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Rad an Rad in die Kurve: Max Verstappen (links) und Lewis Hamilton.
Rad an Rad in die Kurve: Max Verstappen (links) und Lewis Hamilton.Bild: IMAGO / Motorsport Images

«Dirty Dancing» in «Rowdy Arabia» – Reaktionen zum F1-Thriller Verstappen vs Hamilton

Von wegen «Formel Langeweile»! Vor dem letzten Grand Prix der Saison hat Lewis Hamilton dank dem dritten Sieg in Folge aufgeholt – er ist nun punktgleich mit WM-Leader Max Verstappen. Der verliert in Saudi-Arabien die Nerven.
06.12.2021, 09:0107.12.2021, 05:45

Der grosse Aufreger

In einem chaotischen Grand Prix in Dschidda, der Formel-1-Premiere in Saudi-Arabien, kommt es in der 37. Runde zum Eklat. Max Verstappen reduziert die Geschwindigkeit in Führung liegend überraschend, so dass ihm Verfolger Lewis Hamilton ins Heck fährt und sich den Frontflügel beschädigt:

Verstappen im Red Bull hatte die Anweisung erhalten, Mercedes-Pilot Hamilton für ein unsauberes Manöver kurz zuvor überholen zu lassen. Das stiess dem Niederländer offensichtlich so sauer auf, dass er sich zur Unsportlichkeit hinreissen liess. Immerhin wurde er trotz Zeitstrafen von insgesamt 15 Sekunden noch Zweiter.

Der WM-Stand

Beide Fahrer haben jeweils 369,5 Punkte auf ihrem Konto – Gleichstand nach 21 Rennen! Und damit ein ultimativer Showdown zum Saisonende am nächsten Sonntag beim Grossen Preis von Abu Dhabi. Wer vor dem Gegner ins Ziel kommt, ist Weltmeister.

Sollten Verstappen und Hamilton punktgleich bleiben (was zwar eher unwahrscheinlich, aber noch möglich ist) oder ausfallen, wäre Verstappen wegen der höheren Anzahl Saisonsiege (9:8) Champion. Wobei es dann wohl noch darauf ankommt, wie sich ein allfälliger Doppel-Ausfall ereignet. Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte der Formel 1, dass ein WM-Führender den Titel abzusichern versucht, indem er sich und den Gegner aus dem Rennen nimmt. Und soeben in Dschidda hat Verstappen gezeigt, dass er nicht vor Kamikaze-Manövern zurückschreckt.

Wer wird in Abu Dhabi Formel-1-Weltmeister 2021?

Das sagen die Fahrer

Lewis Hamilton:

«Ich habe nicht verstanden, warum er auf einmal so hart in die Bremsen gegangen ist, dann habe ich ihn von hinten getroffen.»

«Ich muss da draussen wirklich einen kühlen Kopf bewahren, aber das war echt schwierig. Ich bin in meinem Leben schon gegen viele Fahrer gefahren. In 28 Jahren bin ich vielen unterschiedlichen Charakteren begegnet, und einige da oben sind über der Grenze. Für sie gelten die Regeln nicht oder sie denken nicht an die Regeln.»

«Verstappen ist über der Grenze, mit Sicherheit. Ich habe schon so oft Kollisionen mit diesem Kerl vermieden. Mich stört es auch nicht, dass ich immer derjenige bin, der das macht. Denn du kannst zu einem anderen Zeitpunkt weiterkämpfen, was ich augenscheinlich getan habe.»
Hamilton mit der Siegertrophäe, Verstappen enttäuscht.
Hamilton mit der Siegertrophäe, Verstappen enttäuscht.Bild: keystone

Max Verstappen:

«Ich bin langsamer geworden, wollte ihn vorbeilassen. Und dann gab es diese Berührung – ich weiss gar nicht, was da passiert ist.»

«Das ist für mich nicht die Formel 1. Es ging nur um Strafen und nicht ums Racing, es ist unglaublich, was heute passiert ist. Aber wenigstens haben die Fans es genossen.»

Das sagen die Teamchefs

Toto Wolf (Mercedes):

«Die Telemetrie zeigt: Verstappen verlangsamt, dann beschleunigt er wieder, dann macht er wieder langsamer. Ich glaube, die Kommissäre werden sich die Telemetrie genau ansehen und dann zu einer Entscheidung kommen. Sollte es eine Verwirrung gegeben haben und die Fahrer nicht richtig informiert worden sein, dann spielt das eine grosse Rolle.»

