Nordkorea
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epa06682664 South Koreans watch a TV screen broadcasting news on North Korea's announcement on missile and nuclear testing at a station in Seoul, South Korea, 21 April 2018. According to North Korean media reports, North Korean leader Kim Jong Un announced that North Korea is suspending nuclear and missile testing during a plenary meeting in Pyongyang on 20 April.  EPA/JEON HEON-KYUN

Bild: EPA/EPA

Nordkorea verkündet Stopp von Atomtests



Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat offiziell die Aussetzung der Atom- und Raketentests seines Landes angekündigt. Zudem soll der Betrieb einer nuklearen Testanlage eingestellt werden.

Dies berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap in der Nacht zum Samstag unter Berufung auf die amtliche nordkoreanische Agentur KCNA.

«Nordkorea wird vom 21. April an seine Atomtests und den Start von ballistischen Interkontinentalraketen stoppen», zitierte Yonhap den KCNA-Bericht. Die Schliessung der Atomanlage soll demnach dazu dienen, den Willen zur Aussetzung von Atomtests zu bekräftigen.

«Nordkorea wird eine Atomtestanlage im Norden des Landes schliessen, um seinen Willen zu demonstrieren, die Atomtests auszusetzen», schrieb KCNA dem Bericht zufolge. Kim habe während einer Sitzung der Staatspartei gesagt, weitere Tests seien nicht nötig. Die Atomtestanlage habe «ihre Aufgabe erfüllt».

Diesbezügliche Entscheide seien bei einer Sitzung des Zentralkomitees der nordkoreanischen Regierungspartei am Freitag gefällt worden, hiess es weiter.

Gute Nachrichten für die Welt

US-Präsident Donald Trump reagierte umgehend auf die Ankündigungen aus Nordkorea. Er bezeichnete die von Nordkorea verkündete Aussetzung seiner Atom- und Raketentests als «grossen Fortschritt». «Das sind sehr gute Neuigkeiten für Nordkorea und die Welt», schrieb Trump in der Nacht zum Samstag auf Twitter. «Ich freue mich auf unseren Gipfel», fügte er hinzu.

Auch China und Russland begrüssten die Ankündigung Nordkoreas. Dies werde einen Beitrag dazu leisten, die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel abzubauen und eine atomare Entwaffnung voranzutreiben, erklärte das südkoreanische Aussenministerium in Peking am Samstag auf seiner Website. «Moskau begrüsst die Entscheidung Nordkoreas, seine Atom- und Raketentests einzustellen», sagte derweil ein Sprecher des russischen Aussenministeriums am Samstag der Agentur Interfax.

Von Südkoreas Staatsführung kamen ähnlich Worte wie jene aus Seoul und Moskau. «Nordkoreas Entscheid ist ein bedeutsamer Fortschritt für die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel, die sich die Welt wünscht», teilte das Präsidialamt in Seoul am Samstag mit. Sie diene zudem als «sehr positive Grundlage» für das bevorstehende Gipfeltreffen zwischen Südkoreas Präsident Moon Jae In und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, um Entnuklearisierung und dauerhaften Frieden auf der koreanischen Halbinsel zu erreichen.

Japaner lesen auch das Kleingedruckte

Japans Regierung reagierte dagegen mit Skepsis auf die Ankündigung Nordkoreas, seine Atom- und Raketentests auszusetzen. Zwar sei der von Pjöngjang proklamierte Kurswechsel ein Schritt nach vorne, sagte Regierungschef Shinzo Abe am Samstag vor Journalisten. Es müsse aber genau beobachtet werden, ob dieser Schritt auch wirklich «zur verifizierbaren und unwiderruflichen Zerstörung der Bestände von Atom- und Massenvernichtungswaffen führt».

Japans Verteidigungsminister Itsunori Onodera wies zudem daraufhin, dass in der Erklärung Nordkoreas nur auf den Teststopp für ballistische Langstreckenraketen Bezug genommen werde – nicht aber auf Tests mit Kurz- und Mittelstreckenraketen, in deren Reichweite sich Japan und Südkorea als Nachbarstaaten befinden. Deshalb sei die Erklärung «unbefriedigend» und «unzureichend».

