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Luxus-Schloss Eugensberg kostet 35 Millionen Franken

12.04.18, 12:56


Das Schloss Eugensberg wird für 35 Millionen Franken verkauft. Das Luxusanwesen hoch über dem Untersee hatte dem verstorbenen Milliarden-Pleitier Rolf Erb gehört. Nach 14-jährigem Rechtsstreit sehen sich die Gläubiger am Ziel.

Eugensberg sei eine Luxus-Residenz, das Schloss mit englischem Landschaftsgarten für Schweizer Verhältnisse sehr gross, sagte Claude Ginesta von der gleichnamigen Maklerfirma am Donnerstag an einer Medienorientierung im Schloss.

Seit Donnerstag ist das Anwesen auf dem freien Markt. Der Mindestpreis für das Schloss beträgt 25 Mio. Franken, das gesamte Anwesen kostet 35 Mio. Franken. Es umfasst neben dem Schloss zahlreiche Nebengebäude, ein Badehaus am Untersee, einen Landwirtschaftsbetrieb, eine Bauland-Parzelle von 7500 Quadratmetern und Waldflächen.

Das Hauptgebäude, welches Napoleons Stiefsohn Eugène de Beauharnais vor fast 200 Jahren erbauen liess, hat sechs Wohnräume, 11 Schlaf- und fünf Badezimmer. Erb liess das Schloss aufwendig renovieren und baute eine Einstellhalle für seine Oldtimersammlung und einen riesigen Swimmingpool, in dem ein Olympiabecken Platz hätte. Die Abklärungen, welche Teile denkmalgeschützt seien, laufen noch, sagte Martin Wenk vom Thurgauer Konkursamt.

Die Möbel stammen zum Teil von Eugène de Beauharnais, der dem Schloss auch seinen Namen Eugensberg gab. Das Interieur sei im Kaufpreis für das Schloss inbegriffen. Für den Verkauf lasse man sich Zeit. Es könne zwei Jahre dauern, bis ein Besitzer gefunden sei.

Doch wer kauft ein solches Schloss? «Wir denken da an eine Schweizer Persönlichkeit aus der Region oder einen Schlossliebhaber aus dem In- oder Ausland oder ein Unternehmen, welches das repräsentative Anwesen für Gäste und Veranstaltungen nutzen könnte», sagte der Makler.

Riesiger Schuldenberg

Insgesamt soll aus der Konkursmasse von Rolf Erb mindestens 70 Millionen Franken gelöst werden, sagte Martin Wenk vom Thurgauer Konkursamt. Zur Konkursmasse gehören auch eine Villa am Wolfensberg in Winterthur, und mehrere bereits verkaufte Objekte wie das Zentrum Töss in Winterthur, Mehrfamilienhäuser, sowie die Oldtimersammlung Erbs.

Der Schuldenberg, den der ehemalige Chef der Erb-Gruppe hinterliess, ist um ein Vielfaches grösser und liegt in Milliarden-Höhe. Eine genaue Zahl könne er nicht nennen: «Aber wir sind nach dem jahrelangen Rechtsstreit gegen Erb froh, dass wir auf der Zielgeraden sind», sagte Rechtsanwalt Matthias Hotz, der die Gläubiger vertritt, gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Zu den Gläubigern gehörten vor allem Banken, aber auch Private und wegen Steuerschulden auch der Kanton Zürich.

Die Veräusserung der Vermögenswerte sind das Ende eines 14-jährigen Rechtsstreits gegen Erb, der sich mit allen rechtlichen Mitteln gegen eine Verurteilung und für den Erhalt des Privatvermögens gewehrt hatte.

Wenige Wochen vor der Pleite im Jahr 2003 überschrieb der damalige Chef der Erb-Gruppe das Anwesen in der Gemeinde Salenstein an seine damals einjährigen Zwillings-Söhne. Dort wohnte er, bis er im April 2017 starb. Der 65-Jährige war kurz vor Antritt seiner Haftstrafe an einem Herzleiden gestorben.

Zweitgrösste Firmenpleite

Mit seinem Bruder Christian führte Rolf Erb das Firmenkonglomerat mit 5000 Mitarbeitern, bis dieses 2003 in Konkurs ging. Es entstand ein Schaden in Milliardenhöhe - in der Schweizer Wirtschaftsgeschichte gilt es als die zweitgrösste Firmenpleite nach dem Untergang der Swissair.

Rolf Erb wurde in der Folge 2012 angeklagt wegen Betrugs, Gläubigerschädigung und Urkundenfälschung und erhielt 2015 eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren. (sda)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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