«Es war ein spektakuläres, aber kein gutes Rennen. Ich will hier jetzt nicht schmutzige Wäsche waschen.»​

Helmut Marko (Red Bull):

«Wir sammeln jetzt alle Fakten und gehen damit dann zu der Rennleitung. Wir hoffen, dass es bei den Verantwortlichen zu einer neuen Beurteilung kommt, wenn wir unsere Sichtweise mit Fakten belegen können – und es dann hoffentlich eine Bestrafung für die Hamilton-Seite gibt.»

«Ich erinnere mich an Silverstone und Budapest. In Silverstone wurde Max von Hamilton abgeschossen, in Budapest gleich beide unserer Autos. Wenn das fair sein soll, weiss ich nicht. Es ist ein Kampf, der sehr hart ist. Aber wir sind mit den Entscheidungen der Rennleitung nicht zufrieden.»

Das schreibt die Presse

«Blick»

«Dieses Rennen ist der Formel 1 unwürdig. Mehr Worte müsste man eigentlich nicht mehr verlieren. Da ist auf der Strecke und bei den zwei Teams nur noch Hass und Wut.»

«Tages-Anzeiger»

«Was Verstappen macht, ist der Formel 1 nicht würdig. Der Niederländer fährt beim vorletzten WM-Rennen über der Grenze des Erlaubten. Es ist seinem Gegner Hamilton zu verdanken, dass das Duell nicht komplett ausartet.»

«Motorsport Total»

«Herrscht jetzt Krieg? Jetzt eskaliert das WM-Duell in der Formel 1: Hamilton gewinnt in Dschidda vor Verstappen, aber darüber gibt's noch Diskussionen.»

«Motorsport Magazin»

«Drama in Saudi-Arabien: Hamilton gewinnt Skandal-GP. Kollisionen und Strafen bestimmen das Rennen. Red Bull verliert in der WM an Boden.»

«L'Equipe»

«Der Kampf des Jahrhunderts» (im vergangenen Jahrhundert die Bezeichnung für den WM-Kampf im Schwergewicht zwischen Muhammad Ali und Joe Frazier 1971 in New York).
«Der Kampf des Jahrhunderts» (im vergangenen Jahrhundert die Bezeichnung für den WM-Kampf im Schwergewicht zwischen Muhammad Ali und Joe Frazier 1971 in New York).

«Gazzetta dello Sport»

«Kontakte und Kontroversen, Gift und Überholmanöver – die Rivalität zwischen Verstappen und Hamilton ist bereits jetzt ein grosser Klassiker.»

«Daily Mail»

«Lewis und Max sind sich beim Tanzen immer näher gekommen und das war der schmutzigste Tanz von allen.»

«The Sun»

«Rowdy Arabia!»

«Algemeen Dagblad»

«Wahnsinn in der Wüste. Das erste Formel-1-Rennen in Saudi-Arabien wird als einer der chaotischsten und schönsten Grands Prix aller Zeiten in die Geschichte eingehen.»

«Volkskrant»

«Im vorletzten Rennen der Saison kamen alle Facetten des nervenaufreibenden Titelkampfes zusammen. Vom Bluff-Poker und dem politischen Spiel zwischen ihren Teams bis hin zu den erbitterten Kämpfen auf dem Asphalt zwischen den beiden besten Formel-1-Fahrern der Gegenwart.»

«De Telegraaf»

«Wohin soll das führen? 100 Kilometer vor Mekka gingen sich Verstappen und Hamilton – und damit Red Bull und Mercedes – wieder gegenseitig an die Gurgel.»

(Quellen: Eurosport, Bild, nu.nl)

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81 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Whats Son
06.12.2021 09:13registriert Januar 2020
Hamilton ist sicherlich kein Kind von Traurigkeit.
Aber was Verstappen gestern geboten hat, das hat einfach nichts mit Rennsport zu tun. Ausbremsen, Abkürzungen nehmen, sich gegen Anweisungen auflehnen und Unfälle provozieren.

Hoffe der verursacht in Abu Dhabi keinen Unfall mit Hamilton - nur damit er Weltmeister wird.
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hilarious
06.12.2021 09:43registriert August 2018
hat sich einiges aufgestaut, Safefycar Phase als Bottas stark verlangsamt hat, für die Boxenstopps. und dann beim 1. Re-Start, stand Verstappen ziemlich lange alleine auf der Startaufstellung. Die Aktionen im Rennen von Verstappen war schon recht Hart, aber das mit dem abbremsen war zuviel. einfach Kindergarten
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manhunt
06.12.2021 09:38registriert April 2014
max kommt ganz nach seinem papa. ein rüppel ohne stil und anstand. er ist dem immensen druck offensichtlich (noch) nicht gewachsen.
auch hamilton ist ganz sicher kein engel.
was sich aber max gestern alles herausgenommen hat, war mehr als grenzwertig.
natürlich sehen das seine fanboys ganz anders.
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