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel sowie das nordkoreanische Atomwaffen- und Raketenprogramm gehören seit Jahren zu den gefährlichsten Krisenherden der internationalen Politik. Vor diesem Hintergrund ist auch ein Gipfeltreffen zwischen Kim und Trump geplant. Als möglichen Zeitraum dafür hatte Trump zuletzt Anfang Juni genannt. (sda/dpa/afp)

Reiseziel: Nordkorea. Eine Fahrt ins Ungewisse

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • swisskiss 21.04.2018 14:08
    Highlight Highlight Da weder genügend waffenfähiges Uran 235, nochTrägersysteme zu Testzwecken zur Verfügung stehen, wird das Material in das militärische Arsenal überführt.

    Moll, was für ein Fortschritt...

    Seit bald 30 Jahren testet Russland nicht mehr, seit 20 Jahren Frankreich, Grossbritannien, China, Indien und Pakistan nicht mehr.

    Macht das die Welt sicherer?
  • reaper54 21.04.2018 09:36
    Highlight Highlight “Die Atomtestanlage habe «ihre Aufgabe erfüllt»” Es wird also als Erfolg gewertet, dass die Nordkoreaner in ihrem Atomprogramm so weit fortgeschritten sind dass sie die Anlage herunterfahren können?
  • ManuL 21.04.2018 09:26
    Highlight Highlight Er hat sein Ziel, den Besitz einer Atomwaffe, vermuchtlich ja auch erreicht. Dann musst du nicht mehr testen.
  • TrustIssues 21.04.2018 08:57
    Highlight Highlight Rein theoretisch kann das Stoppen von Tests auch bedeuten, dass man Erfolg mit ihnen hatte..
    • Alnothur 21.04.2018 15:12
      Highlight Highlight Ja, genau das hat Nordkorea ja auch gesagt.
    • Juliet Bravo 21.04.2018 19:37
      Highlight Highlight Ja genau. Das sagt Nordkorea auch.
  • neoliberaler Raubtierkapitalist 21.04.2018 08:32
    Highlight Highlight Super News. Jede Beruhigung dieses Konfliktes ist erfreulich.
  • Slavoj Žižek 21.04.2018 06:17
    Highlight Highlight Thx Donnie!
  • DaveK 21.04.2018 06:11
    Highlight Highlight Der will nur seinen eigenen a**** retten. Seiner Bevölkerung wird es nicht besser gehen solange er noch genug Geld hat...
    • PaLve! 21.04.2018 11:50
      Highlight Highlight Vor allem so lange wie die Sanktionen gehalten werden, wird es der Bevölkerung ganz bestimmt nicht besser gehen...
  • Hessmex 21.04.2018 03:50
    Highlight Highlight Glaube, ich habe diesen Kim Jong Un ganz falsch eingeschätzt. Zuerst hielt ich ihn für ein Spinner, aber langsam glaube ich, das ist ein ganz cleveres Kerlchen.
    So zwingt es die USA und Südkorea an einen Tisch und wird ihn als Sieger verlassen!
    • roger.schmid 21.04.2018 10:34
      Highlight Highlight Ein cleveres Kerlchen.. sperrt jeden der irgendwie aufmuckt oder fliehen will samt dessen ganzen Familie in eines seiner Konzentrationslager. Ganz schön clever..
    • PaLve! 21.04.2018 11:52
      Highlight Highlight @roger.schmid
      Das sind Massnahmen um seine Macht zu stärken. Wie in der UdssR und anderen Diktaturen auch einmal/immer noch. Was hat aber das mit der Intelligenz zu tun.
    • roger.schmid 21.04.2018 13:03
      Highlight Highlight @PaLve: Google mal Sarkasmus..

      Ich finde es gelinde gesagt etwas deplatziert, einen Massenmörder und Folterer ein cleveres Kerlchen zu nennen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • mukeleven 21.04.2018 03:31
    Highlight Highlight wow - nice surprise, auch wenn erstmals ein kleiner schritt in die richtige richtung.
    womöglich essen sie dann doch noch einen burger zusammen?

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