteiger Holstein Kiel ist Tabellenführer in der 2. Bundesliga und träumt vom direkten Durchmarsch ins Fussball-Oberhaus. Was der Klub aus der Handball-Hochburg besser macht als die Konkurrenz.



Wer derzeit einen Blick auf die Tabelle der 2. Bundesliga wirft, staunt nicht schlecht. Ganz zuoberst steht nämlich keiner der meist genannten Aufstiegsfavoriten, sondern Holstein Kiel. Ein Aufsteiger, der erstmals seit 36 Jahren wieder in der 2. Liga spielt und der in der eigenen Stadt nur die zweite Geige spielt.

Die Tabellenspitze der 2. Bundesliga:

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Kiel ist nämlich DIE Handball-Hauptstadt Deutschlands. Der THW ist mit 20 Meistertiteln deutscher Rekordmeister und dreimaliger Champions-League-Sieger. Obwohl Holstein Kiel 1912 deutscher Meister wurde, war Fussball in der Hansestadt an der Ostsee deshalb lange nur eine Randsportart.

Doch seit Sommer 2016 haben sich die sportlichen Prioritäten in der nördlichsten Grossstadt Deutschlands (246'306 Einwohner) etwas verschoben. Damals übernahm Markus Anfang das Traineramt bei Holstein und führte die «Störche» innerhalb von 18 Monaten von den Niederungen der 3. Liga an die Spitze der 2. Liga. Der ehemalige Bundesliga-Profi (79 Spiele) lässt erfrischenden, auf Ballbesitz basierenden Offensiv-Fussball spielen. Seine Philosphie: «Wir wollen nichts verhindern, sondern rausgehen und etwas gewinnen.»

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Markus Anfang ist der Baumeister des Kieler Erfolgs. bild: twitter/holstein_kiel

Anfang gilt als hervorragender Motivator. In Kiel hat er aus jungen Talenten und ein paar Routiniers eine schlagkräftige Truppe geformt. Bekanntester Spieler ist die St.Pauli-Leihgabe Marvin Ducksch, der in der Jugend von Borussia Dortmund gross wurde und mit 10 Toren in 14 Spielen derzeit die Torschützenliste in der 2. Bundesliga anführt.

Langfristige Planung

Der Star ist aber die Mannschaft. «Bei uns stimmt das Gesamtgefüge, wir sind ein eingeschworener Haufen», verrät Abwehrchef Dominik Schmidt, der für Werder Bremen einst 12 Spiele in der Bundesliga absolvierte, gegenüber der «Bild»-Zeitung das sportliche Erfolgsgeheimnis. Die Mannschaft unternimmt auch privat viel zusammen, geht beispielsweise zusammen an ein Konzert oder an die Spiele der Handballer des THW Kiel und darf jetzt sogar vom direkten Durchmarsch in die Bundesliga träumen.

Hinter Kiels Erfolg stehen aber auch zwei Grosssponsoren, die den Verein seit Jahren unterstützen. Gerhard Lütje ist gemäss dem «Hamburger Abendblatt» einer der reichsten Männer Deutschlands, das Vermögen von Hermann Langness liegt im hohen dreistelligen Millionen-Bereich. Beide sind Supermarkt-Ketten-Besitzer.

Lütje und Langess agieren jedoch anders als beispielsweise Dietmar Hopp (SAP) in Hoffenheim oder Dietrich Mateschitz (Red Bull) in Leipzig. Sie halten sich aus den sportlichen Belangen raus und geben ihr Geld sehr behutsam aus. Es wird nicht in teures Spielmaterial investiert, dafür langfristig in die Infrastruktur. 

So feierte Kiel den Aufstieg:

2009 holten sie den heutigen Geschäftsführer Wolfgang Schwenke, einst deutscher Handball-Spieler, an Bord. Er sollte professionelle Strukturen schaffen: Errichtung eines Nachwuchsleistungszentrums, Aufstieg in die 2. Liga und Bau eines neuen Stadions.

Stadion als Sorgenkind

Die ersten zwei Punkte hat Schwenke bereits abgehakt, das Sorgenkind ist momentan die Spielstätte. Bis im Sommer 2018 muss das altehrwürdige Holstein-Stadion ausgebaut und saniert werden. Die Kapazität muss von 13'400 auf mindestens 15'000 Zuschauer, die Intensität des Flutlichsts auf 1200 Lux erhöht werden. Hinzu kommen Umbaumassnahmen im Medienbereich und bei den Umkleidekabinen.

10,4 Millionen Euro kosten die nötigsten Umbauten, 8,7 Millionen Euro steuern die Stadt Kiel und das Bundesland Schleswig-Holstein bei. Momentan dürfen die Kieler nur dank einer Ausnahmegenehmigung der DFL überhaupt in der 2. Liga spielen. Schrittweise geht's dann weiter: Bis 2023 soll das Stadion komplett modernisiert sein und 25'000 Zuschauer fassen.

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Der Blick ins Holstein-Stadion. bild: wikipedia

Gut möglich, dass in Kiel aber schon bald wieder umgeplant werden muss. Noch will beim 2.Liga-Leader zwar niemand das Wort Aufstieg in den Mund nehmen, wenn es sportlich aber so weitergeht, kommt man bei Holstein nicht drum herum. Noch ist die Saison jung und auf die Mannschaft von Markus Anfang warten in den nächsten Spielen mit Bundesliga-Absteiger Ingolstadt und dem Zweitplatzierten Fortuna Düsseldorf zwei harte Brocken.

Der Weg in die Bundesliga ist noch weit und viele Experten glauben, dass die Kieler eher früher als später einbrechen werden. Doch der Fussball schreibt immer wieder besondere Geschichten. Oder wer hätte im Herbst 2015 schon geglaubt, dass Leicester City tatsächlich englischer Meister werden könnte.

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