Gesellschaft & Politik

«Mit dem Handy weiss die Klasse schlicht mehr als der Lehrer. Damit muss er umgehen können», sagt Philippe Wampfler.  Bild: watson

Medienpädagoge Philippe Wampfler: «Smarte Geräte gehören zur Realität. Sie aus der Schule auszuschliessen, ist ein Witz»

Eine neue Studie kommt zum Schluss, dass Schüler bessere Noten schreiben, wenn die Schule das Handy verbietet. Medienpädagoge Philippe Wampfler ist damit ganz und gar nicht einverstanden. Ein Gespräch über überforderte Lehrer, dynamische Schüler und das Hirn im Zeitalter der neuen Technologien.

20.05.15, 09:03 20.05.15, 14:11

Kinder schreiben bessere Noten, wenn Handys im Unterricht verboten sind. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie an der London School of Economics. Vor allem schwächere Schüler profitieren gemäss den Forschern überproportional vom Verbot: Ihre Leistung steigerte sich um 14 Prozent. Die anderen Schüler hatten um 6,4 Prozent bessere Noten. 

Im Interview sagt Medienpädagoge und Gymnasiallehrer Philippe Wampfler, warum das noch lange nichts heissen muss. 

Herr Wampfler, Sie plädieren bei jeder Gelegenheit für das Lernen mit neuen Medien. Nerven Sie die Resultate dieser Studie? 
Philippe Wampfler:
 Ja. Weil man daraus schnell die falschen Schlüsse ziehen könnte: Nämlich, dass es besser ist, Handys aus der Schule zu verbannen. Das ist völlig realitätsfremd. Kinder wachsen heute mit Handys auf. Smarte Geräte gehören zur Realität. Sie aus der Schule auszuschliessen, ist ein Witz. Ab dem Alter von einem Jahr integrieren Kinder Tablets und Handys in ihren Alltag und in der Schule sollen sie totgeschwiegen werden?

Wenn die Kinder dadurch besser in der Schule werden vielleicht schon? 
Die neue Studie untersucht Schulen, an denen Handys verboten wurden. Wahrscheinlich sind das nicht gleichzeitig die Schulen, an denen aktiv ein kompetenter pädagogischer Umgang mit neuen Medien angestrebt wurde. Die Studie erläutert dies auch nicht weiter. Zudem sind die nationalen Tests, deren Resultate verglichen wurden, standardisiert und nicht auf digitales Lernen ausgerichtet. Ich wage die Resultate dieser Studie anzuzweifeln. 

Die Studie

Ein Smartphone-Verbot an der Schule ist genauso wirksam wie fünf Schultage mehr pro Jahr. Dieses Fazit ziehen Forscher der London School of Economics. 
Sie haben die Testresultate von nationalen Prüfungen an 91 britischen Schulen mit den Handyregeln an den jeweiligen Schulen verglichen.
Die Noten in Klassen, in denen das Handy verbannt wurde, verbesserten sich um ganze 6,4 Prozent. Schwächere Schüler konnten ihre Leistungen sogar um 14 Prozent steigern. Rund 130'000 Schüler im Alter von 16 Jahren lieferten die Datengrundlage für die Studie. (rar)

Trotzdem: Das Handyverbot wirkte sich gemäss der Studie positiv auf die Ungleichheiten der Lernerfolge zwischen schwächeren und stärkeren Schülern aus. 
Das kann ich nachvollziehen. Schwächere Schüler stammen oft aus bildungsfernen Schichten, in denen digitale Geräte vermehrt zur Unterhaltung genutzt oder Kinder vor dem Fernseher quasi ruhig gestellt werden. Deshalb stellen sie für diese Schüler später eine grössere Ablenkungsquelle dar. Umso wichtiger ist es, dass sie einen bewussten Umgang damit möglichst früh in der Schule lernen.

«Von einem Kind, das weiss, dass es eine Duden-App gibt, zu verlangen, dass es Bücher wälzen soll, macht wenig Sinn.»

«Handys an die Schule!», würden Sie also skandieren? 
Vielleicht eher «bewusster Einsatz von Handys an der Schule». Dies von mir aus schon im Kindergarten. Von einem Kind, das weiss, dass es eine Duden-App gibt, zu verlangen, dass es Bücher wälzen soll, macht nicht viel Sinn.

Die Duden-App, ok. Wo bringt das Smartphone sonst noch Vorteile für den Unterricht? 
Apps wie Socrative erlauben es der Lehrperson, direkt bei jeder Schülerin oder jedem Schüler zu überprüfen, ob sie eine einfache Frage beantworten können. Auch der demokratische Beamer ist die Zukunft: Nicht nur die Lehrperson kann Digitales zeigen – jeder Bildschirm kann allen vorgeführt werden. Darüber hinaus gibt es Apps für jedes Bildungsanliegen: Mit DragonBox beispielsweise können schon Kinder lernen, mit Variablen zu rechnen und Gleichungen aufzulösen. Sowas geht heute nur noch digital.  

Wie sieht es in der Schweiz aus? Sind Smartphones in den Schulen verboten? 
Schweizer Schulen sind im internationalen Vergleich recht liberal. An Volksschulen sind Smartphones meist unsichtbar, werden aber als Lernressource genutzt. Schulen, die wiederholt auf Probleme mit Cybermobbing reagieren müssen, tendieren schneller zu einem kompletten Verbot.  

