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Schlusswort im Prozess gegen G.

«Heiler von Bern» zu 15 Jahren Haft verurteilt 

11.04.14, 10:41 11.04.14, 12:05

Einer der unglaublichsten Fälle der Schweizer Kriminalgeschichte ist entschieden: Heute Morgen hat das Obergericht des Kantons Bern den Musiklehrer und «Heiler» G. zu 15 Jahren Haft verurteilt.

GERICHTSZEICHNUNG - Eine Gerichtszeichnung von Angela Zwahlen des Angeklagten Maurice G., Mitte, waehrend dem Prozess in zweiter Instanz in Sachen schwerer Koerperverletzung und Verbreitung menschlicher Krankheiten am Montag, 7. April 2014 in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Gerichtszeichnung. Bild: KEYSTONE

Damit wurde das Urteil verschärft: Im März vergangenen Jahres wurde der Heiler zu zwölf Jahren, neun Monaten und 100'000 Franken Genugtuungs-Zahlung verurteilt. G. akzeptierte das Urteil nicht und legte Berufung ein. Die Generalstaatsanwaltschaft schloss sich an – sie hielt die Strafe für zu milde (die gesamte Chronologie des Falls ist hier nachzulesen).

G. beteuert bis heute seine Unschuld. Er sieht sich als Opfer einer Verschwörung und beschuldigt seinerseits die Infizierten, sich gegenseitig durch Rituale und sexuelle Kontakte angesteckt zu haben. 

HIV-Ansteckung als leichte oder schwere Körperverletzung?

Sein Pflichtverteidiger, Ernst Reber, beantragte Anfang dieser Woche Freispruch nach dem Grundsatz «in dubio pro reo». In nachgelagerten Anträgen forderte Reber, den Fall ans Regionalgericht zur Neubeurteilung zurückzuweisen oder den Heiler lediglich wegen leichter Körperverletzung schuldig zu sprechen.

Ernst Reber, Pflichtanwalt von Maurice G. (Heiler von Bern), vor dem Prozess in zweiter Instanz in Sachen schwerer Koerperverletzung und Verbreitung menschlicher Krankheiten am Montag, 7. April 2014 in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Ernst Reber, Pflichtverteidiger des «Heilers von Bern». Bild: KEYSTONE

Reber verwies dabei auf ein neues Bundesgerichtsurteil vom März 2013, wonach eine Ansteckung mit HIV wegen des medizinischen Fortschritts nicht mehr automatisch lebensgefährlich sei. Der Staatsanwalt hingegen argumentierte, die Taten seien trotz geänderter Rechtssprechung des Bundesgerichts in allen 16 Fällen als schwere Körperverletzung zu werten. Eine HIV-Infektion sei heute zwar medikamentös zu behandeln, aber immer noch nicht heilbar.

Lesen Sie das Interview mit dem Verteidiger des «Heilers von Bern» hier



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