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«Mangkhut» reisst auf den Philippinen dutzende Menschen in den Tod



Der Taifun «Mangkhut» hat auf den Philippinen dutzende Menschen in den Tod gerissen und eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Auf der Hauptinsel Luzon standen riesige Gebiete unter Wasser, Häuser wurden zerstört, Strommasten knickten um, Strassen waren unpassierbar.

Ein Polizeisprecher gab die Zahl der Todesopfer am Sonntag mit mindestens 49 an. Die meisten starben demnach bei Erdrutschen, die durch heftige Regenfälle ausgelöst wurden.

So habe ein Erdrutsch eine von Bergwerksarbeitern bewohnte Baracke unter sich begraben, sagte der Bürgermeister der Stadt Itogon im Norden des Landes am Sonntag im philippinischen Radio - in dem Haus hätten sich mindestens 40 Menschen aufgehalten. 32 weitere Bewohner seiner in Stadt seien wahrscheinlich ebenfalls ums Leben gekommen.

24 der Opfer stammten aus der im Norden des Landes liegenden Region Cordillera, darunter eine sechsköpfige Familie, deren Haus in Baguio durch einen Erdrutsch verschüttet wurde. Eine vierköpfige Familie wurde in der Provinz Nueva Vizcaya getötet, ebenfalls durch einen Erdrutsch. In der Provinz Kalinga wurde ein Mann von einem herabstürzenden Felsbrocken getötet.

Einige der Opfer hätten sich der Anweisung zur Evakuierung widersetzt, erklärte Regierungsberater Francis Tolentino bei einem Besuch von Präsident Rodrigo Duterte in Tuguegarao - eine der am härtesten getroffenen Städte. «Alle Behörden haben ihr Möglichstes getan, um die Evakuierungen voranzutreiben, aber einige Regionen sind wirklich sehr abgelegen.»

Schneise der Zerstörung

Am Montag werde man damit beginnen, die Strom- und Wasserversorgung wieder herzustellen. Im Norden des Inselstaats waren dutzende Strassen und Brücken wegen Erdrutschen, Überschwemmungen sowie umgestürzten Bäumen und Masten unpassierbar. Strassen waren übersät von Dachteilen, Glasscherben und abgerissenen Kabeln, wie Bilder in sozialen Medien zeigten.

Der Taifun war am Samstag begleitet von starken Regenfällen mit voller Wucht im Norden der Philippinen auf Land getroffen, knapp 400 Kilometer nördlich der Hauptstadt Manila. Dabei schwächte er sich mit Windgeschwindigkeiten von 170 Kilometern pro Stunde etwas ab. Böen erreichten 285 Kilometer pro Stunde.

Er zog über ein Gebiet mit fünf Millionen Einwohnern hinweg, von denen etwa ein Viertel an der Armutsgrenze leben. In der «Kornkammer» der Philippinen ist die Ernte vernichtet.

«Wir sind sowieso schon arm, und nun das - wir verlieren all unsere Hoffnung», sagte die Reis- und Maisbäuerin Mary Anne Baril, deren Ernte durch die Überschwemmungen vernichtet wurde, unter Tränen.

Kurs auf China

Am Sonntag zog der Sturm mit Windstärken von bis zu 242 Stundenkilometern südlich an Hongkong vorbei. Dort wurden nahezu sämtliche Flüge gestrichen. In einigen Strassen in Hafennähe stand das Wasser hüfthoch.

Die Hongkonger Zeitung «South China Morning Post» zeigte auf ihrer Website Bilder einer geräumten Hotellobby in der Stadt, die von Wasser überflutet wurde. Hunderte Bewohner niedrig gelegener Gebiete wurden in Notunterkünfte gebracht. In Hongkong wurden demnach mehr als 200 Menschen mit Verletzungen behandelt.

Während «Mangkhut» südlich der Millionen-Metropole vorbeizog, zertrümmerten umherwirbelnde Trümmer Fensterscheiben, Bäume stürzten um, der Sturm liess die Wolkenkratzer schwanken. Auch fiel für etwa 7000 Haushalte in der Stadt zeitweise der Strom aus.

In der benachbarten Spieler-Stadt Macau wurden wegen des Taifuns zum ersten Mal überhaupt sämtliche 42 Spielcasinos geschlossen. Schaufenster waren verrammelt, Sandsäcke aufgetürmt. Der Sturm presste das Meer vom Hafenbecken bis in die Stadt, Strassen standen unter Wasser.

Der Sturm sollte über die stark besiedelte Südküste Chinas weiterziehen. Vorhersagen zufolge soll die 2.4-Millionen-Einwohner-Stadt Yangjiang direkt vom Sturm getroffen werden. (sda/reu/dpa)

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