«Handys bergen genau die gleiche Ablenkungsgefahr wie Schwatzen oder Briefbotschaften-Verschicken.»

Dürfen die Kinder in Ihrem Unterricht jederzeit zum Handy greifen? 
Natürlich nicht. Es gibt Unterrichtsphasen, in denen es eingesetzt wird und Phasen, in denen es unberührt bleibt. Ausserdem rege ich Diskussionen über den Medienkonsum an und integriere beispielsweise neue Erzählformen auf YouTube in meinen Unterricht über klassische Literatur.

Umfrage

Sollten Smartphones im Unterricht verboten sein?

  • Abstimmen

381 Votes zu: Sollten Smartphones im Unterricht verboten sein?

  • 83%Nein, lieber intelligent integrieren, als verbieten.
  • 15%Ja, Smartphones sind Spielzeuge.
  • 1%Dazu habe ich keine Meinung.

Trotzdem, die Verführung während dem Unterricht zu chatten, ist gross.
Handys bergen genau die gleiche Ablenkungsgefahr wie Schwatzen oder Briefbotschaften-Verschicken. Lehrer sind sich gewohnt, mit solchen Störfaktoren umzugehen. Den Umgang mit smarten Geräten sind sie sich nur leider etwas weniger gewohnt.  

Es sind also die Lehrpersonen, die von der Entwicklung überfordert sind? 
Ja. Obwohl eigentlich Konsens in der Medienpädagogik herrscht, dass neue Technologien eine grosse Chance fürs Lernen bedeuten, ist die Unsicherheit sehr gross. Wir erleben gerade, wie sich sogar die Funktion der Konzentration wandelt: Jugendliche lernen mit Smartphones, mehrere Reize miteinander zu kombinieren und sich nicht exklusiv auf einen zu fokussieren. Mancherorts orientiert sich der Unterricht aber stark an einer traditionellen Vorstellung von Konzentration. 

Was ist die Konsequenz daraus? 
Dass Menschen, die gekonnt multitasken, bei Tests häufig schlechter abschneiden, ohne allerdings weniger gelernt zu haben oder weniger intelligent zu sein: Ihr Hirn hat sich einfach an ein neues mediales Umfeld gewöhnt, das in Zukunft unseren Alltag prägen wird.  

Können Sie ein Beispiel nennen, wie sich unser Hirn an die neuen Medien anpasst? 
Unser Hirn merkt sich, dass es reines Faktenwissen wie beispielsweise das Höchstalter von Schildkröten nicht speichern muss, weil es jederzeit per Handy abgefragt werden kann. Es speichert also eher die Speicherorte als den Inhalt. 

Dann werden wir ja doch blöder. 
Im Gegenteil. Wir erwerben neue Kompetenzen, denken dynamischer, stellen schneller Zusammenhänge her und können Haupt- und Nebenreize gleichzeitig verbinden. Es war zudem noch nie so wichtig wie heute, sich sprachlich präzise ausdrücken zu können – davon hängt ab, wie wir von anderen wahrgenommen werden. Kinder und Jugendliche sind sprachlich und auch gestalterisch enorm kreativ und leben und üben das auch digital.

«Mit dem Handy weiss die Klasse schlicht mehr als der Lehrer. Damit muss er umgehen können.» 

Bringt man dermassen reizverwöhnte Kinder noch dazu, einen langen Text zu lesen oder eine mühsame Arbeit zu schreiben? 
Da sehe ich eine Herausforderung. Es besteht die Tendenz, dass Kinder heute weniger Geduld fürs Lernen aufbringen und es als schwierig wahrnehmen, wenn das Feedback für Geleistetes nicht unmittelbar ausfällt. Auf sozialen Medien erhält man für jeden Input sofort einen Like. Lange, mühsame Arbeit lohnt sich erst sehr viel später.  

Zur Person

Philippe Wampfler ist Lehrer, Kulturwissenschaftler und Experte für Lernen mit neuen Medien. Der Aargauer erforscht und unterrichtet Medienpädagogik. An der Kantonsschule Wettingen unterrichtet er Deutsch und Philosophie. In journalistischen und kulturwissenschaftlichen Publikationen setzt er sich mit Fragen aus dem Schnittbereich von Social Media und Bildung auseinander. (rar)

Warum gibt es an der Schule immer noch eine ablehnende Haltung neuen Technologien gegenüber? 
In der Bildungswelt bewerten viele Menschen Neuerungen aufgrund ihrer eigenen Schulerfahrungen. Würde diese durch ein neues Modell abgelöst, entwertete sich in ihrer Vorstellung ihre Ausbildung, der sie viel zu verdanken haben. Ganz generell führen digitale Medien durch ihre Geschwindigkeit, die Kameras und die Möglichkeit der verlustfreien Kopie zu einem Kontrollverlust. Lehrpersonen merken beispielsweise, dass findige Schülerinnen und Schüler ihre Prüfungen fotografieren und sie nicht mehr jedes Jahr dieselben Fragen stellen können. 

Die Lehrer fürchten also, die Kontrolle zu verlieren? 
Ja. Und dieser Kontrollverlust ruft Ängste und Unsicherheiten hervor. Er stellt den Status der heute Erfolgreichen infrage. Nehmen Sie das schon genannte Beispiel Faktenwissen: Mit dem Handy weiss die Klasse schlicht mehr als der Lehrer. Damit muss er umgehen können. 

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42Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sklement 21.05.2015 07:28
    Highlight Ich komme dann ziemlich ins Grübeln, wenn mir eine Lehrerkollegin folgendes erzählt: Sie mache Eignungstests mit Kindergärtnern für die Einschulung. Dabei stellt sie fest, dass bereits Kleinkinder zwischen ein und drei Jahren mit Handys und Tablets hantieren (und sogar schon ein Eigenes haben!), so dass sie kaum mehr malen, geschweige denn ein Stift in der Hand halten können und die Feinmotorik entsprechend ausgebildet ist. Kaum ein Kind kann sich heute 5-7 Silben merken und diese fehlerfrei Nachsagen. Gesprochene Sätze sind eigentlich gar keine und in kleineren Rollenspielen kommt kaum eine Reaktion. Und es werde von Jahr zu Jahr schlimmer.
    Bei aller guter Dienste, die die Geräte leisten, sollte eher der richtige Umgang damit zum Thema gemacht werden, damit die nächste Generation nicht ganz verblödet. Die Eltern machen es ja vor.
    10 0 Melden
  • Tilia 21.05.2015 07:26
    Highlight neue Medien sind wichtig, sie zu integrieren auf kluge Art und Weise in den Unterricht auch. Aber das Wissen nur noch aus "Speicherorten" besteht find ich bedenklich. Wissen muss auch im Kopf abrufbar sein. Ich male mal schwarz......was ist wenn wir eines Tages den Blackout haben? Dann bin ich sehr froh hab ich meine Bücher und weiss vieles in meinem Kopf UND bin froh dass ich mal in der Pfadi war und weiss wie man richtiges Feuer macht :)
    Letzthin den Film "the book of Eli" gesehen.....ja ok postapokalyptisch aber trotzdem.....wir sind so abhängig von den digitalen Medien und dem gespeicherten Wissen dass es mir Angst macht. Wie oben erwähnt....Bücher sind nicht so rasch zu manipulieren wie das Internet und dessen Wissen. Dazu kommt dass das Wissen im Internet immer noch sehr oberflächlich ist. Ich kann keine Doktorarbeit nur mit Wissen aus dem Internet schreiben. Bpcher wälzen gehört immer noch dazu meinte ich.
    4 0 Melden
    • one0one 21.05.2015 18:39
      Highlight Also bitte... Erstens spielt es keine Rolle ob das Wissen im Netz oder in einem Buch abgelegt ist. Papier nimmt genau so jede Lüge an wie das Netz. Vor allem habe ich bei einem Buch keinen Vergleich. Im Netz kann ich sehr schnell überprüfen ob das nun das Hirngespinst eines einzelnen ist oder ob das die allgemein anerkannte Wahrheit ist.
      Und wenn du irgendwelches Wissen im Internet nicht findest kannst du nicht suchen! Es kann sein das man für gewisse Infos speziellen Zugang braucht oder für die Papers bezahlen muss. Das Wissen ist aber definitiv digital abgespeichert!
      0 2 Melden
  • Zeit_Genosse 21.05.2015 07:05
    Highlight War das Wissen einst die Macht, ist es heute das Wissen um das Wissen. Information und Wissen sind heute bei uns demokratischer verteilt. Die Wissenshoheit der Lehrpersonen ist längst nicht mehr gegeben. Auf welche Weise (welches Medium/Gerät) genutzt wird ist sekundär. Die zu vermittelten Inhalte und deren Quellen zählen. Wie man mit diesen umgeht, wie man sie beschafft und bewertet, das ist bei der Daten-/Informationsflut die Herausforderung. Unsere Onlinewelt macht die Welt unendlich und beschleunigt sie (es hört nie auf und ist nicht abgegrenzt). Klassische Lernmedien sind endlich und lassen eine Erfassung einer Theorie zu, die in der praktischen Gegenwelt dann bestehen muss. Den smarten Umgang mit den Geräten müssen wir (noch) lernen und da gibt es im Moment kein richtig oder falsch. Die Geräte sind für die Schule eine Realität wie die Computer einst auch. Der gezielte Einsatz ist an Schulen zu fördern. Die digitalen Lernmedien und Livestreams aus Hörsälen sind im Vormarsch. In der Zukunft trifft man sich noch für die Reflexion in der Schule, der Rest läuft vernetzt im Sinne von skypeähnlicher Liveschaltungen und zeitversetzten Podcasts. Die Schule ist dann überall.
    3 1 Melden
  • dr_very_evil 20.05.2015 14:44
    Highlight Waffen gehören auch zur Realität, aber man will sie eher nicht an einer Schule. Rauchen und Saufen auch.

    Im Ernst, die reine Trennung Ja/Nein ist doch total verfehlt hier. Von der wissenschaftlich total banalisierten Hirn-Ausbildungs-Theorie hier sag ich mal gar nichts.

    Smartphones sollten nicht generell verboten werden - aber meistens. Benutzen soll man's ab und zu können, aber sicher nicht non-stop. Keiner geht an Geschäftssitzungen/Gespräche/etc mit dem Smartphone. Nachdenken, reflektieren, rechnen, sprechen, Zusammenhänge SELBST erkennen - das geht weiterhin ohne Lexikon oder Google.
    15 4 Melden
    • Philippe Wampfler 20.05.2015 16:18
      Highlight Waffen und Drogen gehören aber nicht zur Realität des Wissensmanagement - digitale Werkzeuge durchaus. An Geschäftssitzungen - das Ihr Beispiel - arbeiten in meiner Realität alle Teilnehmenden an digitalen Geräten. Das heißt aber nicht, dass nachdenken, reflektieren und das Erkennen von Zusammenhängen kein Raum einnehmen sollte.
      10 10 Melden
  • Linus Luchs 20.05.2015 13:40
    Highlight Wer nur noch „weiss“, was das smarte Geräte anzeigt, ist der digitalen Quelle ausgeliefert. Erst ist es die Duden-App, später die manipulierte politische Information. Glaubt jemand ernsthaft, Wikipedia-Einträge oder Google-Resultate seien nicht gesteuert? Menschen, die nur noch die „Kompetenz“ haben, Informationen bei Bedarf abzurufen, sind der Traum jedes totalitären Systems, inklusive der neoliberalen Wirtschaft. Die Entwicklung, die sich Herr Wampfler wünscht, schafft ein Volk, das ihre eigenen Henker wählt, ohne es zu merken. Dass das ein Gymnasiallehrer nicht sieht, ist sehr bedenklich.
    31 7 Melden
    • iustus 20.05.2015 14:41
      Highlight @Linus Luchs: Sehr guter Kommentar! Vielen Dank dafür.
      9 4 Melden
    • Philippe Wampfler 20.05.2015 16:19
      Highlight Wir sind immer Quellen von Wissen ausgeliefert. Ob das digitale sind oder nicht, scheint mir vorerst belanglos. In Büchern befindet sich ebenso manipulierte politische Information oder Steuerung wie im Netz. Sehe hier den klaren Kritikpunkt nicht. Die Forderung, Menschen müssten mündig sein, führt nicht zu einem Entscheid für oder gegen digitale Hilfsmittel.
      13 13 Melden
    • iustus 20.05.2015 17:59
      Highlight @ Philippe Wampfler: Ein Buch ist etwas, was man nicht so einfach anpassen kann wie z.B. die Google-Suchanfragen! Angenommen Googles Motto wäre "Be evil", dann könnte es doch sein, dass nur noch gewisse Suchergebnisse angezeigt würden (Zensur) und sobald dies öffentlich kritisiert würde, könnte man alles rasch wieder Rückgängig machen! Klar, in der Schweiz spielt man nicht so mit diesem Gedanken, aber wie sieht es z.B. in der Ukraine aus? Was ist, wenn plötzlich bei der Mehrheit der Suchergebnisse pro-Russische-Ergebnisse angezeigt würden, weil der Bär einen hübschen Betrag an Google zahlt?
      15 2 Melden
    • iustus 20.05.2015 18:08
      Highlight @Philippe Wampfler: Teil2: Ein anderes Beispiel: Diese Kommentare hier, wer weiss denn wieviele Leute hier überhaupt schreiben (es könnte ja sein, dass hier nur 2-3 Personen mit je 10 Accounts schreiben)? Beim Buch spielen solche Fragen nicht eine solch grosse Rolle! Oder anders ausgedrückt, solange die Lehrer nicht wissen, was in der digitalen Welt möglich ist, finde ich es vermessen, wenn sie sich zutrauen unseren Kindern erklären zu können, wie sie mit digitalen Hilfsmitteln umgehen sollen! Es ist schlichtweg zu komplex, als dass man es mit den alten Hilfsmitteln gleichsetzen könnte!
      13 1 Melden
    • iustus 20.05.2015 18:42
      Highlight @Philippe Wampfler: Teil3: Die Lösung wäre meiner Meinung nach, wenn die Lehrer/innen aus der Schweiz ein eigenes Wikipedia aufbauen würden, bzw. nur geprüfte Inhalte (Videos, Bilder, usw.) den Schülern zur Verfügung stellen würden (Auf Tablets, auf denen alle andere Funktionen gesperrt sind)! Dann könnten sich die Schüler sicher sein, dass diese Inhalte grösstenteils korrekt sind und müssten nicht alles mehrfach hinterfragen... Ansonsten würden solche digitalen Hilfsmittel meiner Meinung nach, mehr Verwirrung stiften als, dass sie Klarheit bringen würden (in dieser doch sehr komplexen Welt)!
      5 8 Melden
    • MisterM 20.05.2015 22:11
      Highlight Ihr Lösungsvorschlag hat einen gut gemeinten Ansatz, iustus - aber er stellt Ihnen auch selbst ein Bein: Denn auch das wäre nichts weiter als Zensur und manipulative Steuerung. Einfach nicht von Google, sondern von Lehrern. Und glauben Sie mir: Das sind auch nur Menschen, und sie machen laufend Fehler. Habe schon manche Dinge von einem Lehrer serviert bekommen, das sich als schlicht falsch herausgestellt hat. Und weshalb nicht kritisches Hinterfragen gezielt lernen? Egal, welches Medium man vorgesetzt bekommt? Der Schüler, der seinen Lehrer hinterfragt, hat schon so einiges begriffen.
      11 2 Melden
    • Linus Luchs 21.05.2015 09:55
      Highlight Wenn unsere Welt nicht zugrunde gehen soll, braucht es Menschen, die nicht nur nach Bedarf googeln, sondern nachhaltig wissen. Zum Beispiel über die Errungenschaften der Aufklärung. Oder die Ursachen des Holocaust. Wer nur noch fähig und gewillt ist, im Moment benötigte Informationen aus oberflächlichen Quellen abzurufen, handelt mit einem nutzenorientierten Tunnelblick, weil die grossen Zusammenhänge irrelevant erscheinen und nicht verstanden werden. Diese Leute schaffen unsere humanen und ökologischen Leitplanken ab, zugunsten des eigenen kurzfristigen Profits. Mit katastrophalen Folgen.
      2 0 Melden
    • one0one 21.05.2015 18:47
      Highlight Quellen sind Quellen, alle sind manipulierbar!
      Gerade Menschen eignen sich als Quellen sehr begrenzt, denn so sehr sich ein Mensch auch wünscht unvoreingenommenen wiederzugeben was er gelernt/erlebt hat er schafft es Aufgrund von tief verankerten Emotionen nicht!
      Es ist heute wichtiger denn je das die jungen Menschen lernen das es heute einen Überfluss an Informationen gibt. In diesem unübersichtlichen Dschungel den Durchblick zu behalten ist sehr anspruchsvoll. Wer das aber schafft dem liegt die Welt zu Füssen. Den für so einen Menschen ist die Welt heutzutage ein Schlarafenland!
      2 1 Melden
    • iustus 23.05.2015 21:21
      Highlight @MisterM: Nein, ich stelle mir meiner Meinung nach nicht selbst ein Bein! Bei meinem Vorschlag haben die Lehrer die Verantwortung, was den Kindern vorgesetzt wird, dies müssen sie momentan auch tun! Die eigentliche Frage ist doch, ob wir es erlauben, wenn Kinder im Schulunterricht auf unzähligen Websiten surfen, auf denen die Informationen eben nicht Altersgerecht dargestellt!? Ausserdem könnten die Lehrer ihre Vorbereitungen besser untereinander teilen und natürlich auch gegenseitig Kritik anbringen. Diesbezüglich habe ich pers. Vertrauen in die Lehrerschaft!
      1 1 Melden
  • sauronswiss 20.05.2015 12:06
    Highlight Gundsätzlich finde ich es ziemmlich absurd Comuter (Smartphones und Notebooks etc.)
    im Unterricht nicht zu gebrauchen.

    Meiner Meinung nach, ist es wichtiger, dass man den Umgang mit Informationen generell lernt.
    Vor allem Lehrpersonen.

    Man muss sich mal vor Augen führen, dass Heute ein 20 Jähriger Afrikaner mit einem Smartphone x-mal mehr Informationen zur Verfügung hat als vor 30 Jahren die Studenten an den besten Unis.
    Und wir diskutieren darüber wie man diese neue Möglichkeiten in einem Schulsystem integriert, das aus einer Zeit kommt als man keine Ahnung davon hatte wie Kinder lernen. Das System wurde direkt aus dem Militär übernommen (vgl. Richard D. Precht).
    Heute haben wir ein viel grösseres Wissen und viel besser ausgebildete Menschen; Weltweit.

    Wieso also, haben wir immer noch die Idee, dass Bildung hauptsächlich Wissen ist?

    Wissen ist 24/7 verfügbar. Damit umgehen können, zu selektieren und Bewerten und schlussendlich eine Frage beantworten oder ein Problem zu lösen; das sind doch die Voraussetzungen für gute Bildung.

    Ich behaupte ,ich verfüge ich heute über eine ziemlich überdurchschnittliche Allgemeinbildung. Das verdanke ich dem Internet.
    Wikipedia, Youtube und viele Foren. In Onlinegames (bei mir WOW) konnte ich mit 40 Anderen Personen aus aller Welt Abenteuer erleben, Probleme lösen und den Erfolg gemeinsam geniessen.
    In der Schule habe ich Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt.
    Und das ist auch verdammt gut so.
    Aber Bildung ist doch in erster Linie 'selber Denken'.

    Es kommt halt darauf an ob wir gebildete Demokraten wollen oder ausgebildete Spezialisten.
    Die Menschen auf wirtschaftsliberale (oligarchische) Anforderungslisten zu reduzieren halte ich für einen sehr gefährlichen Weg.
    12 5 Melden
  • beryll 20.05.2015 11:04
    Highlight Ich stelle mir vor, wie die Jugendlichen alle an einem Tisch sitzen und diskutieren, jeder mit einem Handy in der Hand, die Augen fix auf den Bildschirm gerichtet, auf der Suche nach Argumenten...da sie ja alles abrufen und sich nichts mehr merken müssen. Sehr kreativ.... sehr humorvoll..... :-(
    Irgendwie ein altbekanntes Bild... ob die alle Sokrates, Hegel oder Darvin googeln?
    19 12 Melden
    • one0one 21.05.2015 18:51
      Highlight Und wenn sie das tun, ist doch gut!
      Viele Meiner Kollegen haben keine Ahnung wer Hegel ist, Sokrates kennen sie nur wegen der Sockratte... ;)
      0 1 Melden
  • Meinungsvielfalt 20.05.2015 10:48
    Highlight Als Lehrer von Jugendlichen kann ich Herrn Wampfler nur Recht geben. Es ist wichtig den Jugendlichen den korrekten Umgang mit diesen Geräten zu lernen als Ihnen den Zugang zu verbieten.

    Absolut wichtig ist es, klar zu machen, wann ein solches Gerät genutzt werden kann und wenn es auf der Seite bleiben muss. Ebenso muss die Lehrperson dafür sorgen, dass diese Regel konsequent umgesetzt wird.

    Die Lernenden sind versiert mit den Geräten und lieben es, wenn Sie Gebrauch davon machen können. So haben sich schon unzählige spannende Unterrichtsstunden ergeben.
    21 4 Melden
    • iustus 20.05.2015 12:10
      Highlight @Meinungsvielfalt: Das Problem ist jedoch, dass sich die Lehrpersonen selbst nicht einig sind, wie ein korrekter Umgang mit diesen Geräten aussehen sollte. Bzgl. dem Interesse der Lernenden und dem Potenzial solcher Geräte, teile ich jedoch ihre Meinung.
      8 1 Melden
  • Anded 20.05.2015 09:36
    Highlight Schon mal daran gedacht, dass nicht alle Kinder ein Handy haben? Ich freue mich schon auf den Elternbrief, in dem ich aufgefordert werde meinem Kind ein Smartphone zu kaufen, weil es nun halt ein offizielles Lehrmittel ist. Habe absolut nichts dagegen, wenn eine Schule Tablets kauft und diese im Unterricht einsetzt, oder sie den Schülern auch mal eine Woche für die "Hausaufgaben" überlässt. Neue Medien gehören irgendwo in die Schulbildung. Aber dann sollen diese von der Schule organisiert werden, auch damit es keine Ungleichheiten in der Klasse gibt (neustes Samsung/iPhone vs.billigere Geräte)
    17 7 Melden
    • MisterM 20.05.2015 11:05
      Highlight Wenn das Smatrphone oder Tablet dann als einheitliches Lehrmittel eingesetzt werden wird, ja. Aber vorerst geht es ja mehr um die Frage, ob die Geräte überhaupt auf dem Tisch liegen dürfen oder nicht. Viele Schüler wünschen sich z.B. nur schon, die Kalender-Funktion nutzen zu dürfen, um die Aufgaben und Termine planen zu können. Aber schon beim Vibrieren des Geräts gibts die Strafe...
      6 2 Melden
    • Anded 20.05.2015 11:52
      Highlight Jetzt sag nur das gute alte Aufgabenheftli hat ausgedient? :-) Im ernst: Ich bin nicht für ein generelles Verbot, sondern gegen die erzwungene Einbindung der Schüler-Handys in den Unterricht wie im Interview erwähnt. Was das Vibrieren betrifft, sollte man das als Schüler unter Kontrolle haben. Flugmodus ist schnell aktiviert und verhindert unvorhersehbares Vibrieren. Als Lehrer/Schule würde ich eher einen Offline-Zwang für private Geräte während dem Unterricht einführen, als die Geräte per se vom Schulareal zu verbannen.
      3 2 Melden
    • who cares? 20.05.2015 12:24
      Highlight @MisterM Das Smartphone auf dem Tisch verführt extrem dazu, dauernd eine Blick darauf zu werfen, ob man neue Nachrichten bekommen hat oder sonstiges, vorallem bei jüngeren Schülern. Um etwas in den Kalender einzutragen, reicht es das Handy bei Bedarf kurz aus der Tasche zu nehmen.
      Zur Strafe für vibrierende Handys, ich finde sie durchaus angebracht, bei 20 Handys im Raum, sonst wird es schnell unruhig. Bei uns musste man bei Verstoss einen Kuchen backen, auch der Lehrer, da hatten alle was davon. Das Smarphone auf lautlos zu schalten hat auch etwas mit Respekt zu tun.
      4 0 Melden
    • MisterM 20.05.2015 12:34
      Highlight @Anded: Auch die gute alte Videokassette hat ausgedient. Und das Grammophon. Und das gute, alte Windows 98. Also ja, auch das Aufgabenheftlein. Mir hat es nie genug Platz geboten für alle Hausaufgaben, Prüfungen, Termine usw. - ausser, ich schrieb in Lupen-Schrift. Ein Offlinezwang/Flugmodus nützt nicht viel, wenn Kalender usw. mit der Clound synchronisiert sind. Also wie der Herr im Interview sagt: Den praktischen Umgang mit den Geräten im Schulalltag fördern!
      2 6 Melden
    • MisterM 20.05.2015 12:36
      Highlight @who cares?: Lautlos definitiv. Ich sag ja nicht, dass das Smartphone auf laut gestellt werden muss. Vibration kann man ebenfalls ausschalten. Und klar, wenn man es nur für Termine braucht, kann man es sonst in der Tasche lassen. Und was die Ablenkung angeht: Wenn ich unkonzentriert bin, lenkt mich auch ein weisses Blatt Papier ab, auf das ich kritzeln könnte. Oder ich blättere einfach im Buch, das vor mir liegt...
      1 3 Melden
    • Anded 20.05.2015 14:14
      Highlight Dein Cloud-Argument habe ich so erwartet. Aber was genau muss während der Unterrichtsstunde mit der Cloud synchronisiert werden? Wenn ich vom Lehrer einen Abgabetermin kriege, kann ich den auch im offline Modus in den Kalender eintragen. Und sehe dabei auch alle anderen Termine, da der Kalender ja erst gerade synchronisiert wurde, und ich in den letzten Minuten ja kaum über ein anderes Gerät Termine bearbeitet habe.
      3 1 Melden
    • MisterM 20.05.2015 15:24
      Highlight @Anded: Der gesamte Workflow. Oder z.B. ein OneNote-Dokument, das live zusammen bearbeitet wird. Und und und. Es gibt viele gute und viele schlechte Möglichkeiten, wie man Smartphones und Tablets in den Schulalltag integrieren könnte. Mein Standpunkt ist dem Ihren ja im Grundsatz ähnlich: Neue Medien gehören in die Schulbildung. Und wenn ich meine persönlichen Erfahrungen aus meiner Schulzeit mit den Gesprächen, die ich heute mit einem Lernenden über das Thema hatte (danke watson für den bereichernden Artikel!), vergleiche, kommte ich zum Schluss, dass der Herr im Interview Recht hat.
      1 1 Melden
  • Adonis 20.05.2015 09:27
    Highlight Ich wuchs ohne Natel etc. auf. Alles Gewöhnungssache. Bin jetzt pensioniert und muss mich zwingen in das "geschenkt erhaltene Kästchen" zu schauen. Ich höre, resp. lese schon euren Aufschrei! :-)

    Lasst euch sagen: Meine Frau war zeitlebens eine gute Lehrerin sie brachte 30! Jahre am meisten SchülerInnen vom Kolleg. in die Sekstufe. Seit es diese Kästchen gibt und Unmengen von unnötigem Stoff/Fächern die Schule ersäufen, stellt sie Konzentrationsprobleme, Mobbing u.a. bei den Kindern fest. Nun hat sie genug. Sie lässt sich pensionieren.
    11 14 Melden
    • iustus 20.05.2015 10:42
      Highlight @Adonis: Naja, ich würde dafür nicht nur diese "Kästchen" verantwortlich machen! Als ich zur Schule gegangen bin (ab 1997), gab es das jedenfalls auch schon zu Hauf und da war diese Technik noch nicht dermassen präsent! Ich finde es aber interessant, dass sie den unnötigen Schulstoff erwähnen, da ich pers. darin die Ursache für die Konzentrationsprobleme sehe... In meiner Schulzeit z.B. waren wir (vermutlich aus Zeitmangel) während des Biologieunterrichts ein einziges Mal auf einer Exkursion gewesen, das ist doch ein Witz!!! Leider fällt mir das erst heute wirklich auf, es war halt normal.
      15 1 Melden
  • Against all odds 20.05.2015 09:23
    Highlight "Es war zudem noch nie so wichtig wie heute, sich sprachlich präzise ausdrücken zu können." - Stimmt, aber wenn man sich unter jugendlichen so umhört, habe ich das Gefühl das Gegenteil sei der Fall.
    "Mit dem Handy weiss die Klasse schlicht mehr als der Lehrer." - und ohne weiss sie gar nichts mehr...
    10 11 Melden
    • KKGang 20.05.2015 10:26
      Highlight Bitte nicht alle Jugendlichen mit denen, die man am Abend am Bahnhof oder sonst wo rumlungern sieht, vergleichen. Viele gebildete ziehen sich aus diesen Kreisen zurück und sind daher öfters Zuhause anzutreffen oder an Orten, wo sie ihre Ruhe haben. Ich hoffe, ich habe mich präzise genug zu diesem Thema ausgedrückt.
      12 2 Melden
    • iustus 20.05.2015 10:32
      Highlight @Against all Odds: Ich bin da völlig ihrer Meinung, es kann nicht sein, dass man sich nur noch merkt, wo man eine Information abrufen kann (auch wenn das laut Herr Wampfler die Zukunft sein sollte)! Ich bin jedoch vollkommen dafür, dass man den Unterricht mithilfe der Technik interessanter macht. Es war mir schon zu meiner Schulzeit ein Rätsel, warum wir pro Jahr nur 1-2 Dokumentarfilme ansehen durften (meiner Meinung nach hätten sich viele Schüler z.B. mehr für den 2-Weltkrieg interessiert, wenn sie Filmmaterial aus dieser Zeit gesehen hätten, anstatt darüber nur Bücher zu lesen)!?
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    • Luki Bünger 20.05.2015 11:10
      Highlight @iustus: Wenn man sich mal so reinzieht, was ein ETH-Student im ersten Jahr alles büffeln muss, drängt sich einem schon der Verdacht auf, dass das Ziel der ganzen Plackerei das Erlernen der effizienten Informationsbeschaffung und -verarbeitung ist und nicht das Memorisieren jedes Lernstoffs. Ist sicher auch mit ein Grund dafür, dass man (nicht nur) einen ETH-Abgänger auch für Jobs fernab des Studienfachs gebrauchen kann.
      Sollte dieses Beispiel nun auch schon bei der Grundschulausbildung Schule machen, wäre damit doch bloss dem Fakt Genüge getan, dass im Gegensatz zu "früher" Rohinformationen im Grunde dauernd verfügbar sind, das Beurteilen und Verarbeiten selbiger hingegen massiv an Bedeutung gewonnen hat.
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    • Against all odds 20.05.2015 11:40
      Highlight @KKGang: völlig einverstanden, die Gefahr besteht jedoch, dass meiner Meinung nach eine Nivellierung nach unten statt findet. Aber wie sagte schon Marcel Reich-Ranicky: "Das Fernsehen macht die Klugen klüger und die Dummen dümmer." Kann man durchaus auf die Smartphones/Tablets anwenden.
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    • iustus 20.05.2015 11:51
      Highlight @Luki Bünger: "Früher" war vor ca. 10 Jahren! Ich finde es nicht gut, wenn man den Fakt, dass die Informationen momentan dauernd zur Verfügung stehen, quasi als endgültig darstellt (dies könnte sich durch einen Cyberwar z.B. rasch ändern)! Zwischen ETH-Studenten und Grundschülern sehe ich ausserdem grosse Unterschiede... Der Grundschüler muss eine Struktur erlernen, in die er später Informationen einordnen kann, z.B. sollte er die Kantone der Schweiz kennen um den Überblick zu haben. Der Student muss die Gemeinden in der Kantonen zwar nicht auswendig wissen, aber auch er kennt die Kantone!
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    • Luki Bünger 20.05.2015 12:46
      Highlight @iustus: Richtig, ist ziemlich schnell gegangen. Ich stelle die Verfügbarkeit von Informationen auch nicht als endgültig dar, aber es macht halt auch null Sinn das Schulsystem vor einer Entwicklung zu schützen, nur weil sie irgendwann überholt sein wird. Die Informationen sind da, die Geräte zur Informationsbeschaffung auch. Ausserdem werte ich ja nicht das eine Prinzip höher als das andere. Und strukturgebend ist meiner Meinung nach das Umfeld und die Lernmethoden und nicht der Stoff. Ich könnte durchaus damit leben, wenn mein Kind nicht genau wüsste wo Stans liegt, dafür nicht alles glaubt, was auf Wikipedia steht.
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    • iustus 20.05.2015 13:00
      Highlight @Luki Bünger: Aber in welchem Kanton Stans liegt, würde es Ihrer Meinung nach dann trotzdem über Wikipedia erfahren!? Nur dumm, dass dem Kind zuvor beigebracht wurde, dass es nicht alles glauben soll, was auf Wikipedia steht (Widerspruch)! >> Ich wollte darauf hinaus, dass Kinder eine feste Struktur brauchen, an die sie glauben können, ansonsten wird die Informationsschwemme zu verwirrend (Und die Kantone finde ich da ein gutes Beispiel, denn 26 Namen sind nun wirklich viel zum lernen, dafür kann man nachher verschiedene Informationen wie z.B. aus der Geografie oder Politik besser einordnen!
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    • who cares? 20.05.2015 15:03
      Highlight @iustus Na es soll doch eben darum gehen, dass das Kind nicht bloss auf Wikipedia nachschaut, sondern mehrere Quellen gegeneinander abwägt und seine Schlüsse daraus zieht (tönt vielleicht ein bisschen lächerlich bezogen auf Stans, aber einfach mal so prinzipiell)
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    • iustus 20.05.2015 16:10
      Highlight @who cares?: Ich habe nie gesagt, dass man den Schülern nicht beibringen soll, wie man Informationen beschafft bzw. verifiziert! Luki Bünger hat geschrieben, dass man als Student mehrheitlich eine effiziente Informationsbeschaffung erlernt bzw. nicht mehr auswendig lernen muss. Seine Meinung war ausserdem, dass dies nun auch in der Grundschule angewendet werden soll. Mit meinen Kommentaren wollte ich dem wiedersprechen bzw. finde ich, dass ein Grundgerüst notwendig ist, um Informationen korrekt einzuordnen und vorallem um SELBST die Zusammenhänge bzw. eine eigene Meinung bilden zu können!
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    • iustus 20.05.2015 16:24
      Highlight @who cares?: Teil 2: Oder sollen die Lehrer den Grundschülern zukünftig nur noch lesen/schreiben und rechnen beibringen und alles andere sollen sie dann überspitzt gesagt selbst gegeneinander abwägen? Es braucht einen Lehrplan, der ein gewisses Grundgerüst (Biologie/Geschichte/Sprachen/usw.) schafft und ungefähr die Interessen der Wirtschaft abdeckt! Und ja, wenn jemand zuerst abwägen muss, ob die Informationen über Nidwalden korrekt sind, um dann abwägen zu können, ob die Informationen über Stans korrekt sind, dann ist das lächerlich!
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Ganz ohne Plastiksäckli: In Zürich öffnet der erste Zero-Waste-Laden der Deutschschweiz

In Zürich eröffnet der erste Laden ganz ohne Abfall. Wer was kaufen will, muss seinen eigenen Behälter mitnehmen, auch für Nudeln, Reis oder Alkohol. «Zero Waste» heisst die Philosophie und steht ganz im Zeichen der Kreislaufwirtschaft. 

Rüebli, Kartoffeln, Nudeln oder Seife, im Foifi, dem ersten Zero-Waste-Lasten in Zürich, findet man eigentlich alles – ausser eben Plastiksäckli. Der neue Laden steht ganz im Zeichen der Kreislaufwirtschaft und setzt sich zum Ziel, keinen Abfall zu produzieren. Der Durchschnittsschweizer produziert im Jahr 344 Kilogramm Abfall – viel zu viel, finden die Betreiber des «Foifi». Der Name ist ein Vermerk auf die fünf Axiome von Zero Waste, aber auch eine Liebeserklärung an den Zürcher …

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